Frage von janundella, 61

Freundin bekommt wieder Depressionen?

Kurze Zusammenfassung von meinem Problem: "Meine Freundin 16 hat vor 2 Jahren ihren Freund verloren (er hat sich umgebracht als sie ihm Zigaretten hohlen war) als sie zurück kam lag er halbtot mir´t blutüberströmten Armen im Zimmer sie hat de RTW gerufen is bei ihm geblieben bis er tot war , ne zeit lang nachdem sie meiner meinung nach alles verarbeitet hatte fing sie wieder an sich zu ritzen und sich abzuschotten nun wurde vorgeschlagen sie in therapie zu schickenn , sie möchte aber keine therapie mehr (hatte eine aber eher bei ihrem kumpel ab und zu der psychologe ist) und ja da ich weiß das ich bei ihr bei dem vorschlag therapie auf stein beißen werde , wollte daher mal fragen wie ich ihr auch so helfen kann (ich rede nur dann mit ihr darüber wenn sie es will , bin immer für sie da , verzichte auf treffen mit freunden , bin fast 24/7 bei ihr , ich habe keinen sex mehr mit ihr da sie sonst bestimmt denkt sie muss sonst mache ich schluss und ja wie kann ich sie evt. doch was eine therapie angeht umstimmen ? was kann ich sonst machen?

Antwort
von Lichtpflicht, 21

Was sie erlebt hat ist sicher schlimm.  Aber hör mal: Du kannst ihr im Grunde nicht helfen. Du machst offenbar sehr viel für sie, und meiner Meinung nach zu viel. Viel zu viel. Es klingt, als ob du dich selber vollständig aufgeben würdest für sie. Und das ist richtig richtig schlecht und gefährlich und hilft ihr überhaupt nicht. Denn du bist dabei, deine eigene Psyche zu zerstören. Hör auf, dich so aufzuopfern!

Niemand verlangt von dir, niemand erwartet von dir, und es ist nicht im geringsten deine Aufgabe, 24/7 für sie da zu sein. Das ist Wahnsinn. Das müsste eine professionelle psychologische Betreuung tun, und das bist du nicht, das kannst du nicht mal leisten wenn du wolltest.

Sie hatte also "ab und zu" eine Therapie bei einem der "ihr Kumpel ist". Das ist doch wohl ein Witz. Psychologen sollten nie jemanden betreuen, den sie persönlich gut kennen, da sie dann voreingenommen sind und die Professionalität flöten geht.

Pass bitte erstmal auf dich selber auf. Schau, dass es dir selber gut geht. Kette dein Leben nicht an sie, denn sie ist für ihr Leben selber verantwortlich. Rerde mit ihr über eine Therapie bei jemandem, der nicht ihr Kumpel ist. Sag es ihr nicht einmal, sondern immer und immer und immer wieder. Sag es freundlich, sag es energisch, sag es streng, sag es liebevoll, in allen Variationen, bis sie es rafft. Und zieh nicht gleich den Kopf ein.

Mach es ihr schmackhaft. Sag ihr, was es ihr alles bringen kann, welche Vorteile es hat. Sage ihr auch, dass du ihr keinen Therapeuten ersetzen kannst und auch nur ein Mensch bist. Beiße solange in den Stein bis er bricht oder dir die Zähne ausfallen. Denn es ist das EINZIGE, was du wirklich für sie tun kannst: Ihr professionelle Hilfe zu besorgen.

Antwort
von CountDracula, 32

Hallo,

ihr solltet beide lernen, den Tod zu akzeptieren. Dann gäbe es nichts mehr zu verarbeiten und schon gar keinen Grund mehr, jemanden mit einem RTW zum Leben zwingen zu wollen. Das ist das Egoistischste, was es gibt. Tut mir leid, aber das ist einfach so.

Kommentar von TheRedBird ,

Was ein Bullshit, alter. Ihm ist klar, dass man das akzeptieren sollte. Er fragt aber, WIE er sie bei diesem Prozess unterstützen kann. Poste doch keinen Scheiß, wenn du keine Ahnung hast.

