Frage von Lurchi96, 69

Fristlose Kündigung jederzeit möglich?

Hallo,

ich habe aktuell einen Arbeitsvertrag, der eine fristlose Kündigung (von beiden Seiten) ermöglicht. Jetzt meine Frage: Wenn ich einen neuen, besseren Job finde, kann ich von jetzt auf gleich kündigen? Also beispielsweise Montag kündigen und Dienstag schon nicht mehr bei der Arbeit erscheinen? Was passiert mit dem Gehalt, wenn ich mitten im Monat so kündige? :)

Liebe Grüße

Antwort
von LiselotteHerz, 69

Wenn in Deinem Arbeitsvertrag steht, dass eine fristlose Kündigung von beiden Seiten jederzeit möglich ist und dort keine Kündigungsfrist angegeben ist, kannst Du das so handhaben (in manchen Verträgen wird eine Frist von 14 Tagen angesetzt, man kündigt also beispielsweise am 01. und geht zum 15.). Dir wird dann das Gehalt bis zu dem Tag ausgezahlt, wo Du dort gearbeitet hast. Du solltest aber schon den Anstand haben, dass dem AG ein paar Tage vorher mitzuteilen. lg Lilo

Antwort
von Jewi14, 56

eine fristlose Kündigung ist nur dann möglich, wenn eine sehr grobes und schweres Fehlverhalten passiert ist. Ansonsten nicht. Ich halte den Passus im Arbeitsvertrag für ungültig und verweise auf die gesetzlichen Kündigungsfristen in §622 BGB

Antwort
von Denno2015, 66

Also eine fristlose Kündigung ist normalerweise nur bei bestimmten Vorausetzungen möglich. Ansonsten dürfte dieser Abschnitt im Vertrag ungültig sein.

Antwort
von Turbomann, 37

Was steht in deinem Vertag drin, was die Zeit betrifft? Jederzeit muss nicht bedeuten von heute auf morgen.

Antwort
von Januar07, 60

Bedarf eine fristlose Kündigung nicht einer Begründung?

Falls nicht, dann vermute ich mal, dass dieser Passus der Arbeitsvertrages unwirksam ist.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 42

Die Möglichkeit der fristlosen Kündigung ohne eine Kündigungsfrist einhalten zu müssen,besteht ausschließlich nach § 22 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) für Ausbilder sowie Auszubildende während einer vereinbarten Probezeit.

Ansonsten ist grundsätzlich der § 622 desBGB zugrunde zu legen.

Antwort
von atzef, 46

Ich glaube icht, dass du so eine Klausel im Arbeitsvertrag hast. Wenn doch, wäre die immer rechtswidrig.

Fristlose Kündigungen bedürfen immer eines "wichtigen Grundes". Die Aufnahme einer neuen Beschäftigung bei einem anderen AG gehört ausdrücklich nicht dazu.

Lediglich innerhalb der zeitlich befristeten Probezeit kann man kurze Kündigungsfristen vereinbaren...

Der Lohn würde dann anteilig berechnet.

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 30

Also beispielsweise Montag kündigen und Dienstag schon nicht mehr bei der Arbeit erscheinen?

Ja!

Was passiert mit dem Gehalt, wenn ich mitten im Monat so kündige?

Bei einer fristlosen Kündigung erhältst Du Dein Gehalt bis zu dem Tag, an dem der Arbeitgeber die Kündigung erhalten hat, denn am darauf folgenden Tag bist Du ja nicht mehr im Arbeitsverhältnis.

Allerdings gilt bezüglich der Kündigungsfrist grundsätzlich:

Die Kündigungsfrist für ein Arbeitsverhältnis beträgt in der Probezeit 14 Tage nach BGB § 622 Abs. 3 (eine fristlose Kündigung ist nur aus wichtigem Grund erlaubt, also z. B. eine schwerwiegende Vertragsverletzung, sexuelle Belästigung usw.). Diese Kündigungsfrist darf arbeitsvertraglich nicht verkürzt werden, nur tarifvertraglich.

Mit anderen Worten: Diese Vereinbarung zur Möglichkeit der fristlosen Kündigung ist unwirksam, wenn sie sich nicht aus einem anzuwendenden Tarifvertrag ergeben würde (was wohl nicht anzunehmen ist).

Dennoch darfst Du Dich für Deine eigene Kündigung auf diese arbeitsvertragliche Vereinbarung berufen, dürftest aber umgekehrt - bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber - die Unwirksamkeit dieser Klausel behaupten und die Einhaltung der gesetzlichen Frist von 14 Tagen verlangen.


Antwort
von berlina76, 62

Die Klausel ist nicht rechtens eine fristlose Kündigung ist eigentlich nur mit guter Begründung(Diebstahl etc) möglich. 

Ist eine Klausel aber zum Vorteil des AN kann sie genutzt werden. 

D.H. Du kannst fristlos Kündigen, dein AG dir nicht.

Kommentar von LiselotteHerz ,

Wenn der Fragesteller noch in der Probezeit ist, können beide Vertragspartner ohne Begründung eine fristlose Kündigung aussprechen. Ich gehe mal davon aus, dass dies der Fall ist, da hier wörtlich geschrieben wird "In meinem aktuell vorliegenden Vertrag"

Kommentar von berlina76 ,

nein auch in der Probezeit gilt eine Gesetzliche Mindestkündigungszeit von 2 Wochen

Kommentar von Familiengerd ,

@ LiselotteHerz:

Wenn der Fragesteller noch in der Probezeit ist, können beide Vertragspartner ohne Begründung eine fristlose Kündigung aussprechen.

Das ist falsch ...

... bzw. gilt nur für die Probezeit eines Ausbildungsverhältnisses (BBiG § 22 Abs. 1); für die Probezeit eines Arbeitsverhältnisses gilt das nur dann, wenn diese Kündigungsmöglichkeit in einem Tarifvertrag vereinbart wurde - arbeitsvertraglich ist das vom Gesetz nicht erlaubt, dann gilt mindestens die gesetzliche Kündigungsfrist von 2 Wochen nach BGB § 622 Abs. 3.

Allerdings darf sich der Arbeitgeber bei einer eigenen Kündigung auf diese arbeitsvertragliche Regelung berufen; bei einer Kündigung durch den Arbeitgeber kann der Arbeitnehmer allerdings die Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist verlangen!

Kommentar von Hexle2 ,

Allerdings darf sich der Arbeitgeber bei einer eigenen Kündigung auf diese arbeitsvertragliche Regelung berufen

Schreibfehler? Nehme ich doch an.

Kommentar von Familiengerd ,

Schreibfehler?

Oha!!!  :-(

Nehme ich doch an.

Richtig!!!  :-)

Antwort
von robi187, 37

ich könnte mir vorstellen das so ein vertrag nur über gewissen zeit gültig sein kann?

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