Frage von Cocaboja, 350

Fußbodenheizung dauerhaft an?

Guten Morgen,

eine Frage an die Heiz-Experten unter euch.

Ich habe in meiner 65qm Wohnung (4 Räume inkl. Bad) in jedem Raum FBH. In jedem Raum ist diese einzeln durch einen Regler verstellbar.

In der Regel komme ich nach der Arbeit nach Hause (~ 17 Uhr) und stelle diese im Wohnzimmer von AUS auf Max. und muss dann erstmal 1 Std. warten bis diese merkbar warm ist. Abends, meist so gegen 0 Uhr, schalte ich diese dann wieder aus. Die im Badezimmer nutze ich immer nur mal zwischendurch (wegen der Warmlaufzeit).

Nun die Frage: Macht es Sinn evtl. die FBH im Wohnzimmer, Bad und Schalfzimmer konstant, auf einer mittleren Stufe, laufen zu lassen oder eher nicht?

Danke für die Antworten :-)

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Energie, 328

am besten du stellst die fussbodenheizung relativ konstant ein. so was träges wie eine fussbodenheizung braucht nur unnötig energie, wenn ständig heiß / kalt heiß / kalt...

das ist ungefähr so, wie wenn du mit deinem auto vollgas, bremse, vollgas, bremse fährst...

ich würde in den wohnräumen mit mittlerer stufe anfangen, im schlafzimmer eine bis 1½ nummern drunter. muss man einfach mal über die zeit ein wenig ausprobieren.

lg, Anna

Kommentar von dompfeifer ,

Hallo Anna,

heute enttäuscht Du mich wirklich arg. Die Leugnung des Energieerhaltungssatzes hätte ich Dir nicht zugetraut! Siehe dazu meinen Beitrag oben.

Wenn Du mit dem Auto Vollgas gibst, dann hast Du ggfs. eine unvollständige Treibstoffverbrenng und höhere Reibungsverluste im Getriebe, somit zusätzliche Wärmeverluste an die Umgebung.

Beim Bremsen ohne Rekuperation heizt Du die Bremsbeläge auf und verschwendest deren Wärme an die Umgebung. Das kostet natürlich alles zusätzlichen Treibstoff.

Zum Glück hat ja das Auto ja keine Tradition als Wohnraumheizung. Andernfalls könntest Du mit dem Auto in der Wohnung herum fahren, um die Umgebungsluft aufzuheizen. Dabei wäre der Fahrstil bei völliger Brennstoffnutzung ökonomisch völlig irrelevant, weil ja die Wärmeverluste an den Wänden (Decken und Böden) davon nicht berührt werden. Wärmebedarf = Wärmeverlust!

Jetzt bemühe Dich einmal um eine Erklärung, auf welche geheimnisvolle Weise durch Temperaturabsenkungen zusätzliche Energie wohin verschwinden soll!

Kommentar von Peppie85 ,

das ist eine ganz einfache angelegenheit... wenn dem so wäre wie du schreibst, brächte man garkeine heizung,... die wärme entweicht sehr wohl und zwar durch die außenwände. und je höher die differenz zwischen innen und außentemperatur ist, desto schneller geht das. dem entsprechend verschlingt es unnötig energie, das kaltgewordene mauerwerk erst mühsam wieder auf temperatur zu bringen, statt es ein wenig auf temperatur zu halten.

lg, Anna

Kommentar von dompfeifer ,

Hallo Anna,

natürlich bräuchte man keine Heizung, wenn keine Wärme aus dem Wohnraum entweichen würde, was hast Du da einzuwenden? Ich schrieb doch Wärmebedarf = Wärmeverlust. Und dieser Verlust entsteht an den Außenwänden gemäß Deiner Beschreibung, soweit richtig.

