Frage von Steuerzahler89, 164

Fristlose Kündigung wegen 2 Wochen Krank?

Hallo ich habe seit einem Monat einen Aushilfsjob und hatte letzen Monat einen kleinen Unfall, sodass ich eine Woche krank war, mein Chef hat mich per Whatsapp gefragt ob ich nächste Woche wieder kommen kann. Darauf hab ich ihm gesagt, dass mein Arzt mir empfohlen hat 2 Wochen Pause zu machen und das ich noch nicht fit bin, darauf meinte er, dass ich nächste Woche wieder kommen muss. Als ich wieder meinte das es nicht geht und das ich mir eine erneute Krankmeldung besorgen werde, aber ab übernächste Woche bestimmt wieder arbeiten kommen kann, meinte er nur, dass ich gar nicht mehr kommen brauche. Ich wäre gekündigt.

Zum einen bezweifel ich, das das alles rechtens ist, zum anderen gehe ich davon aus, das er mir für die Tage an denen ich krank war ich bestimmt kein Geld bekommen werde.

Wie kann ich mich dagegen wehren?

Antwort
von DarthMario72, 62

Eine Kündigung per WhatsApp ist unwirksam. Sie muss zwingend schriftlich (auf Papier mit eigenhändiger Unterschrift) erfolgen.

Und für eine fristlose Kündigung ist das schon gar kein Grund - wenn du deine AU auch abgegeben hast.

In einem Kommentar schreibst du, dass keine Probezeit vereinbart wurde. Dann gilt eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum 15. oder Monatsletzten.

Aber: auch eine an sich unwirksame Kündigung wird wirksam, wenn man nicht innerhalb von drei Wochen dagegen klagt.

zum anderen gehe ich davon aus, das er mir für die Tage an denen ich krank war ich bestimmt kein Geld bekommen werde.

Das ist richtig, denn in den ersten vier Wochen eines neuen Arbeitsverhältnisses hast du keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Da du als Aushilfe vermutlich über die Minijobzentrale angemeldet bist, gibt es leider auch keinen Anspruch auf Krankengeld.

Antwort
von Spediteur1953, 16

In der Probezeit 2 Wochen Kündigungsfrist ohne Angabe von Gründen.Darauf hast du einen Anspruch.Kündigungsfrist beginnt mit Zugang der dchriftlichen Kündigung.Solange du sie nicht nachweislich erhalten hast geht dein Arbeitsverhältnis weiter.Zahlt er nichtKlage beim Arbeitsgericht einreichen am Ort des Betriebes auf Lohnfortzahlung.

Antwort
von qugart, 98

Wie du dich wehren kannst, kommt drauf an, was nun tatsächlich passiert.

Noch ist da nix passiert. Kündigungen müssen schriftlich erfolgen.

Wie es dann rechtlich aussieht, kommt auf deinen Arbeitsvertrag an. Wenn du in der Probezeit bist, dann kannst du jederzeit mit 14-Tages-Frist gekündigt werden. Ohne Angabe von Gründen. und glaub mir, der Arbeitgeber wird dann nicht reinschreiben, weil du krank warst.

Auch außerhalb der Probezeit ist eine fristgemäße Kündigung möglich. Auch da wird die Begründung aber nicht deine Krankheit sein.

Es gibt die gesetzliche Lohnfortzahung. In den ersten 6 Wochen der Krankheit muss der Arbeitgeber den Lohn bezahlen. Erst danach gibt es Krankengeld.

Kommentar von Familiengerd ,

Es gibt die gesetzliche Lohnfortzahung. In den ersten 6 Wochen der Krankheit muss der Arbeitgeber den Lohn bezahlen. Erst danach gibt es Krankengeld.

Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber besteht erst, wenn das Arbeitsverhältnis bei Beginn der Erkrankung bereits mindestens 4 Wochen ununterbrochen bestanden hat.

Statt dessen besteht (auf Antrag) Anspruch auf Krankengeld - aber nur, wenn Krankenversicherungsbeiträge bezahlt werden, was unter Umständen bei einem Aushilfsjob (aber sicher bei einem Minijob) nicht der Fall ist.

Kommentar von qugart ,

Stimmt. Gar nicht mehr daran gedacht.

Antwort
von thetee99, 51

Es gibt keine gesetzliche Probezeit, diese wird nur zwischen AN und AG vertraglich geregelt. Wenn keine erwähnt wird im Arbeitsvertrag, wurde das Arbeitsverhältnis ohne Probezeit geschloßen und damit gilt auch beim Minijob die gesetzliche Kündigungsfrist von 4 Wochen.

Dein AG kann dir trotzdem Kündigen, wenn du das hinnimmst. Du kannst damit vors Arbeitsgericht gehen und auf Lohnfortzahlung und Weiterbeschäftigung klagen. Wenn du eine Weiterbeschäftigung willst, bekommst du im Anschluss einen Kündigungsschutz von ca. 1 Jahr.

