Frage von Hannybunny95, 58

Freund hat Depressionen. Wie damit umgehen?

Ich wusste schon von Beginn an, dass mein Freund (21) selbstzweifel hat und sich damals auch selbst verletzt hat. Er hat dann angefangen seinen Frust im Sport rauszulassen. Da er nun eine Verletzung hat, kann er keinen Sport machen und das macht sich stark bemerkbar. Seitdem ist unsere Beziehung sehr angespannt und distanziert. Er gaukelt sich selbst gerne vor, dass alles ganz normal ist und realisiert dies auch erst was später. Heute hatten wir eine Diskussion, dass er nie bei mir schläft oder ich bei ihm (sind nun 7 Monate zusammen), wo er felsenfest behauptet hat, dass er mich soo oft gefragt hat und ich ja immer gesagt hätte, dass das nicht ginge. Er musste sich später dann eingestehen, dass es genau umgekehrt ist. Da fing er dann an, zu erzählen, dass er auf der einen Seite mich nicht verlieren will, aber auf der anderen seite er sich so nen Druck aufbaut, dem er selbst nicht gewachsen ist. Habe dann auch erfahren, dass er Bulimie hat, was mich sehr schockiert hat. In paar Monaten macht er ein Auslandsjahr und bei dem bisherigen Stand unserer Beziehung, zweifle ich an, ob diese überhaupt bis zu seiner Abreise überlebt. Ich versuche ihm wirklich alle Zeit der Welt zu geben und seinen inneren Druck bisschen zu nehmen, aber ich komme einfach nicht weiter. Sex haben wir immer mal wieder, aber durch die Depression hat er eine erektionsstörung, wodurch sex für ihn nochmal so ein druckfaktor ist... i h weiß wirklich nicht mehr was ich tun soll. Freunden vertraue ich mich bei dem Thema nicht an, da ich ihn nicht so (blöd ausgedrückt) zur Schau stellen möchte

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Mel1998, 23

Wie ist denn eure Beziehung sonst so? Menschen mit Essstörung und Depressionen als Freunde/Partner zu haben, ist sicher anstrengend, aber das Leben mit einer Essstörung + Depression ist viel anstrengender für die Person selbst. Spreche leider aus Erfahrung. Wie ist denn dein Freund? Mal abgesehen von der Übernachtung jetzt. Vertraut er dir? Kennst du die Ursachen für seine psychische Erkrankungen? Oder gehört er zu denen, die nicht darüber sprechen? Ich würde auf jeden Fall für ihn da sein. Ihn das Gefühl geben – Auch, wenn du's halt nicht sagst/schreibst. Er sollte wissen, dass du an seiner Seite bist - immer. Selbstverletzung ist was Schreckliches, aber wir kriegen dadurch Glücksgefühle, oder lenken den Schmerz ab.. Deswegen solltest du nie sowas wie "Du bist krank! Warum verletzt man sich selbst?" oder so sagen, denn wir machen uns schon viel zu oft selbst fertig

Kommentar von Hannybunny95 ,

Also er redet sehr selten darüber. Es ist jetzt das zweite mal, dass er redet. Die genauen Ursachen kann ich mir auch nur denken, wobei ich nicht sicher bin, ob er diese Gründe realisiert. Sein Vater hat starke Depressionen und hat wohl unter anderem sehr häufig in der Vergangenheit an der Figur meines Freundes gemäkelt und es war wohl nicht immer leicht für die Familie. Ich denke, dass er die Ursachen nicht so realisiert, da er wegen seiner erektionsstörung beim Arzt war und dieser direkt gesagt hat, dass das erblich bedingt ist, was ich aber nicht glaube. Bin der Überzeugung, dass es an dem ständigen inneren Druck liegt. Ich werfe ihm die ganzen Sachen auch nie vor, sondern versuche wirklich ihm den Druck zu nehmen und ihm mut zu machen, aber es ist verdammt schwer, da ich auch mit ner wand kommunizieren könnte 

Kommentar von Mel1998 ,

Ich denke auch eher, dass die Erektionsstörung die Folge vom inneren Druck ist. Versuch geduldig zu sein. Ich bin mir sicher, dass es sich am Ende lohnt. Natürlich darfst du dabei auch nicht selbst depressiv, oder sonst was werden. Das möchte dein Freund sicher nicht. Ich wünsche dir wirklich viel viel Glück! Hoffentlich wird bald alles besser :) PS: Wenn ein Elternteil an einer psychischen Erkrankung leidet, besteht zu 15-20% das Risiko, dass die Kinder ebenfalls erkranken. Außerdem kann's gut möglich sein, dass die Ursache eher in seiner Kindheit/Jugend liegt, wo es die Hänseleien seines Vaters usw. gab. Manche Sätze wird man nie los – Sie werden zu Gedanken, die Einen für immer verfolgen. Falls das bei deinem Freund so sein sollte, ist's verdammt schwer, aber irgendwann wird's ihm sicher besser gehen. &Wenn nicht, dann könnte man ja professionelle Hilfe holen, oder tut er das schon bereits?

Kommentar von Hannybunny95 ,

Nein professionelle Hilfe nimmt er nicht in Anspruch. Wie gesagt vermute ich, dass er die Depressionen selbst nicht so realisiert. Er erzählt zwar, dass er dies und das tut (halt brechen, dieser krankhafte Sport etc), aber weiß nicht woher das kommt und nimmt es so hin. Wie bei dem Vorfall mit der erektionsstörung. 

Mein exfreund hatte ebenfalls Depressionen. Er hat sie zwar in den Griff bekommen mit meiner Hilfe, aber wurde dann sehr abhängig von mir, was mich sehr belastet hat und wodurch die Beziehung auch in Brüche ging. Er hat das nie wirklich verkraftet und legt auch drei Jahre später noch alles daran mich zu kränken. Habe jetzt die Sorge, dass es wieder so passiert und das ich mich da wieder so reinsteigre, dass ich mich selbst fertig mache. Und da wäre auch sein Auslandsjahr, welches er in wenigen Monaten antritt... 

Antwort
von Cavo64, 16

Also du wusstest ungefähr wo du reingehst
Und er hat sich dir sogar anvertraut..
D.h. dass er dich ganz dolle braucht
Versuch es doch mit ihm durchzustehen wenn dir echt was an ihn liegt
Wenn ihr es überwindet dann wird eure Beziehung danach auf jeden Fall stärker wie nie zuvor

Kommentar von Hannybunny95 ,

Er bedeutet mir echt viel keine Frage und ich würde ihm echt gerne helfen, nur weiß ich nicht wie und uns rennt wegen seinem Auslandsjahr auch die Zeit davon. 

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