Frage von mchjns, 29

Funktionsweise und Sinn von Investmentfonds?

Hey Leute,
Ich schreibe an Freitag einen Grundwissenstest in Wirtschaft und Recht und muss die Funktionsweise und den Sinn von Investmentfonds wissen. Kann mir jemand weiterhelfen?

Gruß Michi

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Kuhlmann26, 16

Der Sinn eines Investmentfonds ist es, einen vorher definierten Geldbetrag von verschiedenen Anlegern einzusammeln, diesen Betrag zu investieren und damit einen Gewinn zu erzielen.

Die Funktionsweise ist folgende: Eine Investmentgesellschaft wendet sich direkt oder über Dritte an Investoren. Das können Privatpersonen, so genannte Kleinanleger sein, oder Großanleger (Banken, Kapitalgesellschaften u. ä.). Die Investoren können entweder einen einmaligen Betrag oder wiederkehrende kleine Beträge in den Investmentfonds einzahlen und erwerben damit so genannte Anteile an dem Fonds.

Es gibt hunderte Investmentfonds mit ganz verschiedenen Anlagezielen. Das können Investitionen in bestimmte Länder, Wirtschaftszweige (Branchen), Aktien, Rentenpapiere oder Rohstoffe sein. Das eingesammelte Geld wird von einem Fondsmanager mit dem Ziel investiert, einen Gewinn zu erwirtschaften.

Es gibt eine Zeichnungsfrist bis zu der man Anteile erwerben kann und eine feste Laufzeit, in der das Geld der Investoren in diesem Fonds gebunden ist. Nach Ablauf der Zeichnungsfrist wird der Fonds geschlossen und das Geld wird investiert.

Man kann die erworbenen Anteile zwar vor Laufzeitende verkaufen, aber nur zu dem dann aktuellen Wert des Fonds. Je nachdem, wie sich die Wirtschaft eines Landes, des Wirtschaftszweiges oder die Nachfrage nach Rohstoffen entwickelt hat, kann der Wert des Fonds unter dem des investierten Kapitals liegen. Wenn man nun seine Anteile verkauft, macht man Verlust.

Wenn der Fondsmanager gut investiert hat, hat der Fonds am Ende der Laufzeit den zu Beginn prognostizierten Gewinn erwirtschaftet und die Investoren bekommen ihr eingesetzes Kapital plus Zinsen zurück.

Gruß Matti

Kommentar von Kuhlmann26 ,

Ich danke Dir für den Stern.

Gruß Matti

Antwort
von CodeExtreme, 11

Hallo,

grundsätzlich gibt es zwei Parteien- die die Geld haben, und die anderen die Geld brauchen.

Bei der Sparkasse passiert genau dasselbe wie in einem Fond. Sie investieren (geben Kredit) in ein Unternehmen, und hoffen dass es mehr Geld zurück bezahlt (Zinsen&Gebühren).
Das Geld von der Sparkasse kommt von den Anlegern, denen die ihr gespartes angelegt haben. Somit "arbeitet" deren Geld tatsächlich, und vermehrt sich.

Beim Fond ist es so, dass das Geld der Anleger in der Summe in einem Geldtopf eingesammelt wird. Der Fondsmanager und sein Team suchen nun die Aktien der Unternehmen heraus, die sicher und ertragreich sind. Somit investieren Sie das Geld (wie auch die Sparkassen) in Aktiengesellschaften.

Wenn ich dir noch helfen kann sag bescheid :)

Antwort
von HGiefing, 8

Ich muss Matti leider korrigieren. Was er da beschreibt, ist eine Mischung aus offenen und geschlossene Fonds.

1. der geschlossene Investmentfonds = Beteiligung: sammelt eine festgelegte Menge an Geld ein, um es in bestimmte Projekte (Schiffe, Immobilien, Solarkraftwerke, etc.) zu investieren. In Aktien investiert so ein Fonds nicht. Es gibt eine festgelegte Laufzeit, ein Verkauf ist meist nicht möglich, da die Fondsanteile nirgends gehandelt werden.

Richtig ist: ist genügend Geld eingesammelt, wird der Fonds "geschlossen" und eine weitere Beteiligung ist nicht möglich.

Das Geld ist kein Sondervermögen, daher weg, wenn das Projekt schief geht oder die Fondsgesellschaft in Konkurs geht.

2. der offene Investmentfonds: hier können Anleger laufend einzahlen und verkaufen. Es gibt keine Veranlagungsdauer, kein Laufzeitende. Investiert wird in Aktien, Anleihen, andere Fonds, Derivate, ... Hängt davon ab, wie der Fonds definiert ist.

Das Geld der Anleger ist Sondervermögen und daher gegen Konkurs der Fondsgesellschaft geschützt.

Der Sinn eines solchen Fonds ist die breite Streuung der Anlegergelder. Dadurch können auch Kleinanleger an globalen Märkten investieren.

2a) es gibt Fonds mit Management = höhere Gebühren. Hier entscheidet ein Fondsmanagement, was ge- bzw. verkauft wird.

2b) es gibt Fonds als ETF's, mit minimalem Managementaufwand = geringere Gebühren. Diese Fonds bilden nur einen Index nach (zB. den DAX).

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