Frage von MrHolly, 122

Führerscheinstelle kontaktieren, da THC Werte positiv sind, um MPU vorzubeugen?

Hallo zusammen,

Ich wurde am 25.04.2016, um 24 Uhr von eine Polizeistreife aus dem Verkehr gezogen, da ich laut der Polizei, Schlangenlinien gefahren und zu schnell angefahren bin. Daraufhin wurde mir ein Urintest angeboten, da der Verdacht auf Berauschende Mittel bestand. Ich habe diese und weitere Maßnahmen verweigert. Nach der Verneinung der Test wurde ich zum Revier mitgenommen,anschließen dann zum Polizeipräsidium (Frankfurt am Main). Dort wurde mir Blut abgenommen und einige Test durchgeführt. Ich habe keine Aussage geäußert und alles verneint.

Heute hatte ich nun die angekündigte Vorladung. Der Wert des Blutes war positiv. Nach mehrmaligen Anfragen wurde mir mürrisch die Aussage der THC und COOH Werte mitgeteilt.

  1. Aktives THC - 1.9
  2. Abbaustoffe THC-COOH - 0.93
  3. Hauptmetabolit THC - 19

Ich bin mir bei Punkt 2 und 3 jedoch nicht sicher, ob diese möglicherweise vertauscht sind, da der nette Herr Polizist die Liste schnell abgelesen hat und bei erneutem Fragen nur noch provokanter zu mir schaute.

Ich habe einen "gemäßigten" jedoch regelmäßigen Konsum geführt. Ca. jeden zweiten Tag einen Joint geraucht. Zuletzt ca. 24 H vor der Blutentnahme .

Nach einigen Recherchen habe ich nun festgestellt, dass der Aktive THC Wert über der Norm ist.

Ich habe in der Zwischenzeit 6 RA angefragt, die mir alle einen anderen Weg geraten haben, den ich gehen soll.

Sollte ich abwarten und erst bei Erhalt der brieflichen Strafe einen RA konsultieren? Sollte ich sofort einen RA konsultieren, um Akteneinsicht anzuordnen und ggf. erste Schritte einleiten? Sollte ich selbst mit der Führerscheinstelle in Verbindung setzten, um z.B. durch einen freiwillige Ärztliche Untersuchung auf eigene Kosten von einer MPU abzusehen?

Für mich wäre das Fahrverbot von einigen Monaten nicht schlimm. Schlimm wäre es, wenn ich meinen Führerschein neu machen müssten und zudem noch eine MPU ablegen.

Meine Frage lautet nun, wie ich am schausten mit der gegebenen Situation umgehen soll?

Danke im Voraus

Expertenantwort
von nancycotten, Community-Experte für MPU, 56

Hallo Mr. Holly,

lass dich mal von den anderen Aussagen nicht verwirren, da das meiste davon leider unzutreffend ist.

Man sollte gegenüber der Polizei niemals Aussagen zu seinem Konsum machen (denn das wäre ein großer Fehler) und würde - in diesem Fall- auch nicht als Einsicht gewertet, von daher hast du das schon richtig gemacht.

Deine Werte wären durchaus auch mit einem Einmalkonsum erklärbar.

Hier haben wir aber das Problem das dir "Ausfallerscheinungen" aufgrund des Drogenkonsums vorgeworfen werden.

Aus diesem Grund wird die Führerscheinbehörde wohl deinen Schein in Kürze entziehen und du kannst diesen nur durch eine bestandene MPU neu erteilt bekommen.

Inwieweit dir ein Anwalt helfen soll ist mir nicht ganz klar. Um die vorgeworfenen Ausfallerscheinungen wegzubekommen?

Mein Rat: wende dich an dieses Forum:

http://www.verkehrsportal.de/board/index.php

Dort sitzen die Experten, die dir wirklich sagen können was nun auf dich zukommt und wie du dich am besten verhalten solltest.

Gruß Nancy

Kommentar von MrHolly ,

Vielen Dank Nancy, hast mir etwas Motivation geschenkt =) 

Antwort
von ponyfliege, 65

du hättest den konsum eingestehen und die blutprobe freiwillig abgeben sollen.

weil - das wird als einsicht des fehlers gewertet.

mittels der werte kann man dir wohl den regelmässigen konsum nachweisen.

im gegensatz zu alkohol wird thc wesentlich langsamer abgebaut und hat wesentlich länger einfluss auf die fahrtüchtigkeit.

wer so regelmässig konsumiert, sollte keine kraftfahrzeuge im öffentlichen strassenverkehr bewegen.

da die polizei dich angehalten hat, weil du durch deine fahrweise auffällig geworden bist, die blutprobe erst angeordnet werden musste und du ausserdem den konsum abgestritten hast, was alles nicht gerade für dich spricht, wird wohl die MPU angeordnet werden.

