Frage von DerWeisseHelm, 429

Freundin möchte ihrem Kind kein Türkisch beibringen - welche Möglichkeiten hat man um ihre Eltern zu beruhigen?

Eine Freundln ist ratlos. Sie will ihrem Kind kein Türkisch als zweite Sprache beibringen. Da ihr Partner kein Türkisch kann müsste sie immer mit dem Kind Türkisch reden. Sie findet aber, dass ihr Deutsch viel besser ist ubd sie Kultur (ihrer Eltern) gegen Intellekt und Qualität tauscht. Das Kind wird mit der Türkei wahrscheinlich nie etwas zutun haben. Ihre Eltern hatten ihr (Obwohl sie schon die 3 Generation hier in Deutschland sind) verboten dem Kind einen deutschen Namen zu geben, damit konnte sie sich noch anfreunden. Die Eltern machen richtig Druck und fordern dass sie mit dem Kind nur Türkisch spricht.

Dieses Problem kennen in Deutschland bestimmt viele von euch. Welche Möglichkeiten hat man, um die Eltern zu überreden oder zu beruhigen ? Was hat bei euch funktioniert ?

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für Schule & deutsch, 180

Es ist ALLEIN die Entscheidung der Eltern, ob sie ihr(e) Kind(er) ein- oder mehrsprachig erziehen. Deine Freundin sollte sich da nicht beeinflussen lassen - wenn sie selbst nicht türkisch reden möchte, dann ist es sogar besser, wenn sie es nicht tut. Eltern, die nicht hinter der zweisprachigen Erziehung stehen, halten sie erfahrungsgemäß zum einen nicht durch. Zum anderen wird das Kind merken, dass die eine Sprache im Prinzip "unerwünscht" ist. Somit erfährt das Kind die eine Sprache als prestigeärmer und wird keine so innige Beziehung zu ihr aufbauen. Sprache ist Teil der Identität und emotionsgeladen - auf Empfänger- und auf Senderseite. Identitäten kann man nicht vorschreiben. Zweisprachig zu erziehen ist deshalb eine persönliche  Entscheidung. Wenn die Eltern zustimmen und die Großeltern viel mit dem Kind zu tun haben, können diese mit dem Enkelkind Türkisch sprechen. Dann ist die Elternsprache Deutsch und die Großelternsprache Türkisch.

"Beruhigen" kann man die Großeltern sonst nur dadurch, dass Menschen lebenslang Sprachen lernen können und sich ihr Enkelkind immer noch dafür entscheiden kann, Türkisch zu lernen. Dafür ist es notwendig, dass das Verhältnis zwischen Eltern und Großeltern gut bleibt - und das ist nur der Fall, wenn sie sich zukünftig aus der Erziehung heraushalten. Sie sind Großeltern, nicht die Eltern! Sie haben die Entscheidungen der Eltern zu akzeptieren und zu respektieren. Dass die Mutter, deren Muttersprache wahrscheinlich Türkisch ist?, mit ihrem Kind nicht Türkisch sprechen möchte, spricht für eine gestörte sprachliche Identität, die ihre Eltern wahrscheinlich mitzuverantworten haben. Das "Falscheste", was die Großeltern also tun können, ist, Mutter und Kind das Türkische aufzuzwingen. Damit erreichen sie das genaue Gegenteil!

Kommentar von LolleFee ,

Um es klarzustellen: Ich halte eine zweisprachige Erziehung für sehr sinnvoll, egal um welche Zweitsprache es sich handelt

- aber nicht um jeden Preis. Hier wird meines Erachtens nicht einmal das Kind profitieren,  weil es die Sprache als prestigearm, als ungeliebt, als Fremdkörper erleben wird. Ich denke nicht, dass es sich mit ihr identifizieren wird können - denn offenbar kann sich die Mutter auch nicht mit ihr identifizieren. 

Antwort
von Appelmus, 185

Wenn sich das Kind nicht gegen Zweisprachlichkeit richtet und sich weigert, eine andere Sprache zusätzlich zu sprechen, würde ich als Elternteil beide Sprache beibehalten. Das Kind hat später eher Vor- als Nachteile, vor allem da bestimmte Sprachen auch beruflich einfach gefragt sind.

