Führt Nationalstolz zu Rassismus?

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11 Antworten

Lieber Vanmark, ich finde Deine Frage sehr interessant und gar nicht leicht zu beantworten. Vorerst einmal zum deutschen Nationalstolz. In der Nazizeit, als der hochgehalten wurde, war er mit dem Rassismus fast identisch; beides wurde im selben Gedanken gedacht. Und nun haben wir Deutschen wahrlich keinen Grund mehr für Nationalstolz, bei allen guten Seiten, die wir auch haben. Ich denke, das ist noch einfach zu verstehen. Zum anderen gibt es Nationen, die überhaupt erst durch ein gewisses Maß an Nationalstolz zusammengeschweißt werden, ich denke dabei an die französische, die US-amerikanische, die russische und und und. Ich wüsste nicht zu benennen, was dass mit Rassismus zu tun haben sollte, gebe aber zu bedenken, dass ein Übermaß an Stolz Hochmut ist, eine klassische Todsünde, anders gesagt, eine unakzeptable Gesinnung, ein NoGo. Ein bisschen davon muss gestattet sein, die Dosis macht das Gift. Darum halte ich allerdings auch gar nichts davon, wenn mit Ausdrücken wie Rassismus oder Sexismus rumgeaast wird und sie als Keule verwendet werden, um alle missliebigen Meinungen totzuschlagen.Sie verlieren dann nur leicht ihren ehemals klaren Begriffsinhalt.Aber wenn der Begriffsinhalt klar ist, müssen die Vokabeln auch benutzt werden dürfen, um diese Erscheinungen zu benennen.

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Pauschal beantworte ich die Frage mit nein. Ich liebe Deutschland und meine Heimatstadt, weil ich mich hier zuhause fühle. Ich bin hier geboren und möchte hier auch sterben und begraben sein.

Trotzdem reise ich gern in andere Länder und lerne deren Kultur kennen. Mein Freundeskreis ist multikulturell und ich bin kein Rassist.

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Ich denke, der Typ auf youtube hat recht. Was macht es denn für einen Sinn, auf etwas stolz zu sein, das man ohne sein Zutun bekommen hat? Im besten Fall ist das einfach nur dumm. Und im schlimmsten Fall entwickelt sich daraus Rassismus.

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Es ist zunächst einmal eine absolut berechtigte Frage, was denn überhaupt gut ist am Nationalstolz. Du sagst, dieser sei etwas Gutes, weil er nicht automatisch für Intoleranz steht. Ist das schon alles? Nationalstolz ist gut, weil er nicht immer schlecht ist? Die Antwort lautet: Nichts. Nichts ist gut am Nationalstolz.

Allzu oft führt dieser in der Tat zu Rassismus. Er steht für eine kleingeistige, naiv kindliche und haltlos veraltete Art des Denkens. Allzu oft dient er dazu, mit Fingern auf diejenigen zu zeigen, die nicht die Fahnen hochhalten. Alles in allem ist er vollkommen unkontrollierbar und gefährlich.

Es wird ja auch sehr gerne angeführt, daß doch andere Länder auch ihren Nationalstolz haben "dürfen". Dies deutet zunächst einmal fälschlicherweise (und oft genug absichtlich) an, daß der nationalstolz nur deshalb in Deutschland nicht mehr so ausgeprägt sei, weil er verboten wäre. Dies ist nicht der Fall. Er ist weniger ausgeprägt, weil die meisten Menschen in diesem Land verstanden hatten, wohin dieser Stolz führen kann, und daß er komplett überflüssig ist.

Dies ist ein Schritt nach vorne, nicht nach hinten. Wir waren da (bisher) anderen Ländern einen ganzes Stück voraus. Amerikanische Überpatrioten sind nichts, was sich zu beneiden lohnt. Abgesehen davon ist diese kindische Argumentationsweise ("wieso darf der das und ich nicht? Buääää!!!) seit Menschengedenken vollkommen substanzlos.

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Nationalstolz ist ein Symptom des Nationalismus, also der Idealisierung der eigenen Nation. Rassismus ist die Idealisierung der eigenen "Rasse", von sichtbaren und behaupteten biologischen Eigenschaften. Von daher eng verwandt mit dem Nationalismus.

Da die Zugehörigkeit zu einer Nation oft nicht sichtbar ist, wird auch beim Nationalismus auf rassistische Erkennungsmuster zurückgegriffen. 

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Ich bin der Meinung das wir deutsche viel stolzer auf unser Land und uns selbst sein könnten. Was wir erreicht haben, wieder abgestürzt sind auf den Punkt 0 und wieder an die Spitze (Exportland). Jedoch sobald jemand seinen Stolz äußerst wird er gerne in die rechte Ecke geschoben, obwohl das zwangsweise gar nicht der Wahrheit entspricht.

Deutschland braucht eine Therapie, eine Therapie die uns lehrt uns selbst zu akzeptieren, brüderlich zusammenzuhalten und alle mit an zu packen und die alten Geister abzulegen um zu unserer Fahne aufzusehen und sagen zu können "Ich bin stolz ein Deutscher zu sein". Ich bin mir aber sicher ohne Sarkasmus, dass wir das schaffen!

Auch wenn wir auf den Punkt 0 vielleicht zu segeln, danach kommt wieder der Aufbau ohne das davor Menschen Leben in einer hohen Zahl ausgelöscht wurden.

