Frage von PeterLustig1999, 107

Fühle mich einsam, obwohl ich das gar nicht bin... Was soll ich tun?

Guten Abend.

Seit meine Freundin vor einiger Zeit Schluss gemacht hat, fühle ich mich ständig nur noch einsam. Besonders schlimm ist es aus irgendeinem Grund geworden, als ich vor kurzem erfahren habe, dass sie mir während unserer Beziehung sogar mit zwei weiteren Typen fremd gegangen ist. Und langsam halte ich es einfach nicht mehr aus, es macht mich einfach fertig...

Ich würde liebend gerne mit einer Person darüber sprechen, der ich vertrauen kann, nur habe ich zur Zeit einfach keine Freunde, also bin ich ständig nur daheim, und es fällt mir außerdem unglaublich schwer, nach allem, das ich mit meinen jungen 17 Jahren bereits erlebt habe, noch Jemandem zu vertrauen.

Mit meiner Ex hat es alleine schon zwei Monate gedauert, bis ich ihr genug vertrauen konnte, um ihr zu sagen, wie es mir wirklich geht, um ihr nicht wie allen anderen Menschen vorzugaukeln, dass es mir gut geht, obwohl das nicht immer der Fall ist, wir waren da allerdings auch noch nicht zusammen.

Es fällt mir auch unglaublich schwer, irgendwo zu sein, wo viel los ist, oder wo viele Menschen sind. Mit mehr als drei Menschen bin ich bereits überfordert, und zu viele Menschen bedeuten für mich einfach nur Stress. Stress, mit dem ich nicht umgehen kann. Daher treffe ich mich mit einer Person lieber alleine, gehe nicht feiern, nicht oft in die Stadt oder unter Menschen, und bin eigentlich zum Großteil nur daheim, alleine.

Wenn ich zu viel Stress habe, wird mir einfach verdammt unwohl, ich bin total abwesend, ect. Ein mal hatte mich ein "Kollege" dazu überredet, mit ihm in die Disco zu gehen. Ein mal. Eine Dreiviertelstunde später durfte er mich dann halb nach Hause schleppen, weil ich einen Nervenzusammenbruch hatte, mir schlecht war, und meine Beine nicht mehr wollten. Ich war überall am Zittern und total neben der Spur. Danach hat er das bei seinen Freunden rum erzählt, außerdem erzählte er, wie abnormal ich sei, und dass sie sich ja nicht mit mir anfreunden sollten. Ich hab den Typen zur Sau gemacht.

Aufgrund meiner Erlebnisse kann ich Jungs mittlerweile auch gar nicht mehr vertrauen männliche Freunde sind für mich einfach undenkbar geworden, von daher suche ich eher nach Mädchen.

Aber wann immer ich versuche, eine Person in ein Gespräch zu verwickeln, werde ich ignoriert, blöd angemacht, beleidigt, aufgrund meines Aussehens und meiner Interessen direkt als Freak und/oder Langweiler abgestempelt.

Klar, ich habe soziale Schwächen, ich kann zum Beispiel nicht gut nachvollziehen, was andere denken, was sie meinen, was sie wollen, wie sie sich fühlen, diese gesamte Empathie-Sache fällt mir unglaublich schwer, und deswegen brauche ich einfach oft Starthilfe, weil ich alleine nicht so wirklich klar komme da, und den Erwartungen der meisten Menschen einfach nicht gerecht werde.

(Der Rest steht in einer der Antworten, weil der Platz innerhalb der Frage nicht mehr ausreichte)

Antwort
von PeterLustig1999, 61

Außerdem ist nicht nur das Problem, dass keiner mit mir zu tun haben möchte, sondern auch, dass ich alleine schon über drei Viertel der Mädchen einfach unsympathisch finde, sie kommen gar nicht erst in Frage für eine einfache Freundschaft.

Dabei ist alles, was ich will, eine gute, vielleicht auch feste Freundin, mit der man auch mal über meine Interessen quatschen kann, oder die vielleicht sogar ähnliche Interessen (Informatik, Programmierung, Gaming, PC allgemein, Badminton) hat, die versteht, dass ich ein schwieriger Mensch bin, und hin und wieder auch mal Starthilfe benötige, gerade im sozialen Bereich, die freundlich ist, sich auch einigermaßen ausdrücken kann, und sich nicht anhört wie so ein Deutschrapper (tut hier leider ungelogen mehr als die Hälfte aller Mädchen), und die mir einfach auch mal das Gefühl gibt, dass ich als Person etwas wert bin, dass ich mich nicht vor der Gesellschaft verstecken muss, sondern mindestens genau so toll und kompetent bin, wie jeder andere Mensch auch.

