Frage von Gurlyx3, 100

Galopp auf unbequemen Pferd?

Hey ihr :) Morgen habe ich Reiten, und ich reite ein Pferd, dass einen extrem langen Rücken hat. Deshalb dauert es natürlich eine Weile, bis die Hinterhand nachkommt. Deswegen ist der Galopp ziemlich unbequem und fühlt sich an wie auf einem extrem schnellen Schaukelpferd.

Und genau deswegen bekomm ich es nicht hin, mim Hintern im Sattel sitzen zu bleiben, sondern fliege immer wie wild rum. Gibt es da irgendwelche Übungen oder Tricks, sowas schneller und besser hinzubekommen?

LG

Expertenantwort
von Sallyvita, Community-Experte für Pferde, 18

Vorweg: Bitte lehne Dich nicht zurück, auch wenn Dir das hier mehrfach empfohlen wurde. Das ist komplett kontraproduktiv und hilft Dir auch nicht in die Bewegung des Pferdes hinein. Unter Umständen macht es das Pferd nur schneller und nicht bequemer.

Rede mit Deinem Reitlehrer. Sag ihm, dass Du den Galopp nicht hinbekommst und ihn einfach nicht sitzen kannst. Vielleicht gibt er Dir schon innerhalb dieses Gespräches gut verständliche Tipps, die Du umsetzen kannst und verstehst. Oder aber er widmet sich Dir und Deinem Galopp-Problem innerhalb der Stunde. (Mich wundert so oder so, dass er das bis jetzt nicht getan hat - er muss doch sehen, wie Du auf dem Sattel rumdupfst.) Tut er es nicht , ist er nicht wirklich ein guter Lehrer, sorry.

Ganz oft ist es eine Frage der eigenen Beweglichkeit und Geschmeidigkeit. Verkrampfe nicht, bleib locker, schwing mit Deinem Becken mit der Bewegung des Pferdes, setz Dich "schwer" ins Pferd. Hab eine konstante Verbindung zum Pferdemaul und das nicht über einen langen, harten Zügel.

Wenn der Sitz noch nicht ausbalanciert und losgelassen ist, macht sich das in einem unruhigen Oberkörper, unruhigen Händen, aber auch oft unruhigen Unterschenkeln bemerkbar. An dieser Stelle sind Sitzübungen mit dem Ausbilder gefragt, sogenannte Sitzlongen. Man bekommt dadurch einen unabhängigen Sitz mit elastischer Mittelpositur und kann so die Bewegung des Pferdes besser aufnehmen und dann stellt sich auch eine ruhigere Körperhaltung automatisch ein.

Expertenantwort
von Urlewas, Community-Experte für Pferde & reiten, 30

Darf ich mal fragen - du meinst wahrscheinlich, dass du zum Unterricht gehst; Dressurstunde?

Der Dressursitz ist IMMER aufrecht. Die aufrechte, aber locker schwingende Haltung verläßt du bitte nur dann, wenn der Lehrer es ausdrücklich anweist - und dann nach vorne, wenn er aus irgendeinem Grund möchte, dass du den Entlastungssitz einnimmst. 

Nach hinten lehnt man sich nur in einem Fall, der in einer Dressurstunde nicht eintreten sollte: nämlich, wenn ein  Pferd bockt.

Um aufrecht locker mitschwingen zu können, müssen deine Gelenke locker und deine Muskeln elastisch sein. Je stärker die Bewegung des Pferdes ist, um so elastischer mußt du sein. Daher kann auch eine Aufwärmgymnastik mit vielen Dehnungsübungen vor dem reiten seeeehr hilfreich sein.

Wichtig ist, dass du die Bewegung des Pferdes durch deinen ganzen Körper fließen läßt - vom Becken hoch ins Genick und runter in die Fußgelenke. " Absatz tiefster Punkt"  heißt keinesfalls starr runter drücken, sondern locker federn lassen.

Speziell im Galopp ist es wichtig, den sogenannten Drehsitz einzunehmen. Also das innere Becken bei jedem Galoppsprung mit der Pferdeschulter vor gehen zu lassen, als wolltest du selber galoppieren. Zugleich aber die äußere Schulter mit vor holen - und das ganze, ohne einzuknicken! Immer aufrecht bleiben; die Schultern bleiben immer waagerecht. Nur, dass diese sich gegenläufig zum Becken drehen. 

