Frage von Beschbarmak83, 46

Gab es Staatsführer, Nationalisten oder Diktatoren, die sich selbst als Faschisten bezeichnen, oder war das immer eine ,,äussere Meinung"?

Antwort
von catguy, 20

Faschismus ist eine italienische Wortschöpfung aus den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die auch im Namen der von Mussolini mitgegründeten Partei verankert war (PNF - Partito Nazionale Fascista, wenn ich es richtig im Kopf habe). Der Begriff ist auf das lateinische fascis zurückzuführen, mit dem zu Zeiten der antiken römischen Republik die Rutenbündel bezeichnet wurden, die man als Symbol der Staatsmacht den obersten Vertretern des Staates bei offiziellen Anlässen vorantrug.

Den italienischen Faschisten ging es darum, mit diesem Begriff eine Verbindung zum alten römischen Reich zu schaffen; es war durchaus ihr Anspruch, die politischen Macht und Geltung, die die römische Republik in der Antike gehabt hatte, für das Italien des 20. Jahrhunderts wiederherzustellen - daher auch die militärischen Aggressionen in Nordafrika und auf dem Balkan im Zuge des Zweiten Weltkriegs. Also hatte "Faschismus" für die italienische Rechte eine wirklich positive Bedeutung.

Wie in einer anderen Antwort bereits erwähnt, hatte die italienische faschistische Bewegung Vorbildfunktion für extrem rechtsgerichtete Kräfte in anderen europäischen Ländern, unter anderem eben auch in Deutschland.

Zugleich war Faschismus seit jeher aber auch ein Kampfbegriff vorzugsweise der extremen Linken, mit denen alle Gegner gerne über einen Kamm geschoren wurden. Ein Beispiel in diesem Zusammenhang ist der Ausdruck "Sozialfaschisten", den die KPD schon zu Zeiten der Weimarer Republik (also vor 1933) für die Mitglieder der SPD verwandte.

Kommentar von Beschbarmak83 ,

Sehr ausführlich beschrieben...Gut gemacht :-)

Antwort
von Hegemon, 46

Ja, "faschistisch" war als Eigenbezeichnung durchaus üblich, z.B. in Italien oder bei der "Albanische Faschistische Partei" usw. Deutsche Eliten hatten seinerzeit mit dem Faschismusbegriff auch kein Problem. Sie schlossen sich zusammen, mit dem Ziel, die Erfahrungen des italienischen Faschismus auf Deutschland zu übertragen ("Gesellschaft zum Studium des Faschismus")

https://de.wikipedia.org/wiki/Gesellschaft\_zum\_Studium\_des\_Faschismus

Erst seit dem Scheitern des Dritten Reiches versuchen bürgerliche Ideologen die de facto Bedeutungsgleichheit zwischen Faschismus und Nationalsozialismus zu leugnen, und behaupten verstärkt eine Nähe des Nationalsozialismus zum Sozialismus, um von der Verantwortung der bürgerlichen Eliten abzulenken.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 31

Z.B. Mussolini

Antwort
von Antifascist, 18

Mir fällt da jetzt niemand ein, aber es gibt durchaus Menschen, die jedoch weniger Macht besitzen, und sich selbst als Faschisten bezeichnen und darauf auch stolz sind.

Kommentar von Beschbarmak83 ,

Etwas schwammig beantwortet aber gut ich hab auch schwammig gefragt xD

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community