Eine Kündigung wegen Krankheit kann nur unter sehr bestimmten Voraussetzungen ordentlich erteilt werden.

Eine Abfindung aufgrund des geringen Verdienst beim Minijob und der wahrscheinlich kurzen Betriebszugehörigkeit wäre wohl eher unwahrscheinlich.

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn du eine Weiterbeschäftigung willst, bekommst du im Anschluss einen Kündigungsschutz von ca. 1 Jahr.

Woher hast Du das denn?!?!

Das ist ja mal eine mega-sensationelle, bisher völlig unbekannte Neuigkeit!

Kommentar von Maximilian112 ,

Auch ohne Probezeit hat er im ersten Halbjahr keinen Kündigungsschutz.

Eine Kündigungsschutzklage fällt also aus. Die fristgemäße Kündigung muß also hingenommen werden.

Antwort
von ich500, 44

Gem. § 623 BGB muss die Kündigung eines Beschäftigungsverhältnisses Schriftlich erfolgen, die elektronische Form (E-Mail, Whats-App, SMS usw.) ist per Gesetz ausgeschlossen. Somit ist deine Kündigung unwirksam.

Nun zum Geld, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 4 Wochen bestanden hat, erhälst du für die ersten 6 Wochen der Erkrankung dein Entgeld fortgezahlt.

Antwort
von DougundPizza, 77

Hast du deine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rechtzeitig vorgelegt? Kündigen kann er dich in der Probezeit grundlos, aber nicht fristlos. Und per whatsapp zu kündigen geht auch nicht.

Kommentar von DougundPizza ,

Weswegen bist du 2 Wochen krank hast du für diesen Zeitraum ein Attest?

Kommentar von Steuerzahler89 ,

Ja! Attest hat meine Mutter am 3. Werktag persönlich vorbeigebracht und hat sich den Namen geben lassen von der Person, der sie es gegeben hat. Ich hatte beim Inliner fahren einen Unfall und habe mir die Schulter geprellt

Kommentar von DougundPizza ,

Und da kannst du 2 Wochen nicht arbeiten wegen einer Prellung. Also ich als Außenstehender würde denken du hast keine Lust... Der Arzt hat dich wirklich 2 Wochen krank geschrieben oder nur eine, aber du wolltest es verlängern? Hast du ein Bürojob oder etwas körperliches?

Kommentar von Familiengerd ,

Also ich als Außenstehender würde denken du hast keine Lust...

Und andere würden sagen, dass Du als Außenstehender das absolut nicht beurteilen kannst - und Dir das auch nicht zusteht!!

Kommentar von DougundPizza ,

Klar denken steht jedem zu und das wird auch gemacht und wenn jemand in der Probezeit bei sowas solange krank bleibt, dann sucht man sich lieber Leute die weniger Probleme verursachen. Die Realität ist kein Ponyhof entweder du funktionierst oder wirst ersetzt. Bring dich in eine Position wo du nicht so leicht ersetzt werden kannst, dann würdest du auch mehr Verständnis für deine Situation bekommen.

Antwort
von DerDudude, 81

Beim Arbeitsgericht dagegen klagen. Nur weil jemand krank ist, darf ihm nicht einfach gekündigt werden. Schon gar nicht fristlos.

Kommentar von Steuerzahler89 ,

hat man denn da überhaupt Chancen? 

Und mal angenommen ich würde gewinnen. Würde sich der Aufwand lohnen? 

Kommentar von qugart ,

Eine Chance hast du da schon (wenn der Arbeitgeber gegen Gesetze verstößt). Aber ob das wirklich was bringen wird ist zu bezweifeln. ich gehe ja davon aus, dass du bei dem Arbeitgeber nicht wirklich weiterarbeiten willst. Und irgendwelche großartigen zahlungen an dich schließe ich eigentlich auch aus. Nach einem Monat steht dir normalerweise nix zu.

Die Frage ist, ob so eine Klage überhaupt notwendig ist.

Kommentar von Familiengerd ,

Die Frage ist, ob so eine Klage überhaupt notwendig ist.

Eine Klage ist hier völlig sinnlos!

In den ersten 6 Monaten - unabhängig von einer Probezeit - findet das Kündigungsschutzgesetz (auch in Betreiben, die ihm wegen der Größe - mehr als 10 Vollzeitkräfte) keine Anwendung, außer bei Kündigungen, die beweisbar sittenwidrig oder willkürlich sind oder gegen den Grundsatz von Treu und Glauben verstoßen - ein Beweis, der nur selten gelingt.

Kommentar von DerDudude ,

Natürlich hast du Chancen.

Man kann zwar einen Kranken auch aus diesem Grund kündigen, aber nur dann, wenn es wiederholt zu Krankheitsfällen kommt, die dem Betrieb erheblich schaden.

Je nachdem ob es eine Probezeit gab, müsste dein AG dich noch 2 Wochen weiter beschäftigen, bevor du gehen musst.

