Frage von Bowyie28, 339

Freund akzeptiert keine weiblichen Ärzte - ist sowas häufig verbreitet?

Hey,

ich war gerade mit einem guten Freund (muslimisch) im Krankenhaus, weil er Schmerzen im Beckenbereich hatte. Jedenfalls kam dann eine Ärztin und wollte es sich anschauen, aber er hat der Ärztin gesagt, er möchte von keiner weiblichen Ärztin behandelt werden.

Die Ärztin war ziemlich perplex, und ist dann gegangen. Dann hat mein Freund an der Pforte nochmal nachgefragt, und nach ca. 20min kam dann ein männlicher Arzt. Er wurde untersucht, aber es wurde nichts festgestellt. Er hat nur Schmerztabletten mit nach Hause bekommen und er soll zum Hausarzt am Montag gehen, wenn es nicht besser ist.

Nun meine Frage: Warum lehnen viele Muslime weibliche Ärztinnen ab?

Expertenantwort
von dadamat, Community-Experte für Medizin, 68

Frauen gelten im musliemischen Ländern nichts, sage ihm, dass es in Europa und besonders Deutschland üblich ist, dass in allen Berufen auch Frauen eingestetzt werden. Wenn er kein Vertrauen hat, ist das ein Zeichen der mangelnden Anerkennung der Europäischen Werte und verhindert eine Integration.

Antwort
von landregen, 157

Frag doch deinen Freund! Du bist du bei ihm an der Quelle und kannst es direkt von ihm erfahren, warum er die Ärztin abgelehnt hat!

Nebenbei: Manche Frauen - muslimisch oder nicht - wollen auch nicht von männlichen Ärzten im Beckenbereich untersucht werden.

Antwort
von Pilotflying, 59

Weil es ihm noch nicht schlecht genug geht. Wenn es ihm mal richtig schlecht geht, ist es ihm völlig wurscht, wer ihn behandelt. 

Wir leben hier in einem Staat det Gleichberechtigung. Hier haben Männer und Frauen gleiche Rechte. 

Wer damit nicht umgehen kann,  ist in seinem Heimatland besser aufgehoben und sollte sich dort von einem Mann behandeln lassen. 

Auf dieser Erde gibt es in allen Teilen dieser Erde tausende von Menschen - viele davon Kinder - die schwer krank sind und sich ärztliche Hilfe wünschen würden. Ihnen wäre völlig wurscht,  ob sie von einem Mann oder einer Frau - von einem weißen oder einem schwarzen Arzt behandelt werden.

Antwort
von Rollerfreake, 156

Das liegt wohl daran, das eine Frau in muslimischen Ländern eine geringere Stellung hat als ein Mann. Vielleicht denkt er auch, das eine Frau fachlich schlechter ist als ein Mann, das weiß ich aber nicht genau. 

Kommentar von Zain1 ,

Nein,Frau und Mann sind für Allah/Gott sozusagen gleich.Aber es gibt stellen von Männer (Bauchnabel bis zur Knie) die von fremden Frauen nicht gesehen werden dürfen,weil das sozusagen (nackt ist).Glaube ich

Antwort
von Adrian593, 45

Wieso dürfen Frauen überhaupt Medizin studieren? -Hm, weil wir so etwas wie Gleichberechtigung kennen und weil wir Europäer uns nicht so miserabel verhalten. Glaube ist Glaube, meinetwegen, das nächste mal soll er gleich Zuhause bleiben, wir sollten uns nicht anpassen! Wenn ich die Ärztin gewesen wäre, hätte ich ihn sofort entlassen, unglaublich.

Antwort
von Dea2010, 162

Wenn man den "Alter" des Islam mal anschaut und das mit dem Christentum vergleicht, sind die Muslime quasi im religiösen Mittelalter.

Da war es bei uns üblich, dass Frauen auf einem Bild einer bekleideten Frau zeigten, wo es ihnen weh tat. Dazu wurde dann der Urin mitgebracht zur Untersuchung und es wurde Blut und Speichel untersucht nach Galens Lehre der vier Säfte. Ach ja, ab der Kommunion galten junge Mädels als heiratsfähig und trugen Haube. Haar unbedeckt war dann ein NoGo für die Frau.

Vergleichbar zu damals bei uns scheint die Stellung der Frau bei den heutigen Muslimen zu sein. Nur die "Verhüllung" ist halt noch extremer...