Daraus folgt doch, dass bei gleicher Außenlufttemperatur eine Außenmauer mit niedrigerer Temperatur weniger Wärme abgibt als mit höherer Temperatur. Und die ständig durchgeheizte Außenwand hat in er "Durchheiz-Phase" eine höhere Temperatur, also gibt sie auch mehr Verlust-Wärme nach außen ab als bei abgesenkter Temperatur. Mit anderen Worten:

Jeder Körper nimmt bei einer Temperaturerhöhung von a nach b die Wärme (b-a) mal Wärmekapazität auf. Und bei der Abkühlung von b nach a gibt er die gleiche Wärme ab. Da kann es keine Differenz geben. Das folgt schon aus dem Energieerhaltungssatz. Außen- und Innenwände samt Möbel u. dergl. können also unmöglich zur Temperaturerhöhung mehr Energie aufnehmen, als sie bei der entsprechenden Temperaturabsenkung abgegeben haben auf umgekehrtem Weg. Die haben womöglich noch stundenlang die Luft aufgeheizt, während die Heizung bereits abgeschaltet war. Und bei der Aufheizung wird absolut die gleiche Energie wieder zugeführt bei gleicher Endtemperatur. Da bleibt im Ergebnis nur die Zeitverschiebung als praktisches Problem, wie ich oben schrieb. Alles andere wäre Zauberei! Wird das jetzt endlich klar?

Kommentar von dompfeifer ,

Mittlerweile wurde ich beim Bier in der Eckkneipe didaktisch beflügelt. Das lässt sich ja alles auch einfacher vermitteln:

Stelle Dir vor, eine Wohnung wird ab der Ausgangstemperatur von 10°C an konstant mit 2 kW beheizt. Nach 2 Stunden sei die Lufttemperatur von 10°C auf 20 °C angestiegen und verweile dann auf 20°C dauerhaft mit 2 kW Heizleistung (Wärmeleistung = aktuelle Verlustleistung an Außenwänden bei 20°C Raumlufttemperatur). Der Energieeinsatz beträgt für das konstante Durchheizen in 10 Stunden genau 20 kWh.

Wenn wir nun zwischenzeitlich die Heizung voll abschalten für fünf Stunden, dann fällt die Temperatur nach 2 Stunden wieder auf 10°C zurück. Nach der erneuten Zufuhr von 2 kW Heizleistung ist die Temperatur von 20°C nach 2 Stunden wieder dauerhaft erreicht (wie am Anfang). Mit der Heizleistungsunterbrechung belaufen sich die Kosten auf nur auf den Preis für 10 kWh (für 5 Stunden) statt für 20 kWh (für 10 Stunden). Die Endtemperatur ist die gleiche. Die Kosten belaufen sich auf die Hälfte. Endlich klar?

Die fanatischen Leugner des Energieerhaltungssatzes lamentieren in Deiner Manier immerzu nur mit dem angeblichen "immensen, irren, gigantischen, wahnsinnigen, .... Energieaufwand" für die Wiederherstellung des vorherigen thermischen Zustandes, ohne augenscheinlich mit Zahlen umgehen zu können oder zu wollen. Das ist einer Facharbeiterin wahrhaft unwürdig!

Antwort
von Spezialwidde, 350

Es macht auf jeden Fall Sinn die Heizung zumindest auf niedriger Grundstufe durchlaufen zu lassen weil erstmal große Betonmassen aufgewärmt werden müssen. Das kostet mehr Energie als wenn man eine Grundwärme hält. Außerdem ist es auch eine Komfortfrage, es dauert ja Stunden bis man nach Einschalten von der Wärme was merkt.

Antwort
von Simko, 315

FBH sind, je nach Ausbildung/ Konstruktion, prinzipbedingt äußerst träge.
Schnelle, wechselnde Nutzeranforderungen lassen sich hierdurch daher nicht bedienen.
Je besser ein Gebäde gedämmt ist, je weniger ist Abschaltbetrieb energetisch sinnvoll.
Begrenzter Absenkbetrieb kann durchaus eine Alternative sein.

Antwort
von Kitharea, 272

Ich habe seit Jahren FBH in meiner Wohnung und auch der Vorwohnung. Heizkosten sparst du auf jeden Fall wenn du diese nie abschaltest. Als ich das Anfangs nicht wusste machte sich das deutlich bemerkbar.

Ich lasse diese immer auf angenehmer Temperatur laufen inzwischen (21° C) - schalte aber "unwichtige" Zimmer ab. Das Schlafzimmer zb. heizt sich auch dann gut mit, wenn dort nicht eingeschalten ist aber des Nachts ist es nicht zu warm. Meine FBH braucht gut 4 Stunden von Null auf Warm und in der Zeit wird voll "durchgeheizt". Meine Türen in der Wohnung sind halt auch immer alle offen. Ich würde empfehlen du suchst dir deine Wohlfühltemperatur und belässt die Heizung dabei. Schaltest Schlafzimmer ab und gut is. Maximal 4-5 Grad kälter Nachts aber recht viel mehr würde ich einer FBH nicht zumuten.

