Frage von kspoko, 80

Freundin im Krankenhaus - Manipulation, dürfen die das?

Hallo zusammen, ich hab da ein Problem und bin mir nicht sicher, was man jetzt tun könnte.

Es geht um meine Freundin(17). Sie hat Rückenprobleme und außerdem ist sie etwas instabil, was die Psyche angeht. Sie wurde vor ungefähr einem Jahr vergewaltigt und macht sich einfach viel Stress und fast alles, was den Alltag angeht bereitet ihr Stress. Deswegen ist sie jetzt in der Schule krank geschrieben.

Da es nicht so weiter gehen kann, hat man sich entschieden, dass sie in eine stationäre Behandlung geht, bzw. es mindestens versucht. Sie ist jetzt dort auf einer offenen Station für Psychatrie fast 2 Wochen und anstatt einer Besserung wird alles irgendwie nur schlimmer. Was den Rücken angeht, findet eigentlich garkeine Therapie statt. Die Betreuer dort wollen alles mit Sport lösen, sodass die sich manchmal wegen den Schmerzen kaum bewegen kann. Sie hat dort noch mehr Stress als zu Hause, wenn es ihr schlecht geht, dann ist entweder keiner da, mit dem sie über ihre Probleme reden kann oder die Betreuer hören ihr garnicht zu. Letztens gings ihr richtig schlecht, und dann meinte ein Betreuer, dass sie mit mir Schluss machen soll und sich entscheiden soll, entweder ich oder die Klinik. Und da hab ich mich schon gefragt ob die das überhaupt dürfen.

Nach diesem Gespräch war sie sehr betroffen. Wir haben uns fast getrennt, da es ihr nach dem Gespräch mit dem Betreuer schlecht ging, was dazu geführt hat, dass sie sich von einem Jungen, der sie etwas belästigt und mit ihr auf der gleichen Station ist, küssen gelassen hat und mitgemacht hat. Das haben wir jedoch alles geklärt.

Nun sieht aber so aus, dass sie sich noch selbst verletzt. Sie hat auch das Gefühl, dass sie dort manipuliert wird. Als sie am Wochenende zu Hause war hatte ich auch das Gefühl. Sie hat sich jetzt schon irgendwie verändert. Wir haben beide Angst wie es weitergehen soll.

Zusammengefasst bringt die Klinik irgendwie mehr Negatives als Positives. Als sie hier war, hatte sie sehr gute Rückenbehandlungen, nach denen es ihr viel besser ging. Außerdem hatte sie hier eine sehr gute Psycholigin.

Nun wissen wir nicht was wir machen sollen. Das ist eine schnelle Kurzfassung. Die Eltern sind sehr begeistert von dieser Klinik, jedoch kriegen die nicht wirklich mit, was dort passiert. Es wird alles nur noch schlimmer.

Expertenantwort
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 21

Es ist sehr häufig so, dass sich ein psychisches Krankheitsbild zu Beginn der stationären Therapie erst mal verschlechtert. Der Betroffene wird täglich mit seinen Problemen konfrontiert und natürlich macht ihn das erst mal zu schaffen. Deshalb ist es auch in vielen psychiatrischen Kliniken so, dass man in den ersten Wochen überhaupt keinen Besuch bzw. Kontakt zu Angehören haben darf, weil es zu genau solchen Situationen kommt, wie Du sie jetzt beschreibst.

Der Betroffene ist verzweifelt und überfordert mit der Tatsache, sich plötzlich seinen Problemen stellen zu müssen und nicht mehr weglaufen zu können und die Angehörigen stehen hilflos daneben und denken sich "Das kann doch so nicht richtig sein!"

Doch, es ist so richtig und leider kann ich Dir nur dazu raten, Deiner Freundin beizustehen und sie nicht zu bemitleiden, sondern ihr Mut zu machen, damit sie durchhält.

Gehe bitte nicht hin und bestätige sie in ihrem Glauben, dass es ihr in der Klinik ja ach so schlecht geht. Das macht die Situation nicht besser, sondern nur noch schlechter. Mach ihr Mut, dass sie das schafft. Stehe ihr bei. Sie braucht jetzt ihre Freundin.

Auch die vermehrten Rückenprobleme werden deshalb vorhanden sein, weil sich da auch ihre angegriffene Psyche bemerkbar macht. Diese Schmerzen bedeuten allerdings nicht, dass man sich in der Klinik nicht um ihre Rückenbeschwerden kümmert.

