Frage von Sasoriza, 81

Freund Hartz 4, ich Ausbildung. Was wird angerechnet?

Hallo,

Folgende Situation: Momentan wohne ich (19) mit meinem Freund (23) in einem von mir geerbten Haus (meine Mutter und Oma ebenfalls). Ich wohne mit ihm nun seit bald 1 1/2 Jahren zusammen und somit sind wir seit einem halben Jahr eine Bedarfsgemeinschaft. Mein Freund bezieht vom Amt Geld und hat auch noch keine Ausbildung (gesundheitliche Probleme, ebenfalls vor einigen Monaten Behindertenausweis beantragt. Warten auf Ergebnis).

Ich arbeite momentan noch Teilzeit und bekomme durch Überstunden immer schwankende Beträge (550-850 Euro in dem Bereich) plus Kindergeld. Er erhält seitdem 120 Euro dadurch das meins mit angerechnet wurde plus sein Kindergeld.

  1. Frage: Sind die 120 Euro Rechtens oder hätte er auch mal Anspruch auf mehr, da mein Gehalt immer wechselt?

Nun habe ich evtl die Chance eine Ausbildung zu starten in diesem Jahr worin ich grob gesagt 450-550 im ersten Jahr verdienen würde (Zahlen grob aus Internetseiten zusammengefasst und dem was ich gehört habe). Die ArbeitsStelle wäre 1 Stunde 10 Minuten Autofahrt pro Fahrt (also 2 Stunden 20 Minuten hin und zurück).

Allerdings würde ich diesen Weg ungern jeden Tag in Kauf nehmen und mit meinem Freund dorthin ziehen. Nun frage ich mich, wie viel von meinem kleinen Gehalt mit berechnet würde, wenn unsere Wohnung zum Beispiel 500 Euro warm kommt wenns hoch kommt (meist billigere gesehen). Also:

  1. Frage: Wie viel kann mir angerechnet werden?
  2. Frage: Hab ich Chance auf BAB oder Bafög? (Dazu gesagt meine Mutter hat nicht viel mein Vater allerdings ist ziemlich vermögend, da ich oft Einkommen der Eltern als Kriterium gelesen habe)
  3. Frage: Würde das von mir geerbte Haus dem ganzen im Weg stehen? (Da ich darin wohnen könnte) oder wäre der Weg vom Amt gesehen zu weit?
  4. Frage: Würde es einen Unterschied machen, wenn er seinen Behinderten Antrag durch hat und ein Behindertengrad ab 35% erkannt würde?

Das war mal so ziemlich die ganze Geschichte. Bedanke mich schonmal für Antworten :)

Expertenantwort
von isomatte, Community-Experte für Ausbildung & Hartz IV, 30

- Es kann in der Ausbildung auf den Bedarf des Freundes erst etwas angerechnet werden wenn du mit deinem anrechenbaren Einkommen deinen eigenen Bedarf gedeckt hast.

- Wenn du noch keine abgeschlossene Berufsausbildung / Studium hast sind dir vorrangig deine Eltern zum Unterhalt verpflichtet,sie haben dann einen Selbstbehalt von 1300 € Netto.

- Es könnte dann zumindest schon mal mit dem Jobcenter Probleme geben wenn ihr aus deinem Haus ausziehen würdet,denn dann ist es kein privilegiertes Vermögen mehr und je nach dem was mit dem Erbe des Hause an Auflagen verbunden sind könnte diese evtl.dann verwertbares Vermögen sein.

- Der GdB von 35 hätte keine Auswirkung,ein Ausweis würde ihm erst ab einem GdB von 50 zustehen,er könnte aber auch unter 50 Anspruch auf eine Gleichstellung beim Jobcenter haben.

Wenn du immer unterschiedliche Einkommen hast muss sich auch die Aufstockung verändern,es kommt also darauf an was du jeden Monat an Brutto und Nettoeinkommen hast und wie hoch euer beider Bedarf insgesamt ist.