Das Kind einer Kollegin hat sich z. B. geweigert, die Muttersprache der Mutter Ungarisch zu sprechen und damit eine eigene Entscheidung getroffen. Aber was genau ist hier das Problem? Sie soll am Ende nicht den Eltern einen Gefallen tun sondern überlegen, ob diese Art der frühkindlichen Sprachförderung vielleicht sogar etwas Positves ist.

Kommentar von AJuergen ,

Ich stimme Appelmus voll zu . Kann nur zum Vorteil des Kindes sein , wenn es damit nicht überfordert ist , was bei kindern aber selten der Fall ist, kinder lernen noch sehr schnell.

Ich hoffe du findest  für dein Kind die richtige Entscheidung

Kommentar von LolleFee ,

Ich stimme dem nicht zu. Natürlich kann Bilingualität positiv sein. Allerdings steht über dem vermeintlichen Vorteil des Kindes das Empfinden der Eltern, in diesem Fall das der Mutter. Sie *will* nicht Türkisch sprechen, obwohl das wahrscheinlich ihre Muttersprache ist. Das allein ist schon bemerkenswert, weil Eltern bei ihren Kindern quasi ihre eigene Kindheit sprachlich "zelebrieren" - und sich somit auch aus emotionalen Gründen für die zweisprachige Erziehung entscheiden, egal ob die Sprache nachher gefragt ist. Ein Freund spricht breitestes Hessisch mit seinen Kindern ;)) Es wird seine Gründe haben, warum die Mutter sich gegen die zweisprachige Erziehung entschiedenen hat - trotz der bekannten positiven Effekte auch auf den weiteren Fremdspracherwerb.

Kommentar von AJuergen ,

Tut mir leid ich kann dir da nicht zustimmen , erstens solltest du mal Fremdwörter weg lassen , klingt ja gut und Fach wissend aber darum  geht hier gar nicht und hessisch ist keine Sprache sondern Dialekt , das ist was ganz anderes .

 . 

Kommentar von LolleFee ,

Bilingualität ist das einzige Wort, das ich als "Fremdwort" bezeichnen würde - aber auch dieses ist schon wieder so in aller Munde, dass es Dir doch eigentlich nicht fremd sein dürfte.

Zu meinem Hessisch-Beispiel: Auch hier handelt es sich um eine zweisprachige Erziehung - nämlich der Erziehung zur inneren Mehrsprachigkeit. "Etwas ganz anderes" ist das also nicht!

Und ich denke, dass zu einem hilfreichen Beitrag schon auch gehört, dass man weiß, wovon man spricht. Und ja, ich bin "fachwissend".

Expertenantwort
von Enalita2, Community-Experte für türkisch, 71

Ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Ich habe 3 Kinder, die alle türkisch sprechen. Alle 3 sind Deutsche und leben in der deutschen Kultur. Außerdem was hat Sprache mit Kultur zu tun? Es ist immer von Vorteile, wenn man eine Sprache mehr kann. Meine Tochter ist hier aufgewachsen, kann aber wegen ihrer Türkischkenntnisse ihren Beruf als Dolmetscherin bei Gericht ausüben. Meine beiden Söhne sprechen ebenfalls türkisch, was ihnen noch nie falsch angerechnet wurde; im Gegenteil. Ich selbst bin Deutsche und spreche ebenfalls türkisch. Ich konnte sogar in der Türkei damit arbeiten. --- Was die Namen angeht: da hättet Ihr Euch doch auf "internationale" Namen einigen können. Meine Tochter heißt zum Beispiel "Suzan". Das ist ein türkischer Name als auch ein deutscher oder internationaler. Meine Enkelin heißt Aylin, kann man auch als Ayleen oder Eileen schreiben. Die andere heißt Selin, könnte man auch als Celine oder Selina schreiben. Sind beides internationale Namen. Bei Jungen gibt es Deniz, wäre in deutsch Dennis. Es müssen ja nicht die ellenlangen, aus dem arabischen stammenden, Namen sein. --- Natürlich können die Großeltern nicht "verlangen", dass die Mutter nur türkisch mit den Kindern spricht. Aber im Nachhinein würde Deine Freundin einsehen, dass die Sprache türkisch auch zu etwas gut ist  Sie ist genauso wertvoll wie spanisch, italienisch oder französisch. Es gibt ja auch die Möglichkeit, sie in der Schule als Zweitsprache oder Drittsprache zu lernen. Wenn die Mutter jetzt schon mit ihnen spricht, bekommen sie einen  leichteren Zugang zur Sprache. "Ein Mensch mit einer Sprache ist einfacher Mensch. Jede weitere Sprache wertet ihn auf". 

