Frage von fragichmal123, 90

Fristlose Kündigung in festem Arbeitsverhältnis meines erachtens unzulässig. Was kann ich tun?

Hallo,

ich war seit mehreren Jahren in einem festen Arbeitsverhältnis. Nun wurde ich fristlos gekündigt. Ich habe vor langer Zeit mal eine Abmahnung bekommen weil ich verschlafen habe. Der Kündigungsgrund ist keiner der einer fristlosen Kündigung gerecht ist. Also ich habe nicht beleidigt oder sonst was. Das lasse ich jetzt mal so stehen. Meiner Ansicht nach ist das nicht gerechtfertigt und ich habe auch nicht unterschrieben. Nun will ich eine Kündigungsklage beim Arbeitsgericht einreichen. Hat damit jemand Erfahrungen gemacht und was wird mich das kosten etc...

Danke im voraus!

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Antwort
von RoCMu, 33

Du kannst eine Klage bei dem Arbeitsgericht auch alleine aufsetzen. Wie? Du gehst zur Rechtsberatungsstelle bei dem Arbeitsgericht und die fertigen eine Klage. Wichtig: 3 Wochen nach Zugang der Kündigung muß die Klage raus sein.

Mehr Sinn macht es zu einem Rechtsanwalt zu gehen, da die Materie eben sehr komplex ist. Möglicherweise bekommst Du Prozeßkostenhilfe. Im Übrigen richtet sich die Vergütung nach Deinem Einkommen. Basis ist der Veierteljahresbezug.

Wirtschaftlich lohnen wird sich eine Klage am ehesten, wenn in Deinem Unternehmen mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt werden. Dann unterliegst Du dem sogenannten Kündigungsschutz. Ansonsten geht es eher um die Vermeidung einer Sperrzeit und um die Umwandlung in eine ordentliche Kündigung und Du könntest den Versich wagen selbst Kündigungsschutzklage über die Rechtsberatungsstelle einzureichen.

Details zur außerordentlichen Kündigung: http://www.kanzlei-mudter.de/ausserordentliche-kuendigung.html

Antwort
von juergen63225, 9

Sofort mit dem Kündigungsschreiben zum Anwalt ! 

Oft macht ein kleiner Formfehler die Kündigung unwirksam und du bekommst mehrere Monate länger dein Gehalt, selbst wenn dann irgendwann eine ordnungsgemässe und fristgerechte Kündigung nachfolgt. Etwas neues suchen kann natürlich nicht schaden. 

Aber Klagen ist auch dann zwingend erforderlich, wenn du Arbeitslosengeld beantragen willst: du bist ja jetzt Arbeitslos, Gehalt wir keins mehr gezahlt. Dann bekommst du vom Amt eine Sperrfrist, wenn du nicht dagegen klagst, weil dann hast du die .. ich nehme an, "verhaltensbedingte" Kündigung ja selbst verschuldet.

Antwort
von juergenkrosta, 18

Hallo,

Du wirst ohne eine juristische Beratung wenig Erfolg haben. Dein Arbeitgeber hat sicher einen Anwalt und wird, wenn er dir negativ gesonnen ist, was man ja bei einer unberechtigten fristlosen Kündigung unterstellen muss, sicher mit harten Bandagen und möglicherweise auch mit juristischen Tricks arbeiten.

Eine erste kostenfreie Beratung bekommst Du bei den sog. Rechtsauskunftsstellen der Amtsgerichte. Die sind zwar nicht spezialisiert, können Dir aber zumindest weiterhelfen. Mach dich in Internetforen zu diesem Thema schlau. Da antworten oft auch Anwälte, die damit zu tun haben. Dann gibt es telefonische Rechtsberatung von Anwälten (musst halt vorher fragen, was das kostet).

Wenn du zu einem Anwalt gehst, wird der dir die Kosten mitteilen und die möglichen Erfolgsaussichten einer Klage. Wenn die Sache klar ist, gehst Du ja kaum ein Risiko ein, da der Beklagte dann die Kosten trägt. Wenn es sehr unsicher ist, musst Du das Risiko der Kosten selber abschätzen.

Falls Du ohne Einkommen bist (z.B. Sperre beim Arbeitsamt nach der Kündigung..), so kannst du eine kostenlose Rechtshilfe beim Amtsgericht beantragen (wird von der Sozialbehörde geprüft) und du kannst Dir dann einen Anwalt nehmen, der bezahlt wird.

Gewerkschaften und Sozialverbände (z.B. VdK) bieten auch Beratungen an, aber da muss man normalerweise Mitglied sein. Fragen kostet aber nix ;-)

LG  Jürgen

Antwort
von skjonii, 63

Wenn du den Grund nicht nennst, kann doch auch keiner beurteilen ob der gerechtfertigt ist oder nicht. 

Wenn du in einer Gewerkschaft bist, wende dich eventuell an die. Die können da oft rechtlichen Beistand leisten.

Ansonsten würde ich mich mit dem Anwalt deines Vertrauens in Verbindung setzen.

Antwort
von Jacques2013, 39

Beleidigungen sind nicht der einzige mögliche Kündigungsgrund. 
Häufiges zu spät kommen, vernachlässigen der Arbeit, unzureichende Arbeitsqualität noch mehrmaliger Ermahnung, Arbeitszeitbetrug etc. 
Die Liste kann beliebig ergänzt und erweitert werden. 

Aber ein Anwalt kann dir sicher helfen. Hast du eine Rechtsschutzversicherung? Die würde evtl. die Kosten übernehmen. 

Antwort
von Maximilian112, 17

Für eine Fristlose muß ein Anlass vorhanden sein. Ein Anlass wo es dem Vertragspartner nicht zugemutet werden kann den Vertrag weiterhin aufrecht zu erhalten.

Der Grund bei einer Fristlosen muß auf Nachfrage unverzüglich mitgeteilt werden. (lies mal BGB § 626)

Eine Klage ist hier zu empfehlen, weil ansonsten eine Sperre ALG verhängt wird. Das AA geht bei einer Fristlosen immer von eigenem Verschulden aus.

Axo: Der Anwalt ist auf jeden Fall selbst zu bezahlen.

Antwort
von BenniXYZ,

Nimm dir einen Anwalt der sich im Arbeitsrecht auskennt. Und hoffentlich hast du eine Rechtsschutzversicherung für diesen Fall.

Antwort
von Charlybrown2802, 45

dann musst du zu einem Anwalt gehen, der Arbeitsrecht vertritt

Antwort
von jimpo, 16

Es muß ein Grund vorliegen. Einfach  so von jetzt auf gleich gekündigt zu werden, bei einem jahrelangem Arbeitsverhältnis wirft Rätsel auf.


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