Euch stünden dann schon mal min. derzeit 2 x 364 € Regelsatz für den Lebensunterhalt zu und dazu kommen dann noch die Kopfanteile für die Neben / Betriebs / Heizkosten.

Es wird also dieser Gesamtbetrag durch die Personen im Haus geteilt und davon stehen euch dann 2 Kopfanteile zu.

Kommentar von Sasoriza ,

Die Bedingung des Hauses war nur, dass meine Oma lebenslanges unentgeltliches Wohnrecht hat. Wenn das ein Grund wäre, dass das Amt es nicht zu Geld macht?

Kommentar von isomatte ,

Das Jobcenter würde es nicht zu Geld machen,dass müsstest du dann schon selber übernehmen !

Es wird für das Jobcenter sicher keinen Grund geben,nach einem Umzug das Haus dann immer noch als privilegiertes Vermögen anzusehen,selbst wenn deine Oma ein lebenslanges Wohnrecht hat.

Einem Verkauf würde das ja nicht im Wege stehen,du müsstest dann nur einen Käufer finden der das auch akzeptiert und das Haus praktisch mit deiner Oma kauft.

Nur wird das sicher sehr schwer werden und wenn es aus irgend einem Grund nicht möglich wäre oder eine besondere Härte darstellen würde,dann könnte es eben passieren das es Leistungen nur in Form eines zinslosen Darlehens geben würde,was dann im Endeffekt zurück gezahlt werden müsste.

Also würde ich entweder die Fahrzeiten in kauf nehmen oder mir eine Ausbildung suchen wo diese geringer sind,dass erspart euch zumindest Ärger mit dem Jobcenter.

Das mit dem evtl.BAB - Anspruch müsstest du mit der Agentur für Arbeit klären,aber wenn dein Vater gutes Einkommen hat,würdest du ggf.ja eh keinen Anspruch haben.

Kommentar von Sasoriza ,

Eine Ausbildung hier in der Nähe wird kaum klappen so selten  wie die ist.

Also darf ich quasi nur weil ich das Haus besitze nicht umziehen. Verkaufen auf keinen Fall. Die Fahrzeiten möchte ich auch nicht. 

Ich kann nicht mal meiner Oma das Haus überschreiben ohne das es Probleme gibt?

Oder es beim neuen Bearbeiter nicht erwähnen  (oder gehen alle Daten vom alten zum neuen Bearbeiter)?

Kommentar von isomatte ,

Sicher kannst du / ihr umziehen,wer sollte euch das denn verbieten,wir sind immer noch ein freies Land wo sich jeder aussuchen kann wo er wohnen möchte,nur muss man sich das halt ggf.auch leisten können !

Dann kann es eben sein das es kein BAB - gibt,selbst wenn es dir dem Grunde nach zustehen würde und es gibt auf jeden Fall mit den Leistungen vom Jobcenter Probleme,dann ab deiner Ausbildung dann eben nur noch für deinen Freund.

Dem Jobcenter dürfte es ja bekannt sein das du Eigentümerin eines Hauses bist und wenn du das auf deine Oma übertragen würdest,hast du deine / eure Bedürftigkeit mutwillig verursacht und es würde entweder gar keine bzw.nur Leistungen in Form eines zinslosen Darlehens geben.

Das bringt dir dann auch nichts das beim neuen Jobcenter nicht anzugeben bzw.dein Freund müsste es ja in seinem Antrag angeben das du Eigentümerin eines Wohnhauses bist,sonst würde er den Antrag nicht wahrheitsgemäß ausfüllen und das mit voller Absicht.

Es würde dann irgendwann eh raus kommen und dann gibt es richtig Ärger,da kommen dann nicht nur Rückzahlungen auf ihn / euch zu,sondern noch eine Anzeige wegen Betrug und dazu kommt dann min. noch mal eine Geldstrafe.