Kommentar von Moooses ,

....alles schön und gut, aaaber die Mutter will und vermutlich kann (innere Sperre!) ihre Kinder nicht türkisch lehren. Punkt! Also was solls?

Antwort
von Volkerfant, 101

Es ist besser, wenn den Kindern jemand türkisch bebringt, der perfekt türkisch spricht, sonst hat es gar keinen wert.

Deine Freundin soll sich nicht so von ihren Eltern beeinflussen lassen, schließlich leben sie in Deutschland und bleiben auch hier, da ist Intergration  das Mindeste.

Kommentar von LolleFee ,

Dein erster Absatz stimmt so nicht. 

Antwort
von halloschnuggi, 69

Man nicht das Kind seine Kultur seine Geschichte seine Familie seine existens weg. Wenn das Kind eine türkische mutter hat soll es auch türkisch sprechen, wir sehen auf der straße diese türken die kein wort türkisch sprechen können das ist sehr schade. Das kind kann zwei sprachig aufwachsen ist sogar besser! Das die eltern druck machen das sie nur türkisch mit dem kind sprechen sollten ist totaler blödsinn, entweder beide sprachen oder beide sprachen! Zu sagen das dass kind in deutschland lebt und deshalb deutscj lernen muss finde ich als selbsverständlich aber wenn man deshalb die muttersprache wegnimmt kannst du dir zu 100% sicher sein das dass kind ankommt und dich dafür hasst.

Kommentar von LolleFee ,

Ob Eltern ihre Kinder bilingual erziehen oder nicht, ist allein deren Sache, und es steht Dir nicht zu, darüber zu urteilen. Es kann keine Rede davon sein, einem Kind seine Muttersprache wegzunehmen - denn eine Muttersprache ist (sind) allein die Sprache(n), mit der (denen) ein Kind aufwächst. Wächst ein Kind ohne Türkisch auf, ist Türkisch nicht seine Muttersprache, selbst wenn Türkisch eine Muttersprache der Mutter ist. In etwa Gleiches gilt für Kultur, Geschichte, Familie und Existenz.

Kommentar von Agentpony ,

Laut Beschreibung ist das Kind nun die vierte oder fünfte Generation in Deutschland. Und du behauptest hier ernsthaft, Türkisch sei die Muttersprache, und türkisch die Kultur und Geschichte des Kindes? Dies ist genau die Denkweise, wegen der so viele Türkischstämmige auch nach Jahrzehnten hier einfach nicht "ankommen".

An zweisprachiger Erziehung ist erstmal nichts verkehrt, aber es könnte genauso gut Englisch oder Französisch sein. Nicht vergessen - der Vater spricht kein Türkisch, somit wäre er von diesem Teil des Zusammenlebens ausgeschlossen. Es gibt auch genug andere Formen der frühkindlichen Föderung, die man ebenso verfolgen kann.

Dein letzter Satz ist pur aus der Luft gegriffen.

Kommentar von halloschnuggi ,

Trotzdem hat das Kind auch türkische Wurzel und somit verdient es seine eigene Sprache und Kultur kennenzulernen, wenn man in Deutschland lebt muss man nicht direkt deutscher sein und seine vergangenheit vergessen.

Kommentar von LolleFee ,

Seine Vergangenheit? Seine Kultur? Seine Sprache? All das hat ein Kind nicht, wenn es ALS MENSCH auf die Welt kommt. Es wird die Kultur, die Sprache und die Vergangenheit seiner Eltern und Großeltern und vieler anderer Menschen kennenlernen. Und *dann* wird es seine Sprache(n) haben, seine Kultur und seine Vergangenheit.