Das solltest du deinem Freund mal erzählen... ob er sich gerne als derart antiquiert sehen möchte? Er kann nicht wirklich Not gelitten haben, sonst wäre es ihm egal gewesen, wer ihm da hilft.

Antwort
von MissMarplesGown, 48

Warum lehnen viele Muslime weibliche Ärztinnen ab?

Das ist reiner Selbstschutz. Sie glauben an die kulturell vermittelte Allmacht und Herrschaft von Männern über Frauen. Ihr Ego ist empfindlich und schwach, da es sich an Lügen und falschen Annahmen aufbaut und stützt - es bedarf daher eines besonderen Schutzes: Dieser besteht in der vollständigen Ignoranz der Fähigkeiten von Frauen und  der strikten Verweigerung von Ankerkennung - dort, wo sie allein Männer sehen möchten. Dies sind nicht durch Zufall gerade die Bereiche, in denen Geld verdient und Ansehen und Respekt verteilt wird.

Die Erkenntnis, dass Frauen nicht nur Brüste, sondern auch Gehirne haben (und zwar solche, die neben denen von Männern in den Hörsälen von Universitäten sitzen können), würde sie zutiefst verunsichern, da es ihre "gottgegebene" männliche Vorrangstellung sofort ad absurdum führen würde. Das muslimisch-männliche Weltbild wäre vernichtet, sie müssten sich mit Frauen auf Augenhöhe und öffentlich messen und auseinander setzen.

Manchmal ist 80% der Macht von Männern auf der künstlich inszenierten Ohnmacht ihrer Frauen aufgebaut. In anderen, moderneren Kulturen funktioniert dieses Prinzip dann nicht mehr so gut und der Mann empfindet sich durch die Umstände bedroht. Männer, die es ummittelbar bedroht, wenn eine Frau stark ist, Wissen besitzt, Kompetenz mitbringt, Eigenständigkeit zeigt, empfinde ich als schwach und abhängig.

Diese Männer denken in Hierarchien und Machtstrukturen, nicht in Kategorien von Partnerschaftlichkeit und Fairness auf Augenhöhe. Sie mögen ansonsten im Privaten  durchaus nett" wirken, aber in solchen Momenten zeigt sich klar, ob sie als Mann grundsätzlich zu dem Respekt fähig sind, der Frauen in solchen Positionen gebührt.


aber er hat der Ärztin gesagt, er möchte von keiner weiblichen Ärztin behandelt werden.

Ich denke nicht, dass er der Frau kein fachliches Knowhow zugetraut hat, sondern im Gegenteil: Dass er befürchtete, sie könnte welches besitzen.

Dies würde bedeuten, dass er ein massives Problem mit seinem Wertesystem und Männerbild bekommen hätte, wenn sie dieses Knowhow an ihm unmittelbar unter Beweis gestellt hätte. Somit ist seine Verweigerung dies: Ein Bemühen, der Frau die Chance zu nehmen, sich als Frau überhaupt erst fachlich und auf hohem Niveau zu beweisen - damit er ihr keine Anerkennung zukommen lassen muss.

Dies ist kein Sünde-Scham- und Nacktheitsthema, sondern das Thema ist hier die einseitige Verteilung von Macht und Respekt, die hier seiner Überzeugung nach allein dem Mann gebührt und einer Frau auf akademischem Gebiet nicht zusteht. In arabisch geprägten Ländern sind Ärzte seit Ewigkeiten hoch angesehen und hochverehrt - sie KÖNNEN also keine Frau sein. In Deutschland nennt man sowas Mobbing, Diskriminierung, Sexismus (die Benachteiligung / Diskriminierung eines Menschen aufgrund seines Geschlechts).

Kommentar von MissMarplesGown ,

Nachtrag:

Nicht in allen männlich-muslimischen Köpfen sieht es heute noch derart dumpf aus - es gibt hier von Mann zu Mann enorme Unterschiede, je nach Herkunft und Tradition - und wie antiquarisch hier das Umfeld noch auf Wertemuster und Normen eingewirkt hat - oder womöglich nicht (mehr).

