Frage von Lollixo, 97

FSJ-Seminare trotz sozialer Phobie?

Hi, ich möchte unbedingt ein FSJ machen, habe jetzt aber erfahren, dass zu einem FSJ 5 Mal 5 Tage lange Seminare gehören, in denen man selbstverständlich auch übernachten muss. Die Sache ist, dass ich eine soziale Phobie habe, am aller Schlimmsten ist es, wenn ich mit anderen Menschen essen und trinken muss. Ich fange an zu zittern... Und ich habe eben dann Angst, dass die Leute das sehen und ich mich blamiere... Ich will es machen, aber ich weiß nicht, ob das dann doch ein Schuss in den Ofen wird. Meine Frage: Wie soll ich am besten vorgehen, wenn ich die Chance bekomme und zusage? Wie soll ich mich verhalten? Ich will ja an mir wachsen. Aber ich will nicht, dass das dort total die Katastrophe wird. Blöde Krankheit:/

Antwort
von bigbang92, 33

Hallo Lollixo,

während einem FSJ Seminar verbringt man sehr viel Zeit mit anderen Menschen und den Betreuern. Diese Erfahrung kann ich nur empfehlen und macht auch sehr viel Spaß. Natürlich kann deine Krankheit ein Hindernis sein aber du hast auch die Möglichkeit dich mal zurück zu ziehen, wenn du merkst es geht nicht mehr. Du sollst dich zwar nicht komplett isolieren aber manchmal braucht man die Zeit für sich alleine. Du musst auch nichts gegen deinen Willen machen, wenn du bestimmte Aktivitäten nicht machen möchtest dann wird das auch in der Regel akzeptiert. Wenn du dich überwinden kannst dann spreche am besten gleich mit deinen Betreuer vor Ort. Normalerweise werden sie das berücksichtigen. Es gibt auch die Möglichkeit das Seminar aus Krankheitsgründen frühzeitig abzubrechen, aber versuche es trotzdem. Vielleicht hilft es dir ein bisschen mit deiner Erkrankung besser klar zu kommen. Ich hoffe das du dich dazu entschließt dieses Seminar zu besuchen.

Seminare sind Arbeitszeiten d.h. entweder du musst dort auftauchen oder du kannst dich auch für eine  Woche krank melden, natürlich nur wenn du auch wirklich krank bist - gelber Schein. Du kannst es ja mal in der ersten Woche probieren und schauen wie sich das entwickelt  

Kommentar von Lollixo ,

Solche Menschen wie dich braucht die Welt. Ich weiß, dass manche Leute sich absichtlich krankschreiben lassen - was ich nicht sehr toll finde. Ich möchte das FSJ voll und ganz durchziehen, auch wenn ich mich mal hier und da blöd anstelle. Zumindest war ich da und habe es versucht. Vielen lieben Dank für deine tolle Antwort! Menschen sollte man ermutigen, nicht runterziehen.<3

Antwort
von fsjhilfe, 24

Bei mir war es auf den Seminaren immer die selbe Gruppe. Da würde ich an deiner Stelle drauf achten, denn nach ein paar Tagen findet man da schon Leute, mit denen man sich wohl fühlt. Gibt auch Träger, welche Seminare immer mit anderen Leuten besetzen, das stelle ich mir an deiner Stelle schwerer vor. Ich würde deine Betreuung vom Träger informieren und vielleicht fragen, ob die sich am Anfang zu dir setzt. Mit der Zeit wirst du Leute finden, dann kannst du dich ja weg setzen. Da es ein soziales Jahr ist ticken die Leute meist ähnlich und ich denke das wird niemand zum Anlass nehmen zu lachen oder dich auszugrenzen. Hab viel Spaß, ein FSJ kann einen gut weiter bringen Emotional und was Erfahrungen angeht.

Antwort
von Chelog, 47

Du darfst dich nicht so auf deine Krankheit versteifen, wenn du dich in der Situation darauf konzentrierst wird es nur schlimmer. Sieh es als Training, am Anfang zitterst du, aber mit der Zeit wenn du die Leute kennenlernt, wirst du auch normal mit ihnen essen und trinken können.

