Frage von KleinerGnom6, 20

Führerschein bestanden. Trotzdem ein ungutes Gefühl?

Huhu

Ich habe vor zwei Tagen meinen Führerschein bestanden.

Theoretisch müsste ich mich freuen, was ich einerseits auch tue, aber irgendwie bin ich von meiner Leistung selber enttäuscht und bin unzufrieden.

Ich habe während der Prüfung einige Fehler gemacht, wie z.B beim Rückwärtsparken beim Lidl, hätte ich fast einen Pfosten mit dem Auto berührt und der Fahrlehrer hätte eingreifen müssen. Mein Fahrprüfer war nicht wirklich der allerfreundlichste und beide haben während der Fahrt keinen Ton miteinander geredet, was mich sehr beunruhigt hat. Dann bin ich im Kreisverkehr im 5. Gang gefahren und habe vor lauter Aufregung es nicht wirklich realisiert. Ausserdem bin ich beim Beschleunigungsstreifen um auf die Autobahn zu fahren, zu langsam gefahren, weil ich wohl etwas Angst davor hatte, das mich Niemand reinlässt und bin deswegen etwas vorsichtiger gefahren bis ich mir sicher war, das ich reinfahren kann. Das war so das gröbste. Die Strecke war einfach und wirklich nicht schwer. Als wir dann beim TÜV angekommen sind, hatte ich zwar kein mega gutes Gefühl, aber auch kein so schlechtes. Der Fahrpüfer hat mich dann aber ziemlich zur Sau gemacht, was natürlich auch berechtigt war. Er meinte dann nur, dass solche Fahrschüler einem echt ein Herzinfakt bereiten. Und ich dachte eigentlich auch nach all dem Anschiss, das ich es nicht gesschafft hätte. Trotzdem drückte er mir dann den Führerschein in die Hand und meinte nur, nehmen Sie ihn, bevor ichs mir anders überlege...

Ich habe mich zwar in dem Moment gefreut, weil ich es nicht erwartet hatte, aber dennoch habe ich jetzt ein mulmiges Gefühl...

Ich glaube nicht, dass Sie einen aus Mitleid einfach bestehen lassen.

Ich hatte schon 50 Fahrstunden hinter mir, was mir schon peinlich genug war, da ich zu Beginn halt sehr große Angst vor dem Fahren hatte. Das hat sich dann gelegt. Im Grunde bin ich auch sehr ruhig gefahren und eigentlich sicher. Ich hatte nicht das Gefühl, irgendjemanden gefährdet zu haben oder nicht gut genug auf den Verkehr geachtet zu haben.

Trotzdem fühle ich mich gerade etwas unsicher, weil ich dachte, meine Fahrweise wäre Ok, aber der Fahrprüfer fand es eher grässlich, als ansatzweise Gut..zumindest kam es so rüber...

Ich bin sowieso ein sehr perfektionisch veranlagter Mensch und ich mag es, wenn meine Arbeit die ich tue, gut ist und auch so bewertet wird. Wenn man dann aber nur mit einem "ausreichend" es schafft, ist das für mich nicht wirklich ein Grund stolz darauf zu sein.

Jeder wird wahrscheinlich sagen, jeder Vollidiot würde sich freuen und du heulst hier rum, aber mich hat das alles wie gesagt sehr verunsichert und ich weiß nicht, ob ich wohl besser hätte mich niemals mehr in ein Auto zu setzen, da wenn ich angeblich so schrecklich fahre, ich vielleicht doch irgendwann mal Jemanden gefährden könnte, was ich um Gottes Willen niemals möchte...

Wie waren eure Erfahrungen? War euer Fahrprüfer auch so unfreundlich?

Ich denke ein paar aufmunternde Worte würden mir Gut tun :(

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MagicalMonday, 12

Ich habe schon sehr viele Horrorgeschichten von verbitterten Fahrprüfern gehört. Dass so einer unfreundlich ist, ist keine Seltenheit.

Würdest du tatsächlich so schlecht fahren, dass es gefährlich wäre, hättest du den Führerschein nicht bekommen.

Wenn du ein paar kleine Fehler gemacht hast, lag das vermutlich daran, dass du in der Prüfungssituation einfach etwas nervös warst. Das geht wohl den meisten Menschen so.

Denke daran, dass viele Leute die Fahrprüfung auch nach mehreren Versuchen nicht schaffen. Und die sind neidisch auf Leute wie dich.

Immer alles perfekt machen zu wollen, ist unrealistisch und sorgt dafür, dass du am Ende nie wirklich mit dir zufrieden bist. Vermutlich ist es dir auch sehr wichtig, was andere Menschen über dich denken. Da hilft es, dir klar zu machen, dass andere Menschen genau so über dich denken, wie du über andere Menschen. Dann wird dir klar, dass andere Menschen im Endeffekt gar nicht so viel über dich nachdenken, wie du glaubst. Mit der Erkenntnis lebt es sich gleich viel lockerer.

