Anlaesslich des 50. Geburtstages des EU wuerd ich gern mal wissen wie Ihr Europa seht, und ob Ihr Euch Europaeisch fuehlt?

ich komme aus der nürnberger gegend u fühle mich in erster linie fränkisch. ich lebe hier, ich geh hier arbeiten, ich kenn die kultur. mit europa hab ich doch recht wenig zu tun u fühl mich deshalb auch nicht europäisch.
Ich finde, diese Frage kann man nicht einfach mit ja oder nein beantworten. Ich fühle mich durchaus als Europäer, wenn ich zum Beispiel in Afrika oder Asien bin. Ich spüre auch die europäische Kultur, wenn ich französische Kathedralen oder italienische Burgen ansehe. Und ich fühle mich auch in den Baltenstaaten, in Polen und Tschechien als Europäer, weil mich auch dort vieles an unsere gemeinsame Kultur erinnert. Und ich fühle mich ganz besonders als Europäer, wenn amerikanische Politiker über das "alte Europa" lästern, weil wir uns noch gut erinnern, was Kriege und Überfälle auf fremde Staaten bedeuten. Schade aber, dass die EU zu schnell gewachsen ist, ohne vorher die Regeln für unser Zusammenleben festzulegen.
Ich fühle mich auch als Europäer, neben meiner regionalen und nationalen Herkunft. Das hat weniger mit der Organisation EU zu tun, sondern mehr mit dem Gedanken Europa. Im Gegensatz zu den USA ist Europa sozialer, vereinigt viele Kulturen und ist friedensbewahrend.
PatBo am 25. März 2007 22:14 Große europäische Friedensbewahrer: Großbritannien, Spanien, Polen?

Ich fühle mich nicht "europäisch", obwohl ich schon sehe, was wir als Exportnation von der EU haben.
Viele Argumente, die hier gebracht wurden, kann ich persönlich nur wenig nachvollziehen:
Als Norddeutscher mit einem Hang zu Skandinavien habe ich nichts von der "gemeinsamen Währung", da unsere nördlichen Nachbarn zu schlau waren, hier mitzumachen.
Die Grenzkontrolle in England ist genauso pingelig, wie sie immer schon war.
Eine gemeinsame Regierung haben wir nicht und das von uns gewählte Europäische Parlament hat kaum etwas zu sagen.
Wenn ich heute hörte, dass der polnische Ministerpräsident knapp eine Stunde nachdem er die "Berliner Erklärung" unterzeichnet hatte, den Medien zu Protokoll gab, er halte sie für völlig unrealistisch, dann frage ich mich, was das ganze aufwendige und teure Kaspertheater eigentlich sollte.
Kulturell fühle ich mich selbst den Indern näher als etwa den Bulgaren oder Rumänen.
Wenn ich höre, dass in Kürze alle möglichen ex-jugoslawischen Reststaaten dazu gehören sollen, die sich zur Zeit nur deshalb nicht "offen" bekriegen, weil dort noch reichlich fremde Truppen für Ruhe sorgen, dann wird mir schlecht.
Wenn ich sehe, wie sich alle Politiker winden wie die Aale, wenn es darum geht, einmal die Grenzen Europas zu definieren, dann, so fürchte ich, werden auch Israel, Marokko, Algerien, ... eines Tages Mitglieder werden.

Kein Stückchen ein Europäer. Jedes Volk hat seine Kultur, Sprache und Tradition. Und MULTIKULTI funktioniert nicht, wie wir z.Bsp. in Berlin sehen. Auch nicht mit unseren Nachbarn. Es ist interessant in andere Länder zu fahren, andere Sitten und Kulturen kennen zu lernen, aber dabei bleibe ich doch immer ein Deutscher in positivem Sinne.
Mit einem gesunden Nationalgefühl, was in Deutschland durch seine Geschichte oft problematisch angesehen wird, kann man sich dann auch durchaus mit etwas größerem identifizieren, oder?

