Frage von emmy17, 283

Galopphilfe nur beim angaloppieren?

Hallo,ich habe von vielen gehört,dass sie die Galopphilfe nur beim Angaloppieren benutzen und dann „ganz normal“ weiter treiben(wie z.B im Trab). Es haben mir aber auch sehr viele erzählt,dass sie die Galopphilfe während des ganzen Galoppes geben. Wie macht ihr das?

Antwort
von Isabelle1910, 192

Also der erste Fehler bei der Galopphilfe ist, dass gedacht wird, dass das äussere Bein angaloppiert. Das stimmt nicht. Das innere Bein gibt den Impuls. Lege den äusseren Schenkel eine Hand breit zurück und treibe dann mit dem inneren Schenkel. Der Äussere liegt verwahrend eine Hand breit hinter dem Gurt und treibt nur wenn es nötig ist mehr als sich das Pferd sowieso abholt. Der Innere kommt zum Angaloppieren stärker kurz nachdem du den äusseren zurück gelegt hast (kann auch gleichzeitig passieren) und treibt dann ganz normal weiter. Der äussere bleibt verwahrend und begrenzt das Pferd nach aussen. So funktioniert die Galopphilfe. Wenn du noch fragen hast helfe ich dir immer gerne
LG Isi

Kommentar von Punkgirl512 ,

Wenn du das Pferd im Galopp außen begrenzen musst - wieso dann nicht auch im Trab mit dauerhaft verwahrendem Schenkel reiten?

Ergibt keinen Sinn, dass der Schenkel dauerhaft hinten bleiben soll - wenn ich ihn brauche, kann ich den Impuls auch vorne am Gurt geben oder ihn kurz nach hinten rutschen lassen. 

Kommentar von Isabelle1910 ,

Nein.  Im Trab liegt der äußere laut FN auch minimal weiter hinten, nicht so weit wie im Galopp, aber hinten. Im Galopp braucht das Pferd außen mehr Unterstützung, da die Bewegung eine ganz andere ist. Ich schicke dir mal den Auszug der FN in einer neuen Antwort

Kommentar von Punkgirl512 ,

Entschuldige, ich sehe den Kommentar leider erst jetzt. 

Aus meiner Sicht macht es trotzdem keinen Sinn, das Bein die ganze Zeit verwahrend zu halten im Galopp - zumal es nicht der verwahrende Schenkel ist, der das Pferd angaloppiert. Und welche Unterstützung soll er denn sein? Wenn man die Schiefe gerade korrigiert, ist das nochmal eine andere Geschichte, aber das ist Korrektur und DA ist ein verwahrender Schenkel berechtigt. 

Die FN hat nunmal viele Widersprüche in sich, das ist nicht der Gipfel. Schaut man sich die alten Reitlehren mal an, sieht man keinen dauerhaft verwahrenden Schenkel im Galopp.

Kommentar von Isabelle1910 ,

Die Dressurpferde wurden schon immer so ausgebildet. Es hat genug Gründe (Geraderichten, Galopp erhalten, bessere Begrenzung und va Aktivierung des äußeren Hinterbeines und das Signal für jedes fein und gut gerittene Dressurpferd, welcher Galopp verlangt wird va bei Serienwechseln besonders wichtig). Dazu kommt, dass der äußere Schenkel in jeder biegenden Lektion nach hinten genommen wird. Durch den äußeren Schenkel, wird die Biegung unterstützt. Wenn du nicht so denkst, kann ich dich wohl nicht umstimmen. Beim reiten gibt es viele Methoden, die zum Ziel führen. Es gibt gute und weniger gute, aber darüber zu diskutieren, welche der guten Methoden jetzt die beste ist, ist sinnlos. Da habe ich noch eine Frage. Was spricht dagegen, den Schenkel zurückgelegt zu lassen? Bzw was ist der Vorteil ihn wieder normal hinzulegen?

Kommentar von Punkgirl512 ,

Ah, geht doch - endlich mal jemand, der argumentieren kann. Danke! Viele plappern nur die Fn-Reglements nach ;)

Für mich spricht dagegen, dass auf Dauer mein verwahrender Schenkel nicht mehr als verwahrend wahrgenommen wird, weil der im Galopp eben immer da liegt. Wenn ich das Pferd in der Schiefe korrigiere, genügt es dann den Schenkel am Fell wandern zu lassen, danach wieder in die Ausgangsposition, um die Korrektur der Hinterhand ruhen zu lassen. 

Schließlich sollte sich die Position des verwahrenden Schenkels für das Angaloppieren, Travers und Traversalen nicht großartig unterscheiden - auch in den Seitengängen ist der innere Schenkel sehr wichtig, um die Biegung zu erhalten. Wenn ich die ganze Zeit den Schenkel verwahrend außen behalte, schiebe ich das Pferd die ganze Zeit in ein Travers rein - mit der Annahme, dass ich korrekt und locker sitze und sehr gut über die Hüfte das Travers reiten kann. 

