Für 8€ warenwert einen Anwalt schalten?

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9 Antworten

Es gibt kein unteres Limit für eine Klage. Du könntest jemanden auf Zahlung von 50 Ct. verklagen.

Schadensersatz ist nur in der Höhe möglich, wie auch tatsächlich ein Schaden entstanden ist. Wenn die Dame den Schaden dem Grund und der Höhe nachweisen kann, könntest du wirklich Schwierigkeiten bekommen. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass sie es kann. Zeitverschwendung berechtigt nicht zum Schadensersatz, Verdienstausfall schon.

Im Streitfall wirst du die Übergabe der Ware beweisen müssen. Kannst du das?

Wenn die Dame einen Anwalt einschaltet, dieser Klage erhebt und du verlierst, kostet das richtig Geld. Ob du dieses Risiko eingehen willst, musst du selbst entscheiden.

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Wir müssen zuerst schauen wo der Erfüllungsort liegt. Da ich dies nicht aus deinen Angeben herauslesen kann werde ich einfach eine komplette Antwort angeben wo du dir das Entsprechende raussuchst. Dadurch weißt du den wo der Erfüllungsort liegt und wer auch für das Paket haftet. Falls es so wie hier nicht komplett angekommen ist.

Z.B. Küchengerät wird uns geschickt. Was gilt in solchen Fällen, wenn die Ware beim Transport verloren geht oder beim Transport oder bei der Montage beschädigt wird?
Hier gilt § 447 BGB. Diese Vorstellung lautet: „Versendet der Verkäufer auf Verlangen des Käufers die verkaufte Sache nach einem anderen Ort als dem Erfüllungsort, so geht die Gefahr auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Sache dem Spediteur, dem Frachtführer oder der sonst zur Ausführung der Versendung bestimmten Person oder Anstalt ausgeliefert hat.* “

Aber wo liegt den nun der Erfüllungsort?

Der Gesetzgeber unterscheidet nun zwischen drei Schuldtypen jeweils danach ob der Erfüllungsort oder Erfolgsort beim Verkäufer ist.

Zunächst ist da die Holschuld. Hier hat der Käufer die Ware abzuholen. Erfüllungs- und Erfolgsort sind beim Verkäufer.

Muss der Verkäufer die Ware zum Käufer bringen, dann spricht man von Bringschuld. Hier ist also der Erfüllungs- und Erfolgsort beim Käufer angesiedelt.

Dann gibt die Schickschuld , bei der der Erfüllungsort beim Verkäufer liegt aber der Erfolg beim Käufer eintritt. Der Verkäufer muss die Ware versenden, also einem Transportunternehmen anvertrauen. Der Erfolg, also die Übereignung der Ware tritt erst ein, wenn der Käufer die Ware erhält.

Es liegt an euch, sich bei Abschluss des Kaufvertrages auch über die Art der Schuld zu einigen. Geschieht dies ausdrücklich nicht, wird dies vom Gesetzgeber durch § 269 BGB festgelegt. Wenn also weder ausdrücklich noch durch Auslegung des Parteilwillens der Leistungsort vereinbart ist, kommt es auf die „Natur des Schuldverhältnisses“ an. Zum Beispiel weiß jeder, der einkaufen geht, dass die Ware ihm direkt im Kaufhaus vom Verkäufer übereignet wird. Werden aber Möbel vom Verkäufer selbst geliefert oder sogar aufgebaut, ist die Leistung erst mit der Anlieferung erbracht, und bei Montageverpflichtung erst, wenn der Einbau beim Käufer abgeschlossen ist; ja hier trägt der Verkäufer gemäß § 434 Abs. 3 BGB auch die Verantwortung dafür, dass die Montage ordnungsgemäß ist und die Küche nicht beim Einbau beschädigt wird.

Wenn sich aber aus der Natur des Schuldverhältnisses und dem Parteiwillen nichts ergibt, legt § 269 BGB fest, dass der Erfüllungsort beim Verkäufer ist.

Hättet ihr  eine Bringschuld vereinbart, dann müsste der Käufer nicht bezahlen. Er könnte auf eine neue Lieferung bestehen. Eine Bringschuld ist aber nicht vereinbart.

Läge eine Holschuld vor, müsste der Käufer bezahlen, obwohl er die Ware nicht erhalten hat. Auch eine Pflicht den PC abzuholen, wurde nicht vereinbart.

Alles spricht für eine Schickschuld. In diesem Fall wäre der Erfüllungsort beim Verkäufer und die Gefahr ginge auf den Käufer über, nachdem die Ware an das Transportunternehmen übergeben worden ist. Der Käufer müsste also zahlen, obwohl er keine Ware erhalten hat, wenn der Verkäufer nach § 243 Abs. 2 BGB seine Leistung ordnungsgemäß erbracht, nämlich die Ware gut verpackt einem anerkannten Transportunternehmen übergeben hat. In unserem Fall kommen wir durch Auslegung zu einer Schickschuld. Beide Parteien gingen davon aus, dass zu den Pflichten des Verkäufers lediglich die Absendung und nicht die Übersendung gehörte. Auch sollte der Verkäufer nicht selbst für den Transport sorgen, sondern ein Transportunternehmen mit der Aufgabe betreuen. Die Aufgabe des Verkäufers war es also, den PC sorgfältig verpackt einem geeigneten Transportunternehmen zu übergeben. Dies ist geschehen.

