Frage von Vera1987, 109

Frist für Mieterhöhung?

Wir sind Eigentümer einer bereits vermieteten Immobilie geworden. Die jetzigen Mieter wohnen dort für einen Betrag, der weit unter dem Mietspiegel liegt. Nun wollen wir die Miete erhöhen. Ab wann können wir eine höhere Miete verlangen (3 Monate)? Die Voraussetzungen für eine Mieterhöhung sind gegeben.

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Vera1987,

Schau mal bitte hier:
Mietrecht Mietwohnung

Antwort
von quanTim, 64

Hier das wichtigste zu mieterhöhung

Frühestens ein Jahr nach Einzug oder der letzten Mieterhöhung darf der Vermieter die Miete anheben – mit einer Frist von drei Monaten.

Der Vermieter darf die Miete nur in Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete erhöhen.

Der Preisaufschlag darf innerhalb von drei Jahren nicht höher sein als 20 Prozent. In Berlin, Hamburg, München und vielen anderen Städten dürfen Vermieter Miete sogar nur um 15 Prozent innerhalb von drei Jahren erhöhen (Kappungsgrenze).

 Grundlage für eine Mieterhöhung ist immer die tatsächliche Wohnfläche, auch wenn im Mietvertrag eine abweichende Wohnungsgröße steht, entschied der BGH (Az. VIII ZR 266/14).

Zusätzlich dürfen Vermieter die Kosten für Modernisierungsarbeiten auf die Miete umlegen. 

Ist der Mieter mit der Mieterhöhung nicht einverstanden, kann er seine Zustimmung verweigern. Dazu muss allerdings ein Grund vorliegen.

Quelle: http://www.finanztip.de/mieterhoehung/

Kommentar von anitari ,

Frühestens ein Jahr nach Einzug oder der letzten Mieterhöhung darf der Vermieter die Miete anheben

Frühestens 15 Monate nach Mietbeginn und dann erst wieder in 15 Monaten. Aber nicht um die vollen 20 bzw. 15 %, die wären erst wieder 3 Jahre nach der letzten Erhöhung zulässig.

Kommentar von albatros ,

"Ist der Mieter mit der Mieterhöhung nicht einverstanden, kann er seine
Zustimmung verweigern. Dazu muss allerdings ein Grund vorliegen."

Nein, muss kein Grund vorliegen. Er stimmt einfach nicht zu, fertig. Wenn das Zustimmungsverlangen nicht im MEV  dokumentiert ist, ist dieses unwirksam. Da hilft auch eine Klage auf Zustimmung nicht.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 43

Mit Beginn des 3. Monats nach Zugang des Mieterhöhungsverlangens.

Bei Zugang im Februar wäre das ab Mai.

Vorausgesetzt der Mieter stimmt der Mieterhöhung zu und macht nicht von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch.

Stimmt der Mieter nicht zu, macht aber auch nicht von seinem und zahlt auch nicht die erhöhte Miete müßt Ihn ihn auf Zustimmung zur Mieterhöhung verklagen.

Ihr wisst das Ihr die Miete um nur maximal 20 bzw. 15 % erhöhen dürft, auch wenn sie dann immer noch weit unter dem Mietspiegel liegt?

Expertenantwort
von albatros, Community-Experte für Mietrecht, 28

Seit der letzten ME müssen 15 Monate verstrichen sein und innert drei Jahren darf die ME höchstens 20 bzw. 15% betragen. Du dürftest also, wenn in den letzten 3 Jahren keine ME erfolgte, auf einen Ritt die Miete um 20 bzw. 15% erhöhen (die Kappungsgrenze von 15% gilt nicht länderübergreifend und nur in den Kommunen, die das so gesetzlich festgeschrieben haben). Voraussetzung ist, dass der örtliche Mietspiegel bzw. die Vergleichsmiete nicht überschritten werden.

Wenn du noch jetzt im Februar dem Mieter das Mieterhöhungsverlangen zustellst, dürftest du bei Befolgung der gesetzlichen Regularien die neue erhöhte Miete ab 1.Mai verlangen, vorausgesetzt der Mieter stimmt zu oder  kündigt nicht.

Ab Einzug des Mieters bis zum Zugang des Mieterhöhungsverlangens muss mindestens ein Zeitraum von 12 Monaten liegen. Wenn weniger,. ist das MEV unwirksam.

Der Eigentümerwechsel wirkt sich nicht auf eine Möglichkeit der Mieterhöhung aus, wenn kein neuer Mietvertrag abgeschlossen wurde. Der neue Eigentümer darf aber erst die Miete erhöhen, wenn er im Grundbuch eingetragen ist. Wenn ja, hat der neue Eigentümer durchaus das Recht, nach 3 Monaten seiner Eigentümerschaft die Miete zu erhöhen.