Ja, ich denke und fühle europäisch.
Im Gegensatz zu Kabark finde ich auch, dass wir längst in einem Vereinigten Europa leben.
Natürlich können alle diese verallgemeinerten Aussagen von mir durch Spitzfindigkeiten auseinandergenommen werden -- und natürlich ist es schade, dass die Schweiz noch nicht "im Boot" ist, aber das wird schon ...
Wenn ich bedenke, dass Karolus Magnus mit der Idee schon sehr weit war und dass es soo lange gedauert hat, bis 1957 der Grundstein gelegt wurde, dann habe ich viel Geduld.
Kabark am 24. März 2007 13:10 Deine Antwort ist gut, Ulf! Aber: Wir haben ja noch nicht mal 'ne gemeinsame Sprache... ;-)
UlfDunkel am 24. März 2007 13:19 Doch, klar - Englisch. Wurde 1936 als Weltsprache festgelegt und sowohl die deutschen Abgesandten als auch die Esperanto-Vertreter haben dafür gestimmt.
Diverse Softwareprojekte, die eine Mittelsprache für die immense Übersetzungsarbeit in den EU-Gremien entwickeln und damit die Übersetzungskosten verringern sollte, wurden wieder eingestellt. Esperanto kann als Mittelsprache dienen. Aber alle Europäer verstehen Englisch und viele empfangen wesentliche Fernsehprogramme nur in Englisch und leisten sich keine Synchronisierung wie wir Deutschen.
Kabark am 24. März 2007 13:24 Richtig. Aber so habe ich "gemeinsam" eigentlich nicht gemeint...
Kolibri am 24. März 2007 13:25 Haben wir doch! Esperanto
Leider wird diese in den Schulen immer noch nicht gelehrt und von viel zu wenigen gesprochen!
Kabark am 24. März 2007 13:30 Man kann doch dieses Kunstprodukt nicht allen Ernstes als Gemeinsamkeit werten wollen...
UlfDunkel am 24. März 2007 13:36 Denn die von oben verordnete neue deutsche Rechtschreibung? ;-)
Esperanto ne nur estas la lingvo internacia, sed ankau helpo por lerni aliajn lingvojn.
Kabark am 24. März 2007 13:37 Wie belieben?
Albert am 24. März 2007 13:40 Beiträge dürfen nur in deutscher Sprache verfasst werden.
UlfDunkel am 24. März 2007 14:12 Der Beitrag enthielt auch deutsche Sprache. Der Esperanto-Satz war als Beispiel für ein Unterthema dieser Frage zu verstehen. Hier werden auch des öfteren englische oder französische Zitate und Textbeispiele gebracht.
Die Übersetzung ist so banal wie die Sprache selbst:
Esperanto ist nicht nur 'die internationale Sprache', sondern auch eine Hilfe beim Lernen anderer Sprachen.
Kolibri am 24. März 2007 14:18 Das habe ich jetzt sogar sinngemäß verstanden! :))

Nein, ich fühl mich auch nicht als Europäer. Bringt nur zusätzliche Probleme aller Art mit sich. Deutschland sollte sich lieber erstmal mit voller Kraft auf die Probleme im eigenen Land konzentrieren, anstatt sich zusätzliche Probleme durch andere Länder aufzuhalsen.
UlfDunkel am 24. März 2007 13:32 Ola Rodriguez.
Was haben die Probleme Deutschlands mit der Frage zu tun? Versteh ich nicht.

Wenn wir dereinst die Vereinigten Staaten von Europa haben (Himmel hilf)...dann könnte man sich evtl. als Europäer fühlen. Jetzt jedenfalls ist es ein zusammengekleistertes Konglomerat aus sehr eigenständigen Nationen und ein "United Europe" wirds imho nie geben...

Als Schweizer kann ich da leider nichts dazu beitragen.. !
Ich fühle mich als Deutsche.Nicht als Europäerin. Vielleicht das einzige Gute: im Urlaub haben wir alle eine Währung, auch wenn ich mir die DM zurück wünsche! Wir haben unsere eigene Sprache, unsere eigene Kultur. Europa ist teilweise doch nur etwas hausgemachtes.

Nein,ich fühle mich nicht europäisch.Trotz der EU vertritt doch jeder Staat zuerst mal seine eigenen Interessen und denkt nicht wirklich "europäisch".
UlfDunkel am 24. März 2007 13:17 Die Begründung passt nicht wirklich. Denn dann wären wir Deutschen sicher nicht die größten Nettozahler in der EU.

Nein, ich fühle mich überhaupt nicht als Europäer.
Übrigens geht mir das EU-Gequatsche der Politiker langsam auf die dreizehn.