Es ist auch absolut nicht verkehrt, Rückenprobleme mit Sport zu behandeln. Langfristig gesehen ist es nämlich sogar sehr sinnvoll, die Bauch- und Rückenmuskulatur zu stärken, um die Rückenprobleme langfristig in den Griff zu bekommen. Natürlich hat man da zu Beginn der Therapie erst mal vermehrt Probleme, bzw. schlicht und einfach Muskelkater.

Ich weiß, dass es für einen Laien schwer zu verstehen ist, dass das alles jetzt so richtig sein soll. Vertraue da aber bitte den Fachleuten. Nur, wenn Du siehst, dass man Deiner Freundin wirklich nur helfen möchte, kannst Du das auch genau so Deiner Freundin übermitteln und sie nicht noch weiter runterzuziehen, indem Ihr Euch zusammensetzt und darüber nachdenkt, wie schlecht das doch alles für Deine Freundin ist und dass man ihr nur schlechtes antun möchte.

Manchmal muss man im Leben einen richtigen Tiefpunkt haben, damit es hinterher wieder aufwärts gehen kann. Deine Freundin wird ihre Probleme in den vergangenen Monaten und Jahren immer nur ignoriert haben und vor ihnen davongelaufen sein. Jetzt muss sie sich auf einmal täglich mit ihren Problemen beschäftigen und da ist es nur verständlich, wenn sie nicht bemerkt, dass das eigentlich nur gut für sie ist.

Sorry, wenn ich Dir nicht das schreiben kann, was Du vielleicht gerne lesen möchtest. Ich kann Dir wie gesagt nur dazu raten, dass Du den Ärzten und Therapeuten vertraust und vor allem Deiner Freundin Mut machst, weiter durchzuhalten.

Ich wünsche Dir und vor allem Deiner Freundin alles Gute

Antwort
von DerHans, 17

Wenn man eine psychische Behandlung durchmacht, muss man sich darauf auch einlassen. Da sind Einflüsse von außen GRUNDSÄTZLICH störend.

Wieso macht sie das denn nicht überhaupt stationär?

Antwort
von turnmami, 30

Wie sieht denn deine Lösung ohne Klinik aus??

Dir gefällt doch nur die Klinik nicht, weil du grad nicht mehr die Hauptperson bist. Für deine Freundin ist die Klinik sehr wichtig. Und da sie anscheinend sehr viele Probleme hat, soll sie sich doch verändern. 

Wenn ihr eine gute Beziehung habt, wird diese Beziehung das Ganze überstehen. Aber wenn du ihr rätst, die Klinik zu verlassen, wirst du Betreuer und Eltern gegen dich haben....würde ich nicht riskieren.

Antwort
von xalyszax, 8

Hey,
Ich war selbst mal auf einer solchen Station.Also kann ich dir sagen , am Anfang ist alles ganz arg kompliziert und verwirrend.
Das sich niemand um ihre Rückenprobleme kümmert , geht natürlich gar nicht.
Da würde ich drauf Bestehen !
Das der Betreuer sagt das sie mit dir Schluss machen soll , geht so nicht.
Er könnte ihr nur ein bisschen Tipps geben , aber so eine Art " Ultimatum " stellen darf man nicht.
Und das eine Junge sie auf der Station bedrängt geht auch absolut gar nicht ! Da hätte ich mich beschwert.
Und wenn du das Gefühl hast deine Freundin verändert sich , musst du viel Geduld und Verständnis für sie haben.
Für sie ist das jetzt auch eine schwierige und verwirrende Zeit.

Und wenn man fragen darf , wie alt ist sie denn ?

Liebe Grüße

Antwort
von kspoko, 20

Ich glaube du hast mich etwas falsch verstanden. Es geht mir nicht darum, dass sie aus der Klinik geht. Ich will nur, dass es ihr besser geht. Und die klinik scheint nur das Gegenteil zu bewriken. Man geht in der Klinik so gut wie garnicht auf ihre Probleme ein. Das Thema Vergewaltigung hat man aus dem Raum gelassen. Sie wollte auch nicht in die Klinik. Unter anderem hab ich sie überredet, dass sie es versuchen soll. Ich hab das Gefühl, dass man ihr dort nur schadet. Seitdem sie dort ist hat sie angefangen sich zu ritzen und hat Suizidgedanken. Sie hat auch gemeint, dass die ganzen Betreuer ganz anders sind, wenn die Eltern da sind. Nett und so.... Und verändern ist jetzt nicht unbedingt im gutem Sinne gemeint.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community