die ergebnisse kommen dann per post von der staatsanwaltschaft.

und deine privaten arztkosten kannst du nicht von den kosten für eine MPU abziehen. die MPU beinhaltet übrigens einen verkehrspsychologischen behandlungszwang. sitzungen je nach schwere des vergehens. die kosten für den psychologen kommen noch dazu, da du sie selber bezahlen musst. die sogenannte abschliessende MPU ist lediglich das reine schlussgutachten.

wenn der führerschein direkt an ort und stelle eingezogen wurde, kannst du dir schon mal ein jahresabo für den öffentlichen nahverkehr besorgen.

such dir einen guten anwalt für verkehrsrecht und berate mit diesem, wie vorzugehen ist.

Kommentar von nancycotten ,

die MPU beinhaltet übrigens einen verkehrspsychologischen behandlungszwang.

Wie kommst du auf solche falschen Behauptungen? Die MPU-Vorbereitung ist IMMER Privatsache und niemand kann vorschreiben, WIE man sich auf die Begutachtung vorbereiten muss!

Einen "Behandlungszwang" gibt es nicht!

Antwort
von stefanIhl, 81

Am besten Führerschein und Auto gleich verbrenne, jemanden wie dich sollte man nicht auf die Straße zulassen. MPU wäre nur angebracht. Ich finde jeden zweiten Tag einen Joint und vermutlich am WE auch mehr, schon viel.

Kommentar von DoeJohn101 ,

Ach, und wenn der TE an Krebs oder Multipler Sklerose erkrankt ist und die "üblichen" Medikamente keine WIrkung zeigen, THC jedoch schon?

Du solltest mal ein wenig über Deinen Tellerrand gucken, bevor Du vorschnell urteilst.

Übrigens verursacht SATIVEX dieselben Blutwerte und dies ist ein zugelassenes Medikament.

Kommentar von stefanIhl ,

Ich bezweifle das er MS o.ä hat. Und trotzdem sollte man unter Einfluss von Drogen kein Auto fahren, ob man nun Krank ist oder nicht. Das ist gefährlich für alle anderen Teilnehmer am Straßenverkehr.

Mit denken wäre für dich mal ganz gut

Kommentar von ponyfliege ,

wenn jemand ein opiatrezept hat, wird anschliessend ein gutachten über die teilnahmefähigkeit am strassenverkehr erstellt und er muss die bescheinigung mit dem okay ständig mit sich führen.

wenn derjenige trotzdem durch seine fahrweise auffällt - dann wird vermutlich ein negatives gutachten ausgestellt und derjenige darf am motorisierten strassenverkehr nicht mehr teilnehmen.

ich finde immer wieder erstaunlich, wie drogenkonsum verharmlost wird.

Kommentar von 19Michael69 ,

@ DoeJohn101

Was heißt hier über den "Tellerrand gucken"? Das ist wohl ein bisschen zu einfach gedacht!

Ja, es ist schlimm, wenn jemand so stark erkrankt ist und ihm wirklich nur so geholfen werden kann. Dann soll er das auch nehmen dürfen!

Heißt aber auch gleichlautend, dass er dementsprechend die Verantwortung zu tragen hat und alle Aktivitäten, durch die er sich und vor allem andere gefährden kann, einfach mit mehr machen darf.

Gruß Michael

Kommentar von MrHolly ,

Also jetzt mal im Ernst, der letzte Joint war 24 H zuvor, laut Bauchgefühl habe ich davon eventuell noch 1% gespürt. Da wäre es schlimmer gewesen hätte ich ein legales Bier getrunken (Y) ... ich bin nie im Leben unter Einfluss von aktivem THC gefahren, geschweigendenn unter Alkohol, also ich habe mir schon Gedanken gemacht, um meine Mitmenschen. 

Kommentar von stefanIhl ,

Ja brutal viele Gedanken. Und die Polizei hat selbst was genommen und dachten deshalb das du Schlangenlinien  und zu schnell gefahren bist.

Antwort
von aXXLJ, 31

Du scheinst über ausreichend Geld zu verfügen, wenn Du so viele Rechtsanwälte um Rat in Deiner Sache bitten kannst, denn anwaltlicher Rat ist heutzutage ja nicht umsonst.

Wie Du konkret und am besten aus der Sache rauskommst, kann Dir Theo Pütz - allerdings auch nicht unentgeldlich - verraten: http://www.drogenmpu.de/

Antwort
von aXXLJ, 37
Kommentar von MrHolly ,

Vielen Dank, hab da aber schon nachgefragt, da kam aber auch nichts präzises bei raus.

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