Gab es in den deutschen Kolonien Sklaverei?

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4 Antworten

Ja, aber es handelte sich um Sklaverei, die schon vor der Übernahme dieser Gebiete durch die deutsche Kolonialverwaltung existierte.

Du solltest beachten, dass der afrikanische Sklavenhandel (aber auch die Sklaverei überhaupt) nicht etwa eine Erscheinung ist, die mit den Europäern nach Afrika gekommen ist. Bei der Sklaverei handelt sich  um eine Jahrhunderte alte innerafrikanische Einrichtung, an die die arabischen Eroberer schon ab dem 7. Jh. anknüpfen konnten.

Bereits im 9. Jh. gab es in Mespotamien z. B. einen Sklaven-Aufstand, der sich hinter dem Spartacus-Aufstand der Römerzeit nicht zu verstecken braucht. An diesem Aufstand waren auch europäische (Slawen) und afrikanische Sklaven beteiligt. (Der Begriff "Sklave" stammt übrigens mit großer Wahrscheinlichkeit von den Slawen her.)

Im Vgl. zum innerafrikanischen und arabisch-islamischen Sklavenhandel ist der europäisch-atlantische nur eine relativ kurze Episode, und die deutschen Kolonialherren kommen diesbezüglich soundso zu spät und waren auch nur kurze Zeit präsent.

Das heißt natürlich nicht, dass deutsche Kolonialherren die einheimische Bevölkerung gut behandelt hätten. Man kann schließlich über finanziellen (Steuerpflicht), administrativen und militärischen Zwang zur Arbeit Menschen extrem drangsalieren, ohne dass sie dadurch in den Rechtsstatus des Sklaven überführt werden müssten.
Auf so einem Hintergrund haben ja auch amerikanische Südstaatler die Sklaverei als die menschlichere Behandlung gegenüber der "freien" Lohnarbeit rechtfertigen wollen.

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Nein in den Deutschen Kolonien ist man mit Negern,besser umgegangen als in anderen Kolonien z.b der Franzosen oder Engländer.gab es noch das auspeitschen.

Auch konnte ein Schwazer bei den Askaris das waren die Hilfstruppen der Schutztruppen bis zum Offizier aufsteigen und haben einen guten Lohn bekommen.auch wurden für die einheimischen schulen und Wasserversorgung gebaut. nicht umsonst hofften viele Afrikaner das Deutschland wieder seine Kolonen bekommt und sie von den Engländer befreit.

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Deutsche Kolonien: Traum und Trauma

Treu bis in den Tod. Von Deutsch-Ostafrika nach Sachsenhausen. Eine Lebensgeschichte eines Askaris 

Die Pensionen der Askari wurden von der Bundesrepublik Deutschland vom Anfang der 1960er Jahre bis zum Tode der letzten Askaris Ende der 1990er Jahre weiterhin ausgezahlt.

Weit weniger human war jedoch der Umgang des 3 Reiches mit dem Askari Bayume Mohamed Husen. Dieser kam 1941 unter dem Vorwurf der „Rassenschande“ ins KZ Sachsenhausen, wo er nach dreijähriger Haft 1944 starb. Schweinerei 

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Hei, rosiner, selbstverständlich nicht - Sklaverei war ja (offiziell und weltweit) abgeschafft. Aber die Eingeborenen befanden sich bei ihren Dienstherren in einem derartigen Abhängigkeitsverhältnis, dass der Begriff durchaus zutreffend sein könnte. Und so. Grüße!

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Kommentar von Maxieu
20.10.2016, 13:23

"Sklaverei war ja (offiziell und weltweit) abgeschafft."

Ein Scherz?

Vermutlich nicht. Du verwechselt offenbar Sklaverei und Sklavenhandel. Außerdem könntest du dich nur auf den direkten europäischen Einflussbereich beziehen.

In Mauretanien etwa ist die Sklaverei erst seit 1981 kein Rechtsinstitut mehr und gilt dort auch erst seit 2007 als Straftatbestand. Inschallah !!

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Aber sicher.

Nur nannte man das nicht so, denn offiziell galt die Sklaverei als abgeschafft.

Siehe für diese Zusammenhänge auch hier:

http://www.hsozkult.de/review/id/rezbuecher-11337

Gruß, earnest

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Kommentar von Maxieu
20.10.2016, 13:15

Ach. Und das macht von der Sache her keinen Unterschied?

Dann hätte man auch mittelalterliche Leibeigene oder die Kriegsgefangenen der beiden Weltkriege als "Sklaven" bezeichnen können?

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