(Dazu die viel zu oft gesehen Falsch-.Ausführung, bei der das Bein schon fast im 90° Winkel liegt - gerne gesehen bei Grand-Prix-Ritten in den Serienwechseln. )

In einer Biegung muss der Schenkel nicht zwingend nach hinten rutschen, bzw. da reden wir von Millimetern. Da macht die Position der Reiterhüfte viel mehr aus. Reden wir vom Abwenden, macht es durchaus Sinn, kurz außen am Schenkel einen Impuls zu geben - und dann wieder ruhen zu lassen. 

Ich meine, mein Ziel ist es ja, ein sehr fein gerittenes Pferd zu haben - warum jeden Sprung neu angaloppieren müssen? Das ist nicht fein, das macht stumpf auf Dauer. Das habe ich aber bei der FN noch nie verstanden. 

Kommentar von Isabelle1910 ,

Zum Teil gebe ich dir recht. Ich bin selbst kein Fam von dem zu weit zurückgelegtem Schenkel. Ich versuche immer den Schenkel nur so weit zurück zu nehmen wie nötig. Ich habe heute mal besonders auf den äußeren Schenkel geachtet beim Reiten. Mir ist aufgefallen, dass ich ihn teilweise selbst gar nicht mehr zurück gelegt habe. Das ist solange ich mein Pferd nicht aufnehmen will in der Dressur (sie ist noch in der Ausbildung und braucht die Unterstützung) diesen äußeren Schenkel nicht brauche. Manchmal (ich bin heute im Springsattel über Stangen geritten um meinen Springsitz und den leichten Sitz mal wieder zu korrigieren) benötige ich ihn, um meiner Stute klar zu machen, sie möge doch bitte weiter galoppieren aber meistens rutscht er automatisch wieder fast ganz vor. Ich denke, dass dies so gelehrt wird, da Anfänger diese minimale Bewegung noch nicht begreifen und es später sowieso automatisch passiert. Zudem man den äußeren Schenkel ja schon immer alleine durch die korrekte Hüftbewegung immer minimal weiter hinten hat und diesen dort später auch benötigt va in den höheren Lektionen. Aber an sich muss ich euch da zum Teil recht geben.
LG Isi
(Freue mich auch immer über vernünftige Diskussionen)  

Antwort
von MontyReiter, 161

Beim angaloppieren gibt man eine deutliche Galopphilfe und dann bleibt der äußere Schenkel verwahrend eine Handbreit hinter dem gut liegen.

Antwort
von Jeany2508, 150

Das Bein muss die ganze Zeit verwahrend sein. Meiner Meinung nach egal ob das Pferd Galoppfreudig ist oder wie auch immer... Auch wenn du aufs Turnier gehst wollen die Richter sehen, dass dein Schenkel dauerhaft verwahrend ist.

Antwort
von DonkeyDerby, 160

Das hängt davon ab, wie galoppierfreudig das Pferdchen ist. Bei "gemütlicheren" Exemplaren muss man manchmal die Galopphilfe ständig aktiv halten, damit sie nicht in den Trab fallen (das ist aber eigentlich ein Ausbildungsfehler). Ein lebhaftes, gut ausgebildetes Pferd behält den Galopp bei, bis es einen neuen "Befehl" bekommt.

Kommentar von emmy17 ,

Danke für die Antwort!

Kommentar von Isabelle1910 ,

Das ist nur bei Westernpferden so. In der Dressur wird die Hilfe beibehalten.  

Kommentar von WesternCalimero ,

Das lernt man leider so, da die "unteren Klassen" der Dressur-Reiterei i.d.R. schlecht ausgebildet sind und die Schulpferde ebenfalls -

Aber: richtig ist dauerndes treiben nicht.....

Kommentar von Isabelle1910 ,

In der Dressur wird bei jedem Schritt, Tritt und Sprung getrieben. Das ist selbst in jedem Grand Prix so. Das Pferd holt sich durch den Reitersitz in der Dressur ab einem bestimmten Niveau des Reiters selbst ab. Zudem hat der äußere Schenkel nicht viel mit Treiben zu tun.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Korrekt ist dieses Dauertreiben trotzdem nicht. Und es ist ein Irrglaube, dass jeden Schritt, Tritt und Sprung getrieben wird - das ist heute (leider!) Gang und Gebe und wird oft so "gelehrt", allerdings ist es nichtmal nach FN korrekt.

