Frage von Ludwig1999, 48

Gab es in der DDR legale Wohnungsdurchsuchungen?

Antwort
von metalfreak311, 29

Wenn der Mieter nach $ 48 StGB verurteilt wurde ("48er"), durfte der für seine Wohnanschrift zuständige ABV ohne richterlichen Beschluss und ganz legal seine Wohnung durchsuchen bzw. "eine Nachschau durchführen". Der "48er" entsprach in etwa dem heutigen Meldepflichtigen und musste sich regelmäßig - meist am Donnerstag - beim ABV melden, um Rechenschaft über sein Verhalten in den vergangenen Tagen abzulegen (ob er seiner Arbeitspflicht nachgekommen war, das Umgangsverbot mit bestimmten Personen eingehalten hat u.ä.) Vorgeschrieben war, dass der ABV bei der Durchsuchung durch eine zweite Person begleitet wurde - meist ein "Freiwilliger Helfer der VP" - dies wurde aber oft nicht eingehalten.

Die Wohnungsdurchsuchungen enstsprechend staatsanwaltlicher Anordnung gab es natürlich auch.

LG metalfreak311

Antwort
von beangato, 41

Nein -  nur bei begründetem Verdacht, wie heute auch.

Kommentar von Ludwig1999 ,

Sehr hilfreich. Dankeschön ☺

Kommentar von Hoegaard ,

Die waren dann doch aber legal...

Antwort
von EP2fan, 28

Klar. Warum auch nicht? Auch die DDR hatte eine Gerichtsbarkeit, bei der Wohnungsdurchsuchungen zur Aufklärung von Verbrechen dienten.

Antwort
von Hoegaard, 30

Natürlich, unter den Voraussetzungen der §§ 108 ff. StPO-DDR

Antwort
von 666Phoenix, 10

Wenn Du als "legal" die Genehmigung durch die westdeutsche Justiz meinst, dann waren die alle "illegal"!

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