Frage von Sunnygirl167, 84

Fristlose Kündigung - wie schnell kommt Gerichtsvollzieher und Wohnungsräumung?

Hallo Leute, Da bei mir 2 Monatsmieten offen sind, ich jedoch noch ein Guthaben von der Nebenkostenabrechnung habe, das noch nicht verrechnet wurde. Wie schnell kommt der Gerichtsvollzieher und steht eine Wohnungsräumung an? Bis ende November wären wir sowieso aus der Wohnung. Danke schon im voraus LG

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Antwort
von bwhoch2, 38

Lass mich raten: Du spekulierst darauf, die Kündigungsfrist nicht einhalten zu müssen und die Kaution verrechnen zu können.

Beides wird aber nicht gehen. Auch wenn das nicht so ist, gilt folgendes:

Habt ihr die Wohnung noch nicht selbst gekündigt, habt ihr noch eine Kündigungsfrist bis 31. Januar 2017.

Wegen 2 ausstehenden Monatsmieten kann der Vermieter zwar kündigen, aber er muss nicht. Es könnte also sein, dass er einfach sein Geld verlangt, der Mietvertrag ansonsten aber unverändert bestehen bleibt.

Eine ausstehende Miete + 1 Euro reichen aus für fristlose Kündigung, wenn die Miete an zwei aufeinanderfolgenden Monaten nicht bezahlt wurde. Insofern ist das NK-Guthaben, wenn es unter dem Betrag einer Warmmiete liegt, völlig unbedeutend. Und selbst wenn es höher wäre, könnte der Vermieter Euch den Betrag einfach mal überweisen und die Kündigung sofort hinter her schicken, denn er muss natürlich verrechnen. Er kann auch auszahlen.

Sobald ihr die fristlose Kündigung habt, müßt ihr damit rechnen, dass es bereits in Kürze einen Räumungstitel gibt. Normalerweise dauert es aber etwas länger. Vermutlich könntet ihr noch unbehelligt bis Ende November Eure Sachen packen und dann ausziehen.

Wenn ihr dann glaubt, mit der Kaution habt ihr schon alle Rückstände bezahlt, wird das nicht passen. Zwei Mieten jetzt schon rückständig und wenn man die Novembermiete dazu rechnet, wären max. drei Monatsmieten aufgebraucht. Es fehlen aber dann noch die Mieten für Dezember 2016 und Januar 2017, die ihr auf jeden Fall bezahlen müßt, auch wenn ihr nicht mehr in der Wohnung wohnt und Euch fristlos gekündigt wurde. Entschädigung, nennt man das.

Sollten dann noch weitere Forderungen aufgrund von Schäden und nicht erfüllten weiteren Verpflichtungen bestehen, habt ihr am Ende 5 Monatsmieten + sonstige Forderungen am Bein, die der Vermieter per Mahnbescheid von Euch einfordern kann. Diesem folgt normalerweise der Vollstreckungsbescheid und dann der Gerichtsvollzieher. Dieser pfändet auch in den Lohn und darüber freut sich vor allem der Arbeitgeber. Auch das Bankkonto kann direkt gepfändet werden.

Sowieso wird es bei einem Mahnbescheid einen Eintrag in der Schufa und anderen Auskunfteien geben. Eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung wird es auch nicht geben, falls ihr so ein Dokument braucht.

Wenn man jetzt noch in die Zukunft denken kann, kann man sich ausmalen, was das noch für Folgen haben wird:

Kein Ratenkredit mehr

Kein Bankkredit

Keine Wohnung mehr auf dem normalen Weg

Praktisch jeder, der von Euch eine Schufaauskunft einholt, wird es ablehnen mit Euch irgendein Geschäft zu machen, das auf Kreditgewährung in welcher Form auch immer hinaus läuft und kein normal denkender Vermieter wird Euch jemals eine Wohnung vermieten. Schöne Aussichten?

Antwort
von anitari, 28

Hast Du schon die Kündigung bekommen?

Eine Zwangsräumung wird erst nach Klage ausgeführt. Und dann kommt es noch darauf an wie das Gericht und der Gerichtsvollzieher Termine frei hat.

Antwort
von kevin1905, 39
  • Warum zahlst du deine Miete nicht?
  • Wurde die fristlose Kündigung zugestellt?
  • Ordentlich ist bereits gekündigt?
  • Ist ein gerichtlicher Mahnbescheid ergangen?
  • Wurde Räumungsklage eingereicht?
Antwort
von Hugito, 30

Der Gerichtsvollzieher kann erst kommen, wenn es einen  "vollsteckbaren Titel" gibt. Das setzt ein abgeschlossenes Gerichtsverfahren voraus. Ein solches würde mindestens drei Monate dauern, wenn alles sehr schnell geht und du keine Verzögerungstaktik betreibst. Bis Ende November ist also keinesfalls damit zu rechnen.

Trotzdem wäre es sinnvoll, den Vermieter darüber zu informieren, dass du erst Ende November herausgehst. Vielleicht verzichtet er darauf, eine Klage einzureichen, denn die Kosten dafür müsstest du auch zahlen.