Antwort
von MirlieB, 308

Ich hatte in meiner früheren Wohnung auch überall Fußbodenheizung. Die Vermieter sagten, dass die Heizung am besten auf einer Stufe heizen sollte. Wenn du längere Zeit weg fährst, kannst du sie runterdrehen, aber so innerhalb eines Tages soll sich das nicht lohnen, da die Heizung eben sehr lange braucht, bis der Raum erwärmt ist.

Antwort
von dompfeifer, 235

Dass eine Heizung nach der Temperaturabsenkung "unnötig viel Energie" braucht, um die Raumluft wieder auf die Ausgangstemperatur zu bringen, ist natürlich ein physikalischer Blödsinn allerersten Ranges, der auch durch ständige Wiederholungen durch Leugner des Energieerhaltungssatzes nicht schlauer wird. Natürlich können Gegenstände (hier Luft, Wände, Möbel u.s.w.) bei der Aufheizung nie mehr Wärme aufnehmen, als sie zuvor bei der entsprechenden Abkühlung abgegeben haben. Wohin sollte da Wärme verloren gehen? 

Jede Temperaturabsenkung führt zur Einsparung von Heizenergiekosten!

Es liegt nur eine mehr oder weniger große Zeitverzögerung zwischen dem Ende der Lufttemperatur-Absenkung und dem Ende des Lufttemperatur-Anstiegs. Diese Verzögerung kann bei Fußbodenheizungen mit entsprechender Wärmekapazität des Bodenmaterials besonders groß sein. Das kann praktische Schwierigkeiten bereiten bei der termingerechten manuellen Ein- und Ausschaltung. Da kann eine Schaltuhr hilfreich sein, die die Heizung schon Stunden vor dem Aufstehen und vor der Heimkehr einschaltet.  

Kommentar von realistir ,

Okay, du redest zwar in meinem Sinne, aber teilweise auch etwas diffus und widersprüchlich ;-)

Richtig ist, die Fussbodenheizung hat einen sinngemäß großen Wärmespeicher und durch die Strahlungswärme wird dieser Wärmespeicher durch die Materialien rundum noch vergrößert.

jedoch gibt es auch in gut per Fussbodenheizung erwärmten Raumteilen Problemzonen die nicht genug Wärme speichern, aufnehmen.

Überall dort wo die Oberflächentemperatur unter die Taupunkttemperatur fällt entsteht was? Trotz super guter Heizung und großen Wärmespeichern.

Also einfach zu behaupten, es gäbe keinerlei Problemzonen mehr, stimmt nicht. Baulicherseits wird teilweise immer noch gemurkst, bestehen Kältebrücken, Taupunktzonen oder Zonen nahe am Taupunkt.

Besser wird sowas per Schaltuhr und Sparversuchen nicht.
Manchmal wird im falschen Sinne gespart. Schäden durch Feuchtigkeit wegen ..... sind meist teuerer als die gewünschten Spareffekte. Aber das soll jeder mit sich selbst ausmachen, sofern er Eigentümer ist.

Kommentar von dompfeifer ,

Hallo realistir,

diesmal triffst Du immerhin die Fragestellung. Richtig ist, dass unter manchen baulichen Gegebenheiten häufige extreme Temperaturerhöhungen an Außenwänden die Schimmelbildung begünstigen können. Das sollte man natürlich auch buchstäblich im Auge behalten, wenngleich derartige Temperaturschwankungen bei Wohnungen selten sind. 

Ich beschränkte meinen obigen Beitrag auf die Energiekosten, weil die einschlägigen Fragesteller sich erfahrungsgemäß dafür interessieren und dazu meistens reihenweise unsinnige Antworten erhalten. Diesmal vergaß ich den üblichen Hinweis auf die ausgeklammerten bauphysikalischen Aspekte, Entschuldigung! Diffusion und Widerspruch kann ich darin allerdings nicht finden!  

Kommentar von realistir ,

witzig finde ich solch Kommentare wie deinen, ich hätte immerhin die Fragestellung getroffen.