Den Bewegungsablauf kannst du zu Fuß üben , indem du einfach wie ein spielendes Kind im " Pferdchengalopp" hüpfst - zu Fuß macht das dann nämlich normalerweise fast automatisch so. 

Ich hoffe, das hilft dir ein wenig. Sonst sprich doch auch mal mit dem Reitlehrer,  ob es nicht gut wäre, mal im Entlastungssitz zu reiten.

Viel Erfolg!

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 28

Lernt Ihr das ALLE so? Zurücklehnen? Kein Wunder, dass man überall so schlechte Reiter sieht, selbst bis in den internationalen Sport!!! Das ist einer der schlimmsten, weil am schwersten abzugewöhnenden Sitzfehler überhaupt!

Nur weil ein Pferd einen langen Rücken hat, darf es nicht unbequemer sein. Unbequem sind Pferde immer, wenn der Rücken nicht geweitet ist (also die Wirbelsäule so gedehnt, dass die Wirbel möglichst weiten Abstand zueinander haben) und der große Rückenmuskel nicht weich schwingt. Und all das verantwortet der Reiter durch die Art und Weise, wie er sein Pferd reitet. Ein Pferd, das nicht entsprechend vorbereitet ist, gut zu tragen und damit seinen Reiter bequem und angenehm mitzunehmen, galoppiert man einfach nicht an. Was soll das auch bringen, drauf rum zu hoppeln, die Gesundheit von Pferd und Reiter auf's Spiel zu setzen ohne was verbessern zu können? Also: Im Schritt lösen, im Trab versuchen, das zu erhalten und erst in die unsymmetrische Gangart gehen, wenn die symmetrischen sicher und gut sind.

Antwort
von HanabiChan, 46

Hallo :)

Leicht zurücklehnen oder Bügel überschlagen und wenn du langsam etwas mehr dran gewöhnt bist und die Zügel kurz genug sind, dann kannst du freihändig galoppieren. Aber am besten geht das an einer Longe :)

LG :)

Kommentar von Baroque ,

Nein! Bitte NIEMALS ZURÜCKLEHNEN! Das macht es den Pferden noch schwerer, unterzuspringen und ist aus den Reitern schier nicht mehr auszutreiben, dieser angelernte Sitzfehler!

Kommentar von HanabiChan ,

Okay, sry, es kam vllt etwas blöd rüber. Ich meinte nicht, dass sie komplett nach hinten klappen soll. Es geht schließlich um Milimeterarbeit. Wenn man bei einem Pferd die Galoppsprünge verlängern möchte, dann neigt man sich automatisch minimal nach hinten, um den Galopp sitzen zu können. Sie soll also aufrecht sitzen und locker bleiben, sie wird schon merken, dass wenn sie sich zwei Milimeter nach hinten neigt, es angenehmer ist. Es geht darum, dass sie lernt bei so einem Pferd mitzuschwingen und der Schwung treibt die Körperhaltung leicht nach hinten, obwohl der Reiter immer noch aufrecht und gerade sitzt. Hoffe es ist jz verständlicher, was ich meine. Aber am besten kann das eh nur ein guter Reitlehrer erklären ;)

Antwort
von lillyfeee3xe, 57

Ich kann empfehlen dich tendenziell weiter nach hinten zu lehnen. Falls du dazu neigst, dich nach vorne zu lehnen, muss es sich so anfühlen, als würdest du fast auf dem Rücken legen. (Es darf sich nur so anfühlen, so sein sollte es nicht!)

Kommentar von Baroque ,

Nein! Bitte NIEMALS ZURÜCKLEHNEN! Das macht es den Pferden noch
schwerer, unterzuspringen und ist aus den Reitern schier nicht mehr
auszutreiben, dieser angelernte Sitzfehler!

Antwort
von linaschiller, 48

Versuch' dich in dem Sattel ein kleines bisschen zurück zu lehnen, das hat mir mehrmals geholfen. Schließlich gewöhnst du dich daran, viel Glück!

Kommentar von Baroque ,

Nein! Bitte NIEMALS ZURÜCKLEHNEN! Das macht es den Pferden noch
schwerer, unterzuspringen und ist aus den Reitern schier nicht mehr
auszutreiben, dieser angelernte Sitzfehler!

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