Für deinen Fahrlehrer und für den Prüfer bist du nichts weiter als ein weiterer Fahrschüler, der seine Prüfung etwas holprig bestanden hat, und an den sie schon in Kürze nie wieder denken werden. Und mehr sollte es für dich auch nicht sein.

Ich würde dir außerdem raten, die nächsten Tage einfach mal zum Spaß mit dem Auto durch die Gegend zu fahren. Wenn dir niemand vorschreibt, was du als nächstes zu tun hast, fährt es sich viel entspannter. Das nimmt dir die paar Unsicherheiten, die du jetzt vielleicht noch hast.

Und nicht vergessen, abends das Licht einzuschalten. Das ist der häufigste Anfängerfehler. ;-)

Kommentar von KleinerGnom6 ,

Danke :) Das werde ich tun sobald es mir finanziell auch möglich ist.

Antwort
von JuliaaK789, 14

Ich weiß was du meinst. Mir ging es anfangs genauso. Ich hab in den Fahrstunden grundsätzlich größere Fehler gemacht und auch in der letzten Fahrstunde vor der Prüfung. In der Prüfung hatte ich dann irgendwie "Glück" sag ich mal und ich hab kaum etwas falsch gemacht. Mein Fahrlehrer meinte im Nachhinein dass er total erstaunt war wie gut ich plötzlich gefahren bin. Ich war mir aber ziemlich sicher, dass es eine Ausnahme war. 

Naja ich hätte also meinen Führerschein, aber ich war wirklich anfangs auf den Straßen so unglaublich unsicher und oft hätte ich Rat gebraucht was ich jetzt machen muss und wie ich schalten soll, aber da war ja niemand mehr. 

Mit der Zeit legt sich das Gefühl und man wird sicherer auf den Straßen, versprochen!

Ich denke nicht, dass du deinen Führerschein bekommen hättest, wenn du total schlecht gefahren wärst und es gefährlich geworden wäre. Also von daher freu dich über den Führerschein und sei einfach aufmerksam und vorsichtig beim Fahren!

Antwort
von brenno, 10

Es ist ganz normal, dass man sich auch nach der bestandenen Führerscheinprüfung noch unsicher am Steuer führt. All das wissen was man nun erlangt hat, und von einem Tag auf den anderen perfekt im Straßenverkehr umsetzen können. Zumindestens so, an keinen Unfall baut. Regel Nummer 1 ist daher sich selbst und andere im Straßenverkehr nicht zu gefährden.

Antwort
von Eklob, 11

Ich hatten 20 Stunden das war das Minimum. Ich hatte auch einige kleine Fehler, aber nichts schlimmes. Ich bin 2 Tage später mit meinen Eltern mit dem Wohnwagengespann nach Spanien gefahren Auto & Wohnwagen waren so um die12 m lang. Du mußt jetzt fahren und fahren, damit du Praxis bekommst. Fahr mal über Land auch Autobahn in der Stadt und die Standards Einparken usw. Dann wird es schon. Nimm mal bei einem Fahrtraining teil. Da wirst du so richtig sicher. 

Antwort
von 3runex, 10

Dass der Prüfer einen "zur Sau" macht finde ich schon etwas krass. Aber sei's drum. Es gibt genügend gute Fahrschüler die durchfallen und schlechte Schüler, die es sofort schaffen. Ich denke, dass die allermeisten bei der Prüfung etwas schlechter und unruhiger fahren, als nur mit dem Fahrlehrer alleine. Bei meiner Prüfung bin ich auch die ersten 5 Minuten im Schneckentempo gefahren, bis ich dann etwas lockerer wurde. Ich habe die Prüfung zwar beim ersten mal bestanden, aber ich hätte auch genauso gut 3 mal hintereinander durchfallen können. Ich habe von Leuten gehört, die durchgefallen sind, weil sie nicht beim STOP Schild gewartet haben oder nicht Platz für einen Krankenwagen gemacht haben. Es ist manchmal wirklich eine Glückssache, welchen Prüfer man kriegt, wie der Verkehr ist... Wenn man dann aber den Führerschein hat und alleine fährt, dann fährt man auch automatisch besser und sicherer, weil man nicht mehr unter Druck steht. Deine Lernphase geht immer noch weiter - bei jeder Fahrt wirst du Erfahrung sammeln und je öfter du fährst, desto sicherer wirst du. Wenn du wirklich große Angst vor Fehlern im Straßenverkehr hast, kannst du ja auf ein Automatik Getriebe umsteigen und kannst dich dann so besser auf den Straßenverkehr konzentrieren.

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