Frage von Spatenchan, 53

Fukushima wurde damals ja durch eine Explosion im Kraftwerk verstrahlt und von dem Erdbeben und dem Zunami zerstört doch wie ist die Situation heute dort?

Ich wurde gerne mal wissen wie genau die Situation heute ist in Fukushima

Antwort
von Enzylexikon, 11

Zunächst einmal muss man den Begriff "Fukushima" eingrenzen.

Es gibt die Präfektur Fukushima (fukushima-ken 福島県), vergleichbar einem "Bundesland" in dem eine gleichnamige Stadt (fukushima-shi 福島市) und zwei Atomkraftwerke dieses Namens stehen. 

Ablauf

Am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ereigneten sich im März 2011 an mehreren Reaktoren die Kernschmelzen, nachdem dort durch die Naturkatastrophen die Notstromversorgung zusammengebrochen war und die Kühlung der Brennelemente unmöglich wurde.

In Folge wurde Material freigesetzt. das als radioaktiver Niederschlag (Fallout) auf Teile der Präfektur Niederging und sich durch Winde auch außerhalb davon verbreitete.

Daraufhin wurde ein Sperrgebiet eingerichtet, dass zunächst einen 30, später dann einen 20 Kilometer Radius um die Anlage betraf. Dieses Gebiet wurde vollständig evakuiert.

Andere Teile der Präfektur, wie etwa die Stadt Fukushima, wurden nicht evakuiert und werden weiterhin bewohnt.

Im Laufe der Jahre gab die Regierung schrittweise immer weitere Gemeinden ganz oder teilweise zur Rückkehr frei, weil die radioaktive Belastung dort entweder durch natürliche Faktoren (geringe Halbwertszeit, Selbstreinigung durch Wetterbedingungen) und Dekontaminationsarbeiten (Abtragen von Laub und Bodenschichten) gesunken war.

Gegenwart im Atomkraftwerk

Bis heute ist unklar, ob das wegspülen der meisten Notstromaggregate ursächlich war, oder ob bereits das Tohoku-Großbeben zu Schäden führte, die eine passive Kühlung, etwa durch die Kondensationskammern unmöglich machte.

Die zweite Möglichkeit wird offiziell bestritten, da dies die potentielle Unsicherheit aller Atomkraftwerke des Landes bedeuten würde.

TEPCO kämpft gegen die Vermischung von Grundwasser mit radioaktiv belastetem Wasser aus den Reaktorgebäuden.

Ein Herausfiltern radioaktiver Stoffe ist nur begrenzt möglich (für Tritium gibt es bislang keine effektive Filtermethode), so dass große Mengen des Wassers eingelagert werden müssen.

Lediglich ein Teil wird nach einer Sicherheitskontrolle ins Meer eingeleitet und auf diese Weise entsorgt.

Ein so genannter Eiswall soll durch einen unterirdisch verlegtes Kühlsystem den Boden gefrieren und so eine natürliche Barriere zwischen Grundwasser und Reaktorgebäuden schaffen.

Allerdings gibt es dort erhebliche Probleme und obwohl teilweise bis zu 99% gefroren sind, droht ein Scheitern der Maßnahme.

Zukunft am Atomkraftwerk

Die Bewältigung der täglich anfallenden radioaktiven Wassermengen und die Bergung von Brennelementen aus den Reaktoren sind für TEPCO die  wichtigsten Schritte für die Zukunft.

Gegenwart in der Präfektur

Große Teile der Präfektur werden bewohnt und sind nicht direkt von Folgen der Katastrophe betroffen. Die Menschen dort haben also einen völlig normalen Alltag.

Die Angst vor den möglichen Spätfolgen radioaktiver Belastung wird weitgehend verdrängt - so dass jetzt sogar Kinderärzte von Bürgern und Kollegen aufgefordert werden, die Kontrollen auf Schilddrüsenkrebs zu reduzieren, um keine Ängste zu schüren.

Besorgnis um die Lebensmittelsicherheit ist in der Bevölkerung unterschiedlich stark ausgeprägt. Während einige Einwohner misstrauisch sind, lassen sich andere von den Kontrollen und günstigen Preisen überzeugen.

Die Grenzwerte für radioaktive Belastung von Lebensmitteln und Trinkwasser sind in Japan verschärft worden und strenger als die offiziellen Vorgaben in Deutschland.

Allerdings stapeln sich an vielen Orten auf Sportplätzen, in Parks und auf Privatgrundstücken große Plastiksäcke mit kontaminiertem Erdreich, da an einem zentralen Zwischenlager noch gebaut wird.

Teilweise sind diese Säcke beschädigt und es sprießen bereits Pflanzen daraus, die natürlich radioaktives Material aus dem Erdreich in den Säcken aufnehmen.

Zukunft der Präfektur

Die Rückkehrbereitschaft von Evakuierten in freigegebene Gemeinden des Sperrgebiets ist gering, da sich viele bereits an ihrem neuen Wohnort eine Existenz aufgebaut haben.

Außerdem fürchten sie, trotz der Beteuerungen der Regierung, eine mögliche radioaktive Kontamination.

