Frage von SaskiaUzumaki, 47

Freundin möchte nicht mehr leben, was nun?

Hey Leute, vor kurzem hat mir eine Freundin von mir erzählt, dass sie nicht mehr glücklich ist. Ich und die anderen dachten immer, dass sie fröhlich ist, weil sie viel lacht und Späße macht, aber innerlich fühlt sie sich nicht glücklich. Sie wünscht sich jedes Jahr, dass sie nicht mehr aufsteht, also wach wird und reden kann sie auch nicht darüber, weil es Gefühle sind und sie diese als ihre Schwächen sieht. Als ich sie kennengelernt habe, hatte sie zu Hause Probleme. Ihr Vater hat das Geld für Alkohol ausgegeben und es gab oft Streit in der Familie. Außerdem wurde sie in ihrer Schulzeit regelrecht gemobbt und ausgelacht und bei ihren angeblich besten Freunden sah es nicht anders aus, obwohl sie ihnen vertraut hat. Sie wurde trotzdem ausgenutzt und oft fallen gelassen. Sie sagte mir auch schon früher mal, dass sie sterben möchte, wenn es ihr richtig schlecht ging, aber dann war wieder alles gut. Sie fing alleine deshalb das rauchen an, um früher zu sterben. Nach all den Jahren in denen sie so vieles erreicht hat (Arbeit, Führerschein, Haus, Verlobter) geht es ihr anscheinend immer noch schlecht. Sie lacht und unterdrückt die schlechten Gefühle und weint sich Nachts in den Schlaf. Nur, dass es diesmal sogar noch schlimmer ist, als früher. Ich sagte ihr schon vor langer Zeit, dass Gefühle normal sind, aber sie kann diese einfach nicht zeigen. Was das betrifft, kenne ich mich selber nicht aus. Was kann man da machen? Ich hoffe, ihr könnt mir helfen!

Antwort
von Richard30, 21

Schwierig da was zu sagen. Ich könnte Klassiker bringen wie: "Deine Freunding soll ich proffesionelle Hilfe suchen und Selbstmord ist keine Lösung", aber ich nehme mal an, das weisst du selber. Sie hatte schonmal den ersten Schritt gemacht und hat mit dir geredet, das ist schon sehr viel wert!. Die Frage ist auch: Geht es ihr gerade akkut sehr schlecht, oder war es schon immer so schlimm? Angenehm war ihr Leben, b.z.w empfand sie ihr Leben warscheinlich nie wirklich, aber wenn du meinst sie ist Verlobt, sowas kann ernormen Stress bedeuten. Ein Mensch der Depressiv ist, hat oft eine sehr negative Einstellung, sowas wie Ehe kann dann aus der Sicht einer solchen Persohn nur in eine absolute Katastrophe enden.

Ein bekannter von mir, der ebenfalls unter schweren Depressionen leidet, hat einen relativ guten Job, ist annerkannt, aber dennoch hat er es extrem schwer. Es hatte sich aber alles so gehalten, er kahm halt zurecht soweit so ein Mensch eben zurechtkommt. Dann hatt er sich aber ein Haus angeschafft, das auch sehr schön eingerichtet, sehr viel in Heimarbeit, das ganze auch wirklich sehr gut und proffesionell und er hatte eine sehr nette und aufrichtige Frau kennengelernt, die er heiraten wollte. Eine normale Persohn wäre überglückllich, er musste dagegen für paar Wochen Stationär in Behandlung, weil er nen Zusammenbruch hatte.

Das wäre also die andere Sache, ist es bei deiner Bekannten nur mommentan so akkut, also so akkut, das sie damit so arge Probleme hat, oder war es schon länger so schlimm?

Kommentar von SaskiaUzumaki ,

Es war schon immer so schlimm, aber sie überspielt es mit einem Lächeln und tut so, als wäre alles okay, weil sie es nicht anders kann. Ihre Mutter hatt auch viele Probleme, die sie einfach überspielt und es aushält, vielleicht liegt es daran und weil man sie gemobbt hat, wenn sie Schwäche gezeigt hat. Wie lernt man, dass Gefühle normal sind? Gleich auf einmal wird es wahrscheinlich nicht klappen, aber kleine Schritte. Weißt du das zufällig? Und danke für deine Antwort! :)

Kommentar von Richard30 ,

Naja das sie ihre Gefühle unterdrückt liegt wohl daran, dass sie mehr negative Gefühle als positive erfahren hatte. Mit der Zeitlang hat ihr Gehirn dann angefangen, auf negative Gefühle besser zu reagieren. Die ganzen Areale, die ganzen Neuronen die mitverantwortlich sind für negative Gefühle sind halt stärker beansprucht worden. Und wie bei allen beim Menschen, wenn man etwas oft macht, funktioniert es besser. Ihr Gehirn ist also quasi auf negative Gefühle optimiert.

