Frage von Sunygirl7777774, 294

Frührente mit 36 Jahren wegen Burnout aber Vollzeitstudium mit 450 Eurojob?

Ich kenne jemand, die mit 36 Jahren wegen Burnout Frührente bezogen hat.

Im Sommer diesen Jahres machte sie in einer Konditorei ein Praktikum (2.30 Uhr Arbeitsbeginn), um zu sehen, ob sie nicht bei der Rentenversicherung eine Umschulung als Konditorin beantragen kann (3 Mal pro Woche). (Mir ist es schleierhaft, wie das mit einem Burnout gehen soll. Solche Arbeitszeiten sind bei so einer Vorerkrankung nicht gut), plus Nachhilfeunterricht (ca.2 Stunden wöchentlich) plus ehrenamtliche Tätigkeit (4 Stunden pro Woche) und eines 450 Euro-Jobs (16 Stunden pro Woche). Also locker eine 40 Stundenwoche.

Seit Herbst studiert sie in Vollzeit, am Wochenende hat sie den 450 Eurojob plus die ehrenamtliche Tätigkeit. Bei mir stellt sich die Frage, wie das mit einem Burnout gehen soll.

Ist das wirklich rechtens? Ich bin der Meinung, wenn wer so eine Belastung standhält, braucht keine Rente. So jemand kann arbeiten gehen. Wie seht ihr das?

Antwort
von Narave, 184

du kannst nicht in die psyche eines burnoutkranken reinschaun. eigentlcih müsste sie mind.6 wochen krankgeschrieben sein, in begleitung von psychologischer hilfe. es ist ja nicfht der sinn der sache sich von dem stress und der ausgebranntheit 2 monate zu erholen und nach nem halben jahr wieder im gleichen loch zu stecken, weil keine präventionsarbeit geleistet wurde... es gibt z.b. manische depression, die leute sind eigentlich kreuzunglücklich und antriebslos und haben aber immer wieder "hochs", sind dann unglaublich motiviert, leistungsfähig und machen nen fröhlichen eindruck.

Kommentar von Sunygirl7777774 ,

Manisch ist sie nicht.

Kommentar von Sunygirl7777774 ,

aber sie hat mir ins Gesicht gesagt, dass sie vollbelastbar ist und die Frührente nur deshalb beantragt hat, weil sie sonst ins HarztIV gefallen wäre. Ich finde das nicht richtig. So was nennt man Sozialbetrug.

Antwort
von DerRumpelrudi, 181

Frührente gibt es mit 36 Jahren bei Burnout nicht. Lediglich eine befristete (meist 3 Jahre) volle Erwerbsminderung (nach über 1/2 Jahr Krankheit).

Das bedeutet, dass sie neben der vollen Erwerbsminderung durchschnittlich bis zu 3 Stunden am Tag bei einem 450 EUR-Job arbeiten darf. Das ist vom Gesetzgeber so gewollt, damit der Kranke wenigstens etwas für seine Rentenversicherung (Arbeitgeberbeitrag) tun kann.

Die steuerfreie Zuverdienstgrenze (8472 EUR/Jahr (Existenzminimum)) ist zu beachten. Bei Verheiratete das Doppelte.

Entgeltlose Tätigkeiten kann sie so viel machen, wie sie schafft. Eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten ist kein Arbeitslohn weil das nur den eigenen Aufwand ausgleichen soll. Der steuerfreie Nebenverdienst über die Ehrenamtspauschale liegt bei bis zu 720 Euro pro Jahr. Zusätzlich besteht die Möglichkeit durch die Übungsleiterpauschale von 200 EUR monatlich sich über Vereine ehrenamtlich etwas dazuzuverdienen.

Alles natürlich zusätzlich zu dem 450 EUR-Job. Für die Erwerbsminderungsrente ist das schadlos.

Wie ich sehe, alles legal und keinesfalls ein Sozialschmarotzer. Wie sie das aber mit einem Vollzeitstudium erreichen will ist mir schleierhaft. Der gesundheitliche Rückschlag wird wohl kommen. Vielleicht überschätzt sie sich, weil sie noch unter Medikamenteneinfluss steht ?

Expertenantwort
von Kristall08, Community-Experte für Studium, 198

Neid ist so eine furchtbar hässliche kleine Sache... 3:)

Du verkennst da so einiges. Um wirklich bis ans Ende seiner Tage eine Rente zu beziehen, reicht ein Burnout mit 36 Jahren sicher nicht. Da bekommt man was für eine Zeit, muss sich aber dann in regelmäßigen Abständen dem medizinischen Dienst präsentieren, um die weitere Bedürftigkeit zu überprüfen. Ein Vollzeitstudium wird sich dann kaum verbergen lassen.

Zudem ist ein Burnout nix Unheilbares. Man kann durchaus wieder so gesunden, dass man voll einsatzfähig wird. Das wissen auch die Rentenkassen.

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