Frage von HvonAbendroth, 81

Gab es im Alten Rom Liebesbeziehungen zwischen erwachsenen Männern und Jünglingen?

Und haben die Jünglinge es oft gemacht, weil sie dadurch von dem älteren Mann beschützt wurden? So war es in der Serie Spartacus.

Antwort
von MarkusPK, 29

Homosexuelle Beziehungen gab es im Alten Rom, sie waren aber viel stärker an gesellschaftliche Regelungen gebunden als zum Beispiel in Griechenland. Dort war es zum Beispiel üblich, dass ein Lehrer ein sexuelles Verhältni zu seinem Schüler unterhielt - eben darum, um dem Jungen auch zu einem guten Liebhaber zu erziehen.

Im Alten Rom hingegen war es verpönt, wenn man aus gutem Hause kam und als passiver Part in einer homosexuellen Beziehung stand. Dies stand wohl noch in der Tradition der Frührömerzeit und der Königsherrschft, als Homosexualität generell verpönt gwesen war. Der passive Part in der homosexuellen Beziehug galt als dem aktiven als hörig und somit wurdem damit negative Eigenschaften wie Schwäche, mangelndes Ehrgefühl, fehlende Männlichkeit und Unterwürfigkeit unterstellt - alles Eigenschaften, die der römischen Tugend widersprachen und sich für einen Mann aus gutem Hause nicht ziemten. Cäsar wurde zum Beispiel von dem sehr scharfzüngigen Dichter Catull aufs Übelste verspottet, als er Cäsar eine (passive) sexuelle Beziehung zu dem Bithynischen König Nikomedes IV. unterstellte (was eventuell sogar stimmte).

Andererseits war es jedoch für einen jungen, niedriggestellten Mann eine Ausbruchsmöglichkeit aus ihrem Leben im sozialen Elend und durchaus eine Aufsteigsmöglichkeit, wenn ein Bessergestellter sich für ihn interessierte. Solche Beziehungen galten in Rom als völlig normal, was da in Spartacus zwischen Barkas und Pietros läuft, entspricht also tatsächlich der gesellschaftlichen Norm.

Sklaven genossen was ihre sexuelle Entfaltungsmöglichkeiten anging aber wie in allen Bereichen ihres Lebens keine Freiheit. Beziehungen wie die zwischen Barkas und Pietros waren nur erlaubt, wenn sie ihr Herr erlaubte. Der Herr durfte sich jedoch von seinen Sklaven jederzeit nehmen, was er wollte - und sie auch sexuell ausnutzen. Wer dies jedoch ohne das Einverständnis des Sklaven tat, wurde zwar stillschweigend geduldet und nicht strafrechtlich zur Verantwortung gezogen, aber er galt in der feinen Gesellschaft als Widerling und wurde als perverser Unterdrücker gesehen.

Antwort
von fortuneteller, 58

Es war wirklich normal (bei den Griechen anscheinend war es noch stärker verbreitet), allerdings konfrontierte man die Anderen nicht so direkt damit (wie es in Filmen oft dargestellt wird). Diese jungen Männer hatten Funktionen im Haus und waren deshalb oft in der Nähe ihrer "Förderer".

Kommentar von digiman ,

so ein blödsinn!

es war nicht "normal". es wurde praktitziert aber nur von einer bestimmten gesellschaftsschicht, nämlich der dekandenten "elite" und auch nur kurz vorm ende des imperiums. historiker sehen eben in dieser dekadentz eine  fundamentale voraussetzung für den untergang roms

Kommentar von earnest ,

Welche seriösen Historiker sehen in dieser Praxis eine "fundamentale Voraussetzung für den Untergang Roms"?

Wir sollten hier die Kirche im Dorf - pardon, das Kapitol in Rom - lassen, finde ich.

P.S.: dekadent, Dekadenz

Kommentar von MarkusPK ,

"SCHWULE WAREN SCHULD AM UNTERGANG ROMS!"

Mann, diese Schlagworte muss ich gleich mal meinem Freund Putin übermitteln. Der wird begeistert sein! Danke dafür!

Kommentar von napoloni ,

Das kann ich bestätigen, nicht umsonst wurde damals das geflügelte Wort geprägt:

Homo homini lupus.

