Frage von IRoninI, 29

Fristlose Kündigung, Chancen vor dem Arbeitsgericht?

Ich habe in der Probezeit mein Arbeitsverhältnis gekündigt. Die Umstände waren unzumutbar und ich habe Folgeschmerzen meiner Bandscheiben OP bekommen. Also bin ich zum Besitzer (dem Arbeitgeber) und habe ihm gesagt ich kann die Doppelschicht nicht beenden aufgrund meiner Klrperlichen Beschwerden und dass ich die Kündigung einreiche die ich direkt nach dem Gespräch unterschrieben per E-mail an ihn hesendet habe. Als ich zwei Tage später meine Krankmeldung vorbei gebracht habe sagte Er, Er hätte meine Kündigung nicht bekommen und ich würde die Krankmeldung zu spät abgeben. Er Checkze seinen E-mail Acount und sie tauchte plötzlich auf. Er wollte mir weis machen ich hätte sie just in diesem Moment abgeschickt aber ich habe nachweislich auf meinem Acount dass die E-mail am Tag der Mündlichen Kpndigung raus ist. Er hat mich darauf hingewisen dass Er mir aufgrund dieser Umstände eine fristlose Kündigung zukommen lässt.

Ich hab die Befürchtung er wird sich darum drücken wollen mir die geleisteten Arbeitsstunden auszuzahlen.

Wie stehen Meine Chancen wenn ich vor ein Arbeitgericht gehen muss?

Antwort
von Familiengerd, 10

Er hat mich darauf hingewisen dass Er mir aufgrund dieser Umstände eine fristlose Kündigung zukommen lässt.

Eine fristlose Kündigung ist unter diesen Voraussetzungen völlig unberechtigt!

Wie stehen Meine Chancen wenn ich vor ein Arbeitgericht gehen muss?

Nach einem Sprichwort ist man zwar auf See und vor Gericht in Gottes Hand, aber Deine Chancen, eine Kündigungsschutzklage gegen die fristlose Kündigung zu gewinnen, sind ausgesprochen gut - unter den genannten Voraussetzungen eigentlich sicher!

Du musst auch gegen eine fristlose Kündigung klagen, da ansonsten bei eintretender Arbeitslosigkeit die Agentur für Arbeit logischerweise von einer (vorsätzlich oder fahrlässig) selbstverschuldeten Arbeitslosigkeit ausgehen muss und eine 12-wöchige Sperre beim Bezug von Arbeitslosengeld verhängt, weil eine fristlose Kündigung ein schuldhaftes Fehlverhalten des Gekündigten voraussetzt.

Du musst dann innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung beim Arbeitsgericht klagen auf Feststellung, dass durch die Kündigung das Arbeitsverhältnis nicht beendet wurde.

Für eine solche Klage brauchst Du in der 1. Instanz keinen Anwalt - den Du ohnehin (auch wenn Du mit Sicherheit obsiegen wirst) selbst bezahlen müsstest, wenn Du keine passende Rechtsschutzversicherung hast oder nicht Gewerkschaftsmitglied bis.

Die Klage wird bei der Rechtsantragstelle des Gerichts eingereicht; sie nimmt die Klage auch zur Niederschrift auf und hilft dabei kostenlos bei der Formulierung.

Zu Deinen Problemen:

> Erstens: Eine Kündigung muss zwingend schriftlich mit eigenhändiger Unterschrift ausgesprochen werden - und das heißt wortwörtlich: Blatt Papier.

Eine elektronische Kündigung - wie z.B. als E-Mail wie in Deinem Fall - ist völlig unwirksam!

> Zweitens: Du hast Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht verspätet abgegeben. Du hast Dich korrekt auf der Arbeit krank gemeldet und die ärztliche Bescheinigung im zeitlich zulässigen Rahmen abgegeben.

Selbst eine verspätete Abgabe würden den Arbeitgeber nur zu einer Abmahnung berechtigen. Hat er Entgelt einbehalten, so lange die Bescheinigung nicht vorlag, muss er es mit der Vorlage nachzahlen.

> Drittens: Du bist für die gesamte Zeit des Bestehens Deines Arbeitsverhältnisses zu bezahlen - auch für die Zeit der Erkrankung, wenn das Arbeitsverhältnis bei Krankheitsbeginn bereits 4 Wochen ununterbrochen bestanden hat.

Anmerkung:

Diese Aussagen gelten unter der Voraussetzung, dass deutsches Recht anzuwenden ist.

Kommentar von IRoninI ,

Ich hatte Mitte des Monats zu Ende des Monats gekündigt (Im Vertrag stehen zwei Wochen Kündigungsfrist wärend der Probezeit) Elektronisch (also unwirksam). Kann mich der Arbeitgeber dann bis Mitte des Folgemonats im Vertrag festhalten und ich muss erneut physisch am Ende Des Monats eben zu Mitte des Folgemants kündigen? oder sind die zwei Wochen Kündigungsfrist nichtig da ich in der Probezeit bin?

Kommentar von Familiengerd ,

Selbstverständlich darfst Du fristgerecht - also mit einer Frist von 14 Tagen - ordentlich kündigen (und auch fristlos, wenn der Arbeitgeber Dir einen berechtigenden Grund gibt. z.B. eine schwere Beleidigung).

