Frage von Lola188889, 89

FressTAGE!(Essstörung) Hilfe... Wie viel kann man zunehmen?

Hallo Leute,

Wie bei meinem letzten Beitrag, wisst ihr ja das ich unter Anorexie leide!!! Da ich ein halbes Jahr lang auf alles verzichtet habe und Aufeinmal so Heißhunger hatte, hab ich ALLES in mich reingestopft am Wochenende .... Freitag, Samstag, Sonntag und Montag ... Letzte Woche Dienstag wog ich 54,5 & jetzt Aufeinmal 59,1 😱😱😱 kann es Wirklich sein, das ich in 4 Tagen 5 Kilo Fett zugenommen habe..? Ich bin richtig deprimiert und hab deswegen schon wieder die Überdosierung von Abführmittel genommen, aber irgendwie haben die nichts mehr bewirkt :/ mir geht's total schlecht.. Zu sehen das ich fast wieder 60 Kilo wieg 😭😭 Sieht man das denn auch schon ? Ich hab so Angst ... Bitte um antworten und keine dummen Kommentare!!!!! Danke.

Antwort
von EinNarr, 22

Dieser Heißhunger über mehrere Tage hinweg ist unter solchen Umständen, so unschön es auch aktuell für dich sein mag, absolut normal. Das ist allerdings nicht das Ende - auch wenn es sich so anfühlt.

Wenn man über einen längeren Zeitraum seine tägliche Zufuhr an kcal herunterschraubt, fährt der Stoffwechsel mit der Zeit herunter - er korrigiert sich nach unten hin, um sich an die Umstände anzupassen. Dein Körper stellt sich auf den Zustand einer "Hungersnot" ein, um es einmal zu versinnbildlichen.

Wenn du dann plötzlich sehr viele kcal zu dir nimmst, schlagartig, ist dein Körper erst einmal überfordert. Aus der Gewohnheit der "Hungerzeit" davor, setzt er nun so viel an wie möglich - dein Körper ist noch darauf konditioniert, dass er sehr wenig bis gar nichts zu essen bekommt und speichert jetzt Reserven für kommende "schwere Zeiten", in denen es wieder nichts zu essen gibt.

Das du also verhältnismäßig schnell zugenommen hast, ist eine Körperfunktion, die eigentlich dein Leben schützen soll.

Abführmittel bringt an der Stelle auch nicht mehr viel, dein Körper hat die Nahrung schon Verwertet und dadurch kannst du nichts mehr abführen - von den normalen Abfallprodukten abgesehen aber diese finden ihren Weg auch mit der Zeit allein hinaus.

An der Stelle ist wichtig - lieber einen Tee trinken. Dein Magen ist solche Nahrung vermutlich nicht mehr gewöhnt. Ihn weiter zu reizen und zu belasten, mit Abführmitteln, könnte eher zu Schmerzen führen und das ist nicht sonderlich erstrebenswert.

"Sieht man das denn auch schon ?"

Das ist schwer zu beurteilen, wenn man dich nicht sehen kann und keinen Vergleich kennt. Sicherlich, so ist es meist, wirst du allerdings selbst etwas sehen. Für dein Umfeld ist das meist weniger offensichtlich aber man selbst reagiert, gerade mit dieser Krankheitsgeschichte, bereits bei Schwankungen von unter einem Kilo mit dem Gefühl etwas zu sehen.

Jetzt bringt es, in meinen Augen wenig bis gar nichts, die vergangenen Tage "tot zu denken". Schlussendlich sind sie jetzt vorbei und die Geschehnisse der Tage irreversible. Weder kann man sie rückgängig machen noch nachträglich Einfluss auf die Auswirkungen nehmen - darauf etwas lernen für die Zukunft allerdings schon.

So Verführerisch der radikale Verzicht auch sein mag, nimmt er eine Menge Lebensqualität. Du hast selbst gemerkt, dass der Wunsch da ist auch mal wieder Pizza, Schokolade und Co. zu essen - eben die klassischen Nahrungsmittel die man sich sonst verbietet.

Binde die Nahrungsmittel statt sie dir zu verbieten oder mehrere Tage am Stück nur noch zu essen, in deine Ernährung mit ein. Man darf diese Dinge alle essen aber auf das Maß kommt es an und auf die Kombination mit der restlichen Ernährung.

