Fristlose Kündigung durch Vermieter wegen offener Rechnung beim Wasserversorger?

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9 Antworten

Zahlen Sie blitzschnell Ihre Wasserrechnung und bitten Sie die Vermieterin um Verzeihung!

Das ärgerliche bei solchen Fällen ist, dass ein gerichtliches Mahnverfahren nie den Verbraucher/Mieter trifft, sondern im Wege der Durchgriffshaftung der Eigentümer herangezogen wird.

Die ältere Dame dürfte "aus allen Wolken gefallen sein" als Ihr das gerichtliche Mahnverfahren ins Haus stand; insoweit ist auch die rüde Kündigung zu sehen.

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Wenn der Sensenmann so nahe an der Tür Eurer Vermieterin steht, solltet Ihr darauf gefasst sein, dass ihre Erbin das Haus frühzeitig entmieten will, um den deutlich (bis zu 35%) niedrigeren Verkaufspreis eines vermieteten Hauses zu vermeiden.

Daher würde ich diese fristlose Kündigung als ersten Versuchsballon einordnen, dem viele weitere folgen werden (Ein Haus hier in Hannover mit einem "entmieteten" Verkehrswert von 400.000 Euro verliert mindestens 130.000 durch vorhandene Mieter, da solche Häuser nur als Anlageobjekte verkauft werden können).

Die Mitgliedschaft in einem Mieterverein, eine Rechtsschutzversicherung sei dringend anempfohlen.

Der aktuelle Kündigungsgrund reicht natürlich nicht aus. Trotzdem solltet Ihr jeden Zahlungsverzug unbedingt vermeiden und überlegt, ob Ihr am Haus oder durch auch noch so lange toleriertes Verhalten irgendeine Breitseite bietet.

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Das Ihr direkt das Wasser über die Stadtwerke bezieht und zahlt und das das dann nicht über die Umlagen verrechnet wird steht im Mietvertrag so drin?

das sich die Stadtwerke dann an die Vermieterin wenden, obwol Ihr der Vertragspartner seid ist nicht korrekt.

Das ist definitiv kein Kündigungsgrund. 

Anwalt oder Mieterschutzbund. Schnellstmöglich.
Sicherheitshalber würde ich der Kündigung schriftlich (Einwurf-Einschreiben) widersprechen.

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Kommentar von bwhoch2
08.08.2016, 12:03

das sich die Stadtwerke dann an die Vermieterin wenden, obwol Ihr der Vertragspartner seid ist nicht korrekt.

In den meisten Kommunen bzw. Wasserwerken ist es üblich, keine Verträge mit Mietern zu schließen. Falls das doch mal wo erlaubt wird, machen die das immer mit dem Vorbehalt, dass automatisch der Vermieter einbezogen und zur Zahlung verpflichtet wird, wenn es zu Rückständen, verursacht durch den Mieter, kommt. Insofern dürfte die Vorgehensweise schon korrekt sein.

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Unnötige Aufregung des Vermieter ist kein Kündigungsgrund. Weder für eine fristgerechte, noch für eine fristlose Kündigung.

Allerdings solltet Ihr den Rückstand beim Wasserversorger schnellstens begleichen.

Was  tun?

Da die Kündigung unwirksam ist, gar nichts.

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Kündigungsmöglichkeiten für den Vermieter ergeben sich aus den §§ 543, 569 BGB.

Oder noch einfacher: Eine außerordentliche fristlose Kündigung ist nur dann möglich, wenn schwerwiegende Vertragsverstöße vorliegen.

Grundsätzlich habt Ihr aber gegen keine mietvertraglichen Bestimmungen verstoßen, so dass hier keine Kündigung möglich ist.

Was raten Sie uns zu tun?.

Der Kündigung widersprechen oder einfach ignorieren. Hier könnte es ggfs. Sinn machen, einfach mal das persönliche Gespräch zu suchen und die Damen zu beruhigen.

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Der Vermieter kann nur fristlos kündigen, wenn er einen sehr triftigen Grund hat. Der häufigste Grund ist, dass man mit der Miete erheblich in Verzug ist (mindestens eine Monatsmiete) oder die Mietkaution nicht bezahlt hat. Ebenso durch schwerwiegende Vertragsverletzungen (ständige Ruhestörung, unerlaubte Untervermietung etc.) Da muss der Vermieter aber erst abmahnen. Eine fristlose Kündigung ohne Grund ist unwirksam. Genauso wie eine mit der Begründung, dass die Vermieterin sich aufgeregt hat.