Kommentar von DonkeyDerby ,

Echte Dressur reiten's in der Wiener Hofreitschul' und nirgends sonst... Nur dort nimmt man sich für die Ausbildung genügend Zeit. Im Sport wird herumgewürgt, weil schnelle Erfolge her müssen. Auch der zeitgleiche Einsatz der Hengste in Sport und Zucht ruiniert die Tiere auf Dauer. Totilas lässt grüßen.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Wiener Hofreitschule ist auch nicht mehr das, was es einmal war.

Aber es gibt viele alte Lehren, z.B. nach Philippe Karl, Baucher, de la Gueriniere, Oliveira, von Neindorff, und, und, und. Viele Reiter, die sich nach den alten Meistern orientieren, reiten sehr gut und korrekt.

Kommentar von Isabelle1910 ,

Das Pferd holt sich durch den Reitersitz in der Dressur ab einem bestimmten Niveau des Reiters die treibende Hilfe selbst ab. So gehört der Satz. Sorry 😬😄

Antwort
von Punkgirl512, 123

Ja, das wäre korrekt - geht natürlich nur mit gut ausgebildeten Pferden, die zumindest fein geritten werden. Da dies nicht allzu oft der Fall ist, brauchen die andere Reiter eine ständige Galopphilfe. 

Normalerweise rutscht der äußere Schenkel wieder zurück an Ort und Stelle, um Präzise wieder einwirken zu können - sonst würden Galopptraversalen z.B. keinen Sinn machen, oder Travers im Galopp. Da der Schenkel eh nur verwahrend liegt und dies nicht die alleinige Galopphilfe ist, muss der Schenkel auch gar nicht weit nach hinten, wie man es gerne in den fliegenden Wechseln z.B. sieht - ein gut gerittenes Pferd reagiert auf den Sitz, das innere Bein und den äußeren Zügel - versammelt sich und galoppiert an. 

Daher: Nein, man muss nicht dauerhaft das Pferd mit einer Hilfe abstumpfen, auf die es bereits reagiert hat. 

Kommentar von Isabelle1910 ,

Da hast du einerseits recht aber andererseits bleibt der äußere Schenkel verwahrend während des ganzen Galopps (auch im Traver oder den Pirouetten) und unterstützt die äußeren Hilfen wenn es nötig ist.      

Kommentar von Punkgirl512 ,

Aus welchem Zweck soll der äußere Schenkel denn weiterhin verwahren? 

Das macht aus meiner Sicht nämlich keinen Sinn. Ich weiß noch nichtmal, warum dem öußeren Schenkel im Galopp immer so viel Bedeutung zugewandt wird - ich habe, zwar spät aber besser als nie, gelernt, dass man über das Arrête angaloppiert: Sitzen, Versammeln, äußerer Zügel, Impuls am inneren Schenkel. Ganz ohne den äußeren Schenkel. 

Wofür braucht man den dann nun verwahrend, wenn er im Travers und Traversalen ebenfalls verwahrend wirkt und nicht treibend? 

Um zu verhindern, dass die Hinterhand ausbricht? Das kann er auch vorne am Gurt. 

Kommentar von WesternCalimero ,

@Punkgirl512

Endlich mal jemand, der es korrekt gelernt hat.

Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und sage, wenn ich nicht jeden Galoppsprung treiben muss, ist das zurückgelegte äußere Bein sogar schädlich. Ein gut durchgymnastiziertes Pferd wird das zurückgelegte Bein nämlich bereits als "nimm die Kruppe herein" interpretieren....

Kommentar von Punkgirl512 ,

Danke, Calimero.

Stimmt - leider sind die wenigsten Pferd so fein, dass sie auf diese Aktion ins Kruppeherein/Travers kommen. Die meisten Reiter wissen ja nochit einmal, was Travers ist, weil es heutzutage so stark vernachlässigt wird.

Aber halten wir es erstmal mit dem sinngemäßen Einsatz des verwahrenden Schenkels.

Kommentar von Isabelle1910 ,

In jedem Traver muss der äußere Schenkel hinten liegen, um die Hinterhand des Pferdes mitzunehmen. Schaut euch mal eine vernünftige Grand Prix Aufgabe an. Da ist dies sehr schön sichtbar.

Kommentar von Punkgirl512 ,

Das tut der Schenkel bereits, wenn er verwahrt - zumindest bei einem gut ausgebildeten und fein gerittenem Pferd. 

Gute Grand Prix Ritte sind unglaublich selten geworden. Und da wird oft das Bein sehr stark nach hinten geworfen. 

Sitze ich im Travers-Sitz, fehlt nur noch das Arrête zum ANgaloppieren, denn dieser Sitz im Travers ist derselbe wie beim ANgaloppieren - so am Rande. 

Antwort
von Isabelle1910, 80

Hier der Auszug

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community