Frage von Jerome2097, 132

Fristlose Kündigung, steht mir Auszahlung meines Resturlaubs zu?

Steht mir die Auszahlung meines Urlaubs zu bei einer fristlosen Kündigung?

Würde in meiner ausbdilung nun fristlos gekündigt 

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit, Arbeitsrecht, Kündigung, 34

Um zuerst einmal Deine Frage zu beantworten:

Das Bundesurlaubsgesetz sagt im § 7 Abs. 4 dass Urlaub der wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses (gilt auch für die Ausbildung) nicht mehr ganz oder teilweise genommen werden kann auszuzahlen ist.

Selbstverständlich hast Du auch bei einer fristlosen Kündigung Anspruch auf die Urlaubsabgeltung.

Jetzt hätte ich noch ein paar Fragen:

Seit wann machst Du die Ausbildung? Wenn Du nicht mehr in der Probezeit bist, wo eine fristlose Kündigung ohne Angabe von Gründen möglich ist, was hast Du denn "angestellt"? Wie viel Urlaub hast Du denn noch? Hattest Du schon Urlaub in diesem Jahr? Wenn ja, wie viel und wie hoch ist der Urlaubsanpruch im Jahr?

Antwort
von NSchuder, 63

Wird ein Arbeitsverhältnis beendet, ohne dass der Arbeitnehmer seinen Urlaub vollständig nehmen konnte, ist der Resturlaub abzugelten, also „auszuzahlen“.

Das gilt auch bei einer fristlosen Kündigung, so sie denn überhaupt wirksam ist.

Wenn ein Arbeitnehmer noch Urlaub offen hat, den er auf Grund der fristlosen Kündigung nicht mehr nehmen kann, muss eine Abgeltung erfolgen, sogar wenn der Arbeitnehmer die fristlose Kündigung durch sein vertragswidriges Verhalten selbst verschuldet hat.

---

Erfolgt die Kündigung ordentlich, also unter Einhaltung der Kündigungsfrist, muss und kann der Arbeitnehmer den Resturlaub innerhalb der Kündigungsfrist nehmen. Eine Abgeltung erfolgt dann nicht.

Oft stellt der Arbeitgeber den gekündigten Mitarbeiter auch unter Anrechnung des Urlaubs für die Kündigungsfrist von der Arbeit frei; dadurch wird der Urlaub dann wirksam verbraucht.

Kommentar von Jerome2097 ,

Könnte mir jemand privat ein paar Fragen dazu beantworten ? 

Kommentar von NSchuder ,

Darfst mir gerne auch pn schreiben.

Antwort
von Ursusmaritimus, 58

Ja, natürlich!

Aber warum überhaupt eine fristlose Kündigung.....

Dein Urlaubsanspruch in 1/12teln des Jahresurlaubs pro Kalendermonat muss dann ausbezahlt werden.


Kommentar von Familiengerd ,

1/12teln des Jahresurlaubs pro Kalendermonat

Anspruch darauf besteht nicht "pro Kalendermonat", sondern für jeden vollen Monat des Bestehens des Beschäftigungsverhältnisses.

Wenn das Beschäftigungsverhältnis also nicht am Anfang, sondern während eines Kalendermonats beginnt (z.B. am 16.), dann wird ein Monat ab diesem Datum gerechnet.

Antwort
von KleinerEngel18, 27

Klar steht dir die Auszahlung des Urlaubs noch zu. Durch eine fristlose Kündigung hast du keine Chance mehr, diesen dir zustehenden Urlaub in Anspruch zu nehmen. Das heißt, dein Arbeitgeber muss dir die Urlaubstage ausbezahlen. Davor kann er sich dann auch nicht drücken.

Antwort
von SiViHa72, 66

Ja, natürlich. Bei fristloser Kündigung kannst Du den Urlaub ja schließlich nicht mehr nehmen.

Antwort
von Herb3472, 65

In der Regel verfällt Dein Urlaubsanspruch durch eine fristlose Kündigung nicht. Da Du deinen Resturlaub ja nicht mehr konsumieren kannst, steht Dir eine finanzielle Urlaubsabgeltung zu. Solltest Du jedoch Deine Sollarbeitszeit nicht erfüllt haben, werden die dadurch aufgelaufenen Minusstunden gegengerechnet.

Kommentar von Jerome2097 ,

Ich habe offiziell bis zum 24.6 gearbeitet. Sogar mit einigen Überstunden durch eine Messe.

Habe am 24.6 die fristlose Kündigung erhalten. 

Und derzeit hatte ich noch 9,5 Urlaubstage zu Verfügung.

Kommentar von Herb3472 ,

Es gibt offiziell keine halben Urlaubstage. Du hast Anspruch auf Auszahlung von 9 Urlaubstagen plus Abgeltung der geleisteten Überstunden abzüglich der Nichtleistungsstunden am "halben Urlaubstag".

Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob die "Fristlose" überhaupt rechtens war, weil da muss schon Einiges vorgefallen sein, mit Abmahnungen, Nachfristen etc. Die Arbeitsgerichte urteilen in solchen Fällen in der Regel zu Gunsten des Schwächeren, also des Arbeitnehmers.

Kommentar von Familiengerd ,

@ Herb3472:

Es gibt offiziell keine halben Urlaubstage.

Das ist zwar richtig, bei einer Abgeltung des Urlaubs muss diese allerdings "minutengenau" vorgenommen werden, wenn der Urlaubsbruchteil weniger als 1/2 Urlaubstag beträgt; bei Abgeltung wird also nicht abgerundet.

Du hast Anspruch auf Auszahlung von 9 Urlaubstagen plus Abgeltung der geleisteten Überstunden abzüglich der Nichtleistungsstunden am "halben Urlaubstag".

Wenn Du "Nichtleistungsstunden am 'halben Urlaubstag' " abziehen würdest, dann bestünde aber Anspruch auf Abgeltung von 10 Tagen!

In der Regel verfällt Dein Urlaubsanspruch durch eine fristlose Kündigung nicht.

Was meinst Du mit "in der Regel"?

Kommentar von Herb3472 ,

Wenn Du "Nichtleistungsstunden am 'halben Urlaubstag' " abziehen würdest, dann bestünde aber Anspruch auf Abgeltung von 10 Tagen!


Das ist richtig. Das Ergebnis bei meiner Rechnung ist dasselbe.


Was meinst Du mit "in der Regel"?

Ich hatte den Fall, dass ein Mitarbeiter etliche Minusstunden auf seinem Zeitausgleichskonto angehäuft hatte und geglaubt hat, die würden unter den Tisch fallen - er hätte trotzdem noch Anspruch auf volle Urlaubsentschädigung, weil er ja keinen offiziellen Urlaub konsumiert hatte.



Kommentar von Familiengerd ,

Das Ergebnis bei meiner Rechnung ist dasselbe.

Wohl kaum, wenn beim Abzug von 10 Tagen auszugehen ist und nicht - wie Du schreibst - von 9 Tagen.

Ich hatte den Fall, [usw.].

Zustehende Urlaubstage verfallen bei einer (fristlosen) nicht nur "in der Regel" nicht, sondern definitiv nicht. Ich weiß auch nciht, was der Fall in Deinem Beispiel damit zu tun haben soll. Anzurechnende Minusstunden dürfen nciht mit Urlaubsansprüchen verrechnet werden - es sei den, der Arbeitnehmer wäre damit einverstanden.

Im Übrigen könnte der Mitarbeiter in Deinem Beispiel durch aus Recht habe, denn es kommt entscheidend darauf an, aus welchem Grund Minusstunden entstanden und wie außerdem die vertraglichen Regelungen zum Umgang damit gestaltet sind.

Kommentar von Herb3472 ,

@Familiengerd: Du kommst mir vor wie ein Gewerkschafter.

Kommentar von Familiengerd ,

Mit "Gewerkschaft" hat das nichts zu tun.

Im Übrigen aber bin ich Mitglied einer Gewerkschaft.

Kommentar von Herb3472 ,

Im Übrigen aber bin ich Mitglied einer Gewerkschaft.

Naja dacht' ich mir doch. Arbeiternehmervertreter, Gewerkschaften und Arbeitsgerichte sind meine Intimfeinde, mit Verlaub gesagt.


denn es kommt entscheidend darauf an, aus welchem Grund Minusstunden entstanden und wie außerdem die vertraglichen Regelungen zum Umgang damit gestaltet sind.

Minusstunden sind Minusstunden und schaden dem Unternehmen. Ein Wirtschaftsunternehmen ist kein Sozialverein.




Kommentar von Familiengerd ,

Erstens:

Minusstunden sind Minusstunden

Da irrst Du gewaltig - zumindest nach deutschem Arbeitsrecht; und Deine Behauptung zeigt, dass Du entweder keine Ahnung von den gesetzlichen Bestimmungen hast oder - falls doch - dass sie Dir sch...egal sind.

Arbeiternehmervertreter, Gewerkschaften und Arbeitsgerichte sind meine Intimfeinde

Aha, schau an!

Jaja, es ist schon ein arges "Kreuz", wenn man in einem Land vegetieren muss, in dem Arbeitgeber mit Deiner Haltung (wie Du sie hier ausdrückst) und die, die ihnen sachlich-inhaltlich nahe stehen (manche sind auch einfach nur Büttel) nicht wie Halbgötter unbeschränkt schalten und walten können, sondern zu ihrem unendlich Leiden akzeptieren müssen, dass auch Andere Rechte haben!!

mit Verlaub gesagt

Nein! Ohne "Verlaub"!!