"Man muss nicht gleich Deutscher sein" (hört sich übrigens abwertend an) - aber man darf, auch wenn man türkische Wurzeln hat. Die behält man auch, selbst wenn man mit seinem Kind kein Türkisch sprechen möchte. 

Antwort
von realsausi2, 62

Ich kenne zwei Familien, in denen die Kinder mit zwei Sprachen aufwachsen. In beiden spricht der Vater die Zweisprache nicht perfekt.

Dort gibt es überhaupt keine Probleme. Mit der Mutter sprechen die Kinder französisch, mit dem Vater und anderen Deutsch. Klappt wunderbar.

Es ist doch nicht von Schaden, eine zweite Sprache zu können. Tatsächlich ist das sogar eine optimale Förderung für die Entwicklung des Kindes.

Also ich sehen keinen Grund, außer sich gegen die Eltern aufzulehnen, hier die Zweisprachigkeit zu verweigern. Und das wäre dann ein auf dem Rücken des Kindes ausgetragener Konflikt. Nicht die feine Art.

Kommentar von LolleFee ,

Es ist die Entscheidung der Mutter, wenn sie nicht Türkisch mit ihrem Kind sprechen möchte - und sie ist Grund genug, das Kind nicht zweisprachig aufwachsen zu lassen. Sprache ist nicht nur Lesen, Sprechen, Hören, Schreiben. Sprache ist Gefühl, Sprache ist Identität. Wenn Du mit einer Sprache Negatives verbindest, würdest Du Dich selbst dazu zwingen, Dein Kind in dieser ungeliebten Sprache zu erziehen?

Antwort
von Seanna, 142

Es kann ja den Muttersprachlichen Unterricht besuchen.

Antwort
von Goodnight, 101

Warum trennt man sich nicht von solchen Eltern? Die haben rein gar nichts mitzureden.

Antwort
von cherskiy, 89

Sie will ihrem Kind kein Türkisch als zweite Sprache beibringen.

Zweisprachigkeit bedeutet immer einen Wettbewerbsvorteil im späteren (beruflichen) Leben, zumal das Türkische im westeuropäischen Verständnis eher zu den Exotensprachen zählt, die kaum jemand beherrscht und somit sehr gefragt sind.

ubd sie Kultur (ihrer Eltern) gegen Intellekt und Qualität tauscht.

Diese Aussage zeugt von geistiger und intellektueller Unreife um es diplomatisch auszudrücken.

Welche Möglichkeiten hat man, um die Eltern zu überreden oder zu beruhigen ?

Eine Lösung wäre, in eine andere Stadt zu ziehen.

Kommentar von LolleFee ,

Ich denke, dass es ganz eigenen, persönlichen und privaten Gründe hat, warum man sich so entschieden gegen die Zweisprachigkeit samt ihrer positiven Effekte entscheidet - nicht unbedingt von geistiger und intellektueller Unreife. Was sich hier für mich dahinter verbirgt, ist ein Unwille gegenüber dem Türkischen, das auch noch als prestigeärmer empfunden wird, vielleicht sogar eine Ablehnung der Mentalität, einer bestimmten Lebensauffassung? Vielleicht auch eine Rebellion? Es wird auf jeden Fall nicht besser, sondern der Unwille mitvermittelt, zwingt man jemanden, in einer bestimmten Sprache zu erziehen.

Kommentar von cherskiy ,

Ich denke, dass es ganz eigenen, persönlichen und privaten Gründe hat, warum man sich so entschieden gegen die Zweisprachigkeit samt ihrer positiven Effekte entscheidet

Ich glaube, Du hast meine Antwort nicht verstanden. Lies sie Dir nochmal durch.

Die "gestige Unreife" bezog sich auf die Aussage des Fragestellers: "ubd sie Kultur (ihrer Eltern) gegen Intellekt und Qualität tauscht".

