Frage von BenLeonJustin, 228

Freundin eines Kumpels will abtreiben wenn man keine 50.000€ zahlt?

Wie verhält man sich wenn die Freundin schwanger ist und abtreiben will und das Kind nur austrägt wenn man 50.000€ zahlt? Man würde das Kind dann alleine großziehn was kein Problem wäre. Darf die Freundin das?

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Antwort
von MaraMiez, 66

Das heißt, sie will das Kind im Grunde an den Vater verkaufen ja? "Ich trags aus, wenn du zahlst und dann kannst dus haben."

Wenn sie es nicht will, will sies nicht. Auf das Sorgerecht verzichten, wärend der Vater das alleinige Sorgerecht beantragt ist ja immer möglich. Aber ich, wär ich der Vater, würd mich nicht erpressen lassen. Das kann man sogar alles vor der Geburt schon klären und geht gar nicht ohne Jugendamt und Familiengericht.

Mal abgesehen davon, dass das schon in eine kriminelle Sparte läuft, stichwort Kinderhandel.

Würde ja spätestens bei der Sorgerechtssache raus kommen.

Nachher zahlt er, sie nimmt das Geld, treibt ab und macht sich nen nettes Leben. Oder er zahlt, sie treibt nicht ab, hat alleiniges Sorgerecht und sagt dann "Nö, kriegste nicht, ist gar nicht deins."

Antwort
von Mieze1231, 46

1. Die Mutter entscheidet allein ob sie eine Abtreibung möchte oder nicht.

2. Der Vater sollte sich auf keinen Fall auf diesen Deal einlassen! Das ist nämlich Kinderhandel und wird hart bestraft.

3. Selbst wenn das Geld gezahlt würde, wäre dieser "Vertrag" in keinsterweise Rechtswirksam. Die Mutter könnte trotzdem jeder Zeit den Umgang mit dem Kind etc einfordern. Z.B. auch erst nach 10 Jahren, wenn sie dann anders über die Sache denken sollte. Und wenn das Kind beim Vater lebt bleibt die Mutter jeder Zeit unterhaltspflichtig. Der Vater dürfte es auch nicht ausschlagen, weil es für das Kind ist und nicht für den Vater.

Viel Glück, dass die Mutter sich freiwillig für das Kind entscheidet und es dann bei dir leben kann!

Kommentar von carn112004 ,

Tut mir leid, das:

"Das ist nämlich Kinderhandel und wird hart bestraft."

ist nicht eindeutig.

Kinderhandel erfordert:

https://dejure.org/gesetze/StGB/236.html
"unter grober Vernachlässigung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht einem anderen auf Dauer überlässt und dabei gegen Entgelt oder in der Absicht handelt,"

nicht nur das Geld gezahlt wird, sondern auch, dass dies unter grober Vernachlässigung der Fürsorge- und Erziehungspflichten geschieht.

Auf den ersten Blick ist die Übergabe eines Kindes von der für die Erziehung möglicherweise völlig ungeeigneten Mutter (da möglicherweise eine kriminelle herzlose geldgeile Sch...) and den mutmasslich wenigstens zur Erziehung willigen biologischen Vater nicht zwingend eine grobe Vernachlässigung; eventuell ist dies sogar im Sinne der Fürsorge- und Erziehungspflicht.

Deshalb ist das nicht eindeutig.

Das widerrum
"Selbst wenn das Geld gezahlt würde, wäre dieser "Vertrag" in keinsterweise Rechtswirksam."
dürfte stimmen, was aber auch den Vorteil hätte, dass das Geld jederzeit zurückverlangt werden könnte, denn die Rückabwicklung unwirksamer Rechtsgeschäfte kann verlangt werden.

Genau genommen könnte, wenn Geld gezahlt wurde und das Kind übergeben wurde, trotzdem das Geld zurückverlangt werden. Was die Freundin hier vorschlägt ist also extrem dumm, denn ihr würde das Geld wenigstens 3 Jahre lang nicht gehören, er könnte einfach zurückfordern und sie müsste - wenn nachweisbar ist, dass das Geld als Zahlung in diesem sittenwidrigen Geschäft geflossen ist - zurückzahlen.

"Der Vater sollte sich auf keinen Fall auf diesen Deal einlassen!"

Das kann richtig sein. Wirklichen Rat finde ich hier aber schwer, weil diese Konstellation so abstrus ist; die Freundin muss eigentlich fast schon gestört sein.