Deinen Freund scheint es noch voll erwischt zu haben, er hat Entwicklungsbedarf und kann froh sein, dass die Ärztin so spontan vor allem verblüfft war - und nicht statt dessen sein Weltbild zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und ein wenig zugedrückt hat. Man könnte ihm z.B. scherzhaft sagen, dass man dies selbstverständlich respektieren und für alle Fälle auch schon einmal an die Notaufnahme weitergeben und seine Daten zu diesem Zweck dort hinterlassen würde. Damit bei einer eventuellen Einlieferung durch Unfall oder Herzversagen dann die diensthabenden Ärztinnen wissen, dass sie Kaffee trinken gehen und ihn ignorieren dürfen. Bis ein Arzt sich der Sache widmen kann. WENN einer da ist, der Zeit hat.

Kommentar von Pilotflying ,

Ein sehr guter und schöner Beitrag, der mir sehr aus der Seele spricht.  Vielen Dank dafür! 

Antwort
von xaskbx, 144

Vielleicht liegt es ja an seiner Religion,da du (muslimisch) angegeben hast.Oder vielleicht empfindet er es einfach als unangenehm von einer Frau untersucht zu werden,aber frag ihn doch am besten mal selber,dann kannst du dir sicher sein woran es liegen kann:D

Deine Angelina:)

Antwort
von whabifan, 133

Dein Freund hält Frauen wohl grundsätzlich für inkompetent. Es mag ja sein dass Frauen schlecht im Einparken sind, aber dies direkt auf ihre Kompetenzen im medizinischen Bereich zu übertragen, halte ich dann doch für übertrieben. Ich denke einfach nur dass dein Freund gerne Leute diskriminiert. Übrigens, es lehnen nicht viele Muslime Ärztinnen ab. Es gibt nur einige Idioten die sowas tun. Die meisten Muslime sind da zum Glück schlauer!

Kommentar von saidJ ,

was für ne troll antwort ...

Kommentar von whabifan ,

Danke :) Das freut mich dass dir meine Antwort gefällt:)

Antwort
von Barbdoc, 6

Irgendwann fällt er mit seiner Einstellung hier auf den Bauch.

Antwort
von weelah, 181

Hallo,

weil sie diese ungestraft dikriminieren dürfen.

Gerechtfertigt unter dem Mäntelchen der Religion

Würde die Ärztin ihn als Person ablehnen wird ein Schuh draus. Im Grunde darf keine Frau einen Muslimen so behandeln, weil es dann wieder heißt, das dies rassistisch motiviert ist.

In Deutschland sind halt nicht alle gleich - manche dürfen sich halt mehr raus nehmen, als andere.

Scheinbar ging es ihm noch nicht schlecht genug. Er soll sich ein Schild um den Hals hängen das bei Lebensgefahr keine Frau erste Hilfe leisten darf.

Zum Glück sind solche Hinterwäldler nicht mehr so sehr verbreitet.....wie sich das in Zukunft entwickelt, wird sich zeigen

Kommentar von dresanne ,

Genau richtig. ich hätte ihn ohne Behandlung wieder heimgeschickt. Wenn sie nicht bereit sind, unsere Sitten anzuerkennen, haben sie hier überhaupt nichts verloren.

Kommentar von Pilotflying ,

...schlimm genug, dass nach 20 Minuten ein männlicher Arzt kam und für den Kandidaten noch eine Extrawurscht gebraten wurde! 

Kommentar von Adrian593 ,

Meine Gedanken! Armes Deutschland... Fehlt nur noch eine Kopftuchpflicht, dass niemand diskriminiert wird. Die einzigen, die diskriminiert werden, sind die Deutschen (Moscheen werden gebaut, Weihnachtsschmuck verboten, es heisst jetzt "Wintermarkt"...)

Antwort
von GravityZero, 161

Liegt das nicht auf der Hand? Ich hätte ihn gleich mal 5 Stunden warten lassen...

Kommentar von vanillakusss ,

Und dann hätte ich gesagt, dass nur Ärztinnen Dienst haben ;))

Antwort
von gugug, 133

ich denke, da geht es um die rolle der frau. in muslimischen ländern steht die frau meist unter dem mann. 

Antwort
von Gambler2000, 111

Das hat etwas mit der im Islam stirkten Geschlechtertrennung zu tun, die natürlich volkommen übertrieben ist.

LG.

Antwort
von kleinerhelfer97, 166

Wenn man schon ins Krankenhaus geht, dann muss es ja ein Notfall sein. Da schaut man doch nicht nach ob es ne Ärztin oder ein Arzt ist. Wenn es eine Untersuchung im Intimbereich wäre, hätte ich das verstanden.
Aber bei einem Notfall am Becken dann noch Forderungen zu haben...ganz ehrlich, als Ärztin hätte ich das persönlich genommen.