Dabei scheitert es schon an alltäglichen Situationen bei mir. Ich rede kaum mit Menschen, wirke aber zumindest freundlich, wenn ich mich dazu entschließe, etwas zu sagen, ich ziehe mich eher ein wenig zurück, suche mir besonders in der Schule stille Ecken, im Unterricht sowie in den Pausen, weil alles andere einfach nur stressig und anstrengend für mich ist, beim Busfahren setze ich mich nie hin, aus Angst, jemand Fremdes könnte sich neben mich setzen, weil auch das eine Situation ist, mit der ich nicht klar komme, und die mich überfordert, ich gehe fast nie in die Stadt, nur wenn es wirklich nötig ist, weil mir die Menschenmengen zu viel sind, und generell bin ich fast nur alleine irgendwo.

Dabei will ich Kontakt zu ein, zwei anderen, tollen Menschen, dabei bin ich, wenn ich anfange, einer Person zu vertrauen, ihr gegenüber ein echt geselliger, aufgeschlossener und freundlicher Mensch, und dabei bemühe ich mich so sehr, endlich ein paar nette Menschen kennen zu lernen. Aber es klappt einfach nicht, weil jeder Ort, an dem ich tolle Menschen kennen lernen würde, für mich einfach zu anstrengend ist. Selbst beim Badminton spiele ich nur Einzel, und nur widerwillig Doppel, weil ich einfach nicht kapiere, was mein Mitspieler von mir erwartet, wie er spielt, und weil ich eher wenig Rücksicht auf so etwas nehmen kann, ohne zu wissen, was Sache ist.

Generell habe ich einfach zur Zeit das Gefühl, mehr zu Technik hingezogen zu sein, als zu anderen Menschen. Die Technik belügt mich nicht, sie erwartet nicht so viel von mir, sie kann sich an mich anpassen, sie ermöglicht mir Kontakt zu anderen Menschen, ohne mich gleich in riesige Mengen zu stürzen.

Meine gesamte Identität, man kann fast sagen, mein gesamtes Leben habe ich mir mittlerweile im Internet und in Videospielen aufgebaut, weil ich mich dort wohl fühle, weil ich mich dort verstanden fühle. Nur trotzdem fühle ich mich ohne Freunde (und damit meine ich wirkliche Freunde, mit denen man sich treffen kann, die in meiner Umgebung wohnen) an meiner Seite einfach einsam. Ich habe mehrere Zockerkollegen, meine Familie, ect, alle sind da. Nur Freunde, das fehlt mir noch im Herzen.

Und ich weiß einfach nicht, was ich noch tun soll, und ich fange langsam einfach an, wirklich zu verzweifeln, weil ich nicht mehr weiter weiß, weil das einfach allles zu viel wird. Also frage ich nun hier, was kann ich noch tun, wie soll ich all dem noch entgegen wirken? Ich bedanke mich schon mal recht herzlich für alle, die sich die Zeit genommen haben, sich meinen Roman hier durchzulesen, und die mir helfen wollen.

Gruß an alle

Expertenantwort
von Majumate, Community-Experte für Liebe, 28

Hallo, 

wir waren bereits bei deiner letzten Frage so weit, dass psychologische Hilfe für Dich sicher kein Fehler wäre. Ich weiß um dein Problem, das Du hast, wenn es um das Vertrauen gegenüber anderen geht - insbesondere, wenn es ältere Menschen sind. 

Ich lehne mich nicht so weit aus dem Fenster, dir hier irgendeine Krankheit zu diagnostizieren, obwohl mir bei unserer letzten "Unterhaltung" im Laufe der Zeit auch einiges durch den Kopf geschossen ist. Das kann aber nur ein Arzt bzw Therapeut dir sagen, ob überhaupt etwas in der Art bei dir vorliegt. 

Das Problem ist, dass du hier auch nur die Anregung bekommen wirst, dir Hilfe zu suchen. Schlussendlich liegt es an dir, ob du es schaffen kannst, über deinen Schatten zu springen und das in Angriff zu nehmen. 

Hast du denn auch keinen Hausarzt, den Du schon länger kennst und dem Du vertraust? Falls doch - vielleicht wäre das eine erste Anlaufstelle. Ansonsten bleibt es dir überlassen, ob du es auf dich nimmst, dir mal ein paar Therapeuten anzusehen und dabei abzuwägen, ob einer dabei ist, dem du mit der Zeit Vertrauen entgegen bringen kannst. Du musst ja nicht gleich los legen, sondern kannst es langsam angehen. Ein richtig guter Therapeut wird dir die Zeit geben, die Du brauchst. Vielleicht ist es auch nicht schlechter, wenn du dich nach einer Therapeutin umsiehst, wenn es dir bei einer weiblichen Person besser gehen sollte. 

Es erfordert in deinem Fall eine Menge Mut, aber es wäre ein lohnender Schritt. Dir ist bewusst, dass du einige Probleme hast, die Du alleine nicht bewältigen kannst. Wenn du aber diesen Mut aufbringen kannst, kannst Du Dich Schritt für Schritt daraus befreien. 

Alles Gute. 

