Frage von Karli8700 09.01.2009

Fristlose Kündigung nach 3. Abmahnung

  • Antwort von Zander1961 09.01.2009
    3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Wegen den bisher ausgesprochenen Abmahnungen kann dir nicht gekündigt werden da alle Abmahnungen einen anderen Grund haben.

    Wenn in einer ausgesprochenen Abmahnung steht das du im Wiederholungsfall mit personellen Maßnahmen rechnen musst ist es möglich zu kündigen. Aber nur wenn es der gleiche Grund wie in der Abmahnung ist.

    Das ist jetzt grob formuliert. Leider kenne ich die genauen Hintergründe bei dir nicht, rate dir aber sofort beim Arbeitsgericht eine Kündigungsschutzklage einzureichen, einen Rechtsanwalt zu informieren (hoffe du hast einen Arbeitsrechtschutz) und falls vorhanden den Betriebsrat oder Personalrat zu informieren. Falls du in der Gewerkschaft bist, sofort bei denen melden!

    Hoffe ich konnte dir etwas weiterhelfen.

  • Antwort von LawKeeper 31.01.2013
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Mit dem Ausspruch der Abmahnung verzichtet der Arbeitgeber konkludent auf eine Kündigung des Arbeitnehmers, auch eine spätere Kündigung kann nicht mehr auf den abgemahnten Sachverhalt gestützt werden.

    Voraussetzung für eine auf die Abmahnung folgende Kündigung ist, dass ein erneuter Verstoß gegen einen gleich gelagerten (d.h. vergleichbaren), auf dem Verhalten des Mitarbeiters beruhenden Sachverhalt vorliegt. Gleich gelagert sind nicht nur identische Verhaltensweisen, sondern auch sich ähnelnde Arbeitsvertragsverletzungen. Sie müssen einen inneren Bezug zu der negativen Zukunftsprognose aufweisen (BAG 16.09.2004 - 2 AZR 406/03).

    Gleich gelagert wären ein häufiges Zuspätkommen und eine unentschuldigte Abwesenheit vom Arbeitsplatz.

    Nicht gleich gelagert wären ein häufiges Zuspätkommen und eine Störung des Betriebsfriedens durch Mobbing.

    Handelt es sich nicht um einen gleich gelagerten Verstoß, so ist, wenn ein steuerbares Verhalten vorliegt, vor dem Ausspruch einer Kündigung erneut erst wieder eine Abmahnung auszusprechen!

  • Antwort von vollyhn 10.01.2009
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Der Anlass, der zur Kündigung führen soll, muss so schwer wiegen, dass dem Arbeitgeber die Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist unzumutbar ist, damit die fristlose Kündigung gerechtfertigt sein kann.

    In Deinem Fall sind die verschiedenen Verstöße nicht wirklich gleichartig. Du wurdest noch nie wegen Nichteinhaltens der Sicherheitsvorschriften abgemahnt. Ohne einschlägige Abmahnung wird es bei verhaltensbedingten Kündigungen schwer für den Arbeitgeber. Allerdings reicht schon eine einschlägige Abmahnung, um im Wiederholungsfall eine Kündigung zu rechtfertigen.

    Wenn ich Deine Schilderung richtig verstehe, wurdest Du wegen des selben Vorfalls sowohl abgemahnt als auch gekündigt? Ist ein Vorfall abgemahnt worden, ist dieser Vorfall durch die Abmahnung bereits sanktioniert. Auf diesen Vorfall kann eine verhaltensbedingte Kündigung nicht mehr gestützt werden. Sollte das bei Dir der Fall sein, wäre die Kündigung bereits aus diesem Grund unwirksam. Dagegen solltest Du klagen.

  • Antwort von Divine38 09.01.2009
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Wie groß ist das Unternehmen, d.h. wie viele Mitarbeiter hat es? Habt ihr einen Betriebsrat? Hat Dein Chef "hilfsweise fristgerecht" gekündigt? Es braucht mehrere Informationen, um Dir eine halbwegs seriöse Auskunft geben zu können.

  • Antwort von Ursula08 09.01.2009
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Einzige Chance: Überprüfen, ob alle drei Abmahnungen zu Recht ausgesprochen wurden. Für mich klingen mindestens zwei davon ein wenig an den Haaren herbeigezogen.

  • Antwort von blumenfrau 09.01.2009
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Wieviele Abmahnungen sollte er denn noch aussprechen müssen???

  • Antwort von saskia1201 09.01.2009
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    es ist rechtens- ja, alle drei abmahnungen müssen schriftlich sein, nach der dritten kann sie fristlos kündigen!

  • Antwort von Karli8700 12.01.2009

    Danke an alle für die hilfreichen Antworten. Werde mir wohl einen Rechtsanwalt nehmen.

  • Antwort von Norwegenadler 09.01.2009

    Ja ich glaube das ist rechtens

  • Antwort von tgrob 09.01.2009

    Meine in einem Bericht gelesen zu haben, dass ein Arbeitgeber ohne offizieller Begründung Mitarbeiter entlassen kann. Abmahnung ist hierbei eine reine Höflichkeitsfloskel und hätte gleich schon vom Anfang an die Kündigung aussprechen können. Eine Verjährung gibt es hierbei nicht. Die Kündigung ist leider rechtens und nicht anfechtbar.

  • Antwort von KleineFrage 09.01.2009

    Soweit ich das sehe, ist mindestens die erste Abmahnung verjährt... Ich glaub nach 2 Jahren sind sie nichtig, sofern keine Abmahnung zum selben Problem erfolgt. Wenn du die Möglichkeit hast, wende ich an deinen Betriebsrat oder wenn du eine entsprechende Rechtsschutzversicherung hast, dann suche dir einen Anwalt und spreche dort vor. Alles Gute!

  • Antwort von StefanKfg 09.01.2009

    Wird eine Abmahnung nicht sowieso nach 2 Jahren aufgehoben? Somit hättest du "nur" zwei aktuelle mit verschiedenem Grund. Meiner Meinung nach ist es nicht rechten, aber empfehlen würde ich dir eine Abfindung rauszuhandeln und dir einen neuen Arbeitsgeber zu suchen. Du wirst da nicht glücklich. Evtl. Betriebsrat einschalten, falls vorhanden.

  • Antwort von VanNelle 09.01.2009

    Auf die Solidarität der kleinen Leute brauchst Du hier nicht zu hoffen- lauter kleine Chefs bei GF...

  • Antwort von Kapstadt 09.01.2009

    Kündigung nach der 3. Abmahnung ist rechtens und m.E. nach legal.

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