Kommentar von LolleFee ,

Nein, ich habe das schon ganz richtig verstanden. In der Fragestellung steht nämlich: "Sie findet aber, dass ihr Deutsch viel besser ist und sie Kultur (ihrer Eltern) gegen Intellekt und Qualität tauscht." Sie (denn das war offenbar die Aussage der Mutter, nicht die des Fragestellers!) hat offenbar ihre Gründe, weshalb sie das genau so sieht. Sie *will* nicht Türkisch sprechen - und diese Entscheidung sollte ebenso wertfrei akzeptiert und respektiert werden wie die eines zweisprachig aufwachsenden Kindes, das nur eine Sprache aktiv sprechen möchte.

Kommentar von cherskiy ,

Nochmal, es geht nicht um den Unwillen/das Unvermögen der Freundin dem Kind eine weitere Sprache beizubringen sondern um eine, gelinde gesagt, dumme Begründung, dass sie Intellekt und Qualität gegen Türkischkenntnisse austauschen wolle. Denn bei jemanden der so etwas sagt, kann es mit Intellekt und Bildung im Allgemeinen nicht weit her sein, wie das dt. Bildungssystem täglich auf's Neue beweist. Dass sie nicht Türkisch sprechen will, weil sie es bspw. nicht kann bzw. diese Sprache für sie eine Fremdsprache ist, muss man natürlich akzeptieren; das steht außer Zweifel.

Kommentar von LolleFee ,

Nochmal: Sie hat offenbar ihre Gründe, weshalb sie das genau so sieht.

Es ist nicht ihre Kultur (sondern die der Eltern!), für sie wäre es kein Zeichen von Intelligenz und Qualität, wenn sie mit ihrem Kind Türkisch redet. Das ist offenbar eine bewusste Entscheidung, die sicherlich ihre Gründe hat. Ich vermute, dass das Türkische für sie prestigearm und mit negativen Emotionen besetzt ist. Das darf man auch einfach so stehen lassen, ohne ihr gleich Unreife, mangelnde Intelligenz oder mangelnde Bildung zu unterstellen. Und wenn sie eine solche Abneigung gegen das Türkische hat, dann halte ich es für sehr viel intelligenter, mit ihrem Kind nicht Türkisch zu reden.

Kommentar von cherskiy ,

Sie hat offenbar ihre Gründe, weshalb sie das genau so sieht.

Nochmal ganz langsam zum Mitmeißeln: Das lehne ich nicht ab.

für sie wäre es kein Zeichen von Intelligenz und Qualität

Da steht 1. "Intellekt" und nicht "Intelligenz" und 2. etwas von "tauschen"

Das ist offenbar eine bewusste Entscheidung, die sicherlich ihre Gründe hat.

Das steht außer Zweifel.

dann halte ich es für sehr viel intelligenter, mit ihrem Kind nicht Türkisch zu reden.

Das hat nix mit Intellekt und schon gar nicht mit "Qualität", was auch immer darunter verstanden wird, zu tun. PISA lässt grüßen.

Antwort
von violatedsoul, 141

Wenn sie hier in Deutschland lebt, sollte sie und ihr Kind auch in erster Linie deutsch reden. Wenn die Eltern das missbilligen, ist das deren Problem. Da würde ich mich nicht davon beeinflussen lassen.

Antwort
von GTH2014, 66

Zweisprachigkeit um jeden Preis halte ich für eine sehr egoistische Entscheidung der Eltern, die durch das Kind ihre eigene türkischsprachige Kindheit durchleben wollen und voller Nostalgie die Meinung ihrer Tochter ignorieren.

Fragt sich bloß, wieso es Einwanderergruppen gibt die ihr Kind schon in der ersten Generation 'Stefan und Claudia' nennen und sich komplett integrieren und andere komplett imun sind.

Antwort
von Undsonstso, 100

Über die Großeltern wird das Kind sowieso türkisch lernen..... Das sollte deine Freundin ihren Eltern als Argument so sagen.

Antwort
von kiniro, 142

Es ist ihr Kind - also kann sie ihm die Sprache beibringen, die sie möchte.