Das ist nicht unbegründet, denn der Großteil der Präfektur ist bewaldet, so dass der dortige radioaktive Niederschlag nicht einfach beiseitigt werden kann und etwa Regenfälle immer wieder radioaktives Material aus den bewaldeten Bergen in bereits freigegebene Ortschaften tragen könnten.

Obwohl die Polizei Kontrollen durchführt, gibt es in der Sperrzone immer noch Einbrüche und Plünderungen - meist durch Angestellte der Unternehmen die dort Dekontaminationsarbeiten durchführen sollen, so dass sie einen schlechten Ruf haben.

Durch Neuanfang, Strahlungsangst, mangelnde Infrastruktur und Kriminalität, sind die Maßnahmen der Regierung, die freigegebenen Sperrgebiets-Gemeinden durch Wiedereröffnung von Polizeiwachen, Läden und Wiederanbindung an die Zugstrecke attraktiv zu machen, weitgehend fruchtlos.

Lediglich einige Senioren wollen in  ihren Heimatort zurück.

Die Regierung hofft, durch die Olympischen Spiele 2020 auch die Region Tohoku, in der die Präfektur Fukushima liegt, wirtschaftlich und touristisch wiederzubeleben.

So wird die große Sportanlage des J-Village, in der seit Jahren die AKW-Arbeiter untergebracht sind, durch Umverlegung der Arbeiter geräumt und wieder als Sportstätte hergerichtet, so dass dort trainiert und sportliche Wettkämpfe ausgetragen werden können.

Weitere Informationen zur Gegenwart.

Seit mehr als fünf Jahren berichtet die Webseite Spreadnews.de wochentags fast täglich über Ereignisse am Atomkraftwerk Fukushima Daiichi.

http://www.spreadnews.de/category/fukushima/

Dort finden sich dann auch so manche Meldungen, die es nicht in die deutschen Medien schaffen, einfach weil sie nicht dramatisch genug sind.

Antwort
von voayager, 14

nach wie vor verstrahlt, also für wenigstens 1000 J. unbewohnbar

Antwort
von DonEskox, 28

Hey,

vorab, die Sonnestrahlt heute sehr, SUPPER WETTER. [Ironie aus] :DD

Also, Fukushima ist und wird die nächsten hundert oder gar tausend Jahre nicht mehr Bewohnbar mehr sein, da die Strahlenbelastung immer noch SEHR SEHR stark ist und bleibt. Daher - Giftig für die Haut und unsere DNA -

Also genau wie vor einer Woche nach der Explosion, nur mit sehr sehr sicheren und Undurchlässigen Schutzanzügen Betretbar und das ebenfalls nur für kurze Zeit !!

Kommentar von duckman ,

Da wohnen aber noch Leute

Kommentar von DonEskox ,

Das ist richtig, vereinzelt und vom Kraftreaktor etwas weiterweg Leben noch vereinzelt Menschen.
Aber diese Menschen, die dort noch Leben haben NICHTS außer das was Sie einst mal dort hatten, deswegen geblieben sind.

Die Strahlung verändert IHRE DNA, so das die Nachfahren [Kinder-Enkel-Urenkel] sich ebenfalls verändern, vom Optischen sowohl auch vom Körperlichen.

Sprich, sie sind Krank oder 'Missgeburten', Optische veränderungen zur 'normalen' Menschen.
Und diese werden natürlich auch ebenfalls früher sterben, als Menschen die in unbestrahlen Gebieten wohnen.

Kommentar von Enzylexikon ,

Also, Fukushima ist und wird die nächsten hundert oder gar tausend Jahre nicht mehr Bewohnbar mehr sein

Das ist mit Verlaub Unsinn.

Es gibt in der Präfektur Fukushima zahlreiche Gebiete die nicht einmal evakuiert wurden, da sie weit genug entfernt liegen.

In Städten wie Fukushima City und Koriyama leben die Einwohner genau so, wie in anderen Teilen Japans.

Lediglich die Strahlungsmessposten und die teilweise zu sehenden Kunststoffsäcke bieten in diesen Städten einen Hinweis darauf, dass in der Präfektur etwas dramatisches geschah.

Die Vorstellung, dass die ganze Präfektur eine Art unbewohnte Geisterstadt darstellt, ist Unsinn.

Kommentar von DonEskox ,

Logisch, wir reden aber davon wo der Kernreaktor stand...

Natürlich, je weiter desto weniger Strahlenmesswert, je weniger desto weniger schädlich.

Klar das in den Städten wo kaum Strahlungsbelastung herrscht noch Menschen bleiben und Leben.

Antwort
von Ikonos, 21

Chronologisch; Erst Seebeben, dann Tsunami, dieser überflutet das Kernkraftgelände und legt alle (!!!) Notgeneratoren lahm, dann Überhitzung des reaktors mangels Notkühlung, Knallgasexplosion (Keine Kernexplosion !), Verstrahlung von Land & Wasser für ca. 1000 - 10000Jahre~~~

Antwort
von GoodFella2306, 23

Aktuelle Infos dazu wirst du sicher eher bei google finden als hier.

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