Frage von knsvl, 349

Soll ich mir die Gallenblase entfernen lassen oder nicht?

Bei mir trat kuerzlich ein dumpfer schmerz mittig unter dem ruppenbogen auf, der mich 2 naechte aus dem schlaf geweckt hat. Beim doc wurde festgestellt das meine gallenblase voller steine sei und eine OP wurde nahegelegt. Es ist nicht zu den beruehmtberuechtigten koliken gekommen. Meine frage an alle die aehnliches durchmacht haben, wann wuerdet ihr zu so einer op raten? Wie sind die nebenwirkungen nach der op?

Antwort
von Sussetti, 274

Meine Operation ist jetzt 3 Wochen her und ich muss sagen, dass ich keine Probleme habe. 

Meine Gallensteine haben sich durch die Schwangerschaft entwickelt und ich wollte unbedingt nach der Geburt nicht operiert werden, wegen stillen und meiner Kleinen. Hab es dann mit nen Homöopathen versucht (hat bei nen guten Freund geholfen, sein Stein konnte aufgelöst werden und er ist komplett beschwerdefrei). Bei mir wurden die Koliken leider immer schlimmer. Erst alle drei Wochen, dann vor Weihnachten fast dreimal die Woche. Hatte ganz viele kleine Steine... Hab mich wirklich richtig gequält. 

Kurz vor Weihnachten dann die Entscheidung zur Op. Und ich muss sagen, das die Operation an sich gar kein Stress ist. Montag früh rein, Mittwoch früh war ich schon wieder daheim. Dann noch zwei Tage nachts noch ne paracetamol gegen die Schmerzen. Aber das wars. Und jetzt drei Wochen später hab ich gar keine Schmerzen mehr. Man muss nur mit dem Heben aufpassen...

Jetzt zum Essen. Ich konnte einen Tag nach der Operation schon wieder normal essen. Hab mir vorher solche Gedanken gemacht, wieviel ich mich wohl einschränken muss. Die Schauergeschichten im Internet sind wirklich grauenvoll. Und deshalb wollte ich das unbedingt loswerden. Ich nehme vor üppigeren Essen ne Artischockentablette vom dm. Weiß nicht ob es wirklich hilft oder nur für mein Gewissen ist, aber ich hab keine Beschwerden. 

Also würde ich jeden dazu raten, quält euch nicht, sondern zieht die Operation durch. Wenn alles normal verläuft dann geht es euch danach wirklich besser und es ist wirklich eine Routineoperation, Koliken sind tausendmal schlimmer....

Kommentar von knsvl ,

Mein Zustand hat sich so schnell weiterentwickelt, so dass meine Urspruenglche Frage doch sehr naiv klingt. 2 Tage nachdem ich meine Frage geposted hatte,  bin ich nachts mit relativ moderaten Schmerzen aufgewacht, di sich dann bis zum Morgen stetig gesteigert haben. Also auf in die Notaufnahme, Schmerz mittlerweile richtig uebel. Dank der vorhergehenden praezisen Diagnose direkt Schmerzkontrolle mit starken Schmerzmittel und anschliessend OP. Von nun an also ein Leben ohne Gallenblase, das Ding war voller Steine so ca. 60-70 Stueck, ein Wunder das ich vorher nichts bemerkt hatte, aber ich hatte keine sonderlichen Klagen bezueglich meiner Verdauung.

OP war wirklich eine Erleichterung und ich bin extrem positiv aus der Narkose erwacht. Jetzt sind es 4 Tage her, habe soweit keine Schmerzen, nur bie kleinen Naehte ziepen so ein wenig, das war's.

Ernaehrungsmaessig, habe ich es jetzt mal sanft angehen lassen. Erster Tag nur klare Suppe ohne Fett, zweiter und dritter Tag Schonkost ohne Fleisch, zum Fruehstueck helles Brot mit Marmelade oder Honig, nun auch gekochter Schinken mit geringem Fettanteil. Tee, Kaffee soweit auch kein Problem und werde mich weiter an den Normalzustand herantasten. Meine Aerztin sagte mit nach dem Ultraschall und MRI das sie bezweifelt das die Gallenblase ihre Aufgabe erfuellen kann da sie so voll mit Steinen ist, das da kaum Platz fuer die Gallenfluessigkeit ist und sie sich zudem kaum kontrahieren kann um eventuelle Fluessigkeit in den Magen zu pumpen. Also vermute ich das ich bereits seit einiger Zeit mit reduzierter Gallenblasenfunktion lebe aber dem nicht bewusst war und das es die Lebensmittelvertraeglichkeit weniger beeinflusst als wie in einigen Horrorstories in den Foren beschrieben wird.

Es bleibt wohl nicht viel mehr als es auszutesten.

Kommentar von Sussetti ,

Ja dann hast du das Schlimmste jetzt hinter dir. Und das mit den Nahtschmerzen wird besser wenn die Fäden draußen sind 😉

Mit den Essen einfach ausprobieren... Man wird sicher mal was finden, das nicht gut vertragen wird. Aber das hatte ich auch mit Galle :)

Alles Gute!

Antwort
von ollikanns, 260

Mit wurde ebenfalls die Galle entfernt. Bis auf drei blasse winzige Narben sieht man nichts mehr. Die OP wird in der Regel minimal invasiv durchgeführt. Man kann nach 5 bis 6 Tagen wieder entlassen werden. In den ersten Wochen ist auf fettarme Ernährung zu achten. Danach hat sich die Produktion der Magensäure auf die fehlende Gallensäure eingestellt und man kann wieder alles essen. 

Bei mir ist es allerdings so, dass ich von fettem Essen sofort Durchfall bekomme, weil die Magensäure nicht so schnell produziert wird, wie das Fett hereinkommt. Da fehlt dann eindeutig die Gallensäure. Aber seit mir das bewusst ist, esse ich fettarm und habe dadurch auch immer mein perfektes Gewicht.

Kommentar von knsvl ,

Hat sic lh deiner erfahrung nach deine lebensqualitaet in jegliche hinsixht veraendert. Zb limitation im speisen eventuel Kaffee Tee etc?

Antwort
von lohne, 252

Dein Doc wird die Lage richtig einschätzen können. Wenn wirklich ein Stein "abwandert" sind die Schmerzen unerträglich. Es gibt aber Methoden die Steine z.B. zu zertrümmern oder medikamentös aufzulösen. Man kann übrigens ohne Gallenblase gut weiter leben.

Antwort
von WosIsLos, 240

Du kannst auch erstmal probieren, deinen Zustand mit Leberwickeln zu verbessern und natürlich fette Speisen und Alkohol stark zu reduzieren.

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