Ich würde es den Eltern auch so beibringen. Dass hier Vater und Mutter des Kindes über die Sprache bestimmen.
Als Kompromiss käme noch, dass die Großeltern ja dem Kind (später mal) Türkisch beibringen könnten.

Außerdem würde das Verbot Null bringen, denn Kontakte zu deutschsprachigen Menschen werden sie nicht verhindern können.

Kommentar von Enalita2 ,

Wenn Großeltern den Enkeln "später" türkisch beibringen sollen, klappt das nie! Was ist daran so schlimm, wenn Kinder zweisprachig aufwachsen? Auch türkisch ist eine Sprache, die man immer gebrauchen kann - und sei es nur, mit den Großeltern zu sprechen. Kinder im kleinen Alter lernen besonders schnell Sprachen und plappern schon mit 3 = 3 Sprachen. Ich hab das selbst mit meinen 3 Kindern erlebt. 

Kommentar von kiniro ,

Das mit dem "dann klappt das nie" halte ich für extrem übertrieben.
Unser Gehirn lernt sogar noch im hohen Alter. Gilt auch für Fremdsprachen.

Es geht hier nicht um die Zweisprachigkeit, sondern um das Verbot (?) dem Kind Deutsch beizubringen.

Antwort
von guenther61, 158

Kinder das entscheiden zu lassen halte ich für etwas fraglich. Bis die soweit sind, sich da auch nur grob orientieren zu können, was sie wollen oder auch nicht, ist schon viel der sehr "fruchtbaren" Anfangszeit vorbei. Gerade Kleinkinder saugen Sprache regelrecht auf und es geht fast von alleine. Daher sollte man diese Chance, finde ich, nutzen. Man hat später fast nur Vorteile davon, wenn man davon ausgeht, dass nicht eine Sprache auf der Strecke bleibt, wenn man zweisprachig fährt.

Kommentar von LolleFee ,

Es geht darum, dass die Großeltern ihrer (erwachsenen!) Tochter vorschreiben wollen, in welcher Sprache diese ihr eigenes Kind erzieht. Es geht darum, die Bilingualität des Enkelkindes über die Tochter zu erzwingen.

Antwort
von Hegemon, 89

"Dieses Problem kennen in Deutschland bestimmt viele von euch."

Nö. Nicht wirklich. Wenn ich mich derart in die Entscheidungen meiner erwachsenen Kinder einmischen würde, könnte ich mir aber was anhören. Zu Recht.

Laut § 1626 BGB sind die Kindeseltern die Erziehungsberechtigen. Sie treffen die relevanten Entscheidungen. Ganz einfach.

Sicher wäre eine zweisprachige Erziehung sinnvoll. Aber die Entscheidung darüber obliegt nun mal den Eltern.


Kommentar von Agentpony ,

Laut § 1626 BGB sind die Kindeseltern die Erziehungsberechtigen. Sie treffen die relevanten Entscheidungen. Ganz einfach.

Und wieviel wert ist das BGB wohl in einem Familienverbund, der aktiv die deutschen Normen ablehnt? Denn nichts anderes ist diese Rückgewandheit auf die türkische Herkunft.

Daß die Großeltern rein rechtlich keine Handhabe haben, sollte wohl auch der beschriebenen Freundin klar sein.

Kommentar von Hegemon ,

Schön, daß Du meinen expliziten Verweis auf das Kernproblem als solchen erkannt hast.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für deutsch, 92

Hi. 

Es ist eine Entscheidung der ELTERN des Kindes, ganz allein der ELTERN. Und da nur die Freundin Türkisch spricht, ist IHRE Entscheidung am wichtigsten. 

Auch wenn ich eine zweisprachige Erziehung grundsätzlich für sinnvoll halte, habe ich hier meine Zweifel. Eine "Sprachlehrerin", die nicht voll hinter dem steht, was sie tut, ist für solch einen schwierigen Job ungeeignet.

Die Freundin will nicht. Damit ist das Projekt gestorben. Das kann man zwar schade finden - und vielleicht auf die Motive der Freundin schimpfen. Es ändert aber nichts daran: Ein Projekt, das unter solchen Vorzeichen begonnen wird, MUSS scheitern.

Gruß, earnest

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