Kommentar von Sasoriza ,

Also dürfte ich nicht mal mein Haus meiner Oma überschreiben?

Es gibt also keine einzige Möglichkeit, dass mein Haus da einfach rausgehalten wird? Ich Habs ja nicht freiwillig bekommen, sondern mit 12 geerbt wohin meine Eltern das Erbe angenommen haben...Obwohl ich nicht die vom Amt direkt Betroffene Person bin, können die mich echt zwingen es zu verkaufen. Wenn ich es nicht tun würde, würden die dann die kompletten Leistungen streichen oder wie...

Und mein Gehalt wird auch mit verrechnet? Irgendwo hatte ich auch gelesen, wo das Ausbildungsgehalt nicht mit verrechnet wurde.

Und wenn ich jetzt bspw. noch einen Nebenjob hätte mit 450 Euro oder weniger wird das vermutlich auch noch voll mit reingeplant, dass sich das nicht lohnen würde richtig?

Kommentar von isomatte ,

Du schreibst doch das du mit deinem Freund eine BG - bildest,also seid ihr zum gegenseitigen Unterhalt verpflichtet und wenn du / ihr umziehen würdet stellt sein Haus kein geschütztes Vermögen mehr dar,weil ihr dann nicht mehr darin wohnen würdet !

Demzufolge wird dann eine Verwertbarkeit des Hauses geprüft und wenn das eine unbillige Härte darstellen würde könnte es Leistungen in Form von einem zinslosen Darlehen geben.

Wenn du dein Haus an deine Oma überschreiben würdest,dann verschenkst du evtl.verwertbares Vermögen,also würdest du dadurch eine Bedürftigkeit herbeiführen die ggf.nicht notwendig wäre.

Das ganze hättet ihr dann schon einige Zeit vor dem Leistungsbezug über die Bühne bringen müssen,also die Überschreibung des Hauses.

Sicher zählt auch deine Vergütung als Einkommen und wenn du mit deinem Freund eine BG - bildest und hast nach Abzug deiner Freibeträge auf Erwerbseinkommen und deinem eigenen Bedarf noch einen Überschuss,dann wird dieser auf den Bedarf deines Freundes angerechnet.

Würdest du also dann noch nebenbei arbeiten gehen,dann würdest du damit nur deinen Freund unterstützen,es stünde dir dann eben etwas mehr an Freibetrag zu,aber der Großteil des Einkommens wird dann angerechnet.

Antwort
von WurstMitFleisch, 50

zur 1. frage er wird wahrscheinlich nicht mehr geld kriegen weil ihr in einer bedarfsgemeinschaft lebt und das geld müsst ihr eben zusammen legen.

Wenn du die ausbildung machst könnte das Jobcenter den umzug bezahlen müsst ihr aber mit dem SB erstmal besprechen, BAFÖG wird wohl nicht ausgezahlt werden außer du hast keinen Kontakt mehr zu deinem Vater. Wenn du das haus schon angegeben hast ist das schwierig sie könnten das haus in geld umwandeln..  den rest kann ich nicht pauschal beantworten

Kommentar von Sasoriza ,

Hm das mit dem Haus wäre blöd. Ich möchte es ja nicht verlieren.

Könnte ich es zum Beispiel meiner Mutter überschreiben?

Oder es beim neuen Amt nicht angeben? Oder gehen alle Daten vom vorigen Amt zum neuen? Kenn mich da nicht soo aus ^^

Kommentar von Ifosil ,

Keine Sorge, euer Haus können die euch nicht wegnehmen :)

Kommentar von Sasoriza ,

Das will ich hoffen. Ich hatte nicht vor mein komplettes Leben darin zu wohnen. Eher es später zu vermieten und irgendwann selber darin zurückzukehren. Aber nur weil man Freund noch auf Amtshilfe angewiesen ist, wäre es ziemlich fies mich da so mit reinzuziehen, dass ich mein Haus verkaufen muss :o 

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