Das klingt hart und traurig, das ist es aber leider auch, ich sprech da aus eigener Erfahrung. Naja wie reagiert das Gehirn dann? Das Gehirn reagiert an sich nicht immer intelligent, es ist wie bei allen automatisierten Systemen, die haben halt keine direkt Intelligenz und reagieren nur. Es wird also, weil es halt zuviele negative Gefühle gibt, die Gefühle komplett abschalten b.z.w die Warnehmung stark abschwächen. Depression ist irgenwie eine Gefühlsleere mit einem pessimistischen und trüben "Hintergrundrauschen". Aber ein Depressiver, der keine Depressionen hätte (Depression ist ja nur die verarmung der Gefühle); würde sich zwar auch mehr freuen, aber an den negativen Gefühlen zugrunde gehen.

So, aber was macht man da nun? Es ist echt schrierig, du musst die erstmal dazu bringen, dass sie sich eingesteht, das sie etwas machen muss. Du könntest mir ihr etwas machen, z.B an einen ruhigen Ort gehen, irgendwas was sie mag (sie wird ja dennoch etwas mögen). Also als Beispiel: Ihr geht an nem schönem Tag raus, legt euch mit nem Handtuch auf ne Wiese, dann schliest ihr bissel die Augen und geniest die Sonne. Du kannst ihr ja sagen du willst ihr helfen und sie soll es mal versuchen. Geb ihr irgendwas, was sich gut in den Händen anfühlt, sie soll es berühren und ganz genau darauf achten, ganz genau auf das Gefühl.

Es gibt noch gewisse andere Tricks, wie z.B einen Wahrnehmungsspaziergang. Aber bei all diesen Sachen ist es auch nicht unbedingt leicht mit einem Depressiven. Ich meine du liegst in der Wiese in der Sonne, geniest den Tag, trinkst nen schlucken Wasser, für dich ist es schön, aber ein Depressiver mag nun denken: "Toll, wenn jetzt irgendwas passiert, binn ich hier drausen in der Pampa, da wird der Krankenwagen kommen, der bestimmt irgendwo stecken bleibt... Sonne? Die verursacht doch nur Hautkrebs, weil die Menschen die Ozonschicht zerstört haben, alles ist kaputt, unsere Welt geht zugrunde.... Auf die Wiese legen? Da liegt doch bestimmt Glas weil irgendjemand was weggeworfen hat oder ein Hund hatt etwas hinterlassen. Aber macht nix, diese Wiese wird sowieso bald zerstört durch irgendne Fabrik oder sowas, dann wird es noch trostloser" Also das war jetzt bissel übertrieben, aber so in etwa mögen Gedankengänge von depressiven sein, ohne das sie das mit Absicht machen. Wenn du mir ihr sowas machst, dann schrittweise, solange wie sie sich noch wohlfült.

Aber wie dem auch sei, noch viel wichtiger ist es, dass du sie dazu bringst, das sie sich das ganze eingesteht. Du kannst ihr anbieten das ihr mal zusammen schaut, was man da so machen kannst, du kannst ihr auch etwas von dir erzählen, irgend ein sehr persöhnliches Problem, was du nicht so leichtfertig jemand anderen erzählen würdest (Schafft vertrauen) und kannst ja sowas sagen wie: Wir können uns versuchen gegenseitig zu helfen, soweit es eben geht.

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Aber es ist halt alles immernoch ne sehr knifflige Angelegenheit. Depression ist eine sehr schwere Krankheit. Du solltest aufjedenfall dich im Internet schlau machen, was du so machen kannst, oder wenn du denkst, sie will ernst machen, rufe so ne Seelsorge an und erzähle das denen, da können auch Beteiligte anrufen. Und naja, wie bei allem was halt irgendwie mit Krankheiten verbunden ist: Man kann zwar versuchen als Leihe die Syntome irgendwie zu verhindern, mit gewissen Dingen die mal selbst nachlesen kann und sowas, aber ne proffesionelle Hilfe ist da dann meistens doch besser.

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