Antwort
von Valentiiina, 146

Weil frauen bei denen weniger wert sind und sie glauben männer sind besser. Sind halt ganz veraltet.

Antwort
von furkansel, 56

Weil sie einander nicht berühren dürfen. Aber ich selbst als Muslim habe sowas noch nie erlebt.

Antwort
von suziesext06, 43

es gibt, in allen Religionen, Menschen mit religiösen Wahnvorstellungen, also die durch vernunftlose Religionsausübung psychisch krank werden; und es gib psychisch Kranke, die ihre Krankheit religiös rechtfertigen.

Was du beschreibst, ist definitiv pathologisches Verhalten. Hat nichts, aber auch gar nichts mit Religion zu tun. Er müsste sich in Behandlung begeben, da er Religion pervertiert und seine Krankheit religiös rechtfertigt. Oder du müsstest den Kontakt mit ihm aufkündigen, da du sonst ebenfalls krank wirst.

Antwort
von Hardware02, 87

Egal, wie "verbreitet" das ist - das Verhalten deines Freundes ist absolut inakzeptabel! Wenn er sich nicht an die hier nun einmal herrschende Gesellschaftsform anpassen kann, sollte er hier nicht leben. 

Kommentar von vanillakusss ,

Wie wahr, wie wahr.

Antwort
von Apache2002, 126

Wenn er am sterben ist und nur eine weibliche Ärztin in der Nähe ist, stirbt er dann lieber ? 

Ich verstehe es nicht so ganz, ist doch egal ob männlich oder weiblich. Arzt ist Arzt. 

Antwort
von tvetter, 58

Einerseits aufgrund der islamischen Reglungen zur Trennung der Geschlechter, andererseits spielt sicher oft auch ein gewisser Sexismus eine Rolle.

Antwort
von saidJ, 63

das liegt daran das er nicht von einer frau berührt werden will aber ist ein wiederspruch wenn er eine weibliche freundin hat ich nehme mal an dir gibt er ja auch die hand .

Kommentar von saidJ ,

ups dachte du hättest irgendwo erwähnt du wärst weiblich , tut mir leid :)

Antwort
von dresanne, 36

Was für eine Rolle spielst Denn Du da bei Deinem Freund. Das würde mich mal interessieren. Dummerchen, das Befehle entgegennimmt?

Antwort
von Dackodil, 188

Falls er in einem lebensbedrohlichen Notfall auch eine Ärztin ablehnt, könnte es sein, daß auf seinem Grabstein steht:

"Er war ein Opfer seines Glaubens"."

Kommentar von vanillakusss ,

Grins.

Kommentar von Machtnix53 ,

Oder: "Er musste dran glauben"

Antwort
von user8787, 136

Ja, das ist so. Ich kenne das aus meinem Praxis - Alltag auch.

Antwort
von Xazzit, 95

Klar, Dummheit ist halt verbreitet, lässt sich nichts gegen tun. 

Antwort
von Repwf, 134

Vielkeucht weil sein beckenbereich ja schon sehr nah an intime stellen kommt? Vielleicht hatte er Schamgefühl? 

Antwort
von toomuchtrouble, 130

http://www.islamfatwa.de/krankheit-heilung/144-sonstige-fatawa/1546-von-anderem-...

Nach der überlieferten Norm (Sunna) und dem Quran ist seine Weigerung erst einmal korrekt. Da allerdings die meisten Muslime nicht einmal ihre eigene Religion verstehen, wissen sie natürlich nicht, dass die höchsten Rechtsgelehrten die Behandlung durch Frauen absegnen, wenn keine männlichen Mediziner verfügbar sind und merkwürdigerweise auf dem Schlachtfeld.

Bevor notorische Islamhasser durchdrehen und hyperventilieren, sollte man/frau ganz kurz über die christliche Dreifaltigkeit, über das Abendmahl-Ritual oder andere merkwürdige rituelle Handlungen, die für Nichtchristen als schwere psychische Störungen begriffen werden könnten.

Kommentar von vanillakusss ,

Jaaaaa und wir leben in einem christlichen Land. Das sollte jeder Moslem ganz genau wissen bevor er beschließt hier zu leben.