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Kommentar von Ottavio
16.02.2016, 17:38

Ich bin weit entfernt davon, jemanden voreilig in die rechte Ecke zu schieben. Ich möchte ja auch nicht in die sexistische Ecke geschoben werden. Aber diese Ecken gibt es natürlich. Darum ist es eben nicht zwangsweise, dass das nicht der Wahrheit entspricht, sondern wir müssen darauf achten.

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Kommentar von Meatwad
16.02.2016, 18:04

Ob ich Nationalstolz besitzen will, entscheide ich immer noch selbst. Ich und Millionen andere Deutsche sagen dazu "Nein danke!".

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Kommentar von MrParadise
16.02.2016, 18:31

Jedem steht es natürlich frei darüber zu entscheiden, ich zwinge keinen und distanziere mich klar von links und rechts. Doch es muss langsam etwas getan werden, ewig nur naiv sein und es zulassen bringt auch nichts. Klar wir leben im Vergleich zu früher wesentlich sicherer, es gibt einfach mehr Medien die uns jeden Tag berichten von allem was auf der Welt passiert, dass wir uns einbilden es wäre schlimmer als früher. Doch niemand traut sich mehr auf die Straße und einmal eine Meinung zu vertreten, die nicht im Steine schmeißen endet ...

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Nicht zwangsläufig.

Der Grund für Rassismus ist eher evolutionär bedingt und Rassismus kann aus dem natürlichen Bestreben dem eigenen Genpool Vorteile zu beschaffen entstehen.

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Kommentar von Dummie42
16.02.2016, 17:47

Boah, bei wem bis du denn in die Lehre gegangen? Bei Leopold Vellguth?

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Kommentar von Machtnix53
16.02.2016, 18:57

Es gibt keinen "eigenen Genpool" einer Nation, sondern nur einen Genpool der Art, also einen der ganzen Menschheit. Und dieser ist umso wertvoller und stabiler, je mehr unterschiedliche Gene er enthält. Rassen sind  verarmte Teilmengen des Genpools.

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Man sollte differenzieren.
Es gibt einmal den Stolz, den man empfindet, wenn man eine Leitung erbracht hat.
Wenn man hier z.B. nur darauf stolz ist, etwas erbracht zu haben, was dich oder jemand anderen zufrieden stellt, sich dadurch aber nicht als etwas besseres ansieht, so sehe ich kein Problem darin.
Hingegen dessen gibt es jedoch auch den Stolz, der dann empfunden wird, wenn man auf etwas stolz ist, wofür man keine Leistung erbracht hat (Beispiele: Nationalität). Diese Art des Stolzes sehe ich eher skeptisch an, da dies tatsächlich dazu führen kann, andere Menschen zu verachten und hochmütig auf andere zu schauen.
Fazit: Eine bestimmte Art des Stolzes kann durchaus zum Rassismus führen, jedoch muss es nicht zwangsläufig so sein.

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Nationalstolz hat schon einige Symptome mit Rassismus gemeinsam. Beide sind auch nicht so leicht heilbar. Ein direkter Wirkungszusammenhang ist jedoch nicht klinisch nachgewiesen.

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Es hängt durchaus damit zusammen. Die Erfindung des Nationalstaats hat nicht viel Gutes aber viel Schlechtes bewirkt.

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Kommentar von Darkmalvet
16.02.2016, 18:10

Sagt dir der Begriff, Arterhaltungstrieb etwas ?

Es ist ein natürliches Bestreben, jedes Lebewesens seine Gene weiterzugeben und die Weitergabe von Genen, die den eigene ähnlicher sind zu fördern.

Dieser existiert bei jeder Spezies.

Bei Bienen führt er beispielsweise dazu, dass die Bienenarbeiterinnen evolutionär auf eigene Nachkommen verzichten und stattdessen die Reproduktion der Königin fördern, da aufgrund der Chromosome der Bienen, eine Schwester ähnlicher ist als ein Tochter.

Bei Menschen führt er dazu, dass Eltern ihre Kinder drängen, selber Kinder zu bekommen.

Selbst die Liebe wird von Trieb beeinflusst,

Hast du dich schonmal gefragt, warum viele Ehepartner einander z.b. eine Niere spenden können obwohl das statistisch absolut unwahrscheinlich ist

Ganz einfach, weil es ein Phänomen gibt, dass sich genetisch sexuelle Anziehung nennt und dafür sorgt, dass bei der Partnerwahl eher einem selbst ähnlichere Partner gewählt werden.

Dieses Phänomen begründet sich ebenfalls durch den Arterhaltungstrieb.

Dieser Trieb bildet auch die psychologische Grundlage für unter anderem Rassismus, da er in Sozialsystemen die Bevorteilung von einem selbst genitisch ähnlichen Personen bewirkt, was in letzter Konsequenz auch zur Ablehnung von einem selbst genetisch fremden Personen führen kann aber nicht muss.

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nationalstolz an sich ist doch etwas positives, denk doch nur mal an das berühmte "sommermärchen 2006" als alle welt unseren fröhlichen fussball-stolz wohlwollend zur kenntnis nahm.

nur wenn man daraus ableitet, dass einzig die eigene nation die beste sein muss und alle anderen schlecht (also dämliches schwarz-weiß-denken) artet das am ende in rassismus aus (siehe 3. reich)

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Kommentar von Dummie42
16.02.2016, 17:50

Das war Nationalfreude. Wir haben da zwar begeistert Fähnchen geschwenkt, nach dem Ausscheiden der deutschen Mannschaft dann auch für die übriggebliebenen im Rennen, aber keine nationalen Aufmärsche gemacht.

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