Frage von HeleneWittmaier, 42

Führungszeugnis trotz krimineller Vergangenheit?

Hallo liebe Community, das ist mir sehr peinlich, aber mit 16 Jahren habe ich Diebstahl begonnen und wurde auch erwischt und meine Daten wurden aufgenommen in Bremen. Ich werde in diesem Monat 20 und habe nichts dergleichen wieder getan. Zum Gericht oder ähnliches kam es nicht, ich musste nur zur Wache und eine Aussage nochmal machen. Mein neuer Arbeitgeber (Ausbildung) möchte nun ein Führungszeugnis.. Meine Frage : steht die Jugendsünde mit drinnen? Ich würde sonst vor Peinlichkeit im Erdboden versinken.

Antwort
von goali356, 22

Wenn du nicht zu einem Gerichtsverfahren musstest, wurde das Verfahren womöglich eingestellt. Selbst Sozialstunden stehen normalerweise nicht im Führungszeugnis. Es dürfte daher keine Probleme geben.

Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Polizei, 10

Sei unbesorgt, im Führungszeugnis steht mit Sicherheit nichts drin. Selbst wenn es zu einer gerichtlichen Maßnahme wie Sozialstunden gekommen wäre, sie ständen nur im Erziehungsregister, aus dem sowieso kein Außenstehender  Kenntnis bekommt, nicht aber im Führungszeugnis. 

Antwort
von ElecTronical, 20

Ich hoffe dieser Auszug aus Wikipedia hilft weiter: 

Aus Gründen der Resozialisierung wurde ein gestaffeltes System von Fristen[1] geschaffen, nach deren Ablauf gespeicherte Verurteilungen zunächst nicht mehr in ein Führungszeugnis gelangen und schließlich vollständig aus dem Register gelöscht werden (§ 34, § 46 BZRG). In Härtefällen kann bezüglich der gesetzlichen Fristen eine Registervergünstigung gewährt werden. Wenn eine Verurteilung im Bundeszentralregister gelöscht wurde oder sie zur Tilgung vorgemerkt ist, so dürfen die Tat und die Verurteilung der betroffenen Person im Rechtsverkehr nicht mehr vorgehalten und nicht zu ihrem Nachteil verwertet werden. Ob und wie lange Vorstrafen im Bundeszentralregister gespeichert und Auskünfte darüber erteilt werden, ergibt sich aus den Vorschriften zumBundeszentralregistergesetz (BZRG).[2] Je nach Höhe des Urteils werden nach Ablauf der jeweiligen Fristen (5, 10, 15 oder 20 Jahre) die Eintragungen im Bundeszentralregister getilgt (siehe § 46 BZRG). Jedoch werden nicht alle Verurteilungen, die im Bundeszentralregister stehen, auch in das Führungszeugnis übernommen (siehe unten). Auch gelten für die Verurteilungen, die in das Führungszeugnis aufgenommen werden, kürzere Tilgungsfristen als beim Bundeszentralregister (3, 5 oder 10 Jahre, vgl.§ 34 BZRG). Kommt vor der Löschung eines Urteilseintrags ein neues Urteil hinzu, bleibenalle Einträge erhalten, bis auch für das letzteUrteil der Löschzeitpunkt erreicht ist (Ausnahmen hiervon gelten für Geldstrafenbis zu 90 Tagessätzen und Freiheitsstrafenbis zu 3 Monaten, vgl. (§ 38 Abs. 2 BZRG)).

Antwort
von Cannondalebabe, 19

Hi,
ich denke nicht, dass das drinstehen wird. Soviel ich weiß, darf die Polizei eine solche "Lappalie" nicht erwähnen, um dir nicht deine Zukunft zu verbauen. Meines Wissens nach ist die Verjährungsfrist auch nach vier Jahren abgelaufen.
Aber um ganz sicher zu gehen, ruf einfach bei der Polizei an und frag nach. Keine Angst, die sind meistens sehr nett und geben Auskunft :)

Expertenantwort
von Sirius66, Community-Experte für Polizei, 11

Kommt auf das Strafmaß an. Ich glaube aber kaum, dass du so viel aufgedrückt bekommen hast, dass es ins Führungszeugnis kommt. Wahrscheinlich steht es nur im Erziehungsregister. Dein AG wird also eher nichts zu lesen bekommen.

Gruß S.

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