Kommentar von vanillakusss ,

Und? Was sagt uns das jetzt? Wenn er seine Religion so ausleben will, soll er zu einem Arzt gehen der den gleichen Glauben hat. Besser noch, soll er doch in ein islamisches Land ziehen, da wird gaaaanz genau darauf geachtet, dass man seine religiösen Gefühle nicht verletzt.

Ansonsten hat er, trotz Religion, zu akzeptieren, dass hier Mann und Frau gleichgestellt sind. Und, dass im Krankenhaus auch Frauen arbeiten. Und dass er keineswegs das Recht hat einen Arzt zu verlangen nachdem er die Behandlung bei einer Ärztin abgelehnt hat.

Es ist doch wirklich sehr erstaunlich, dass Moslems sich in einem westlichen, demokratischen Land über die hiesigen Gesetze und Gepflogenheiten wundern oder diese ablehnen. Ja, damit kann man ja auch nicht rechen, gell?

Kommentar von toomuchtrouble ,

Und? Was sagt uns das jetzt?

...dass Du nicht in der Lage bist, einer einfache Frage mit Deinem Wissen, ersatzweise Deinen Recherchemöglichkeiten zu begegnen und dass Du meine Antwort nicht aufmerksam gelesen hast.

Zur Erinnerung: die Frage war "Warum lehnen viele Muslime weibliche Ärztinnen ab?"

Darauf habe ich nach bestem Wissen ein Antwort gegeben und den Hintergrund dieser Haltung aus Sunna und Quran zu erklären versucht. Dein unmittelbarer Stammtischreflex war wie bei solchen Leuten üblich ein Schnellschuss, also reines Ressentiment.

Außerdem hätte aufmerksames Lesen eine gewisse Ironie erahnen lassen, die eine deutliche Kritik nicht nur an dieser Religion zum Ausdruck bringen wollte.

Für Dich vermutlich sehr überraschend bin ich Atheist und ein massiver Kritker dieser Religion, die leider keine Aufklärung erlebt hat. Trotzdem kann ich mit Religionsfreiheit und der Akzeptanz gewisser sonderbarer Verhaltensweisen leben, was wohl unter Empathie und Toleranz fällt.

In einer halbwegs zivilisierten Stadt wie Hannover wird übrigens in allen Kliniken akzeptiert, dass einige Muslime(-a) nach Möglichkeit nicht von Medizinern des anderen Geschlechts untersucht werden wollen und behandeln diese Frage pragmatisch.

Kommentar von vanillakusss ,

Ja, momentan bin ich ironieresistent, ich erkenne sie nicht einmal wenn sie mich ohrfeigt.

Na, wie auch immer, ich bleibe dabei. Wer hier lebt hat sich anzupassen, nenn es Stammtischparolen oder was auch immer.

Wenn es geht, kann meinetwegen ein gleichgeschlechtliche Arzt angefordert werden. Aber in einem Krankenhaus/Notaufnahme hat keiner ein Recht darauf, nie. Wenn es zu schwer ist und zu sehr religiöse Gefühle verletzt, bitte. Dann hat jeder Moslem die Möglichkeit sich ein islamisches Land zum leben aussuchen. Eigentlich ist es ganz einfach.

Kommentar von MissMarplesGown ,

Bevor notorische Islamhasser durchdrehen und hyperventilieren...

Man muss kein "notorischer Islamhasser" sein, um sich hier aufzuregen ("durchdrehen und hyperventilieren" ist eine Frechheit.). Es reicht, wenn man z.B. eine Frau mit Beruf und Bildung ist und einen solchen Irrsinn hört.

In Deutschland ist eines der ersten Gesetze im Umgang miteinander die GLEICHBERECHTIGUNG - und diese haben Frauen hier 200 Jahre lang hart und unter Opfern und Sanktionen erkämpft. Um 1800 kam eine Frau ins Gefängnis, wenn sie dafür auf die Straße ging, dass sie gleiche Rechte und gleichen Respekt erhalten möchte wie ein Mann. Wenn man einer Ärztin heute im Dienst sagt, man wolle nicht von ihr, sondern von einem Mann untersucht werden, schlichtweg deshalb, weil sie eine Frau ist, ist das ein Schag in ihr Gesicht und in ihre Berufsehre und Leistung. Vor allem, da es auch nur um eine Hüfte ging, nicht um Intimeres.