Kommentar von earnest ,

:-))

Kommentar von earnest ,

Das war aber schon zu Zeiten des Homo erectus das Problem, napoloni.

Antwort
von Telonar, 47

Wir wissen es letztlich nicht 100%ig. Fakt ist aber, dass die Liebe zwischen zwei Männern in Kunst, und Literatur immer wieder thematisiert wird, also war Homosexualität präsent. 

Tatsächlich geht man davon aus, dass es vor allem Jünglinge waren, die dem Schönheitsideal entsprachen und daher begehrt waren unter den reiferen Männern. Es gab Liebe unter Jünglingen (Vor allem nach der Christianisierung, als Sex vor der Ehe tabu wurde) und die Liebe zwischen Jüngling und erwachsenem Mann. Oft wird trotzdem eine Frau da gewesen sein, Nachwuchs (besonders Söhne) war damals sehr wichtig. 

Man weiß es nicht 100%ig, die geschichtlichen Quellen geben nur ein grobes Bild. Ich persönlich vermute, dass es schon damals die ganze Palette gegeben hat und die Erotik und persönlichen Motive sehr individuell waren. 

Kommentar von digiman ,

bevor du weiter "vermutest", lies mal ein buch. es gibt heute schon sehr detailierte und findierte kenntnisse darüber.

"vermuten" das ist wie blinzler bei "helden in strumpfhosen":

- blinzler was machst du da oben? (auf dem aussichtsturm)
- schätzen! .. ich schätze, dass keiner kommt

Kommentar von earnest ,

Warum bist du hier schon wieder so aggressiv unterwegs, digiman?

Warum setzt du dich mit dieser Antwort nicht mit Argumenten auseinander?

Kommentar von MarkusPK ,

Ehrlich mal, die Antwort war vollkommen korrekt. In der Wissenschaft ist es absolut üblich, bei nichtkonkreter Quellenlage erst einmal zu vermuten und diese Vermutungen (Hypothesen) dann durch Quellenbelege zu einer Theorie zu erheben. Abschließende, hundertprozentige Sicherheit gibt es gerade was die historische Forschung in der Antike angeht so gut wie nie.

Ganz offensichtlich hat digiman keine Ahnung, wie man wissenschaftlich arbeitet, und nimmt alle "fundierte Erkenntnisse" aus Büchern als unumstößliche Tatsachen hin. Und er provoziert gern, aber glücklicherweise nur mit einer sehr infantilen Vergleichsargumentation.

Kommentar von earnest ,

Na, dann kannst du ja froh sein, dass deine gute Antwort nicht bekrittelt wurde ...

Antwort
von earnest, 24

Sicher gab es die - wie im alten Griechenland auch. 

https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualit%C3%A4t\_im\_R%C3%B6mischen\_Reich

Allerdings wurden solche Beziehungen anscheinend öfter als negativ eingestuft als in Griechenland.

Wie oft Jünglinge das gemacht haben, ist sicher eine nicht pauschal zu beantwortende Frage.

Gruß, earnest


Antwort
von SchminckeRoland, 8

Auch Kaiser Hadrianus, 117 - 138 n. Chr. werden sexuelle Beziehungen zu Jünglingen nachgesagt.

Wenn Du mehr über die Alten Römer wissen möchtest, dann google mich ´mal.

M. f. G.
Roland Schmincke

Kommentar von earnest ,

Schon wieder Eigenwerbung für dein Buch?

Antwort
von kubamax, 37

Kaiser Hadrian hat angeblich seinen jungen Geliebten nach dessem Tod zum Gott erklären lassen.

Antwort
von joheipo, 34

Selbstverständlich bilden die bei Teenies beliebten Serien des Unterschichtfernsehens historische Tatsachen 1:1 ab.

Oder?

Ich halte mich aber lieber an Asterix, wenn ich was über Römer erfahren will.

Kommentar von earnest ,

Hast du denn an der offenbar aus einer Serie abgeleiteteten Erkenntnis (oder Vermutung) etwas auszusetzen?

Hier geht es doch um eine in meinen Augen völlig legitime Sachfrage ...

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