Diese Frist gilt, so lange Du in der Probezeit bist, Du kannst also auch noch am letzten Tag der Probezeit mit dieser Frist kündigen (wenn Du das wollen würdest).

Die Frist von 14 Tagen beginnt an dem Tag, nachdem der Arbeitgeber Deine schriftliche, original unterschriebene Kündigung erhalten hat (durch persönliche Abgabe, am besten mit einem Zeugen für den Vorgang und den Inhalt; durch Einwurf in den Firmenbriefkasten zu postüblicher Zeit, wieder mit dem genannten Zeugen; durch Einwurfeinschreiben, mit Zeugen für den Inhalt).

Wenn Der Arbeitgeber also z.B. am Montag, den 22.08., die Kündigung erhält, kannst Du (frühestens) zum Montag, den 05.09., kündigen; der 23.08. wäre dann der 1. Tag, der 05.09. der letzte Tag (und letzter Tag des Arbeitsverhältnisses) der 14-tägigen Frist.

Wenn Du kündigst, darf Dich der Arbeitgeber nicht "zwingen" (wie denn auch?), länger als bis zum Ende der Kündigungsfrist im Betrieb zu bleiben.

Übrigens:

Du hast für jeden vollen Monat des Beschäftigungsverhältnisses (das ist nicht zwingend identisch mit einem Kalendermonat) Anspruch auf 1/12 des vereinbarten Jahresurlaubs, den der Arbeitgeber Dir auszahlen muss, wenn Du ihn aus dringenden betrieblichen oder persönlichen (z.B Krankheit) Gründen in der Kündigungsfrist nicht mehr nehmen kannst.

Kommentar von IRoninI ,

Ok super, danke für die detailierte Auskunft. Das hat mir sehr weiter geholfen.

Kommentar von Familiengerd ,

Gerne geschehen!

Freut mich, wenn sie Dir tatsächlich hilft!

Antwort
von DougundPizza, 15

Er wird sich ganz sicher nicht drücken wegen den paar Stunden. Sowas bedeutet nur unnötigen Stress für ihn. In der Probezeit können beide Seiten grundlos kündigen.

Kommentar von Familiengerd ,

In der Probezeit können beide Seiten grundlos kündigen.

Aber nicht fristlos, wenn kein wichtiger Grund (z.B. schwerwiegende Vertragsverletzung) vorliegt, der hier nicht gegeben ist.

Kommentar von DougundPizza ,

Eine fristlose Kündigung macht ja auch Garkeinen sind in der Probezeit. Das ist eher für danach wenn du was anstellst was klaust oder einen anderen triftigen Grund lieferst.

Kommentar von Familiengerd ,

Wieso macht eine fristlose Kündigung in der Probezeit keinen Sinn!

Wenn sie berechtigt ist, spart der Arbeitgeber den Arbeitslohn von 14 Tagen!

Kommentar von DougundPizza ,

Ah okay danke gut zu wissen.

Antwort
von MagiFan, 25

bezahlen muss er dich aber gegen die kündigung brauchst du nicht klagen da probezeit und du kannst von heut auf morgen gekündigt werden oder selber kündigen

Kommentar von IRoninI ,

Aber kann er mich grundsätzlich fristlos Kündigen? Nachdem.ich schon gekündigt habe? Es stehen ja auch sachen wie Sperre auf dem Spiel. Zahlen muss er so oder so? ich befürchte halt dass er dirch die Fristlose versucht mich umd Gehalt zu bringen. Und dann würde ich definitiv vor Gericht gehen. das ist halt das erste mal dass ich mich mit so einer Situation aiseinander setzen muss darum kenn ich mich da gar nicht aus

Kommentar von IRoninI ,

Vertraglich sind in der Probezeit zwei Wochen Kündigunhsfrist festgelegt

Kommentar von MagiFan ,

ich würde an deiner stelle ne kostenlose rechtsberatung aufsuchen und denen den sachverhalt erklären 

Kommentar von Familiengerd ,

kostenlose rechtsberatung

Es gibt - jedenfalls in Deutschland - keine "kostenlose Rechtsberatung", weil sie nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz RDG nicht erlaubt ist.

Kommentar von Familiengerd ,

da probezeit und du kannst von heut auf morgen gekündigt werden oder selber kündigen

Das ist völlig falsch!

Auch in der Probezeit ist die gesetzliche oder vertragliche Kündigungsfrist einzuhalten.

Ausnahme ist nur die außerordentliche/fristlose Kündigung aus wichtigem Grund, der hier aber nicht vorliegt!

Antwort
von Annelein69, 25

Gut!

Du hast doch einen Beweis,dass du deine Kündigung richtig abgesendet hast.

Kommentar von Familiengerd ,

Gut!

Nein: Schlecht!

Zumindest, was die "Kündigung" durch den Fragesteller betrifft!

Denn die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses per E-Mail ist (in Deutschland) völlig wirkungslos, weil die nicht elektronisch erfolgen darf, sondern schriftlich mit eigenhändiger Originalunterschrift - und das heißt wortwörtlich: auf einem Blatt Papier!

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