Wenn du gewinnst, dann dürftest du zumindest erstmal im Betrieb weiterarbeiten. Wenn dein AG dich dann loswerden will, muss er es auf dem ordentlichen Weg erledigen.

Weiß nicht genau, wie das in unserem Rechtswesen ist, aber ich denke die Kosten übernimmt der Verlierer.

Kommentar von Familiengerd ,

Natürlich hast du Chancen.

Wohl kaum - siehe meinen Kommentar hier drüber.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

In der Probezeit kann immer ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

Kommentar von Steuerzahler89 ,

Ich habe nichts unterschrieben, indem eine Probezeit erwähnt wurde.

Kommentar von Griesuh ,

Auch Minijober haben das Recht auf einen ordnungsgemäßen Arbeitsvertrag in dem solche Dinge wie Kündigungsfristen, Jahrurlaub zulagen und der Lohn ( mindstlohn beachten) aufgeführt sein müssen.

Hast du keinen Arbeitsvertrag, dann stimmt was mit dem AG nicht.

Kommentar von DarthMario72 ,

Hast du keinen Arbeitsvertrag, dann stimmt was mit dem AG nicht

Unsinn! Selbstverständlich hat der Fragesteller einen Arbeitsvertrag. Er arbeitet und bekommt Geld dafür - fertig ist der Vertrag. Nirgends ist festgelegt, dass Arbeitsverträge schriftlich abgeschlossen werden müssen.

Kommentar von DougundPizza ,

Für eine Ausbildung braucht man aber einen schriftlichen Arbeitsvertrag...

Kommentar von DarthMario72 ,

Richtig. Aber hier geht es um eine Aushilfe!

Antwort
von Griesuh, 50

Auch bei einem Minijob gibt es Probezeiten. Und in der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist 14 Tage.

Und in der Probezeit kann jede Seite, der AG als auch der AN ohne Benennung von Gründen eine Kündigung aussprechen.

Der AN hat auch bei einem Minijob bei Abgabe einer AU den Anspruch auf Lohnfortzahlung für 6 Wochen.

Jedoch innerhalb der ersten 4 Wochen Beschäftigung bei einem neuen AG besteht kein Anspruch auf Lohnfortzahlung bei einer AU.

In diesem Fall an die KK wenden.

Kommentar von DarthMario72 ,

Auch bei einem Minijob gibt es Probezeiten

Nein, es kann eine Probezeit geben. Die ergibt sich aber nicht automatisch, sondern muss explizit vereinbart werden.

Kommentar von Griesuh ,

Ohne Angabe von Probezeiten würde sich jeder AG und auch jeder AN selbst ins Fleisch schneiden.

Und dann lese nochmal meinen Kommentar:

Auch Minijober haben das Recht auf einen ordnungsgemäßen

Arbeitsvertrag in dem solche Dinge wie Kündigungsfristen, Jahrurlaub
Zulagen und der Lohn ( Mindstlohn beachten) aufgeführt sein müssen.

Hast du keinen Arbeitsvertrag, dann stimmt was mit dem AG nicht.

Kommentar von DarthMario72 ,

Ohne Angabe von Probezeiten würde sich jeder AG und auch jeder AN selbst ins Fleisch schneiden.

Mag ja sein. Trotzdem muss sie explizit vereinbart sein, sonst gibt es keine.

Auch Minijober haben das Recht auf einen ordnungsgemäßen Arbeitsvertrag in dem solche Dinge wie Kündigungsfristen, Jahrurlaub Zulagen und der Lohn ( Mindstlohn beachten) aufgeführt sein müssen.

Auch hier nochmal: Der Fragesteller arbeitet und bekommt Geld dafür - fertig ist der mündliche Arbeitsvertrag. Nirgends ist festgelegt, dass Arbeitsverträge schriftlich abgeschlossen werden müssen.

Hast du keinen Arbeitsvertrag, dann stimmt was mit dem AG nicht.

Interessante Theorie... Leider falsch, da es einen Vertrag gibt.

Kommentar von Griesuh ,

Meinen Beitrag hast du anscheinend nicht richtig verstanden.

Denn ich schrieb, dass in einem Arbeitsvertrag genau solche Abgelegenheiten fixiert sein müssen.

In der Tat ist es so, dass auch mündliche Vereinbarungen gültigkeit haben.

In einem Arbeitsverhältnis ist das die schlechteste Variante auf die sich ein AN einlassen kann.

Denn wenn es zu Streitigkeiten kommt, wie hier, ist der AN in der Beweispflicht, dass es angeblich so abgesprochen war, wie er es darstellt.

Und das ist ohne Vertrag mehr als schwierig.

Daher ist es wichtig einen schriftlichen Arbeitsvertrag in der Hand zu halten.

AG's die keine schriftlichen Arbeitsverträge machen, sollten mit sehr großer Vorsicht genossen werden. Irgend eteas stimmt bei diesen AG's nicht.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community