Frage von Kruemmelkeks89, 27

Für die Beziehung kämpfen oder nicht?

Hallo ihr lieben. Ich verzweifle irgendwie. Folgendes Problem. Ich bin mit meinem Partner jetzt 3 Jahre zusammen. Wir verstehen uns eigtl sehr gut. Leider mussten wir einiges schlimmes durchmachen in der Zeit. Mein Freund währe fast an einer hitnentzündungerschaft gestorben und kurz danach mussten wir in der 22. Schwangerschaftswoche unseren Sohn gehen lassen. Ich viel danach in eine schwere depression hab tagelang nichts mehr gegessen oder gemacht. Ich begann eine abneigung gegen meinen Freund zu entwickeln welches mit einer panik attake anfing die ich bei dem Gedanken bekam ihn zu lieben. Nun ist das alles ein Jahr her und irgendwie ging es wieder so einiger Maßen. Das gefühl oder eher die panik ging weg. Aber jetzt seit drei Tagen einen Tag vor dem Todestag unseres sohnes bekomme ich wieder bei dem Gedanken schweißausbrüche bzw mein Bauch fängt sofort an zu kribbelt ich bekomme blähungen sogar durchfall. Dabei fühle ich mich bei ihm super wohl und wir lachen sehr viel. Ich weiß mir keinen Rat. Ist es eine abneigung? Ist die Liebe weg? Mach ich ihn vlt im Unterbewusstsein für den Abbruch der Schwangerschaft verantwortlich? Oder ist es einfach das Gefühl vom immer noch verliebt sein was wiederkehrt? Wenn ja woher kommt dann die Angst? Vlt war jemand in einer ehrlichen Situation oder hat eine Idee?! Und ich weiß wir sind alle keine Ärzte oder Therapeuten. Aber ich grübel und komme nicht dahinter.

Danke schonmal

Antwort
von Nashota, 18

Erst mal tut mir das sehr leid. Ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste, was (werdenden) Eltern passieren kann.

Aber dein Freund kann nichts dafür, dass euer Sohn nicht leben durfte. Von daher ist es wohl keine Abneigung, sondern eher Angst, wieder von deinem Freund schwanger zu werden und dann hoffen zu müssen, dass das Kind gesund auf die Welt kommen darf.

Du solltest mit deinem Freund gemeinsam über deine Gedanken, Ängste und Gefühle reden, wenn nicht sogar in einer Therapie. Ihr wärt nämlich nicht die Ersten, deren Beziehung an so einer Tragödie zerbricht.

Wenn dir dein Partner also etwas bedeutet, dann redet.

Kommentar von Kruemmelkeks89 ,

Oh Entschuldigung ich hatte vergessen dazu zu schreiben das wir direkt danach wieder schwanger wurden weil wir es beide wollten. Unser kleiner Prinz ist wohl auf und alles ist super bei ihm.

Kommentar von Nashota ,

Das freut mich wirklich.

Das Trauma der ersten Schwangerschaft ist aber dennoch in euren Köpfen. Denn ich bin sicher, dass auch dein Freund sehr darunter gelitten hat und es ihm auch heute noch wehtut.

Nur zeigen leider viele Männer nicht ihre Gefühle, weil sie gerade in solchen schlimmen Situationen ihrer Frau nicht auch noch das Gefühl geben wollen, sie müsse sich auch noch um ihn kümmern.

Habt ihr darüber geredet? Oder habt ihr jeder für sich getrauert?

Kommentar von Kruemmelkeks89 ,

Wir reden über alles. Er weiß auch über meine Gedanken Bescheid oder ähnliches da ich ihm nichts verheimlichen und sehr ehrlich mit ihm bin. Das trauern war eher gemischt. Wir haben aber die Emotionen miteinander geteilt wenn die  omenta da waren und keine irgendwelchen Druck oder so etwas empfand. Jetzt am 22. August hocken wir wieder gemeinsam an seinem erdenbettchen und weinten arm in Arm gemeinsam.

Kommentar von Nashota ,

Dann ist es gut. Reden ist wichtiger, als manche immer denken.

Deine körperlichen Symptome mit Bauchkribbeln, Durchfall und Schweißausbrüchen sind in meinen Augen Erinnerungen deines Körpers, dass er das Kind nicht halten konnte.

Solche Dinge sind für mich auch nachvollziehbar. Seelischer Schmerz drückt sich auf viele Arten aus. Und wenn man ein Kind verliert, krampft sich wohl alles in einem zusammen. Du bist da wohl sehr sensibel, wenn du so reagierst.

Es gibt Selbsthilfegruppen für verwaiste Eltern. Vielleicht ist es eine Überlegung wert, wenn ihr euch mit anderen Eltern austauscht, die euer trauriges Schicksal teilen?

Kommentar von Kruemmelkeks89 ,

Hm Erinnerungen der Körpers? Bilde ich mir das nur ein das es so ist wenn ich daran denke meinen Freund zu lieben? Weil jetzt gerade ist es zb nicht so das es bei dem Gedanken anfängt. DaS ist so zum heulen irgendwie nicht zu wissen was los ist. Heute liege ich mit nem blutdruck von 90 zu 50 im Bett mit kaltem schweis und und und. Ob dasie alles zusammen hängt? Weil fühle mich nicht krank nur schlecht und schlapp.

Kommentar von Nashota ,

Ich sag es mal aus meiner Erfahrung heraus: Die Seele sucht sich Ausdrucksmöglichkeiten, ihren Schmerz loszuwerden. Du hast zum Beispiel gesagt, dass du deinen Freund auch fast verloren hättest.

Die Angst, mit Kind ohne ihn dazustehen, kann mitunter solche Gefühle verursachen. Dass du nicht wollend auf ihn wütend warst, dass er dich fast mit der Verantwortung alleine gelassen hätte.

So würde ich es zumindest interpretieren. Vielleicht sind es eine Art Schuldgefühle, denn dir ist ja auf der anderen Seite klar, dass er nicht absichtlich so krank war.

Lieben heißt auch oft Schmerz und Angst. Vor allem, wenn einem der Partner wirklich sehr viel bedeutet. Man will ihn halt nicht verlieren.

Der wunde Punkt mit eurem ersten Sohn kommt natürlich immer wieder hoch. Besonders eben zum Geburtstag oder zu bestimmten Festen. Man rechnet mit, wie alt das Kind dann wäre und malt sich aus, was es jetzt wohl gemacht hätte oder wie es aussehen würde.

Ich denke, Eltern, denen das passiert ist, werden ihr Leben lang daran denken, selbst wenn sie noch mehr Kinder haben. Euer zweiter Sohn wird euren ersten Sohn nie ersetzen können. Ihr liebt ihn im Herzen genauso. Aber er ist eben er und der Erstgeborene wird immer der Erstgeborene bleiben.

Was denkst du darüber, dich oder dein Freund und du gemeinsam euch mit anderen Eltern auszutauschen? Ich denke, da bekommst du viele deiner Gefühle bestätigt. Ich versuche nur, mich in dich hineinzuversetzen. Diese Eltern wissen es aber aus Erfahrung.

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