Frage von ajosjo, 46

Ist mein Freund ein Muttetsöhnchen?

Ich brauche mal einen Rat. 

Mein Freund ist 25 Jahre alt geworden und das absolute Muttersöhnchen. Er will nicht ausziehen wird aggressiv, wenn man ihn darauf anspricht, seine Freunde (und meine) machen sich schon darüber lustig. 

Seine Mutter macht alles damit er bleibt, sie sagt ihm wann er sein Zimmer aufräumen soll, kauft ihm Kleidung, wäscht seine Wäsche, kocht ihm wenn er von Der Arbeit kommt essen, macht ihm morgens die Brotdose!!! 

Ich bin 22 und krieg da einfach die Krise! Ich leb seit 3 Jahren alleine und kann einfach nicht verstehen wie man so unselbstständig sein kann. Und immer muss ich zu ihm kommen, weil er sich da angeblich wohler fühlt. Ich liebe ihn wirklich, aber ich krieg da echt die Krise! 

Sie will ihm sogar vorschreiben wie lange er am Wochenende feiern kann bzw mit wem. Und mischt sich in alles ein. Ich habe mich darüber mit ihr unterhalten und da meinte sie, sie findet es nicht schlimm, wenn er selbst mit 29 noch bei ihr wohnen würde.. Ich seh natürlich einer gemeinsamen Zukunft so etwas kritisch entgegen, ich hab keine Lust das die die nächsten 35 Jahre weiter so extrem fanatisch nach ihrem Sohn ist, das ist doch echt nicht normal oder?  

Dazu muss man sagen, dass ihr anderer Sohn ziemlich abgerutscht ist mit Drogen keine Ausbildung kein Geld Schulden und sie Angst hat das mein Freund auch so wird, denke ich mal.

Hat jemand einen Tipp wie ich ihn daraus bekomme? Weil eigentlich ist er ein sehr sehr liebenswerter und toller Mensch :)

Antwort
von HANSPAULKlAUS, 37

Hallo ajosjo,

vermutlich wird die ganze Sache etwas einfacher wenn man wirklich versteht, warum das alles so ist. Seine Mutter betreffend scheint es so zu sein, dass sie wirklich Angst davor hat, dass ihr Sohn genau so abrutscht wie der andere Sohn von ihr. Und das ist ja auch irgendwie nachzuvollziehen.

Das Problem daran ist nur, dass sie ihm so sicher nicht hilft sein Leben selbst in die Hand zunehmen. Vielleicht kannst Du mit ihr nochmal das Gespräch suchen und ihr sagen, dass Du Verständnis dafür hast, dass sie sich so verhält aber das Du davon überzeugt bist, dass es ihm langfristig eher schadet als hilft. Ich denke wenn sie das erkennt wird sie selbst einsehen, dass das so alles keinen Sinn hat.

Das Dein Freund das ganze Spielchen mit macht ist auch irgendwie verständlich. Wir Menschen neigen leider oftmals dazu immer den leichtesten Weg mit dem geringsten Widerstand zu suchen. Wenn Dein Freund zuhause alles gemacht bekommt und er immer wieder bemuttert wird dann wundert es mich nicht, dass er sich für diesen Weg entscheidet.

Auch dabei ist es denke ich wichtig, dass er wirklich versteht, dass ihm das alles eher schadet als hilft. Vielleicht kannst Du auch mit ihm nochmal das Gespräch suchen und dabei nicht versuchen ihm etwas vorzuwerfen sondern zu versuchen in ein wenig herauszufordern. Du kannst ihm ja einfach sagen, dass Du ihn wirklich liebst und gern Dein Leben mit ihm teilen möchtest aber das es so einfach nicht weitergehen kann. 

Wenn Du ihm sagst, dass Du auch Bedürfnisse hast und das Du möchtest, dass ihr die Rolle eines "wirklichen Mannes" übernimmt ( also das er für Dich da ist, Dinge selbst in die Hand nimmt und Dich unterstützt ) dann könnte das auch wieder den Ehrgeiz in ihm wecken. Wer möchte schon gern wirklich bewusst ein Muttersöhnchen sein. Ich könnte mir also durchaus vorstellen, dass er dadurch anfängt daran zu denken, was irgendwann mal aus ihm wird wenn das alles so weitergeht.

Wichtig ist bei beiden Gesprächen nur, dass Du wirklich Verständnis zeigst. So verrückt das vielleicht auch klingen mag aber Du musst kein wirkliches Verständnis haben sondern es einfach nur zeigen. Letztlich möchtest Du ja, dass die ganze Sache aufhört. Und das erreichst Du meiner Meinung nach am ehesten in dem Du den beiden zu verstehen gibst, dass Du das Verhalten zwar verstehst bzw. dass Du verstehst warum sie sich so verhalten aber das Du auch weißt, dass es so nicht weitergehen kann.

