Frage von Chino2015, 76

Fristlose Kündigung in Abmahnung umgewandelt und jetzt?

Hi ihr Lieben... Person X arbeitet seit 28 Jahren in einer Firma wo Person X sich nie was zu Schulden kommen lassen hat.. Nun musste Person X etwas bestellen was den ausgaberahmen von 3000 Euro im Monat überschritten hat (wurde vorher auch schon öfter mal gemacht & war zum Wohle der Firma) Und auf einmal durfte Person X beim Chef antanzen und sollte seine fristlose Kündigung unterschreiben. Da Person X in der Gewerkschaft ist hat sich Person X natürlich mit denen in Kontakt gesetzt & die sagten das wäre jawohl ein Witz. Nun heute morgen meinten der Arbeitgeber "wir haben daraus eine Abmahnung gemacht" Jetzt stellt sich bei mir aber ein ganz mieses Gefühl ein da ich den "Schuppen" kenne und ich weiß wie die drauf sind. Wenn die Person X die Abmahnung jetzt unterschreibt bin ich mir ziemlich sicher das sie was anderes suchen werden um Person X los zu werden.. Was sollte man denn jetzt tun? Zum Anwalt gehen? Oder die Abmahnung einfach unterschreiben? Wäre wirklich glücklich über eure Hilfe!

Antwort
von SirKermit, 24

Wenn, dann kann man unterschreiben, dass man die Abmahnung erhalten hat. Das stellt keine Anerkennung der Abmahnung oder dort aufgeführten Inhalte an sich dar.

Das sollte diese Person bitte sorgfältig trennen. Wobei eine Abmahnung bestimmten Regeln unterworfen ist: http://www.rabw.de/Anwalt-Arbeitsrecht-Regeln-bei-Abmahnung

Dennoch gilt: wenn jemand jemanden kündigen will (mal Privatwirtschaft angenommen), dann wird er es auch erfolgreich durchziehen können. Es ist lediglich eine Frage des Geldes.

Antwort
von Feuerhexe2015, 22

sich an die Gewerkschaft wenden, das prüfen lassen und zur Not per Anwalt dagegen vorgehen. So wie das jetzt aussieht könnte es sein das das der Anfang davon ist die Person kostengünstig zu entsorgen!

Antwort
von PeterSchu, 4

Wenn man eine Abmahnung unterschreibt, dann sollte es in der Regel nur bedeuten, dass man sie erhalten hat und dies bestätigt. Sollte unter der Erklärung noch etwas Anderes stehen (wie "hiermit erkenne ich den geschilderten Sachverhalt an..."), dann darf man dies getrost durchstreichen.

Die Tatsache, dass man diesmal eine Abmahnung erteilt hat, während man vorher das gleiche Verhalten toleriert hat, lässt darauf schließen, dass man Person X womöglich in der Tat ausmustern will. Nach dem Einspruch der Gewerkschaft musste man sich wohl eingestehen, dass eine fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung nicht gerichtlich standhalten würde.

Daher hat man sich jetzt auf eine Abmahnung umentschieden. Womöglich mit dem Hintergrund, ab jetzt sehr genau auf ein weiteres Fehlverhalten zu warten.

Als Person X wäre ich nun dreifach misstrauisch und würde darauf achten, dass ich die Zurücknahme der Kündigung auch schriftlich bestätigt bekomme. Sollte die Firma nämlich später die Zurücknahme bestreiten, ist die Einspruchsfrist von 3 Wochen für Person verstrichen und die Kündigung wäre wirksam.

Antwort
von ASMAT75, 25

Nach Deiner Schilderung scheint die Abmahnung wohl rechtens zu sein, es sei denn, das Verhalten ist in der Vergangenheit bekannt und geduldet worden. Dann entwickelt sich daraus so etwas wie eine stillschweigende Befugniserweiterung. Die fristlose Kündigung hätte die Firma wohl auch ohne Gewerkschaft nicht durchbekommen. Eine Abmahnung muss nicht unschrieben werden . Ich nehme an, es handelt sich um eine Empfangsbestätigung und der Empfang scheint ja stattgefunden zu haben. Sollte der Arbeitnehmer Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Abmahnung haben, empfehle ich den Gang zum Anwalt. Hier gibt es zum Bespiel die Möglichkeit einer kostlosen Ersteinschätzung:http://kuendigung-erhalten.com// Ansonsten wie gewohnt weiterarbeiten und sich an die Vorgaben halten.