Für sooooo viele Menschen scheint es nur schwarz/weiß, gut/böse usw zu geben. Dass alle Dinge viel komplexer sind, und etliche einfach nur das vermeintlich wichtige ansprechen wollen, ist deren Fehler.

Tja, wer nur die Energiekosten im Sinne von sparen überall wo möglich im Auge hat, macht meiner Meinung diese typischen Milchmädchenrechnungen.

Antwort
von Gerneso, 253

Fußbodenheizung macht man nie ganz aus. Es gibt auch keine Nachtabsenkung, da diese Heizart lange braucht um von ganz aus hochzufahren und dabei viel Energie verbraucht. Die lässt man einfach durchlaufen.

Antwort
von realistir, 192

interessant was so manche antworten. Vor allem die, die keine Fussbodenheizung haben. ;-)

Macht es Sinn irgendetwas kaufen zu wollen, wenn nicht bekannt ist, wieviel Geld im Geldbeutel ist? Na?

Sinn macht etwas nur dann, wenn man weiß woran man ist!

grundsätzlich ist eine Fussbodenheizung zwar so träge wie hier vereinzelt gesagt wurde. Aber, alles was angeblich nur Nachteile hat, besitzt bei anderer Betrachtungsweise auch gleichzeitig Vorteile. Der Unterschied liegt immer nur in der jeweiligen Sichtweise ;-)

Konkreter gesagt, eine Fussbodenheizung besitzt einen "Wärmespeicher", hat also Wärmespeichervermögen. Wenn die ganze Estrichmasse im Boden mal aufgeheizt ist und dies Tagelang geschah, dann wird per großflächiger Wärmestrahlung des Fussbodens auch alles drum herum angestrahlt, gewärmt. Also auch Decke und Wände.

Zwar redet vor allem die Industrie die so gerne nur von Dingen spricht, die ihr nützlich ist, von Dämmverlusten. Von Wärmespeichervermögen etlicher Baumaterialien redet niemand!

Soweit mal der Vorspann, die Grundlagen. Wenn also rundum gutes Wärmespeicherverhalten ist, kann durchaus per kurzzeitiger Sparzeit ein Effekt erzielt werden. Sinn macht sowas aber nur, wenn messtechnisch erfasst werden kann.

Meine Heizungsanlage begann im Dezember 2008 an zu spinnen. Die Brennersteuerung hatte einen Defekt. An einem Tag heizte die Heizung das Haus auf 25 Grad, an anderen Tagen nur auf 18.

Als gelernter Elektroniker wollte ich natürlich den Fehler selbst beheben.
Hatte die Anlage für 48 Stunden abschalten müssen um den Fehler beseitigen zu können. Am Tage der Abschaltung war es im Haus 23 Grad warm.

Bevor ich 2 Tage später wieder einschalten konnte, schaute ich auf die Raumthermometer und siehe da, im Dezember bei Aussentemps nahe 0 Grad reduzierte sich die Innentemperatur ohne Heizung nur um 2 Grad.

Also gab es ohne Heizung pro Tag nur einen Temperaturverlust von 1 Grad pro Tag. Dabei merkt man natürlich erstmals, wie gut die bautechnischen Wärmespeicher sein können!

Andererseits fragte ich mich aber auch, wieso schaltet der Brenner bis zu 20 mal am Tage ein! Um 1 Grad temperaturverlust auszugleichen?

Tja, aufgrund dieser Erfahrung machte ich mich ans Werk und ersetzte diese herstellerübliche angebliche Regelung die keine ist, durch eine Regelung.
Ab dann erst wurde der Heizung die Innentemperatur bekannt, konnte erkennen wie warm der Boden usw ist.

Nun kann gespart werden, der Brenner macht nun je nach Situation mindestens 15 Minuten Pause und im Idealfall bis zu paar Stunden Pause.
Um eine zeitliche Absenkung muss ich mich nicht bemühen. ;-)

Antwort
von Cocaboja, 217

Ok 1 1/2 Std. ist evtl. etwas übertrieben. Sagen wir 1 Stunde. Und es handelt sich um einen Neubau von Anfang diesen Jahres (falls die Info notwendig ist)!

Antwort
von hundeliebhaber5, 197

FBH lässt man eigentlich 24h Stunden laufen, eben, weil sie so träge ist.

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