Fristlose Kündigung wirksam?

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4 Antworten

Zwei Fragen zur besseren Beantwortung vorweg:

1. Gibt es einen Betriebsrat (ich vermute: nein)? Denn der muss vor einer Kündigung vom Arbeitgeber zwingend "angehört" werden.

2. Wie groß ist der Betrieb? Hat er nicht mehr als 10 (umgerechnet) dauerhaft beschäftigte Vollzeitkräfte, ist er also ein Kleinbetrieb, ist das Kündigungsschutzgesetz KSchG nciht anwendbar, und es kann (bis auf bestimmte Ausnahmen) nicht gegen eine ordentliche Kündigung geklagt werden.

Nun zu Deinem Problem:

Grundsätzlich wird jede Kündigung durch den Arbeitgeber - gleichgültig, wie fehlerhaft und rechtswidrig sie inhaltlich und formal sein mag (unter Umständen sogar eine mündliche) - wirksam, wenn nicht gegen sie geklagt wird.

Gegen eine fristlose Kündigung kann immer geklagt werden, gegen eine ordentliche nur, wenn das Kündigungsschutzgesetz anwendbar ist (siehe zweite Frage oben).

Für eine fristlose Kündigung bedarf es so wichtiger Gründe, dass dem Kündigenden die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses selbst für die Dauer einer Kündigungsfrist bei einer ordentliche/fristgerechten Kündigung nicht zuzumuten ist. Der Anlass, wie Du ihn geschildert hast, berechtigt den Arbeitgeber aber weder zu einer fristlosen, noch zu einer ordentlichen Kündigung.

Gegen diese fristlose Kündigung kannst Du nicht nur klagen, sondern musst es auch, da es sonst bei eintretender Arbeitslosigkeit zu einer Sperre durch die Arbeitsagentur kommt: Eine fristlose Kündigung führt immer zur Annahme, dass der Arbeitnehmer durch sein Verhalten die Arbeitslosigkeit schuldhaft selbst herbei geführt hat.

In Deinem Fall - der Arbeitgeber spricht die Kündigung aus, weil Du (angeblich) mündlich selbst gekündigt oder eine Kündigung "angedroht" hast - ist eine Kündigung (auch eine ordentliche) eine sogenannte "Gegenkündigung" des Arbeitgebers, die aber nicht erlaubt ist: sie ist "willkürlich", und gegen willkürliche ordentliche Kündigungen kann auch geklagt werden, wenn es sich um einen Kleinbetrieb handelt und das KSchG "eigentlich" nicht anwendbar ist.

Innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung musst Du beim Arbeitsgericht Klage einreichen auf Feststellung, dass das Arbeitsverhältnis durch die fristlose Kündigung nciht beendet wurde; diese Klage wirst Du - nach den geschilderten Umständen - sicher gewinnen.

Gleichzeitig musst Du genau so gegen die ordentliche Kündigung klagen; da ansonsten diese wirksam wird, wenn das Gericht die fristlose Kündigung verwirft.

Sollte es einen Betriebsrat geben, der nicht angehört worden ist, wird es erst gar nicht zu einer Verhandlung kommen: Das Gericht würde beide Kündigungen (wenn Du gegen beide klagst) genau aus dem Grunde sofort aus formalen Gründen für unwirksam erklären (darum meine erste Frage oben).

Für eine Klage brauchst Du in der ersten Instanz des Arbeitsgerichtsverfahrens keinen Anwalt, den Du - solltest Du keinen entsprechende Rechtsschutzversicherung haben oder nicht als Gewerkschaftsmitglied einen Rechtsbeistand gestellt bekommen - in jedem Fall selbst bezahlen müsstest, unabhängig vom Ausgang des Verfahrens.

Die Klage nimmt die Rechtsantragstelle des Gerichts entgegen. Sie nimmt die Klage auch zur Niederschrift auf und hilft dabei kostenlos bei der Formulierung.

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Kommentar von beckilinchen90
30.04.2016, 23:05

Erstmal vielen Dank für deine Antwort :)

Montag werde ich bei meiner Anwältin nochmal nachfragen und dann mal gucken was sie sagt
Ein einzigen Fehler habe ich aber gemacht und dazu muss ich stehen ich hab sie unterschrieben ohne wirklich in dem Moment darüber nach zu denken .
War falsch ich weiß aber kann ich diese dann trotz allem noch anfechten ??? Schließlich wäre sie ja nicht rechtens ....

Nochmal vielen Dank :)

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Kommentar von beckilinchen90
01.05.2016, 18:13

Ok danke nochmals :)

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Die mündliche Kündigung,so sie erfolgt sein sollte,ist nichts rechtskräftig,sie bedarf immer der Schriftform,somit ist die fristlose Kündigung unbegründet und auch nicht wirksam.

http://www.anwalt.de/rechtstipps/muendliche-kuendigung-des-arbeitnehmers-wirksam_030072.html

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Kommentar von Familiengerd
30.04.2016, 19:54

somit ist die fristlose Kündigung unbegründet und auch nicht wirksam

Die fristlose Kündigung ist zwar - wenn die Schilderungen in dieser Art zutreffen - unbegründet, wirksam wird sie trotzdem, wenn nicht gegen sie geklagt wird.

Das Wirksamwerden bei ausbleibender Klage betrifft jede Kündigung, gleichgültig, wie unbegründet und inhaltlich und formal fehlerhaft sie sein mag (das trifft unter Umständen sogar auf mündliche Kündigungen zu).

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Das ist kein Grund für eine außerordentliche Kündigung.

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Kein triftiger Grund, der eine fristlose Kündigung rechtfertigt, so sehe ich das.

Such dir einen Anwalt in Sachen Arbeitsrecht.

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