Frage von AZTFBarney, 31

Freund kommt mit Tod seines Vaters nicht zurecht. Kann ich ihm helfen?

Hallo, der Vater meines Besten Freundes(16) ist vor 5 Jahren leider verstorben. Er hat es teils verkraftet aber er hängt geistig trotzdem noch stark an dem tod seines Vaters. Es ist selbstverstänlich das er nicht darüber sprechen will und nichts davon hören will, allerdings lässt dich das nicht immer vermeiden. Heute sagte er zu mir er habe seit diesen 5 Jahren nurnoch Pech und er hat seitdem ein sche** Leben und er hat die Schnauze voll davon. Ich hab ihm gesagt das im Leben oft irgend ein Mist passiert aber er soll das nicht alles mit dem tod seines Vaters verbinden. Ich sagte es wird wieder alles. Mir ist aufgefallen das er oft mit den Gedanken einfach ganz wo anders ist. Ich weiss aber auch nicht ob ich ihm dabei irgendwie Helfen kann. Das problem ist auch das er sich nicht gerne von irgendwem helfen lassen will. Ich fahre seit einiger Zeit zwar fast jeden Tag zu ihm und leiste ihm irgendwie Gesellschaft und helf ihm bei irgendwas aber es kommen trotzdem oft rückschläge die ihn an den tod erinnern. Wisst ihr evtl. wie ich ihm Helfen kann oder ähnliches? Bitte kommt jetzt nicht mit solchen sachen wie Therapie o.ä. weil so schlimm ist es auch nicht das er Therapiert werden muss. Ausserdem sollte er von dieser Frage überhaupt nichts erfahren nachdem er sich ja ungern irgendwie helfen lässt. Er lässt eigentlich alles auf sich sitzen und redet kaum über seine Probleme. (Bitte keine dämlichen Kommentare über die Textformulierung oder Rechtschreibfehler. Ich bin kein Autor ;-) Zudem geht mir die sache mit ihm heute nicht mehr aus dem Kopf. )

Danke schonmal im Voraus für gute Antworten.

LG. Barney

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Philipp59, 9

Hallo AZTFBarney,

ich selbst habe vor wenigen Jahren meinen Vater, meine Mutter und eine meiner Schwestern durch den Tod verloren. Ich weiß daher, dass der Schmerz nach dem Verlust eines geliebten Menschen sehr groß sein kann und Dein Freund braucht unter Umständen sehr viel Zeit, um diesen Schmerz verarbeiten zu können. Mir hat jemand einmal erklärt, dass jeder auf eine andere Weise trauert und es auch kein Zeitmaß für die Trauer gibt. Das hat mir schon sehr geholfen. Ich finde es auch immer sehr hilfreich, wenn man mit jemandem über meine Gefühle sprechen kann, der vielleicht Ähnliches erlebt hat und sich am besten in meine Lage hineinversetzen kann. Falls Du Dich nicht damit überfordert fühlst, sei Deinem Freund ein guter Zuhörer und nimm Anteil an seiner Trauer. Für den Trauernden ist es nämlich schon eine große Erleichterung, jemanden zu haben, der verständnisvoll zuhört.

Was ebenfalls Erleichterung bringen kann ist, wie ich finde, zu weinen. Schon die Bibel sagt, dass es "eine Zeit zum Weinen" gibt. (Prediger, Kapitel 3, Vers 1 u. 4) Ja das Vergießen von Tränen der Trauer ist ein wichtiger und notwendiger Bestandteil des Heilungsprozesses. Hinterher fühlt man sich immer ein wenig erleichtert. Ich glaube, es ist gar nicht gut, wenn man irgendwie versucht, vor anderen seine Gefühle zu verbergen und stark sein zu wollen. Seinen Tränen freien Lauf zu lassen, hilft am besten bei der Trauer.

Mir hilft auch ungemein die Hoffnung, die die Bibel im Hinblick auf die Verstorbenen gibt. Da ich mich viel mit der Bibel beschäftige, hat es mich sehr getröstet, das zu lesen, was Jesus einmal über die Toten sagte: " Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören   und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a).

Diese Verheißung beschreibt, dass Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute. Wir werden sie so sehen, wie wir sie gekannt haben und können sie dann endlich wieder in unsere Arme schließen! Ist das nicht großartig?
Die Bibel lässt auch erkennen, dass wir dann unter friedlichen, paradiesischen Verhältnissen leben werden. Dazu heißt es in Psalm, Kapitel 37, Vers 29: " Die Gerechten selbst werden die Erde besitzen, Und sie werden immerdar darauf wohnen." Diese wundervollen Aussichten, die die Bibel gibt, hat schon Millionen Trauernden geholfen, besser über den Verlust eines lieben Menschen hinwegzukommen. Ja, die Hoffnung auf die Auferstehung kann den großen Schmerz, den ein Trauernder empfindet enorm lindern!

Ich kann von mir jedenfalls sagen, dass mir diese Hoffnung sehr hilft, besonders dann, wenn alles um mich herum grau und trüb aussieht. Ich danke Gott oft dafür, dass er uns diese schönen Verheißungen gegeben hat und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass er sie auch erfüllen wird.
Ich hoffe, Du kannst Deinem Freund durch einige dieser Gedanken etwas Trost und Hoffnung vermitteln!

LG Philipp

Antwort
von BlueredLines, 19

Ich denke das ist normal, er verarbeitet somit den Tod. Lass ihm Zeit und versuche ihn so gut es geht aufzumuntern und ihn zu Unterstützen. 

LG BlueredLines 

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