Antwort
von Violetta1, 9

Mein Chef würd jetzt sagen "das hat a Gschmäckle". Was heisst: das schmeckt seltsam.. ja,und es wirkts eltsam. Nämlich wie: da istw em bewusst geworden, dass die Kündigung wohl, grad nach der langen Betriebszugehörigkeit, sehr anfechtbar ist. Un so macht man dann eine Abmahnung draus.. uund was für ein Pech, falls da noch mehr kommt?

Und falls sich keine meheren passenden Abmahnungen ergeben.. naja, vielleicht kann man dem langjährigen Mitarbeiter aber doch dezent die Hölle so heiss machen,d ass ers ich lieber verabschiedet? Naja.. nudn notfalls findet sich schon nen anderer, dann stichhaltiger Kündigungsgrund..

Und man muss keine Abfindung zahlen (das kommt nämlich meist,w enn die K. unhaltbar ist und man dena ndeern abern unbedingt loswerden will).

Langer Rede, kurzer Sinn:

Anwalt? Gewerkschaft? >> Rechtsrat holen!

So hätte ich das Gefühl, ich stehe auf einer Mine und weiss nicht,wann sie hochgehen wird.

Eine Abmahnmung (bzw. erstmal versuchte Kündigung.. und auch och fristlos!!) für etwas,w as vorher wiederholt in Ordnung war.. da : Nachtigall, ick hör Dir trappsen!

Antwort
von sternstefan, 25

Eine Abmahnung muss man nicht unterschreiben. Einfach an die Regeln halten und brav weiterarbeiten.

Kommentar von Chino2015 ,

Die Herren wollen eine Unterschrift haben auf der Abmahnung...das lässt mich ja auch schon stutzig werden.

Kommentar von sternstefan ,

Wenn, dann nur den Empfang bestätigen, aber keinesfalls unterschreiben, dass die Abmahnung inhaltlich zutrifft:
https://www.anwalt.de/rechtstipps/richtiges-verhalten-des-arbeitnehmers-bei-eine...

Expertenantwort
von Robert Mudter, Fachanwalt für Arbeitsrecht, 11

Abmahnung ist besser als Kündigung. Es bleibt die Frage, ob und was an dem Sachverhalt dran ist, welcher der Abmahnung zugrunde liegt.

Aber!!! Sei sicher, dass die fristlose Kündigung auch zurück gezogen wird. Dies mußt Du Dir schriftlich bestätigen lassen. Wird gegen die Kündigung 3 Wochen nach Zustellung nicht Klage eingereicht, wäre diese wirksam!!

Kommentar von Nightstick ,

Nun komme ich mit einer juristischen Spitzfindigkeit: Arbeitsrechtlich  gesehen kann man eine Kündigung nicht zurücknehmen, man kann ledigkich aus ihr "keine Rechte mehr herleiten".

Aber wie dem auch sei: Du hast vollkommen Recht, diesen Vorgang muss er zwingend schriftlich vom Arbeitgeber einfordern!

Was die (offensichtlich) wohl unbegründte Abmahnung angeht, sollte der Fragesteller entweder

° den AG auffordern, diese aus seiner Personalakte zu entfernen (notfalls auf dem Klageweg), oder zumindest

° eine Gegendarstellung schreiben und diese zur Personalakte mehmen lassen.

Merksatz: "Eine Abmahnung ist der erste Schritt zur (beabsichtigten) Kündigung."

Kommentar von Nightstick ,

... und sich in Zukunft (wie auch bereits von @ASMAT75 geschrieben) dringend an die arbeitgeberseitigen Vorgaben halten!

Kommentar von Robert Mudter ,

gute Antwort und nicht Spitzfindigkeit sondern arbeitsrechtlicher Alltag. Es stellt sich auch immer wieder die Frage, wie ausführlich eine Frage zu beantworten ist. Ich habe mir angewöhnt nur selten in die Tiefe zu gehen und eher auf die wichtigsten Fristen hinzuweisen. Gerade im Arbeitsrecht würden es sonst sehr lnage Ausführungen.....:-)

Kommentar von Nightstick ,

Ja, ist klar - nur der "normale" Arbeitnehmer überblickt zumeist die Auswirkungen nicht, deshalb meine Hinweise auf konkrete Verhaltensweisen ;-)

Nun liegt es bei ihm...

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