Gerade bei einer Anorexia nervosa in der eigenen Historie, ist das schwer aber genau das, eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist das Ziel - es ist eine Ernährungsumstellung. Unabhängig davon welche Essstörung vorliegt, am Ende geht es darum wieder "richtig essen zu lernen"

Nehme die letzten Tage als Anlass dafür, dieses Unterfangen in Angriff zu nehmen. Regelmäßige Mahlzeiten, die ausgewogen sind und dir alle wichtigen Nährstoffe liefern aber gleichzeitig dir ein Gefühl geben, mit dem du dich arrangieren kannst. Gerade am Anfang kann der sehr schwierig sein aber mit der Zeit, schleicht sich langsam die Gewohnheit ein und man lernt sich mit der neuen Art und Weise zu leben sich anzufreunden.

Das es funktionieren kann, wenn man sich etwas durchbeißt, kann ich dir bestätigen. Ich habe früher meine Ernährung umgestellt - mich langsam an das "normale Essen" herangetastet und mir Mühe gegeben mich an diesen Plan zu halten. Darüber hinaus habe ich auch anfangs zugenommen und dann geschaut, mit welchem Gewicht ich mich gut arrangieren kann. Der Grundsatz dafür ist:

"Das Gewicht soll gesund sein und ich muss mich damit arrangieren können."

Das halte ich mittlerweile auch recht gut, bei einer relativ vernünftigen Ernährung, bei der mir nichts fehlt. Das schönste daran: 

Es gibt viel Lebensqualität wieder, wenn man den Schritt geht und sich konstruktiv mit sich und seiner Ernährung auseinandersetzt. 

Es geht also und das beweise nicht nur ich, sondern auch viele andere - dementsprechend, bin ich sehr zuversichtlich, dass auch du das kannst. Wenn du Fragen hast, wie du das am besten Anfangen kannst, dann frage einfach - entweder per Kommentar oder auch gerne als persönliche Nachricht. Ich gebe mir Mühe rasch zu antworten.

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Mache dich jetzt aber erst einmal nicht fertig.

Ja, dass ist leichter gesagt als getan aber das eigene Gewicht ist nie ein Zustand für immer. Es gibt immer die Möglichkeit zuzunehmen, abzunehmen oder über Sport seine Figur zu verändern und zu definieren. Wenn du dich aktuell sehr unglücklich fühlst, was ich sehr gut verstehen kann, versuche dir das bewusst zu machen - das ist kein Zustand für den Rest deines Lebens.

Wenn du auch merkst, dass du alleine nicht mehr weiter weißt und Unterstützung brauchst, dann gibt es auch Stellen wo du diese bekommen kannst. Es gibt auch Therapeuten und spezielle Therapien, die direkt zugeschnitten sind auf Essstörungen und diese kannst du auch für dich beanspruchen - auch da kann ich dir gerne ein paar Anlaufstellen zukommen lassen, wenn du dich einfach einmal informieren möchtest.

Informieren soll am Ende nicht dein Schaden sein.

Ich wünsche dir sehr viel Erfolg für die Zukunft und hoffe sehr, dass du bald mit dir und deinem Körper auf einen grünen Zweig kommst.

Liebe Grüße.

Antwort
von DirectionFreak, 20

Wir groß bist du denn?
60kg ist eigentlich total normal.
Lieber ein paar mehr Kurven statt wie ein Skelett auszusehen.
Eine Freundin meiner Cousine (mittlerweile schon über 30) hatte auch sehr Probleme und war auch sehr dünn und hat sich aber immer Fett gefühlt .
Ihr wurden die Augen geöffnet durch eine Situation die ihr passiert ist denk mal darüber nach:
Sie war am Bahnhof und da waren nur die und zwei Männer.
Sie hat sich etwas weiter weg von den Männern gestellt und die Männer haben amgefangen über sie zu reden.
Die haben auf Türkisch geredet und dachten sie würde das nicht verstehen hat sie aber.
Die haben gesagt : Guck dir mal die da an.
Stellt sich weg von uns als würden wir sie anmachen wollen.
Wer will denn bitte so ein Klappergerüst haben.
Das hat deine Frage zwar nicht beantwortet aber ich versuche dir die Augen zu öffnen.
Mach dein Leben nicht schwer .
Hättest du die letzen 6 Monate normal gegessen hättest du diese fressattacke nicht Gehsbt

Kommentar von Lola188889 ,

Ich weiß das ich diese fressattacken nicht hätte, wenn ich mich nicht so runtergehungeet hätte, dabei hab ich ja 29 Kilo abgenommen in einem halben Jahr und jetzt fühl ich mich wieder so, als hätte ich niemals abgenommen 😣😪

Antwort
von LittleMistery, 32

Bist du in Therapie?

Kommentar von Lola188889 ,

Nein ... Erst in einem Monat geh ich in Therapie 

Kommentar von LittleMistery ,

Machst du Sport? Viele Essgestörte nutzen das, um wieder aus einer Essstörung rauszukommen. Vielleicht kannst du das ja bei dir etwas einbinden, damit du nicht weiter reinrutschst.

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