Antwort
von carn112004, 73

Im Gegensatz zu anderen wäre ich sehr vorsichtig mit der Aussage, dass die Freundin das darf.

Zwar ist es für sie möglich abzutreiben ohne daran gehindert oder dafür bestraft zu werden.

Blos nur weil man etwas rechtlich gesehen allgemein mehr oder minder tun kann, heißt das noch lange nicht, dass man zu irgendwem sagen darf "Wenn du mir nicht 50000 zahlst, dann tue ich es/tue ich es nicht.".

Ich vermute, wenn die Freundin das falsch anstellt, handelt es sich um Erpressung, StGB 253.

https://dejure.org/gesetze/StGB/253.html

Denn die Vornahme der Abtreibung kann für ihn ein empfindliches Übel sein; sie gebietet darüber; Abtreibung ist sowieso sozusagen in gewissem Sinne verwerflich, da zwar straffrei aber immer noch rechtswidrig, aber Androhen, abzutreiben, wenn man kein Geld bekommt, dürfte der Verwerflichkeit von § 253 Abs. 2 StGB genügen.

Damit müsste es Erpressung sein.

Aber das kommt sehr auf die Details an, was und wie genau die Freundin fordert; ein "wenn ich das Geld nicht bekomme, kann ich nicht richtig für das Kind sorgen und dann ist Abtreibung besser" z.b. wäre wohl keine Erpressung.

Ferner ist zu beachten, dass die falsche Formulierung ("Wenn ich nichts kriege, treibe ich ab, wenn du mir 50000 gibst, kriegst du das Kind") das ganze auch zu Kinderhandel werden lassen kann:

https://dejure.org/gesetze/StGB/236.html

Meine Vermutung ist, dass die Freundin sich damit strafbar machen könnte.

Der Rat an den Freund ist natürlich zu zahlen und ggf. nachher (wenn sie so kaltherzig bleibt), wenn das Kind in Sicherheit ist, anzeigen und/oder zivilrechtlich Geld zurückfordern. Auf Erpressungen muss man halt manchmal eingehen.

Kommentar von carn112004 ,

Da vergaß ich noch:

"Der Rat an den Freund ist natürlich zu zahlen und ggf. nachher ..."

natürlich sichergehen, dass sie nicht einfach das Geld nimmt und trotzdem abtreibt, dass man genug Beweise für ihre Aktion irgendwie sammelt und dass geklärt ist, wie das Sorgerecht nachher läuft.

Ein Anwalt, wie jemand anderes sagte, kann da eventuell sinnvoll sein.

Kommentar von BenLeonJustin ,

Würde er sich dnn nicht auch wegen Kinderhandel strafbar machen und wäre da ein Vertrag oder so sinnvoll?

Kommentar von carn112004 ,

Ja, würde er dann eventuell auch.

Da sie hier allerdings ihn erpresst, könnte das seine Schuld reduzieren/beseitigen. Aber das hängt von vielen Details ab.

Kommentar von carn112004 ,

Das mit dem Kinderhandel ist vielleicht eher nicht der Fall, denn der relevante § erfordert auch, dass das Kidneswohl dabei grob vernachlässigt wird. Aber eine grobe Vernachlässigung des Kindeswohl ist es wenigstens seitens des Vaters nicht, wenn er sich darum bemüht, das Kind von seiner Mutter wegzubekommen, die es als Mittel zur Erpressung nutzt.

Kommentar von Lavendelelf ,

Was bedeutet "nachher, wenn das Kind in Sicherheit ist ..." ?

Glaubst du wirklich, sie bekommt ein Kind und kann es einfach so jemand anderen geben? Wenn der Kindsvater mit der Mutter nicht verheiratet ist, so hat er keinerlei Rechte an seinem Kind. Das wird dem Kindsvater spätestens bei der Ausstellung der Geburtsurkunde mitgeteilt.

Wenn er das Kind wirklich haben möchte muss er es adoptieren. - Auf die Zahlung einer bestimmten Summe möchte ich erst garnicht eingehen. Wenn er das Kind dadurch bekommt, wird das gesellschaftliche Leben schwer bis unmöglich.

Im Grunde ist diese ganze Diskussion Kinderka**e

Kommentar von Krjhg ,

Der Vater eines Kindes muss es sicher nicht adoptieren...

