nissaja am 31.08.2009 um 21:44 Uhr
Ein guter Freund von mir hat sich für eine Bestattung in einem Friedwald entschieden. Es gibt wohl offensichtlich mehrere davon in Deutschland. Dort kann man sich einen Baum aussuchen, unter dem man beerdigt werden möchte. Ich fand die Idee nachdenkenswert. Hat von Euch schon jemand davon gehört, oder auch so etwas mal in Erwägung gezogen? LG nissaja

Richtig beerdigt wird man dort nicht - nur die Urne mit der Asche wird am Fuße des Baumes vergraben.
Ja, so etwas habe ich auch schon in Erwägung gezogen.
Man erspart unter anderem den Angehörigen die manchmal lästige Grabpflege - lieber im Friedwald liegen, als in einem vernachlässigten Grab auf dem örtlichen Friedhof, finde ich.

In meiner Stadt gibt es auch einen solchen "Baumfriedhof".Ich war da und fand die Atmosphäre sehr schön. Ich habe meinen Kindern gesagt, dass ich mir vorstellen könnte dort zu liegen, aber das sollen sie entscheiden, denn wenn ich tot bin ist es mir wohl egal wo und wie ich liege.
ja gibt es, ich finds gut, aber ich komm sowieso in die hölle
Maienblume am 31. August 2009 21:48 Deine sterblichen Überreste müssen aber trotzdem wo bleiben...;-)

Ja, davon gehört habe ich. Interessante (und sicher auch preiswertere) Alternative zum Friedhof bzw. Seebestattung.
Und für Naturfreunde sicher eine Überlegung wert!
ja,es gibt wohl schon mehrere+ ich finde es ganz gut!

Ja, ein entfernter Bekannter hat sich in einem Friedwald beerdigen lassen (bzw. die Urne). In der Nähe von Oldenburg. Ich finde das ganz toll, eine sehr besondere Athmosphäre. (Allerdings weiss ich nicht, wieviel so etwas kostet...)
nissaja am 31. August 2009 21:50 Wenn ich mir überlege, was eine jahrelange Grabpflege kostet! LG nissaja
frauke1982 am 31. August 2009 21:53 Hier der Link zum friedWald-Konzept:
http://www.friedw.de/Startseite.AxCMS?ActiveID=1001
nissaja am 31. August 2009 22:05 He, super!!! Danke für den Link! lg nissaja
Beisetzungswälder gibt es inzwischen an verschiedenen Orten in Deutschland. Unter den Namen Ruheforst oder Friedwald werden hier langfristige Nutzungsverträge mit Waldbesitzern geschlossen, was sicherstellt, daß die dort Bestatteten auch lang genug liegen können, bevor der Wald eines Tages vielleicht abgeholzt wird.
Auch manche Stadtverwaltungen haben auf ihren kommunalen Friedhöfen inzwischen Baumgräber eingerichtet, um eine weitere Abwanderung der "Kunden" zu stoppen.
Tatsächlich erfreuen sich Beisetzungen in der Natur steigender Beliebtheit. Man hat kein Grab das gepflegt werden muß, man benötigt keinen Grabstein und viele empfinden die Vorstellung, sozusagen ein Teil der Natur zu werden, als angenehmen Gedanken.
Baumgräber sind nur unwesentlich teurer als Urnengräber auf Friedhöfen und letztlich bestimmen die eigenen Wünsche, wie teuer das Ganze wird. Ein eigener Baum mit Namenstafel ist teurer als ein Gemeinschaftsbaum ohne Kennzeichnung, an dessen Fuß man mit vielen anderen gemeinsam bestattet wird.
Zur Beisetzung wird die Totenasche aus der Blechdose des Krematoriums in eine Urne umgefüllt, die sich im Laufe der Zeit im Waldboden zersetzt.
Man kann eine anonyme Beisetzung ebenso wählen, wie eine bei der die ganze Familie teilnimmt.
Ansprechpartner sind die Bestatter in der jeweiligen Heimatstadt. Sie beraten und informieren über die Möglichkeiten und kennen die Adressen und Standorte der nächsten Beisetzungswälder.
Die Idee zu den Waldbestattungen stammt übrigens aus der Schweiz, wo der Umgang mit Totenasche wesentlich liberaler gehandhabt wird. In Deutschland bietet die Waldbestattung, neben der Seebestattung, derzeit die einzige Möglichkeit dem normalerweise herrschenden Friedhofszwang zu entgegehen.
Bedenkt man, daß die städtischen Gebühren für Kühlzelle, Leichenhalle und Beisetzung bis hin zu der Gebühr für die Genehmigung eines Grabsteines reichen und insgesamt mehr ausmachen können, als das was der Bestatter berechnet, so ist die Waldbestattung auch unter dem Kostenaspekt eine interessante Alternative.
nissaja am 2. September 2009 12:55 Danke für Deine sehr ausführliche Beantwortung! Auch der Hinweis, das es verschiedene Möglichkeiten bzw. Preisunterschiede gibt. Mir geht es um die Idee als solches, also unter einem Baum beerdigt zu werden, und ich möchte nicht, das es für die Menschen denen ich etwas bedeute eine Belastung wird. (Grabpflege, Kosten etc). lg nissaja