Antwort
von imager761, 38

Ab wann können wir eine höhere Miete verlangen (3 Monate)?

§§ 558 ff. BGB sind da einschlägig: Eine zwölf Monate unveränderte Miete könnt ihr sofort um bis zu 20% "mit Beginn des dritten Kalendermonats nach dem Zugang des Erhöhungsverlangens" unter Angabe eines qualifizierten Mietpreisspiegels oder Vergleichswohnungen erhöht verlangen, sofern die Wohnung nicht in einer Stadt oder Gemende mit abgesenkter Kappungsgrenze von 15% liegt: https://www.test.de/Mietpreisbremse-So-finden-Vermieter-und-Mieter-die-zulaessig...

"Soweit der Mieter der Mieterhöhung nicht bis zum Ablauf des zweiten
Kalendermonats nach dem Zugang des Verlangens zustimmt" oder "das Mietverhältnis außerordentlich zum Ablauf des übernächsten Monats" kündigt, auf Erteilung der Zustimmung zur Mieterhöhung klagen.

Literartuhinweise mit rechtlichen Grundlagen und Muster-Erhöhungsverlangen füge ich bei.

G imager761


Antwort
von Charlybrown2802, 52

die vorraussetzungen sind gegeben? nur weil ihr unter dem Mietspiegel liegt? ich würde mich als Mieter bedanken, wenn ich nach 3 Monaten schon eine Mieterhöhung bekommen würde. das Vertrauensverhältnis würde ich erst einmal aufbauen, sonst wäre ich als Mieter schneller weg wie ihr erhöht habt, sorry

Kommentar von Zakalwe ,

sonst wäre ich als Mieter schneller weg wie ihr erhöht habt, sorry

Na und? Im vorliegenden Fall könnte ja nichts besseres passieren, bei einer Neuvermietung kann man ja gleich mehr verlangen.

Kommentar von anitari ,

Das würde den Vermieter sicher freuen. Könnte er doch die Miete komplett neu festlegen und nicht mühsam häppchenweise erhöhen.

Antwort
von miezepussi, 56

Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, dann sofort. Worauf warten? Bedenkt aber, dass die Mieterhöhung nur auf die Miete, nicht aber auch die Nebenkosten betreffen darf. (Anpassung der Nebenkosten ist etwas anderes, sowas macht man aber i. d. R. nur wenn grad die Nebenkostenabrechnung erstellt wurde.)

Antwort
von Samila, 35

na klasse ein neuer vermieter und boom mieterhöhung. da zieht man als mieter doch schon aus um dir nicht die genugtuung zu geben. 

Kommentar von anitari ,

Dann hätte der Vermieter die Genugtuung die Miete in einem Ritt, und nicht häppchenweise, anpassen zu können.

Kommentar von imager761 ,

Das wäre dem VM tatsächlich eine Genugtuung, einen neuen Mievertrag mit geänderten Bedigungen und Mietzins jenseits der durch Kappungrenze bestimmten Erhöhung abzuschliessen.

Kommentar von Samila ,

klar für den vermieter super, aber ich finde es echt traurig, man kauft eigentum und will gleich mieterhöhung....haha entweder ihr zahlt oder zieht doch aus dann kann ich noch mehr nehmen,.......raff raff raff

Kommentar von Genesis82 ,

der Großteil der Mieter könnte sich selbst Wohneigentum leisten, glaubt aber, er könne es nicht! Wer aber ein eigenes Einkommen hat, was nicht mit Sozialleistungen aufgestockt wird, der kann statt Miete zu zahlen auch einen Kredit abzahlen. Würden mehr Mieter das tun, dann gäbe es überspitzt gesagt nur noch Sozialwohnungen und Wohnungen für jene Mieter, die sich örtlich nicht binden können oder wollen. Und schon wird es uninterressant, Vermieter zu sein und der Staat könnte die Aufgabe größtenteils übernehmen - ohne Gewinnerzielungsabsicht.

Kommentar von anitari ,

Was heißt ....raff raff raff?

Nicht alle Vermieter, eigentlich die wenigsten, sind Millionäre. So eine Immobilie muß schließlich auch unterhalten werden. Instandhaltung und  -setzung kosten Geld. Und oft nicht gerade wenig.

Würdest Du freiwillig auf eine Gehalts-/Lohnerhöhung, die Dir per Gesetz zusteht, verzichten?

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