Kommentar von carn112004 ,

Ich ging beim ersten Beantworten davon aus, dass das eine rein hypothetische Frage ist, bei der ich einfach davon ausgehen kann, dass die Dinge so sind, wie von der Frage vorgegeben; also z.b. dass sie sich an die Vereinbarung hält, etc.

Wenn das ein realer Fall ist, hängt es natürlich ganz stark davon ab, wie die durchgeknallte genau drauf ist, was man tun sollte und was nicht.

Aber grundsätzlich sollte man versuchen, den Tod des eigenen Kindes zu verhindern, auch wenn es nicht geboren ist.

Wenn das hier nicht möglich ist, dann ist es eben so.

Kommentar von MaraMiez ,

Wenn der Mann der da zahlen soll, der Vater des Kindes ist, muss er das Kind nicht adoptieren. Adoptieren tut man nicht-leibliche Kinder. Er muss die Vaterschaft anerkennen (vor der Geburt) und das alleinige Sorgerecht beantragen (auf das er gute Chancen hat, wenn er angibt, dass sie ihm das Kind verkaufen wollte).

Antwort
von MrsTateLangdon, 139

Naja, es ist schon Erpressung, aber es ist auch Ihr Körper und kein Gericht dürfte sie dann dazu zwingen, das Kind auszutragen..

Kommentar von carn112004 ,

Aber das Gericht könnte sie vielleicht einsperren lassen, unabhängig davon, wie das genau ausgeht, denn der Versuch einer Erpressung kann bestraft werden.

Antwort
von sophiemophie, 31

Ich würde das ganze auf die 22.Woche hinauszögern und ihr bisschen Geld geben so 1000-2000€ dann kann sie garnicht mehr abtreiben gesetzlich :-)

Antwort
von TreudoofeTomate, 106

Ja, es ist ihr Körper und daher auch ihre eigene Entscheidung.

Antwort
von kinglion6200, 74

Ich würde darauf nicht eingehen , es ist ihre Entscheidung ,und Grade als Vater sollte man wissen was es bedeutet für ein Kind wenn die Mutter es nie wollte und es auch noch verkauft hat ...

Antwort
von Repwf, 68

Geh zum Anwalt! 

Ich bin fast sicher das die so oder so abtreubt oder Kind und Kohle behält...

Antwort
von annemarie37, 20

Sie darf auf jeden Fall abtreiben. Und wenn du sie zwingen willst, das Kind gegen ihren Willen 9 Monate lang auszutragen und zu gebären, finde ich eigentlich eine Entschädigung von 50'000 noch bescheiden, angesichts der Unannehmlichkeiten, Schmerzen und Risiken. 

Expertenantwort
von HelpfulMasked, Community-Experte für schwanger, 64

Es ist - leider - ihre Entscheidung.

Lg

HelpfulMasked

Antwort
von Lemonyh, 60

Lass dich nicht erpressen. Wenn sie abtreiben will, dann lasse sie. Und so eine gestörte Freundin solltest du auch gleich abschießen.

Antwort
von Lavendelelf, 57

Was seid ihr denn für Traumtänzer?

Wenn ihr nicht verheiratet seid, kannst du das Kind noch so "alleine großziehen wollen". Glaubst du, du bekommst das Kind einfach so?

(Und das, mal abgesehen von dem ganzen anderen Unsinn)


Antwort
von Fairy21, 17

Wie es sich verhält? 

Das nennt man "Erpressung".

Wie viele kommen denn noch als Vater in Frage? 

Wie vieln hat sie diese Story schon erzählt,  um abzukassieren? 

Nur Austragen,  wenn eine bestimmte Summe gezahlt wird,  grenzt an Kindeshandel.

Zwar darf sie selbst entscheiden, :" Ob sie das Kind bekommt oder nicht? "

Aber das mit dem Geld ist Handel mit  Kindern und somit strafbar. 

Dafür kann man sie Anzeigen. 

Desweiteren steht denn überhaupt fest,  dass sie wirklich schwanger ist? 

Oder erzählt sie es nur um erstmal abzukassieren und dann den Kandidaten , die nicht gezahlt haben zu erzählen,  sie hätte angetrieben?  

Und den Kandidaten, die gezahlt haben,  erzählt sie dann; dass sie eine Fehlgeburt/Totgeburt hatte?!

Damit nicht auffällt,  dass sie nie schwanger war?!

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