Wenn er sein Leben wirklich irgendwann selbst auf die Reihe bekommen will dann muss er damit aufhören. Aber ehrlich gesagt sehe ich seine Mutter in einer noch viel größeren Verantwortung. Wenn sie erkennt, dass sie ihrem Sohn damit keinen Gefallen tut und die Sache ändert entzieht sie ihm selbst jede Grundlage ein Muttersöhnchen zu bleiben.

Ich wünsche Dir, dass ihr die ganze Sache klären könnt und hoffe, dass die beiden verstehen, dass das alles so wirklich keinen Sinn macht. Früher oder später wird diese Erkenntnis kommen. Wenn Du ihn wirklich liebst dann versuch ihn bei dem Prozess zu unterstützen und ich bin sicher, dass eure Beziehung dadurch wachsen wird.

Alles Gute für euch beide :-)

Antwort
von Maboh84, 45

wow das tönt in der tat sehr extrem... das wohnen alleine ist ja das eine, aber der ganze "all-inklusive-service" inkl kleider-kauf finde ich recht krank... was meint denn dein freund zu einer gemeinsamen Wohnung? mach ihm halt klar, dass dies der nächste schritt der Beziehung ist. Und schau aber, das ihr dann nicht zu nahe bei seiner Mutter seid, sonst bringst du die nicht mehr aus der Wohnung. Nichtsdestotrotz denke ich, dass du in Zukunft wohl das neue "Feinbild Nr1" der Mutter wirst, da du ihren "Schatz" wegnimmst... viel glück!

Antwort
von 19hundert9, 32

Hallo ajosjo.

Wenn man noch bei seinen Eltern oder einem Elternteil wohnt, muss es nicht zwingend heißen dass man nichts selbstständig machen kann, so wie du uns das aber schilderst ist es schon bedenklich. Ich denke wie du schon schreibst dass die Mutter Angst hat dass ihr zweiter Sohn auch abrutscht und er es jetzt einfach gewöhnt ist sich bedienen zu lassen und von einem eigenständigen Leben keinen Plan hat. Rede doch mal mit ihm UND seiner Mutter ob er anfangs nicht mal bei ihm zu Hause im Haushalt etwas helfen kann und das er die Dinge langsam lernt eigenständig zu machen.

Antwort
von Kasumix, 40

http://woman.brigitte.de/leben-lieben/liebe-sex/muttersoehnchen-1052037/

Letztens noch gelesen den Artikel.

Ja, da kriegt man auch die Krise.

Bitte, regel das jetzt und glaube nicht, dass sich später mal etwas ändert.

Meiner Meinung nach sollte jeder mal alleine gelebt haben, ehe er sich wirklich bindet... eben um den Abstand zur Familie oder Mutter zu gewinnen.

Es ist eben etwas anderes einen guten Draht zur Familie zu haben oder noch zuhause zu wohnen.

Les das mal ;) Und viel Kraft dir *Daumen drück*

Kommentar von ajosjo ,

Sehr guter Artikel! Danke dafür :)

Das sehe ich genauso, ich hole mir niemanden ins Haus der nicht wenigstens ein Jahr alleine gelebt hat.

Danke für deine Antwort:-)

Antwort
von ichliebemichlol, 46

Verabrede dich mit ihm und die Mutter und sprech sie darauf beide an!!! Sie können nicht immer weg gehen !!!!!

Viel Glück

Kommentar von loema ,

Ne. Die bleiben einfach da. Wie immer.

Kommentar von ajosjo ,

?!

Antwort
von KeinName2606, 43

Du gar nicht. Es ist seine freie Entscheidung und ganz klar ist ihm seine Mutti wichtiger als seine Freundin. (ich finde keinesfalls, dass man das irgendwie vergleichen sollte, aber bei der Beschreibung bist du ohnehin nur eine nette Abwechslung....)

Antwort
von Peter501, 38

"Eigentlich ist er ein sehr,sehr liebenswerter und toller Mensch".

Das bin ich auch und vermutlich trifft das auch auf jeden 2 zu wenn man nur das machen muss wozu man gerade Lust hat.

 Such dir einen anderen Freund denn du wirst später immer für ihn das Hausmütterchen sein oder es gibt nur Zoff zu Hause.

Antwort
von loema, 41

Willst du ihm dann die Brotdose machen, oder warum willst du ihn da rausbekommen?
An deiner Stelle wäre ich schon weg. Er will es doch genauso haben. Sonst wäre er schon gegangen.

Kommentar von 19hundert9 ,

Vl weil er es auch nicht anders kennt? Seine Mutter wird ihn (aus Sorge dass er genauso wie sein Bruder fällt) immer von vorne bis hinten bedient haben und er kennt kein anderes Leben. Da muss man sich mit allen hinsetzen und es im versuchen klar zu machen, dass es so nicht weitergeht und ihn an ein selbstständiges Leben heranführen.

Kommentar von loema ,

Ich würde von meinem Partner erwarten, dass er das selbst checkt und keine sozialpädagische Intervention von anderen Menschen braucht.

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