Theoretisch müsstet ihr gar nichts tun, weil die Kündigung bei jedem Gericht durchfallen würde. Es ist aber bestimmt nicht verkehrt, einen Widerspruch zu schreiben. Dass man das nicht akzeptiert, da es nicht rechtmäßig ist.

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Kommentar von bwhoch2
08.08.2016, 12:01

Man sollte aber auch den Rückstand sofort bezahlen und den Zahlungsnachweis dem Widerspruch beifügen.

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Aus der Nummer kommt Ihr ohne Rechtsberatung nicht raus. Ich könnte mir z.B. vorstellen, daß sich das Wasserwerk auf eine im Kleingedruckten versteckte ominöse Drittschuldner-Klausel beruft. Da muß ein Anwalt helfen.

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Kommentar von ChristianLE
08.08.2016, 11:19

 Ich könnte mir z.B. vorstellen, daß sich das Wasserwerk auf eine im Kleingedruckten versteckte ominöse Drittschuldner-Klausel beruft.

Selbst das rechtfertigt aber keine Kündigung des Mietverhältnisses. Warum auch? Das sind zwei völlig verschiedene Vertragsverhältnisse. Das eine hat mit dem anderen überhaupt nichts zu tun.

Eine Rechtsberatung ist hier nicht von Nöten. Die Sache ist mehr als eindeutig.

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Ich bin kein Rechtsexperte, aber das können die nicht machen.

Dann können Sie dir ja auch kündigen, wenn du deine Rechnung bei Otto nicht zeitnah bezahlt hast.

Auf Deutsch: Das geht die gar nichts an. Und falls sich der Wasserversorger wirklich direkt an die Vermieter gewendet hat, würde ich mal nachfragen, ob die was von Datenschutz gehört haben. Dein vermieter geht die Abrechnung nichts an, wenn ihr das so vereinbart habt.

Nimm dir besser einen Anwalt.

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Kommentar von bwhoch2
08.08.2016, 12:10

Auf Deutsch: Das geht die gar nichts an.

@LittleMac1976:

Da liegst Du leider komplett falsch. Normalerweise ist immer der Eigentümer einer Immobilie der Vertragspartner und nur ausnahmsweise gibt es Kommunen oder Wasserwerke, die einverstanden sind, dass Mieter direkt für die Zahlung der Rechnung verantwortlich sind. Dann aber immer mit dem Vorbehalt, dass bei Zahlungsausfall auf den Vermieter zurück gegriffen werden kann.

Ganz ehrlich meine Meinung: Wäre es anders, hätten die meisten Wasserversorger dermaßen viele Zahlungsausfälle, dass das zwingend auf den Wasserpreis durch schlagen würde. Ich hätte jedoch keine Lust, als normal zahlender Bürger den Wasserverbrauch von schlampigen oder gar betrügenden Mietern mit zu bezahlen.

Mit Datenschutz hat das ebenfalls nichts zu tun, da es bestimmt entsprechende Klauseln im Vertrag gibt. Jetzt auch noch die Stadtverwaltung "anzustinken", wenn man als säumiger Zahler seine Abwasserentsorgung nicht bezahlen kann, halte ich erst recht für verfehlt.

Wass soll dazu ein Anwalt? Der kostet genau das Geld, das man jetzt dringend braucht, um den Rückstand auszugleichen.

Die Kündigung ist in dem Moment gerechtfertigt, wo ein gerichtliches Mahnverfahren mit allen damit zusammen hängenden Kosten und Belastungen anhängig wird und der Vermieter auch noch damit zu tun hat, seine Schufa sauber zu halten. Mag bei einer 90-jährigen Vermieterin kein Problem mehr sein, aber hinnehmen muss sie das auch nicht.

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Sie ist auch nicht gerechtfertigt! Seid Ihr rechtsschutzversichert? Anwalt nehmen oder Mieterschutzverein o.ä. in Anspruch nehmen!

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Kommentar von Veluxa
08.08.2016, 11:23

Termin beim Anwalt ist Morgen. Vielen Dank für Eure schnellen Antworten.

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