Es war hier auch die Rede vom RuheForst. Im Prinziep das gleiche wie FriedWald. Hier der Link zum Ruhe-Forst. Auf der Website sind auch alle RuheForst-Standorte angegeben: http://www.ruheforst.de/ Darüber hinaus haben einige Städte eigene, ähnliche Konzepte entwickelt - z.B. die RheinRuhe in Bad Breisig...
Hallo unter friedwald.de findest du alle Friedwälder wo die Urne beigesetzt werden kann, es werden auch häufig Führungen gemacht. Ein einzelner Platz an einem Baum kostet ca 1000€ , ein Familienbaum ca 3 - 4000€ je nach Art und Größe da ist dann Platz für 10 Personen. Man kann auch mitlerweile auf den örtlichen Friedhöfen teilweise Baumbestattungen machen. Als günstige alternative bietet www.verstreuung.de an die Asche mit oder ohne Angehörige in Holland auf der Wiese zu verstreuen oder sogar kostenlos auf der Nordsee. Eine Trauerfeier ist dort auch möglich egal ob man in der Kirche ist oder nicht.Dann ist die Asche bzw der Verstorbene meiner Meinung nach wirklich frei und nicht in der Blechurne.
Hoffe geholfen zu haben :-)
Hallo nissaja, die hier aufgeführten Antworten sind im Wesentlichen richtig, GuteFee weist allerdings zu Recht auf den Kostenaspekt hin - billiger bzw. preiswerter als eine Seebestattung ist diese Form also auch nicht. Sicher, bei beiden treten keine Folgekosten, z.B. für Grabpflege auf. Undertaker Tom ist trotz seines Nicknamens auch nicht so ganz richtig informiert - ALLE Urnen und auch die Aschenkapseln (wie die von ihm als Blechdose bezeichneten Behälter aus den Krematorien heißen)müssen sich im Laufe der Ruhefrist zwersetzen - sonst dürften sie gar nicht beigesetzt werden. Alternativen, bei denen die Asche "freigelassen" wird, könnten auch die Luft-See-Bestattung (Holland) oder Ballonbestattung (Frankreich) sein, die vom Kostenfaktor in ähnlichen Größenordnungen liegen. Wer sich eine besondere Bestattungsform wünscht, sollte dies aber bei dem Bestatter seines Vertrauens in einem Vorsorgevertrag festlegen. Bitte nicht im Testament. Die werden durch die bürokratischen Hemmnisse oft erst nach Wochen zugänglich - und da ist dann vielleicht schon eine eher nicht gewünschte Bestattung geschehen....! Übrigens können diese Bestattungsvorsorgeverträge zu Lebzeiten auch jederzeit geändert, erweitert, ergänzt werden - aber nur von Dir. Solltest Du mehr wissen wollen, frag einfach.
nissaja am 2. September 2009 12:49 Danke für Deine ausführliche Antwort, und für Dein Angebot. komme eventuell darauf zurück. Mir geht es weniger um die Kosten, als einfach um die Idee als solches. Habe ein besonderes Verhältnis zu Bäumen! LG nissaja
Das waren auch u.a. meine Gedanken! Danke für Deine Antwort!
Danke für die Auszeichnung, nissaja! Liebe Grüße!
Außerdem gefällt mir der Gedanke, einstmals da draußen in der Natur zu liegen... ich bin sowieso so gerne im Wald...
Dito! Ich liebe Bäume!