Quelle: www.it-recht-kanzlei.de

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Kommentar von Interesierter
16.03.2016, 19:21

Mit diese Argumentation wäre ich vorsichtig. Wenn die Verpackung unbeschädigt und leer war, ist der Verkäufer seiner Verpflichtung zur Übergabe nicht nachgekommen. 

Die Beweislast für die korrekte Übergabe (Verpackung mit Inhalt) liegt beim Verkäufer. 

War die Verpackung so mangelhaft, dass die Ware aus der unbeschädigten Verpackung herausfallen konnte, ist die Übergabe ebenfalls nicht erbracht. 

Nur wenn die Ware ordnungsgemäß verpackt wurde und die Ware durch eine Beschädigung der Verpackung verloren ging, wäre deine Argumentation richtig. In diesem Fall läge aber ein Verschulden der Post vor und der Verkäufer müsste als Auftraggeber der Post seine Schadensersatzansprüche geltend machen. Dieser kann er im Übrigen bei nachgewiesenem Verschulden des Transporteurs auch ohne Versicherung geltend machen. 

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Zu 90 % ist es immer ein Bluff wenn mit einem Anwalt gedroht wird. Vor allem bei einem solchem geringen Wert. Die Leute ärgern sich halt, was auch verständlich ist, aber manche meinen dann eben drohen zu müssen. 

Auch wird wohl kaum ein Anwalt den Auftragen für einen solchen geringen Wert annehmen. 

Also ignoriere ihr Geschreibe und lehne dich zurück wenn du ruhigen Gewissens bist. 

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Zeitverschwendung kann man nicht einklagen. Verdienst Ausfall kommt bei Privaten Geschäften auch nicht in frage. Anwälte können fordern was sie wollen. Wenn das keiner rechtlichen Grundlage entspricht sollte man den Anwalt bei der Bundesrechtsanwaltskammer melden.

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Kommentar von Interesierter
16.03.2016, 12:36

Und was ist, wenn die Ware tatsächlich nicht in dem Umschlag war? Die Beweislast für die Übergabe liegt beim Fragesteller.

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Soll sie doch, da sie keinen Beweis hat, wird da überhaupt nichts passieren. Ist vermutlich einfach eine Betrugsmasche.

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Kommentar von Interesierter
16.03.2016, 12:44

Die Beweislast liegt beim Verkäufer und nicht bei der Käuferin.

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Wenn Du 7 Euro für den Versand bezahlt hast, war die Ware doch sogar versichert, oder? Darüber könnte man notfalls vielleicht noch etwas erreichen.

Ansonsten - abwarten! Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nur ein Bluff.

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Ich würde erstmal gar nix machen, weil:

-10€ ist eine Bagatelle. Ein Gericht wird deswegen seine Zeit nicht verschwenden.

-Ein Anwalt wird der Dame auch nichts anderes sagen. Außer, er will unbedingt was dran verdienen.

-sollte wirklich ein Schreiben von einem Anwalt kommen, dann steht Aussage gegen Aussage. Es ist eben gar nicht eindeutig. Darum dürfte die Dame ihren Anwalt selbst zahlen, der einiges mehr kostet als der Ring!

Ich bin der Meinung, dass dies nur eine leere Drohung ist. Allerdings reagieren Menschen oft irrational.

War das Päckchen versichert? Kann man da was machen?

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Kommentar von Interesierter
16.03.2016, 12:41

Erst mal gar nichts machen, halte ich für gar keine gute Idee.

Es gibt für Zivilprozesse auch keine finanzielle Untergrenze. Das Amtsgericht geht sogar einer Klage über 1 € nach.

Aussage gegen Aussage ist ein Mythos, der offenbar nicht tot zu kriegen ist. Die Beweislast liegt beim Verkäufer. Kann er beweisen, dass die Ware übergeben wurde, ist er raus. Kann er es nicht, hat er ein Problem.

Damit sollten wir dann überlegen was passiert, wenn die Käuferin vor Gericht Recht bekommen sollte. Dann wird das für den Fragesteller ein teurer Spass.

Wahrscheinlich hast du Recht, dass es eine leere Drohung ist. Kaum jemand reicht Klage wegen 8 € ein. Aber ein paar Verrückte, die das tun, gibt es immer wieder.

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Sie kann nichts beweisen. Höchstwahrscheiblich fliegt der Ring noch im Briefumschlag rum 

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Kommentar von Interesierter
16.03.2016, 12:42

Die Käuferin muss auch nichts beweisen.

Die Beweislast für die Übergabe der Kaufsache liegt beim Verkäufer!

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Hä wenn du den ring rein getan hast kann sie dich anzeigen so oft sie will... Sie kann schlecht beweisen dass wirklich nichts im paket war sofern sie das öffnen des Pakets nicht gefilmt hat oder so... Im Zweifelsfall für den angeklagten!

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Kommentar von Interesierter
16.03.2016, 12:43

Im Zivilprozess gibt es keinen Angeklagten sondern nur einen Beklagten.

Und da der Beklagte hier der Verkäufer ist, liegt die Beweislast für die Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten bei ihm. Im Zweifelsfall verliert er.

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