Habe gehört, man kan auch einen bereits zuteilungsreifen Bausparvertrag erwerben. Das kostet natürlich. Für wen ist das interessant? Klar die niedrigen Zinsen sind toll, aber die Gebühr ist doch sicherlich entsprechend, oder?

Durch den Kauf eines zuteilungsreifen Bausparvertrages, hat man auch Anspruch auf das zinsgünstige Bauspardarlehen und braucht nicht selbst lange Zeit einen Vertrag ansparen.
Es lohnt für denjenigen der jetzt baut und auf die niedrigen Zinsen spekuliert. Davon wird er dem Verkäufer aber etwas abgeben müssen. Mit Gebühren hat das imho nichts zu tun.

"Nur ein gekaufter Bausparvertrag ist ein guter Bausparvertrag" Dieser Satz hat in vielen Fällen Gültigkeit. Normalerweise muß man nämlich einen Bausparvertrag über lange Zeit niedrig verzinst und mit relativ hohen Kosten ansparen um dann ein günstiges Darlehen zu erhalten. Beim Kauf eines zuteilungsreifen Bausparvertrages umgeht man diesen langen niedrig verzinsten Zeitraum ebenso wie die hohen Ansparkosten. Oft werden neue Bausparverträge an Personen vermittelt, die nie vorhaben diesen wohnwirtschaftlich zu verwenden (Bau, Renovierung etc.) und oft auch an Personen, die vom Alter her schon kein Bauvorhaben mehr durchführen können. Bei einem Verkauf ihrer zuteilungsreifen Bausparverträge erhalten diese etwas mehr Geld, als bei einer normalen Auszahlung im Vertrag wäre (und haben dadurch ihren Vorteil). Der Käufer erhält "sofort" den Anspruch auf ein günstiges Bauspardarlehen und findet also hier seinen Vorteil. Beide Seiten sind also glücklich. Nur die Bausparkasse nicht, denn diese verdient bei der Umstellung nur marginal mit (Bearbeitungsgebühr), wohingegen bei einem Neuabschluß durch den Bauwilligen viel mehr verdient würde. Und wenn dieser dann noch eine Zwischenfinanzierung bis zur Zuteilung machen würde, dann bricht bei der Bausparkasse und beim Bausparverkäufer die Begeisterung aus :-) Auch hier erkennt man deutlich den Unterschied zwischen Verkäufer (wird versuchen einen neuen Bausparvertrag zu vermitteln) und einem kundenorientierten Berater (der seinem Kunden die günstigere Variante empfiehlt). Schöne Grüße justii
Bausparkassen bieten sogenannte Sofortdarlehen an. Das läuft aber dann so, dass man sofort ein Vorfinanzierungsdarlehen erhält, dafür aber keine Tilgung leistet und gleichzeitig einen neuen Bausparvertrag abschließt. Wenn dieser zuteilungsreif ist, löst man das ursprüngliche Darlehen ab. Nachteil: Man tilgt etwa die ersten 10 Jahre (Durchschnittswert) gar nichts und hat gleichbleibend hohe Zinszahlungen. Vorteil: Man sichert sich die Zinsen auf einen langen Zeitraum, denn jetzt wird schon der Zins für das spätere Bauspardarlehen festgelegt.
justii am 3. Juli 2007 07:08 Dies hat nichts mit dem Kauf eines Bausparvertrages zu tun sondern ist gängige Praxis, um eben Bauwilligen doch einen "teueren" neuen Vertrag ans Knie zu schrauben.