Frage von Soldat1991, 83

Fristlose Kündigung - weder Mietrückstände noch etwas anderes?

Hallo zusammen,

Ich habe vor ein paar Monaten meine Wohnung verloren. Ein ehemaliger Kamerad von der Bundeswehr und seine Mutter haben mich freundlicherweise bei sich aufgenommen. Sie sind Eigentümer des Hauses und zwischen seiner Mutter und mir wurde ein unbefristeter Mietvertrag geschlossen. Die bekommen auch Miete. Erst wurde Wohngeld in Höhe von 250,00€ gezahlt, weil ich vorübergehend erwerbsunfähig war und zuletzt hat die Vermieterin, beziehungsweise die Mutter des Kameraden die 250,00€ vom zuständigen Jobcenter erhalten. Wohlgemerkt für ein zehn Quadratmeter großes Zimmer. Zudem habe ich das Essen und Trinken für mich und meine Freundin, wenn sie mich besucht hat, selbst bezahlt und teilweise sogar für die mit eingekauft. Gedankt wurde es mir nie. Ich habe die Erwerbsunfähigkeit freiwillig aufheben lassen, wurde von einem Amtsarzt, einem Facharzt für Psychiatrie begutachtet, welcher zu dem Schluss kam, dass er mich, wenn ich es wirklich so sehr möchte, zu fünfzig Prozent belastbar einstufen würde, da er mich gerne noch sechs bis zwölf Monate als erwerbsunfähig gesehen hätte. Ich strebe eine Berufsausbildung zum Mechatroniker in einem Berufsbildungswerk an und möchte meinen Lebensmittelpunkt zusammen mit meiner Freundin in einer Stadt nah ihres Wohnorts und Elternhauses aufbauen, da sie eine Berufsausbildung zur Krankenschwester beginnt. Diese Berufsausbildung startet im September 2016.

Ich suche bereits seit langem nach einer geeigneten Wohnung für meine Partnerin und mich. Der Umzug und meine Pläne sind aus amtsärztlicher Sicht zur Genesung notwendig und werden auch vom gesamten Team des Jobcenters unterstützt.

Bislang habe ich noch nichts gefunden, was im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten liegt. Dafür kann ich aber nichts. Am gestrigen Tage, teilte mir die Mutter, beziehungsweise die Vermieterin mit, dass sie den Mietvertrag fristlos kündigen wird und dieses Schreiben kam mir auch noch am gestrigen Tage zu. Bis zum 01.08.2016 würden sie mir noch Zeit geben, dass ich mir irgendetwas zum Wohnen organisieren könnte. Nur blöd, dass ich in diesem Kaff niemanden kenne, da ich von NRW nach Rheinland Pfalz gezogen bin. Ich habe also alles hinter mir gelassen. Wir haben uns immer super verstanden, hatten keine Differenzen und Mietrückstände bestehen keine.

Die beiden sind total schizophren, rechtsextrem und leiden an Verfolgungswahn. Ich habe meiner Sachbearbeiterin beim Jobcenter ein Schreiben vorgelegt, welches die Beschreibung von Sachverhalten beinhaltet, welche diese beiden Personen als schizophren und nicht mehr Herr der Lage und Herr ihrer Sinne zu sein darstellt. Den Vogel hat der ehemalige Kamerad mit der sexuellen Belästigung meiner Partnerin abgeschossen. Ich sprach die Mutter und auch ihn darauf an. Ich war Zeuge dieser Vorfälle und nun kurz danach erfolgt die plötzliche fristlose Kündigung des Mietverhältnisses. Das könnte Zufall sein, aber kommt für mich nicht so rüber.

Welche Möglichkeiten habe ich ?

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 21

Du allein hast also ein Zimmer im selbst bewohnten Haus der Mutter und des Kameraden gemietet.

Ist das Zimmer fast komplett mit Möbeln der Vermieterin ausgestattet?

Wenn ja, braucht sie keine Begründung um Dir zu kündigen.

Ist vertraglich für sie nichts anderes vereinbart kann sie Dir bis zum 15. des Monats zum Ende des selben Monats kündigen. Wäre aktuell frühestens zum 31. August.

Ist das Zimmer aber nicht oder nur mit unbedeutenden Möbeln der Vermieterin ausgestattet, gilt das Mietrecht, insbesondere der Mieterschutz, in vollem Umfang.

Antwort
von Interesierter, 25

Ausziehen!

Zunächst mal, stellt sich primär die Frage, ob an dem Vorwurf der sexuellen Belästigung etwas dran ist und ob sich dieser im Streitfall erhärten ließe.

Der Ausspruch eines solchen Vorwurfs ohne entsprechende Belege, taugt durchaus als fristloser Kündigungsgrund. Eine Fortführung des Mietverhältnisses wäre unter diesen Umständen sicherlich nicht mehr zumutbar.

Unterm Strich: Deine Vermieter wollen dich einfach nur los haben. Der Sohn deiner Vermieterin belästigt deine Freundin. Kannst du ernsthaft noch ein Interesse haben, mit diesen Menschen unter einem Dach zu leben?

So oder so, es führt kein Weg daran vorbei, dass deine Zukunft sicherlich nicht unter diesem Dach liegen sollte.

Kommentar von Soldat1991 ,

Tut mir leid, wenn ich das jetzt so sagen muss, aber deine Antwort, lässt mich an deinem Geisteszustand zweifeln. Ich war Zeuge dieser sexuellen Belästigung, weil ich persönlich anwesend war, aber ich habe es auf den Alkohol zurückgeführt und habe dann erstmal nichts gesagt, aber als er im nüchternen Zustand auch noch solche Sprüche in Richtung meiner Freundin machte, da war es endgültig vorbei. 

Antwort
von DerHans, 48

Wenn du im Haus des Vermieters unter einem Dach lebst, gilt zwar eine vereinfachte Kündigungsmöglichkeit, aber diese hat natürlich fristgerecht zu erfolgen.

Wenn deine Freundin sexuell belästigt wurde, kann sie den Vorfall zur Anzeige bringen, zumal sie dich als Zeugen benennen kann.

Das hat aber mit DEINEM Mietverhältnis überhaupt nichts zu tun.

Antwort
von schelm1, 36

Der Mietvertag könnte von voren herein nichtig sein, wenn Ihre Annahme der geistigen Unzurechnungsfähigkeit - Geschäftsunfähigkeit - Ihrer Vermieter sich bestätigen sollte!

Damit könnten Sie die ein wenig überhastet wirkende Kündigunbg vergessen und wie ohnehin zu empfehlen, schnellstens, wohin auch immer, ausziehen!


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