Ganzjahres Weide?

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6 Antworten

meiner war wegen stalldämpfigkeit ganzjährig draussen. bis an sein lebensende - auch die letzten beiden jahre mit der nicht behandelbaren rehe und konnte jederzeit rein, wenn er wollte.

wobei "rein" ein mittelding war aus einem kleinen stall (in der mitte und mit fundament) und einem zu zwei seiten offenen gedeckten umbau um die mittelfläche herum. wenn das wetter ganz grausam war und ich am nächsten tag reiten wollte, hab ich den eingang auch schon mal über nacht zugemacht. aber mehr als 2 tage da drin war nicht möglich - dann ist ihm bereits das temperament explodiert.

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das was du in der frage beschreibst, ist für mich eigentlich einfach bloss artgerechte haltung.

es gibt bestimmte dinge, die, wie felix foxx bereits beschreibt, vorsicht gebieten.

die voraussetzung für eine tatsächliche ganzjährige draussenhaltung mit naturfutterzugang ist zum einen, dass sich keine giftigen bäume auf dem grundstück befinden. besonders kritisch zu sehen sind eiche und ahorn. viele pferde fressen eicheln und ahornsamen recht gern, aber insbesondere ahorn ist tödlich giftig - in ermangelung von frischem grün oder aus langeweile wird ahorn oft gefressen - und von den pferdebesitzern meist unterschätzt. ahorn soll einer der hauptauslöser für weidemyopathie sein. man geht auch davon aus, dass vor wenigen jahren knapp 200 der sowieso bedrohten rasse new forest pony in england dadurch innerhalb weniger wochen ums leben gekommen sind.

http://www.aachener-zeitung.de/mobile/lokales/region/giftige-ahornsamen-toeten-dutzende-pferde-1.692130?redir=checkmobile

stoffwechselsensible rassen wie beispielsweise dartmoor, shetty, isländer, haflinger, einige kaltblutrassen, sowie alle dem ursprünglichen sumpf- oder gebirgspferd nahestehende rassen sollten nur dann ganzjährig  weidezugang haben, wenn zu den fructangefährlichen zeiten ausschliesslich auf trockenrasen, auwiese oder sonstigen magerflächen naturfutterzugang besteht. dazu sollte dann als rauhfutter zweijähriges erstschnitt- oder sehr gutes magerheu zur verfügung stehen, ergänzt hin und wieder mit luzerneheu. 

wichtig ist, dass die pferde sich nach bedarf ins trockene zurückziehen können.

als beispiel für eine solche haltung würde ich sagen, ist die haltung der pferde aus dem tarpanrückzüchtungsprogramm im saupark springe recht gut. ich denke mal, wenn man dort anruft, kann man sich sicher gute tipps für ganzjährige weidehaltung holen.

es kommt also drauf an, was für ein boden und was für weidepflanzen zur verfügung stehen. ich persönlich würde, wenn die bedingungen einigermassen stimmen und mein pferd zu der art der haltung passt, in jedem fall die ganzjährige höhere bewegungsmöglichkeit für mein pferd vorziehen.

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Kommentar von zuckerbluemchen
27.04.2016, 10:17

WOW :) Vielen lieben Dank, das hat mir schon sehr geholfen!

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Wir haben ein solches System bei uns im Offenstall. Im Winter können die Pferde tagsüber Koppel und Paddock nutzen, in der Nacht bleiben sie auf dem Paddock. Im Sommer ist es umgekehrt da sind dürfen sie nachts raus, können aber natürlich auch auf dem Paddock bleiben und tagsüber bleiben sie dann drin.

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Grundsätzlich gut, vorausgesetzt keines der Pferde hat eine Wohlstandskrankheit wie EMS, ECS, Neigung zu Hufrehe oder Diabetes. Auch bei dafür empfindlichen Pferden wie z.B. Shettys ist diese Haltung nicht so optimal (kürzere Weidezeit ist nötig).

Ein ausreichend großer Unterstand sollte vorhanden sein. Vorsicht bei Frost wegen der atypischen Weidemyopathie.

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Kommentar von zuckerbluemchen
27.04.2016, 09:13

Danke :) Was bedeutet "atypischen Weidemyopathie" bzw. was ist das genau?

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Wenn man genügend Fläche hat und die Pferde gesund sind finde ich das toll :) Sehr artgerecht. Wir schließen die Weiden nur von Anfang März bis Anfang Mai damit sie sich ein bisschen erholen und Gras nachwachsen kann. In der Zeit stehen die Pferde auf einem Paddock mit Stall, überdachter Heuraufe, Bachlauf und Sandwälzplatz. Unsere Pferde sind also nie drinnen. Hätten wir mehr Weide würde ich diese das ganze Jahr offen lassen.

Wir haben übrigens auch nur Robustrassen ;)

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Kommentar von friesennarr
27.04.2016, 13:48

Anmerkung: Jedes Pferd ist eine Robustrasse, man müsste ihnen nur dir Chance dazu geben.

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Kommentar von xxCamarguexx
27.04.2016, 13:58

Ja, da hast du natürlich Recht! Jedes Pferd kann so gehalten werden.

Ich schrieb das nur da in einigen Antworten steht dass Robustrassen Probleme bekommen könnten (wahrscheinlich wegen Leichtfuttrigkeit und zu viel Gras). Wir haben hier Camargue, Shetty und Finnpferd und keines ist zu dick :)

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Ich finde die Idee mega gut, denn Pferde gehören nach draußen. Der einzigste Nachteil (meiner Meinung nach) ist dass sie schmutziger sind, aber sowas sollte kein Problem sein. Und falls das Pferd Hufeisen anhaben sollte, kann es sein wenn die Koppel matschig ist, dass die Hufeisen abgehen, vorallem wenn sie eh schon locker sind

Aber sonst ist es eine super Idee👌🏻

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Find ich gut.

Unsere Pferde stehen auch das ganze Jahr auf der Weide/Paddock und sind um einiges ausgeglichener als die Pferde, die nur für einige Stunden raus kommen.

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