Und wenn dich jemand dumm anschaut kannst du ja sagen, dass du manchmal einfach so zitterst, das sind auch alles nur Menschen und die werden dir nicht den Kopf abreißen. Ich persönlich finde das mit dem Zittern gar  nicht schlimm :)

Kommentar von Lollixo ,

Danke! Danke! Danke! Sowas wollte ich lesen!:) Ich werde es versuchen und wenn es anfangs nicht so recht klappt, ist es halt so. Tolle Antwort.<3

Kommentar von Chelog ,

Bitte :) Lass dich nicht entmutigen, wenn es nicht sofort besser wird, aber mit jedem Mal, bei dem du mit anderen Leuten isst, wirst du selbstsicherer. Ich drücke dir die Daumen für dein FSJ!

Kommentar von Lollixo ,

Vielen lieben Dank!<3 Ich würde deine Antwort so gerne als die hilfreichste markieren, aber irgendwie klappt das nicht.:'(

Antwort
von AuroraRich, 62

Du machst ein F SOZIALES J und hast Angst, dass andere sich über die lustig machen? Die meisten dort arbeiten mit Menschen die Einschränkungen haben. Und bei uns waren die Seminare Pflicht, weil da wichtige Dinge geklärt wurden. Man durfte einmal fehlen. War bei der Diakonie.

Auch in der Arbeit kann es sein, dass ihr zusammen Mittag esst, das sollte dir klar sein. Je nach Einsatzstelle.

Kommentar von Lollixo ,

Ich habe auch nicht vor zu fehlen... Wieso hast du denn gefehlt?:/

Kommentar von AuroraRich ,

Ich habe gar nicht gefehlt. Andere haben gefehlt, aus Krankheitsgründen zum Beispiel.

Die Seminare waren toll und zwar wirklich toll. Bei uns waren es 2 Betreuer und eine tolle Gruppe an FSJlern und BUFDis. Jeder hat seine Wehwehchen, jedem fällt irgendwas schwer. Mir auch das Essen vor anderen, ich kann es aber nur sehr eingeschränkt.

Kommentar von Lollixo ,

Du hast also auch dieses Problem und hast es trotzdem gemacht? Toll!:D

Kommentar von AuroraRich ,

Ja. Wenn es fremde Menschen sind, dann esse ich meist super wenig. Das erste Seminar war darum auch etwas anstrengend. Aber da man (also wir) die Seminare immer mit den selben Leuten hatten und das echt eine lustige Truppe war, waren sie beim zweiten Treffen eben nicht mehr so fremd. Und mir fällt es nicht so schwer, vor Freunden zu essen.

Beim trinken fällt es mir allerdings nicht schwer, ich trinke aber auch nur Wasser.


Für mich ist es auch auf der Arbeit jeden Tag eine Herausforderung in der Kantine zu essen und ich kann das nur, wenn ich bei jemandem sitze, den ich mag. Ist halt so, Menschen haben ihre Ticks.

Kommentar von Lollixo ,

Familie und Freunde waren für mich nie ein Problem, man kennt sich doch so sau gut<3 Ja, man muss daran arbeiten.

Kommentar von AuroraRich ,

Also ich würde unter Umständen mit den Betreuern des FSJs darüber sprechen, also dass es dir schwer fällt. Vielleicht können die dir ja irgendwie helfen.

Ansonsten sollte man es einfach trainieren. Ich konnte früher nicht mal einkaufen gehen, oder mit dem Bus fahren oder mit dem Zug. Mit fällt das auch heute noch nicht leicht, ich kriege manchmal Schweißausbrüche oder zittere und fühle mich unwohl, aber ich kann es. Und das hat halt 10 Jahre gedauert, bis ich nicht mehr so eingeschränkt bin. Und es wird immer besser.

Kommentar von Lollixo ,

Ah okay, sowas kenne ich zum Beispiel gar nicht^^ Es ist wohl bei jedem anders ausgeprägt, aber etwas tun kann wohl jeder!<3

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten