Frage von Mallewalle, 97

Fristlose Kündigung, aber keine Bestätigung?

Folgendes Problem:

Ich arbeite als Aushilfe (Teilzeit) in einem Geschäft. Meinem chef hab ich letzten Mittwoch angerufen und gesagt das ich kündigen will, mit Begründung. Dann hab ich nachgefragt wie das mit der Kündigungsfrist aussieht, wie lange ich noch weiter arbeiten muss. Er sagte daraufhin, dass er keinen Sinn darin sieht mich weiter arbeiten zu lassen, da er mich in einem Bereich einsetzen wollte in der ich jetzt keine Kenntnis darüber hab und in der Woche gelernt hätte, aber durch die Kündigung ist das jetzt sinnlos, also Kündigen wir "per sofort". - Fristlos also. Ich sollte dann letzten Mittwoch noch am selben Tag meine Kündigung schriftlich in der Filiale x einreichen, hab ich getan. Jetzt ist fast eine Woche rum und ich hab noch keine Bestätigung von ihm erhalten. Also hab ich ihn angerufen und er sagte mir, er habe es noch nicht einmal in der Filiale x abgeholt. Muss er noch machen. Wie lange darf der Chef sich mit der Bestätigung Zeit lassen, wenn eine Fristlose Kündigung abgesporchen wurde?

Das zweite Problem: Ich hätte Ende Dezember mein Monatsgehalt bekommen sollen. Mein chef konnte mir aber den Monat nicht auszahlen, weil er meine ganzen Unterlagen plus Vertrag verloren/verlegt hatte. Das hat er mir aber erst 1 woche nach Januar gesagt, als ich ihn persönlich gesehen hab und nachgefragt habt. Ich hatte ihm also die Kopien von den Bewerbungsunterlagen 1 woche später erneut gebracht auch mit den Kontodaten. In der weiteren Woche hatte ich dann gekündigt. Das bedeutet es sind 18 Tage vergangen und ich hab mein Gehalt von Dezember immernoch nicht. Also hab ich ihn heute angerufen um nachzufragen ob es nun endlich überwiesen wurde und er sagte mir er weiß nicht, müsste er nachfragen. Wo nachfragen? Keine ahnung, den er verabschiedet sich einfach und legt auf, bevor ich zu Wort kommen darf. Nun ruf ich ihn seit Stunden an und er drückt mich weg.

In meinem Arbeitsvertrag steht deutlich ich bekomme mein Gehalt Ende des Monats und mein Chef vermittelt mir auch jedesmal den Eindruck er würde es mir auszahlen, aber dann schiebt er es in die Länge und geht mir wie am Telefon mit solchen Methoden aus dem Weg.

Jetzt die Hauptfrage, darf ich ihm mit einer Anzeige ermahnen oder sagen ich geh zu Arbeitsbehörde, wenn ich das Geld und die Bestätigung nicht diese Woche noch erhalte? Zudem muss er mir am Ende Januar auch Geld auszahlen und ich hab Angst das er das jetzt auch in die Länge zieht.

Antwort
von Mallewalle, 25

So hatte ihm ein Brief mit einer Frist von 18.01 - 23.01 geschrieben. Da er meine Anrufe ja an dem Tag ignorierte, hatte ich ihm eine SMS geschrieben in der stand, das in der Filiale X ein Brief liegt, ich ihm eine Frist setze und ignoriert er sie geh ich zum Arbeitsgericht. Hab mir auch vom Mitarbeiter eine Bestätigung holen lassen das ich was abgegeben hatte mit allen Details. Am nächsten Tag wurden die Briefe ( Frist und Kündigung) abgeholt. Nehm ich an, ich erfuhr, dass er dort war und meine Briefe dort nicht mehr lagen. 

Die Frist ist seit gestern um und ich hatte ihn heute erneut angerufen, er teilte mit er könne gar nichts überweisen, da wir einen Neuen Arbeitsvertrag unterschreiben müssen, was er mir schon vor langer Zeit gesagt hatte. - Ist auch richtig hat er, wenn da nicht folgender Punkt wäre: als wir letzten Montag telefoniert hatten, sagte er, er müsse mal nachfragen ob was überwiesen worden ist. Hätte er nicht eigentlich genau dann sagen müssen er kann nichts überweisen wir müssen einen neuen Vertrag machen? Stattdessen hat er mich im glauben gelassen, es könnte was überwiesen worden sein.. danach hatte er von Nachmittag bis Abends meine Anrufe ignoriert. Also hatte ich die Frist geschrieben. 

Wieso hat er mich dann während der Frist nicht angerufen und gesagt ich kann dir nichts überweisen, stattdessen hat er gewartet bis ich nach der Frist anrufe und nachfrage, um mir dann zu sagen es sei meine eigene Schuld, da ich mich um keinen Termin gekümmert habe für einen neuen Vertrag, denn das mit dem Vertrag hatte er mir vor Wochen erzählt als er es verloren hatte. Gegenfrage: Wie soll ich nach einem Termin fragen, wenn meine anrufe bewusst ignoriert werden? Wieso hat er mich nicht darauf hingewiesen das dies wichtig sei für die Überweisung, als wir bereits letzte Woche telefoniert hatten, sondern stattdessen mich im Glauben lassen, es könnte was überwiesen worden sein und als sei der Vertrag auch nicht notwendig dafür? Den Vertrag hat er nicht mit einem Wort erwähnt, sondern " ich frag mal nach ob was überwiesen ist".

Jetzt sagt er, ich soll morgen zu Straße xy kommen, wir machen den Vertrag, keine Uhrzeit genannt und aufgelegt. In dem 1 minütigen Telefonat, bin ich nicht zu Wort gekommen. Ich wollt nochmal anrufen, da ich die Straße nicht verstanden hatte, aber er ignoriert mich wieder. Ok verständlich Sonntags will man seine ruhe - dennoch! Wollt morgen nochmal anrufen und nachfragen, aber ich weiß nicht ob das noch relevant ist. 

Die Situation sieht so aus, das er zunächst meine unterlagen verloren hatte, nach neuem einreichen, sich dennoch nichts getan hat, es wurde ohne guten Grund in die Länge gezogen, mich darauf hingewiesen das wir den Vertrag machen müssen hat er mich einmal, die weiteren male, auf meine Nachfragen hat er mich glauben lassen, es könnte was überwiesen worden sein, das der Vertrag gerade dafür noch wichtig sei, nach meiner Kündigung kam mir so nicht in den Sinn, da er sich mit mir nicht auseinandersetzte und auch selbst nie darauf hinwies auf Nachfragen, die Frist ignorierte und jetzt sagt : es sei meine eigenverschuldung, das es so lange dauert, da ich mich um den Vertrag nicht kümmerte.

Fast 1 Monat hat er das mit Ausreden in die länge gezogen. Bin ich noch verpflichtet morgen hinzugehen oder kann ich das ganze ablasen und zum Arbeitsgericht gehen? Oder soll ich morgen nochmal anrufen und die Straße nachfragen, da er jetzt endlich ein Termin gemacht hat? Allerdings hätte er mir das so letzte Woche schon mitteilen sollen und die Frist war eigentlich seine letzte Chance.

Antwort
von grubenschmalz, 47

Du hast das alles äußerst ungünstig gelöst. Deine Kündigungsfrist wäre zwei Wochen (falls Probezeit noch war) oder länger, für die du auch weiter Geld hättest bekommen müssen. Dumm, dass du einem "sofort" quasi zugestimmt hast. 

Dass dein Chef die Kündigung nicht abgeholt hat, ist nicht dein Problem. Die ist zugegangen und fertig, eine Bestätigung ist nicht nötig. 

Kommentar von Mallewalle ,

Ich wollte selbst Fristlos Kündigen, da ich keine Lust hatte dort noch weitere 4 Wochen zu arbeiten.

Und eine Bestätigung brauch ich sehr wohl! Und im Grunde dürfte er sich dabei doch gar nicht soviel Zeit lassen, oder? 

Kommentar von grubenschmalz ,

Und eine Bestätigung brauch ich sehr wohl! 


Das kann sein, dass du die brauchst, er muss dir aber keine ausstellen, sprich du hast kein Anrecht darauf. 

Kommentar von Mallewalle ,

Natürlich habe ich ein Anrecht darauf. Arbeitsverträge und Kündigungen müssen immer schriftlich erfolgen. Das dient zur Bestätigung und als Beweis. Alles was mündlich besprochen wird hat im Grunde keinen Wert. So wie ein schriftlicher Arbeitsvertrag vorliegen muss, muss auch die Kündigung schriftlich Vorliegen/ Vorzuweisen sein, um die Beendung des Arbeitsverhältnies und somit die Auflösung des Vertrages nachweisen zu können. Meine Kündigung macht doch keinen Sinn ohne seine Bestätigung.

Kommentar von Familiengerd ,

Natürlich habe ich ein Anrecht darauf.

Nein, hast Du nicht!

Arbeitsverträge und Kündigungen müssen immer schriftlich erfolgen.

Arbeitsverträge nicht (allerdings müssen innerhalb eines Monats die wichtigsten Vertragsbestandteile vom Arbeitgeber niedergeschrieben werden), Kündigungen ja (das ist jedenfalls in Deutschland so)

Alles was mündlich besprochen wird hat im Grunde keinen Wert.

Das ist auch falsch: Auch mündliche Absprachen haben ihren "Wert" - allerdings mit dem Problem der Beweisbarkeit.

Meine Kündigung macht doch keinen Sinn ohne seine Bestätigung.

Selbstverständlich macht sie einen Sinn auch ohne Bestätigung, zu der der Empfänger nicht verpflichtet ist! Die Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenerklärung; was der Empfänger damit anfängt, ist für ihre Wirksamkeit irrelevant; Du musst gegebenenfalls nur nachweisen können, dass der Empfänger sie erhalten hat oder dass sie jedenfalls in seinen Einflussbereich gelangt ist (z.B. persönliche Abgabe mit einem Zeugen; Einwurf in den Hausbriefkasten zu postüblicher Zeit, ebenfalls mit einem Zeugen - für Inhalt und Einwurf).

Antwort
von Arjiroula, 50

Du hättest deine Kündigung nicht in der Filiale, sondern bei deinem Chef selbst abgeben und dir den Erhalt bestätigen lassen müssen!

Alles weitere solltest du schriftlich per Einschreiben mit Rückschein machen. Also Fristsetzung für die Gehaltszahlung, Androhung, bei Nichterfüllung beim Arbeitsgericht Klage einzureichen.

Telefonieren ist in solch einer Situation ganz schlecht. Du kannst nicht nachweisen, daß du angerufen hast und was besprochen wurde.


Kommentar von Mallewalle ,

Der Chef sagt mir selbst ich soll das zu Filiale x bringen, dort holt er es ab. Direkt danach hatte ich ihn noch angerufen und bescheid gesagt, dass die Kündigung dort liegt. Trotzdem lässt er sich Zeit, obwohl er eigentlich bescheid wusste. Was bedeutet das nun für mich? Das Arbeitsverhältnis ist ja somit nicht gekündigt. Bedeutet dass das ich eigentlich weiter arbeiten müsste. Und die Stunden die ich jetzt NICHT gearbeitet hab, während das Arbeitsverhältnis eigentlich weiter ging, zurück zahlen muss? 

Bin ich angesichts der Lage überhaupt im Recht eine Mahnung einzureichen, bezüglich der Kündigungsfrist? Muss ich die schriftliche Mahnung am Pc schreiben oder kann ich das auch mit Handschrift machen? Was soll ich tun, wenn er behauptet die Kündigung und die Mahnung verloren/verlegt zu haben, wie er es mit meinen Unterlagen getan hatte. Wie kann ich dann nachweisen, dass eine schrfitliche Kündigung vorlag? 

Kommentar von Mallewalle ,

Das Problem ist, ich kenne den Wohnsitz meines Chefs nicht, somit kann ich den Brief nicht zu ihm Nachhause schicken und bin mir nicht sicher ob er in einer bestimmten Filiale einen Sitz hat, er fährt andauernd von Filiale zu Filiale. Überhaupt sieht man ihn selten und ich hab keine Ahnung was er macht, ich hab dort schließlich nur einen Monat gearbeitet. Und mit ihm etwas am Telefon zu klären oder eine Verabredung zu vereinenbaren, geht schlecht. Wie soll ich also ein Schreiben mir Rückschein machen? :/

Kommentar von Arjiroula ,

Habt ihr keine Zentrale? Die hat eigentlich jedes Filialunternehmen denn irgendwo muß ja Buchhaltung, Lohnabrechnung etc. gemacht werden. Wenn dem so ist, solltest du die Kündigung dort abgeben. Laß den Empfänger das Schreiben lesen und dir den Erhalt bestätigen.

Wie das Ganze rechtlich aussieht, weiß ich leider auch nicht.

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