LG 

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Ja, wir hatten ja bereits miteinander zu tun, wir kennen uns bereits. Ich habe ja bereits erwähnt, dass es schwierig für mich ist, solche Hilfe in Anspruch zu nehmen, und ich habe mich tatsächlich nach unserem letzten Gespräch im Internet umgesehen, welche Psychologinnen es hier in der Nähe gibt. Die nächste wäre in einer Stadt, die ca eine halbe Stunde von hier weg ist.

Ich persönlich muss sagen, ich habe keine Probleme damit, wenn solche Fahrten auch mal etwas weiter weg gehen, das Problem ist nur die Fahrt an sich. Die Zuglinie zu der Stadt ist immer ziemlich voll, und mit dem Bus würde ich ganze anderthalb Stunden brauchen, wo ich ehrlich sagen muss, ich habe mit meiner Zeit noch besseres zu tun, als anderthalb Stunden im Bus zu sitzen, der obendrein auch noch überfüllt ist, und wo ich mindestens zwei Mal umsteigen muss.

Einen Hausarzt habe ich, ja. Nur so wirklich vertrauen tu ich ihm auch nicht. Selbst wo es dann bei der J1 darum ging, mich untersuchen zu lassen, da wird bei den Jungen zum Beispiel auch der Hoden auf Krebs überprüft, und selbst da habe ich mich schon geweigert, das machen zu lassen, den abtasten zu lassen. Ich habe ihm auch nicht davon erzählt, dass ich diese Probleme mit anderen Menschen habe, und dass es mir mittlerweile bereits öfter grottig ging deswegen.

Kommentar von Majumate ,

Hallo, 

das ist doch schon ein erster Schritt. Ich finde es gut, dass du das schon einmal aufgegriffen hast. Ist der Zug denn immer so voll oder gibt es auch Zeiten - zB außerhalb der Pendlerzeiten - wo es einigermaßen entspannt wäre, so dass du es nutzen kannst? 

Und was die Busfahrt anlangt - es ist schon klar, dass das sehr aufwendig ist und unter Umständen auch entnervend. Aber andererseits - es ist ja nicht täglich zu bewältigen. Und es wäre sicherlich lohnend, wenn du dafür ein befreiteres Leben führen könntest, das es dir ermöglicht, in einen vollen Zug einsteigen zu können, ohne darüber nachzudenken oder ausgehen zu können, ohne einen Nervenzusammenbruch zu bekommen, weil du dich von diesen Menschenansammlungen erschlagen fühlst. 

LG 

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Leider gibt es diese Zeiten nicht. Die Zuglinie ist grundsätzlich immer gut besucht, weil es die einzige, wirklich gute Verbindung zu der genannten Stadt ist. Die einzige Alternative habe ich ja bereits genannt. Natürlich ist der Bus aber auch überfüllt, weil er an vielen Zwischenhaltestellen hält, die viele eben nutzen müssen. Das ist auch die gleiche Linie, die ich immer 20 Minuten lang zur Schule nehme, und grundsätzlich, auch dieser Bus, der ist immer gut besucht. 

Ich meine, selbst die Busfahrt zur Schule ist für mich schon ein Abenteuer, und das sind nur 20 Minuten. Ich glaube, anderthalb Stunden lang packe ich das einfach nicht.

Kommentar von Majumate ,

Hallo, 

dann solltest du dich zu allererst mal bei deiner Krankenkasse erkundigen, welche Voraussetzungen du erfüllen musst, damit dir eventuell ein Taxitransport dort hin - zumindest eine Zeit lang - finanziert wird. Bei bestimmten Voraussetzungen besteht eventuell eine Möglichkeit. 

LG 

Kommentar von Majumate ,

PS: Bei der Gelegenheit könntest du dich alternativ erkundigen, ob es auch Psychologinnen/Psychotherapeutinnen gibt, die Hausbesuche machen. 

Antwort
von Schnaps123, 37

Das klingt fast so als wärst du autistisch 👌. Denk mal an was anderes. Geh mit Kollegen einen trinken oder zock ne runde COD oder andere spiele

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Ich weiß es nicht genau, aber es kann sein, ja. Ich kann zur Zeit einfach an nichts anderes denken, zumal ich nicht mal wirklich Kollegen habe, um mit ihnen einen trinken zu gehen, geschweige denn Lust dazu habe, einen zu trinken. Und einfach nur Zocken bringt mich in der Situation auch nicht wirklich weiter...

Antwort
von PicarderKoenig, 19

Klingt irgendwie ein bisschen nach Borderline oder Autismus

Kommentar von PeterLustig1999 ,

Das kann alles sein, ich habe mich bisher nur nicht danach erkundigt beim Arzt/Whatever, und irgendwelchen Diagnosen aus dem Internet traue ich grundsätzlich nicht, solche Ferndiagnosen können zutreffen, tun es aber, laut eigenen Erfahrungen, in den wenigsten Fällen.

Kommentar von PicarderKoenig ,

deshalb sag ich ja "klingt nach", natürlich kann man das nicht über das Internet beurteilen

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