Kommentar von CountDracula ,

Wenn sie einen RTW gerufen hat und er nichts dazu zu sagen hat, hat er keine Ahnung, wie es ist, wenn jemand wirklich sterben will.

Kommentar von janundella ,

Also , ich war da ja nich dabei kannte sie da noch nichmal ....aber das würde jeder tun dem jemand wichtig is , es gibt immer einen zweiten weg man kann immer glücklich werden

Kommentar von CountDracula ,

Ich glaube nicht an ein Leben nach dem Tod. Ich glaube daran, dass nach dem Tod einfach alles vorbei ist. Das ganze Leiden und Unglücklichsein ist dan vorbei. Also ist der Tod für mich ein Schlüssel zum Glück, und ich finde es egoistisch, ihn jemandem vorzuenthalten - am Ende sind wir sowieso alle tot, und irgendwann wird es niemanden mehr interessieren, dass wir überhaupt je gelebt haben.

Dass jeder im Leben glücklich werden kann, stimmt auch nicht wirklich. Es gibt Menschen, die unheilbare Erkrankungen haben und deren Zukunft aus Schmerzen und Einschränkungen bestehen wird. Aber in unserer Gesellschaft werden sie trotzdem zum Leben gezwungen. Als Beispiel nenne ich mal die Sterbehilfedebatte: Laut den Ergebnissen von dieser ist es "unmoralisch", jemanden sterben zu lassen, der krank ist und sein eigenes Leben als nicht mehr lebenswert empfindet.

Körperlich Kranke, die nicht mehr leben wollen, ernten für ihren Wunsch aber immerhin noch mehr Verständnis als psychisch Kranke. Auch psychische Erkrankungen können unheilbar sein. Manche Menschen sprechen auf keine Therapiemöglichkeiten und Medikamente an. Trotzdem werden sie zum Leben gezwungen, da ihre Krankheiten als weniger schlimm betrachtet werden. Man versucht sogar dann noch, wenn alle Therapien nicht angeschlagen haben, ihnen den Todeswunsch auszureden...

Wer sterben will, bekommt von fast jedem Menschen, mit dem er redet, ein "Das Leben ist zu schön dazu". Oder ein "Es gibt immer einen anderen Weg". Das passiert so oft, dass sich solche Aussagen manchmal einfach nur noch anfühlen, als würde man absolut lächerlich gemacht werden. Zu doof dazu, solche Entscheidungen selbst zu treffen und selbst zu wissen, ob das eigene Leben lebenswert ist oder nicht.

Ich spreche hier nicht von denjenigen, die sich im Affekt umbringen wollen. Zum Beispiel weil gerade Angehörige gestorben sind und sie jetzt einfach auch nur noch tot sein wollen. Das kann ich zwar verstehen, aber ich spreche von denen, die solche Wünsche jahrelang hegen. Sich immer wieder Gedanken darüber machen, was wäre, wenn sie weiterleben würden, und dann zu dem Schluss kommen, dass sie lieber sterben wollen.

Liebe ist für mich mehr als "Ich will Dich für immer behalten". Für mich bedeutet Liebe, dass ich will, dass jemand glücklich ist. Und wenn ich ihn gehen lassen muss, damit er glücklich sein kann, lasse ich ihn gehen.

Kommentar von TheRedBird ,

Ich verstehe dich schon. Aber nur, weil du so denkst, heißt das nicht, dass es alle anderen auch tun. 

Manche wollen gar nicht sterben, sondern richtig Leben. Sie sehen nur einfach keinen anderen Ausweg mehr, aber es gibt einen! Um den Lebenswillen einer Person wiederherzustellen, ist ein Arzt einfach notwendig. Auch wenn die Suizidgefährdete Person dies zu der Zeit noch nicht realisiert.

Kommentar von CountDracula ,

Trotzdem gibt es keinen Grund, jemanden zum Leben zu zwingen. Man kann es nicht bereuen, gestorben zu sein.

"Wääh, leide weiter, weil ich sonst traurig bin" ist für mich absolut egoistisch.

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