Frage von VexinDevil, 50

Freund fällt nach Tod seines Vaters in ein Loch, was kann ich tun?

Vor 4 Monaten ist der Vater meines Freundes an Darmkrebs gestorben. Mein Freund hat viel erleben müssen, sein Vater hat extrem gelitten, vor sein Tod war er 2 ganze Wochen nicht mehr ansprechbar, mein freund hat noch jeden Tag an seinem Bett gesessen und war schließlich auch da als er starb.. In seiner Familie hat man nicht mit ihm darüber geredet und ihn auch nicht darauf vorbereitet, 1 jahr vor dem Tod stand aber schon fest dass nix mehr zu machen ist. Mein Freund hat das letzte Jahr fast nur bei uns gewohnt. Meine Mutter war früher in der sterbebegleitung tätig und hat das dann übernommen weil er ihr leidtat, er hat nicht wahrhaben wollen dass sein Vater sterben sollte. Vor einem halben Jahr hat er dann in meinem Arm bitterlich geweint weil er es schließlich realisiert hatte, meine Eltern und ich haben viel mit ihm geredet. Jetzt, 4 Monate nach dem Tod ist es noch mal anders. Die Familie, also speziell seine Mutter und sein Bruder, helfen sich weder oder stehen sich bei. Im Gegenteil, alle Zicken sich nur an und wieder redet keiner über seine Gefühle.. Seine Mutter ist nur noch aggressiv und wankelmütig. Ich weis dass ihn das fertig Macht. Aber auch mir gegenüber verhält er sich als wäre nix gewesen, außer dass er extrem reizbar ist, verständlicherweise. Ab und an lässt er mal was raus, da sagt er mir dass er seinen Vater vermisst und dauernd nur gefühlskalt, unglücklich und traurig ist, er fühlt sich leer. Er hat mir auch erzählt dass er morgens nicht mehr aus dem Bett kommt, manchmal muss er erst um 3 auf die Arbeit, wenn er dann um 10 aufsteht hat er keine Lust noch irgendwas anderes zu machen, wo er doch eigentlich immer gerne werkelt.. Ich mach mir sorgen, ich glaube er denkt dass er funktionieren muss und der Trauer keinen Raum lässt.. Er meint selbst es stimmt etwas nicht mit ihm, und ich hab das Gefühl ich bin machtlos und kann ihm nicht helfen..:( ich würde gerne verstehen was in ihm vorgeht, aber er redet eben nicht mit mir.. Gibt es nicht irgendeinen weg wie ich ihm helfen kann? Ich liebe ihn sehr und will ihm einfach nur helfen.

Antwort
von FeeGoToCof, 27

Nein, Trauerarbeit ist etwas ganz Individuelles. Es gibt kein Rezept, wie man helfen, oder die Trauer schneller überwinden kann.

Wenn der Trauernde selbst das Gefühl hat, mit der Bewältigung nicht mehr klar zu kommen, ist es an der Zeit, sich professionelle Hilfe zu holen.

Dies funktioniert aber nur, wenn der Betroffene dies selbst erkennt und auch annehmen möchte. Es ist also ein ganz aktiver Prozess, den Du allenfalls begleiten kannst.

Es liegt mit an Deinem Willen und Deiner Konstitution, ob Du dieser schwierigen Zeit gewachsen bist, oder nicht.

Du MUSST nicht alles ertragen. Es ist nur menschlich, wenn auch Beziehungen diesem Druck nicht standhalten können.

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