...sollte man/frau ganz kurz über die christliche Dreifaltigkeit, über das Abendmahl-Ritual oder andere merkwürdige rituelle Handlungen, die für Nichtchristen als schwere psychische Störungen begriffen werden könnten.

Nein, man/frau muss NICHT darüber nachdenken. Ich wüsste nicht, wann die Christliche Dreifaltigkeit, das Abendmahl oder "andere merkwürdige rituelle Handlungen" jemals im Untersuchungsraum eines Krankenhauses eine Rolle spielten - oder am Kopf einer untersuchenden Ärztin. In Deutschland werden diese Themen nicht nur getrennt gehalten, sondern religiöse Belange stehen auch grundsätzlich vor nötigen Untersuchungen eines Patienten zurück. Wer das nicht mag, sollte kein Deutsches Krankenhaus betreten, sondern sich einen männlichen Arzt suchen - oder zuhause bleiben und beten, damit Allah die Hüfte richtet.

Er hat eine Frau über die Ausübung ihres (studierten) Berufes respektlos behandelt. In Deutschland ist das ein No-Go. Diese Frau hatte vielleicht in ihren Ägypten- und Türkei-Urlauben Moscheen oder andere heilige Stätten besichtigt und sich kleidungsmäßig entsprechend angepasst, um niemandes religiöse Gefühle und kulturelle Gewohnheiten zu beleidigen. Sie würde dort akzeptiert haben, dass sie sich, nur weil sie eine Frau ist, nicht einfach wie ein Mann hier oder dort aufhalten oder von A nach B laufen kann, ohne in Schwierigkeiten zu geraten.

Aber: Sie kann in ihrem eigenen Land und in ihrer Kultur an ihrem Arbeitsplatz erwarten, dass hier dann nicht auch schon wieder die religiösen Gefühle und die kulturellen Gewohnheiten der Leute anderer Herkunftsländer ihren eigenen Bedürfnissen und Rechten oder auch nur ihrem arbeitsmäßigen Zeit- und Organisationsplan vorangestellt sind.

...wissen sie natürlich nicht, dass die höchsten Rechtsgelehrten die Behandlung durch Frauen absegnen, wenn keine männlichen Mediziner verfügbar sind und merkwürdigerweise auf dem Schlachtfeld.

Auch dies ist in der heutigen Zeit völlig uninteressant, da nicht umsetzbar. Wir schreiben nicht mehr 1520, sondern 2016.
Eine Klinik funktioniert über Schichtpläne. Diese Schichtpläne berücksichtigen nicht, dass immer beide Geschlechter zugleich erreichbar sind, da in Deutschland Mediziner Mediziner ist und wir hier kein Geschlecht unterscheiden, wenn die Dienstpläne gemacht werden.

Wenn Muslime erwarten, dass ein beschäftigter männlicher Arzt irgendwo abgezogen wird und man eine weibliche Ärztin dafür unbeschäftigt beiseite schiebt, obwohl sie die Untersuchung selbst hätte machen können, bringen sie die Abläufe durcheinander, eingespielte Teams müssen plötzlich Extrawürste bedienen, Routine-Fluss wird unterbrochen.

Wenn ich im Krankenhaus z.B. gerade in der Notaufnahme in einer schmerzhaften Erstversorgung stecken würde und man würde hier unterbrechen und jemand anders zu mir schicken, der sich dann erstmal orientieren und dann weitermachen müsste, nur weil ein muslimisches Hüftproblem ausgerechnet jetzt MEINEN Arzt haben will, zu dem ich gerade Vertrauen aufgebaut habe - ich denke, ich wäre mehr als sauer.

Wie gesagt: Hier ist Deutschland. Andere Regeln, andere Gewohnheiten, andere Bedürfnisse, andere Prioritäten - und eine Kultur der Gleichberechtigung. Diese hat bei uns ihren Sinn auf allen Ebenen, auch im Krankenhaus.

Schlachtfelder haben wir hier zurzeit nicht. Frauen "durften" in vergangenen Jahrhundeten nach der Schlacht helfen, weil es zu viele Verletzte gab und die vorhandenen männlichen Ärtzte das allein nicht schaffen konnten. Es ging um Zeit. Frauen wurden also auch hier, obwohl entsprechend der Zeit medizinisch gelehrt und ausgebildet, immer schon als "Reserve" behandelt. Dabei ging es nie um Religion, sondern immer um Macht. Ärzte galten als mächtig, auch in unserer Kultur - und Macht teilte man nicht mit Frauen. Wer viel Routine hatte, Erfahrungen sammeln durfte, immer an der Front war, wurde gut in dem, was er tat - und irgendwann unersetzbar und unentbehrlich. Du darfst nicht vergessen, dass die europ. Frauen ein waches BEWUSSTSEIN für den Wert von Gleichstellung haben. Sie hat gekostet und ist entsprechend wertvoll für uns.

Kommentar von toomuchtrouble ,

Wenn Du - vermutlich zum ersten Mal -  einen Blick auf die Ausgangsfrage


Warum lehnen viele Muslime weibliche Ärztinnen ab?


geworfen hättest, könntest Du feststellen, dass ich auf diese Frage mit einer Erklärung aus dem islamischen Wertesystem heraus möglichst wertfrei beantwortet habe.

Um auch ressentiment-geladenen Gemütern zu zeigen, dass meine persönliche Haltung eine andere ist und dass sie keinen stundenlangen Parforceritt durch 200 Jahre europäische Emanzipationsgeschichte absolvieren müssen, habe ich eine klare Aussage über meine Haltung gemacht "Da allerdings die meisten Muslime nicht einmal ihre eigene Religion verstehen...", noch ein wenig Polemik angehängt, ein zulässiges Stilmittel in einer klug geführten Debatte.

Zu Deiner Kernaussage, die trotz sinnloser, etwas aufmerksamheischender Majuskeln nicht einfach zu finden ist:

Es gibt Leute, die pragmatisch mit der Tatsache umgehen, dass ca. 1/3 der Patienten in einem deutschen Krankenhaus im weitesten Sinne eine negative Compliance haben, die zum Großteil auf ihr Bildungsniveau zurückzuführen ist. Ich zähle mich dazu, weil ich nicht zuletzt über meine Liebste, die vor über 25 Jahren das ethnomedizinische Zentrum in Hannover mitgegründet hat, eine etwas differenzierte Haltung habe. Nach Deiner Logik bspw. von einem irakischen Schiiten, dessen Bildungsniveau knapp über praktisch bildbar liegt, eine Unterwerfung unter vermeintlich 200 Jahre nahtlose Aneignung aller Elemente der kantschen Moralphilosophie und der weiblichen Emanzipation zu erwarten, ist mit naiv noch sehr euphemistisch bezeichnet.

Kleine Bitte: Dass ich mit der deutschen Sprache vertraut bin und auch ohne Majuskeln und anderer herumschreiender Formatierungen einen Text aufmerksam lesen kann, darfst du voraussetzen.

Kommentar von MissMarplesGown ,

Weder sind alle, die die Untersuchung und auch Behandlung durch eine weiblichen Mediziner ablehnen würden, generell oder auch nur öfters "irakische Schiiten", noch sind diese Männer zwingend bildungsfern oder völlig unvertraut mit dem deutschen Wertesystem. Viele leben nicht erst seit gestern hier, sprechen unsere Sprache und kennen unsere Kultur - auch und insbesondere bezüglich Frauen, Umgangsformen, Respektverteilung, Höflichkeitsregeln etc. Und sie wären noch weiter entwicklungsfähig.

Ich weiß von einem gläubigen Muslimen, dass er ebenfalls gern einen Arzt statt einer Ärztin hätte, wenn es irgendwie machbar ist. Aus religiösen Gründen, richtig. Aber die Sache wird oft noch ganz anders empfunden, als wir meinen, sie istkomplizierter:

Er z.b. (wie auch viele seiner Freunde, wie er mir erklärte) hat eine ganz praktische Angst, dass ihm in einer solchen Situation eine Erektion geschehen könnte. Gerade WEIL er eine Untersuchung durch Frauen nicht genug gewohnt ist und daher nun einmal kaum Routine damit hat - wie es z.B. bei deutschen Männern der Fall ist, die eine solche Situation gar nicht sexuell genug empfinden würden, weil sie hier unterscheiden - und erst diese körperliche Reaktion würde ihn so richtig in Konflikte bringen, denn dann könnte er nicht einmal seine innere "Unbeteiligtheit" wärend einer Untersuchung leugnen bzw. glaubwürdig belegen. Seine Keuschheit wäre nicht unmittelbar durch die Berührung durch eine Ärztin in Gefahr, sondern durch seine (befürchtet: nicht kontrollierbare) körperliche Reaktion darauf - die dann womöglich auch noch wahrgenommen werden würde. Und Allah... sieht sowieso alles.

Kleine Bitte: Dass ich mit der deutschen Sprache vertraut bin und auch ohne Majuskeln und anderer herumschreiender Formatierungen einen Text aufmerksam lesen kann, darfst du voraussetzen.

Du bist ernsthaft verärgert bzw. verstört, weil ich einen Satz meines Textes dick gedruckt und drei Worte innerhalb eines langen Gesamttextes groß getippt habe? Oder stören Dich auch die Zitate?

Ja, das setze ich gern voraus, ich sehe es ja - werde mir aber dennoch vorbehalten, weiter wie gewohnt jederzeit die Funktionen zu nutzen, die GF uns - sicher nicht völlig unbedarft und unüberlegt - zur freundlichen Verfügung gestellt hat, um Textpassagen hervor zu heben und ausdrucksvoller zu schreiben. Auch den Großdruck einzelner Worte behalte ich mir vor, er ist, so wie ich ihn ensetze, nicht verboten. Wenn Du Dir die 3 Worte, die ich groß schrieb, einmal geschrien vorstellst, wirst Du bemerken, dass hier gar kein Schreien angesagt wäre und gar nicht passen würde - und so sind diese Worte auch gar nicht gemeint, das zeigt ganz klar der Kontext, in dem sie stehen.

Niemand auf GF schreibt nur allein für eine Person. Ich schreibe hier seit 6 Jahren und bin mir absolut bewusst, dass jeder Text von Hunderten und Tausenden über die Jahre gelesen wird. Ich verwende die zur freien Verfügung stehenden Funktionen und Stilmittel, wie ich mag und es mir gestattet ist.

Eine Funktion, die Polemik bedient, sehe ich dort allerdings nicht - und auch ist Polemik hier nicht gern gesehen, sie ist aus gutem Grund kein weit akzeptiertes Stilmittel. Und diese Polemik ist es, die mir an Deiner Antwort - abgesehen von den inhaltlichen Aussagen - nun einmal nicht gefiel, an keiner Stelle. Auch hier: GF gibt uns unterhalb jeder Antwort die Möglichkeit, einen Kommentar-Button zu nutzen. Ihn zu nutzen ist legal und erwünscht, das habe ich getan.

Ja, richtig, ich habe ein emanzipatorisches Fass aufgemacht. Ganz bewusst habe ich das Thema aus einer rein religiösen Betrachtung heraus gehoben und es zwischen zweierlei kulturelle Wertesysteme gestellt.

Dort reibt es sich ja auch immer wieder und regelmäßig. Weil diese Aspekte kulturell-religiös vermixter Betrachtungen von Frauenrolle (egal, welcher Frau und welchen Kulturkreises) und männlich-religiösem Ehrverständnis muslimischer Männer hier in Deutschland immer auch zugleich an Situationen stoßen, die Frauen nun einmal unmittelbar angehen und betreffen, privat und am Arbeitsplatz.

Frauen sind nun einmal die Leinwand, auf die dieser "Problemfilm" immer wieder projiziert wird. Und ihre männlichen Kollegen betrifft dies ebenso - die es auch nicht immer nur erfreut, wenn sie mal wieder trotz Streß und anderer Aufgaben einspringen und religiöse bzw., kulturell gelernte Gefühle schützen müssen. Selbstverständlich ist dies so lange auch ein Frauenthema, solange es sich an ihnen spiegelt und solange von ihnen erwartet wird, sich hier "passend" zu machen, indem sie ihre fachlichen Kompetenzen hinter die Kulturen von Männern zurück stellen und selbst im Dienst ihr privates Frausein auf diese Weise thematisieren lassen müssen. Alles eine Frage der Sensibilität, nicht nur für männliche Kultur, Bedürfnisse und Grenzen. Frauen (sogar deutsche) haben ebenfalls: Kultur, Bedürfnisse... und Grenzen. Meine Schwester ist Krankenschwester, sie kann Lieder davon singen. Berufliche.

Antwort
von Biberchen, 146

ja das liegt an seinem Glauben!

Antwort
von bibi8888, 124

Kann mir nicht vorstellen, dass sowas im Koran steht.

Anscheinend ging es ihm nicht schlecht genug. Wirklich Kranke nehmen Hilfe an egal ob von Mann oder Frau.

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