Es gab doch schon einmal Jemanden aus Österreich, für den waren Arbeitnehmervertreter und vor allem Gewerkschafter mit für sie verheerenden Konsequenzen auch Intimfeinde - "mit Verlaub gesagt"!!!

Kommentar von Herb3472 ,

und Deine Behauptung zeigt, dass Du entweder keine Ahnung von den gesetzlichen Bestimmungen hast oder - falls doch - dass sie Dir sch...egal sind.

Dreimal darfst Du raten. Auch Didi Mateschitz ("Red Bull") hat gedroht, seinen TV-Sender "Servus TV" dicht zu machen, wenn ihm seine MitarbeiterInnen mit der Gewerkschaft auf die Pelle rücken.


Es gab doch schon einmal Jemanden aus Österreich, für den waren Arbeitnehmervertreter und vor allem Gewerkschafter mit für sie verheerenden Konsequenzen auch Intimfeinde - "mit Verlaub gesagt"!!!

Dieser Vergleich kratzt mich nicht. Der hat erst in Deutschland Karriere gemacht, und wir haben in Österreich auch keine Pegida und keine AfD.


Kommentar von Familiengerd ,

Was mir "Servus TV" in diesem Zusammenhang sagen soo, weiß ich nicht,

"und wir haben in Österreich auch keine Pegida und keine AfD."

Eure rechte FPÖ ist auch um keinen Deut besser - und hatte knapp 50 % der Wähler bei der Bundespräsidentenwahl hinter sich, das schaffen Pegida und AfD 10x zusammen nicht!

Kommentar von Herb3472 ,

Eure rechte FPÖ ist auch um keinen Deut besser - und hatte knapp 50 % der Wähler bei der Bundespräsidentenwahl hinter sich, das schaffen Pegida und AfD 10x zusammen nicht!

Da hast Du leider recht. Ich lebe noch immer mit der Hoffnung, dass das Protestwähler und keine Überzeugungstäter waren. Wir werden ja sehen, bei der Wahlwiederholung.

Kommentar von Familiengerd ,

Nun, wenigstens hierbei drücke ich Dir und allen demokratischen, nicht-fremdenfeindlichen, nicht-rassistischen Kräften in Österreich die Daumen - auch wenn eine Aussage wie "Arbeiternehmervertreter, Gewerkschaften und Arbeitsgerichte sind meine Intimfeinde" nicht gerade Ausdruck von Demokratie-Affinität ist!

Kommentar von Herb3472 ,

auch wenn eine Aussage wie "Arbeiternehmervertreter, Gewerkschaften und Arbeitsgerichte sind meine Intimfeinde" nicht gerade Ausdruck von Demokratie-Affinität ist!

Ich bin ein gebranntes Kind, weil ich oft miterleben musste, dass da nicht nach Fairness und Menschenverstand, sondern auf Basis juristischer Spitzfindigkeiten die Falschen unterstützt wurden und werden. Raffinierte, bauernschlaue "Abseiler", die jede Schwachstelle des Systems kannten und zu ihren Gunsten ausgenutzt haben, obwohl sie ganz was anderes verdient hätten.

Kommentar von Familiengerd ,

Es ist bedauerlich, wenn Du persönlich solche schlechten Erfahrungen gemacht hast.

Mit der pauschalen Verurteilung diskreditierst Du aber auch alle diejenigen Gewerkschafter und Betriebsratmitglieder, die sich nach bestem Gewissen (und Wissen) für ihre Kollegen einsetzen, dabei aber auch nicht die die Interessen des Arbeitgebers/des Betriebs aus den Augen verlieren, die zum Schutz der Arbeitsplätze gewahrt werden müssen.

Dass dabei auch mal "mit harten Bandagen gekämpft" werden muss und gesetzliche Bestimmungen konsequent durchgesetzt werden müssen, liegt in der Natur der Sache.

Im Betrieb, in dem ich gearbeitet habe und lange Jahre im Betriebsrat tätig war, lief das alles und in der Regel auf einer sehr sachlichen, kooperativen Ebene, auch wenn manchmal persönliche Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten auf beiden Seiten durchbrachen. Die Kolleginnen und Kollegen jedenfalls wussten unsere Arbeit sehr zu schätzen - wie übrigens auch der Arbeitgeber, dem an einer guten Zusammenarbeit gelegen war.

Ich konzediere, dass wir als Betriebsratgremium - zusammen mit "unsere" Gewerkschaft - damit auch Glück hatten und ich "unser Modell" nicht verallgemeinern kann - so wenig wie Du Deine Kritik. 

Antwort
von Healzlolrofl, 64

Fristlos heisst doch, das du ab sofort gekündigt bist?

Wofür willst du dann noch Resturlaub nehmen? :)

Kommentar von Jerome2097 ,

Urlaub = in Geld auszahlen 

Kommentar von Healzlolrofl ,

Naja, klar. Red mit deinem (ehemaligen) Chef.

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