(Wenn du im Laufe des Prozesses die ausstehenden Mieten nachzahlst, dann ist die Kündigung übrigens unwirksam.)

Antwort
von shannaragm, 11

Du musst dem Vermieter schriftlich erklären dass du aufrechnest. Wenn du dann bei +/- 0 bist passiert gar nichts.

Antwort
von Ronox, 35

Erst einmal benötigt es einen vollstreckbaren Räumungstitel, was normalerweise Monate dauert. Dann kann der Gerichtsvollzieher mit der Zwangsräumung beauftragt werden. Dieser setzt auch noch einmal eine Räumungsfrist vor der eigentlichen Zwangsräumung. Ansprüche können aber natürlich trotzdem bestehen, wenn du nach der Kündigung noch weiter in der Wohnung lebst.

Antwort
von MuttiSagt, 35

Wann hast du die fristlose Kündigung erhalten? Bis zur Räumung Dauer es, dazu braucht es ein Gerichtsurteil und dann aber noch 14 Tage. Aber der Spaß wird irre teuer

Antwort
von Gustavolo, 24

Sanny:

Der Vermieter muss erst noch einen Räumungstitel bei Gericht erwirken. Wie lange eine Prozeß, dessen Kosten zu deinen Lasten gehen, dauert, kann nicht abschätzen.

Empfehlung: Führ mit dem Vermieter ein freundl. Gespräch und biete ihm (kleine) Raten an.

Antwort
von Bitterkraut, 31

Wenn du zahlst, ist die Kündigung vom Tisch. Wenn du nicht zahlst, wird es wohl ein paar Wochen dauern,bis ein Gericht ein entsprechendes Urteil  fällt. Ist  denn schon eine Räumungsklage erhoben? Wenn du die Sache einfach laufen läßt, wird es jedenfalls nicht priswerter, dann mußt du die Mieten und die Räumungskosten zahlen.

Antwort
von Fragebob, 41

Finde es ehrlich gesagt eine Frechheit, seine Miete nicht zu bezahlen.

Aber zu deiner Frage, kommt eben drauf an ob der Vermieter einen Antragstellt dafür oder noch bis November wartet. Dann lass dir das Guthaben doch auszahlen (was er nicht machen wird wegen der Mietschulden) und gib ihm das Geld wieder.

Antwort
von schelm1, 31

Das hängt ganz davon ab, wie weit das Verfahren bereits gediehen ist.

Ist der Titel erst mal in der Welt, dann kann das blitzschnell vonstatten gehen!

Ihr Nebenkostenguthaben hat einstweilen nichts mit Ihrem Mietrückstand zu tun!

In jedem Falle haben Sie die Verfahrens- und Anwaltskosten schon jetzt "am Bein".

Antwort
von Rockuser, 36

Das kommt drauf an. Wenn das Gericht nicht viel zu tun hat, sitzt ihr noch diese Woche auf der Strasse.

Kommentar von Bitterkraut ,

Quatsch. Da muß erst mal Räumungsklage eingereicht werden, dann gibts Fristen, die eingehalten werden müssen, um einen Widerspruch zuzulassen, dann erst kann ein Verhandlungstermin Termin anberaumt werden.

Kommentar von Rockuser ,

Nach 2 Monaten Nichtzahlung, kann das schon lange durch sein.

Kommentar von anitari ,

Die Kündigung, aber nicht die Räumung bzw. Räumungsklage. Die kann der Vermieter frühestens 2 Wochen nach Ende des Mietverhältnisses einreichen.

Kommentar von Ronox ,

Kann theoretisch. In der Praxis aber faktisch unmöglich.

Kommentar von Rockuser ,

Mann kann bereits im ersten Monat fristlos gekündigt werden. Dann noch 14 Tage, biss der Beschluss Rechtes ist.

Also, nach 2 Monaten ist die Räumung durchaus möglich.

Antwort
von pimpmymobile, 33

Das kommt drauf an, welche "Art" der Räumung der Vermieter anstrebt. Bei der "Berliner Räumung" kann das sehr schnell gehen und ihr steht nächste Woche schon auf der Straße.

Kommentar von Ronox ,

Ganz bestimmt nicht. Allein die Räumungsfrist des Gerichtsvollziehers würde diesen Zeitraum schon überschreiten. Vom Zeitraum bis zur Erlangung eines Räumungstitels mal ganz abgesehen.

Kommentar von pimpmymobile ,

Da bist du aber mächtig im Irrtum. Mit dem richtigen Rechtsanwalt und einem schnellen Gericht kann ein Räumungstitel schnell erfolgen. Und mit dem Räumungstitel kann man innerhalb von 24 Stunden die "Berliner Räumung" vollziehen. Wer weiß, was der Vermieter schon alles in die Wege geleitet hat.

Kommentar von Gustavolo ,

pim..:

Vermutlich hat der Vermieter auch einen hohen Kostenvorschuss an den Gerichsvollzieher für die Zwangsräumung geleistet und in Zusammenarbeit mit der Sozialbehörde eine Notunterkunft gefunden, um eine Wiedereinweisung zu begegnen, und all das 50 Tage vor der geplanten "freiwilligen" Räumung durch den Mieter. Wer`s glaubt wird seelig.

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