Frage von Lillablume, 89

Freund der Tochter vorstellen?

Hallo ihr Lieben!

Ich versuche mich so kurz wie möglich zu fassen. 😉 Ich bin 28 Jahre alt, habe mit 16 meine Tochter bekommen. Bis jetzt ist sie ein Einzelkind. Die Beziehung zu Lilly's Vater ging recht schnell in die Brüche, wir waren einfach zu jung. Naja und dann war ich auf mich gestellt, Baby, Schule, dann Ausbildung, Kindergarten, Arbeit, dann Schulbeginn von Lilly und meine Weiterbildung. Somit hatte ich keine Zeit für eine Beziehung, hat mir auch nicht wirklich gefehlt. Vor etwa einem dreiviertel Jahr, habe ich einen Mann kennen und lieben gelernt. Er ist ein Schatz, hat mir viel Zeit gegeben. Natürlich möchte ich nach der langen Zeit, dass Lilly ihn kennen lernt. Heute Abend gehen wir Chinesisch Essen. Lilly weiß natürlich was heute Abend passiert. Nur ich bin so unendlich nervös. Lilly und ich haben eine besondere Beziehung, wir stehen uns sehr nah. Es gibt an sich keine Probleme zwischen uns.

Wie habt ihr das alles gemacht? Gab's bei euch Probleme? Muss ich auf irgendwas ganz speziell achten?

Dankeschön fürs lesen!

Alexandra

Antwort
von flunky, 45

Ich kann dir aus Sicht der Tochter antworten.
Als ich 12 war, war meine Mutter auf dem Weg in eine Beziehung mit einem neuen Mann.
Den hab ich ziemlich schnell kennengelernt, bevor sie zusammen waren. Der Mann hat sehr schnell versucht mich zu erziehen, was gar nicht ging. Ich hab gegenüber ihm immer mehr abgeblockt.
Gleichzeitig hatte ich Angst, meine Mutter zu verlieren.
Geholfen hat mir damals, wenn ich einfach Zeit mit beiden verbringen konnte. Etwas spielen, gemeinsam essen, wo ich mitreden konnte.
Was bei mir gar nicht ging, waren Erziehungsversuche, zu wenig Informationen zum Ablauf und auch einfach Dinge nur für Erwachsene.
Deine Tochter ist selbst in einem sehr kritischen Alter, mach ihr klar, dass die Beziehung zu dem Mann nichts an eurer Beziehung ändert.
Ich wünsch dir viel Erfolg!

Antwort
von Infomercial, 29

Laß es einfach laufen und schau was passiert. Ich glaube zwar nicht, daß er "sich gleich als Vater aufspielen wird", aber sollte er es dennoch tun, unterbinde das höflich, aber sofort und unmißverständlich.

Er kann ein Freund (deiner Tochter), ein Vorbild, ein Helfer,...werden. Ob er aber sowas wie ihr Vater wird, entscheidet die Kleine selbst.

Wenn es dann also mal soweit ist, dann kann er sie bspw. Fragen, ob sie ihm beim Tisch Abräumen/Decken hilft. Es ihr sagen (im Sinne von "mach das jetzt") sollte er aber nicht.

Ist vielleicht n blöder Vergleich, aber wenn ich irgendwo hin komme, wo eine Katze wohnt, dann kommt die irgendwann von selbst an und will gestreichelt werden und vom Besitzer heißt es dann nur "die läßt sich sonst von Fremden nie anfassen oder hochnehmen".

Antwort
von daCypher, 50

Ich würde es so machen, dass du ihn erstmal nur als "guten Kumpel" vorstellst und ein paar Monate beobachtest, wie gut sich die beiden verstehen. Danach kannst du ja immernoch eine offizielle Beziehung draus machen.

Wenn du ihr gleich sagen würdest "Hier guck mal, dein neuer Papa", und die Beziehung dann doch nichts wird, wäre das blöd für die Kleine.

Kommentar von howelljenkins ,

ich hab das so verstanden, dass die tochter weiss, dass da eine beziehung existiert, den mann bloss bisher nicht kennt ...

Kommentar von daCypher ,

Könnte man auch so interpretieren. Dafür ist die Frage leider zu ungenau formuliert.

Wenn die Kleine schon weiß, dass es da einen neuen Mann in Mamas Leben gibt, kann man nur hoffen, dass die beiden sich auch verstehen. Kann aber natürlich passieren, dass die Kleine einfach aus Trotz schlecht auf ihn reagiert, weil sie nicht will, das jemand ihr die Mama wegnimmt. Mit 12 beginnt ja eh ein schwieriges Alter bei Kindern.

Kommentar von daCypher ,

Ich erzähl auch mal meinen Teil aus Sicht eines Kindes. Meine Eltern haben sich getrennt, als ich sechs war. Danach hat es natürlich immer mal wieder neue Anläufe gegeben.

Meine Mutter hat während der Zeit, in der ich bei ihr gewohnt hab, wenn ich mich richtig erinnere drei Mal versucht, eine neue Beziehung zu starten. Der erste Versuch ging schätzungsweise ein oder zwei Jahre (als Kind achtet man da nicht so sehr drauf). Die anderen Versuche waren viel kürzer (die Männer hab ich nur 1-2 Mal getroffen). 

Danach bin ich zu meinem Vater gezogen, der zu dem Zeitpunkt schon seit fünf Jahren eine Beziehung zu einer anderen Frau hatte (mit der er jetzt, nach über 20 Jahren auch immer noch zusammen ist und auch neu geheiratet hat). 

Die neue Lebensgefährtin meines Vaters hab ich zwar mal gefragt, ob ich sie auch "Mama" nennen kann, aber irgendwie ist es doch immer beim Vornamen geblieben. Sie ist aber mit der Zeit trotzdem eine "Ersatzmama" für mich geworden. Ich hab mich mit ihr auch besser verstanden, als mit meiner echten Mutter. Trotzdem hab ich mich nicht wirklich von ihr erziehen lassen. Das war in der Zeit immer die Aufgabe von meinem Papa. Irgendwie ist es halt doch was anderes, ob die Person nur die "Partnerin vom Vater" ist oder ob es wirklich "Mama" ist.

Ich merke grad, dass ich von der eigentlichen Fragestellung meilenweit entfernt bin. Wie alles abgelaufen ist: Meine Eltern haben mich zu ihren jeweiligen neuen Partnern halt immer mal wieder mitgenommen. Die neue Frau von Papa fand ich schon alleine deshalb interessant, weil sie Pferde und einen Hund hatte und ich damals mit Tieren besser klargekommen bin, als mit Menschen. Ich denke mal, solange man dem Kind seinen neuen Partner nicht aufzwingt und die beiden sich gut verstehen (oder wenigstens nicht gegenseitig abstoßen) ist alles ok.

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