Frage von belle1987, 144

Fremder Hund und Kleinkind?

Ich war mit meinem Kind (3,5 Jahre alt) spazieren. Auf der Wiese neben uns waren 3 Hunde und die jeweiligen Besitzer. Einer der Hunde war nicht angeleint und den anderen Hunden gegenüber aggressiv und wurde auch immer wieder vom Besitzer ermahnt. Scheinbar wurde versucht den Hund zu trainieren.

Ich rief mein Kind auf seinem Laufrad zu mir. Der Hund löste sich aus der Gruppe und kam Zähne fletschend auf uns zugerannt. Mein Mann stellte sich dazwischen und der Besitzer kam auch sofort und leinte den Hund an. Meine Schwiegermutter stellte sich schützend über das Kind und meinte das reiche in so einer Situation und ich solle das Kind bloß nicht hoch heben und keine Panik verbreiten.

Ich hätte mein Kind lieber hochgehoben. Natürlich soll keine irrationale Angst vor Hunden entwickelt werden, aber lieber einmal über als zu spät reagiert.

Meine Frage wie soll ich mich zukünftig in so einer Situation verhalten? Noch eine Anmerkung der Hund war anfangs 50 m entfernt und das Kind suchte keinen Kontakt oder ist auf den Hund zugelaufen.

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 97

Ich würde das Kind auch nicht hoch nehmen, sondern mich lieber schützend vor das Kind stellen. Idealerweise nicht wegrennen und nicht wild kreischen und mit dem Armen fuchteln.

Wirklich eine blöde Situation. Ich hätte echt einen Hals gehabt an Deiner Stelle. :-/

Hat sich der Hundehalter wenigstens entschuldigt? Ich find sowas unverantwortlich. Auch, wenn der Hund vielleicht gar keine bösen Absichten hatte oder gehabt hätte - sowas gehört sich einfach nicht. Wenn kleine Kinder in der Nähe sind und der Hund nicht hört, gehört er an die Leine.


Kommentar von Bernerbaer ,

Genau!

Wenn man das Kind hoch nimmt bzw. hoch reißt und eventuell dazu noch wild um sich wedelt macht man sich für den Hund nur interessanter.

Kommentar von belle1987 ,

Vielen Dank für die Antwort, nein der Halter hat sich nicht entschuldigt. Niemand hat geschrien oder wild mit den Armen gefuchtelt. ;) 

Aber auch dir herzlichen Dank für den Tipp siche lieber schützend vor das Kind zu stellen, als es hochzuheben. Fühle mich in jedem Fall etwas besser vorbereitet auf so eine Situation. :)

Kommentar von Berni74 ,

Niemand hat geschrien oder wild mit den Armen gefuchtelt. ;) 

Sollte auch keine Unterstellung sein. Wollte nur nochmal drauf hinweisen. ;-)

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 53

Hi deine Schwiegermutter ist Gold wert :) mutige Dame und auch richtig reagiert, blocken ist da das Klügste was man machen kann, so beschütz ich mein altersschwachen Minihund vor anderen. Nur in höchster Not wird sie auf den Arm genommen, da muss der Hund dann schon wesentlich näher sein und ein Angriff tatsächlich erfolgen. Durch den mutigen Schritt nach vorne und abblocken erklärt man quasi den anderen Hund das man kein Opfer ist und sich da sehr sicher ist, was die Hunde in der Regel nicht sind. Da das hätte anders enden können, hättet ihr sogar den Halter melden können, wenn ein Hund so komisch tickt übt man das auf ein Hundeplatz und nicht im Park ohne Leine, zumindestens eine Schleppleine hätten die nehmen können. Naja Hauptsache euren kleinen Kind ist nix passiert :) 

Kommentar von belle1987 ,

Sie hat sich über Kind und Fahrrad gehockt nicht davor gestellt, aber das ist in jedem Fall ein guter Ratschlag für die Zukunft. :)

Kommentar von jww28 ,

Oh dann hab ich das falsch gelesen :) Nein hinhocken besser nicht machen. Den Mutigsten einfach nach vorn schicken, dabei gross machen, Schultern und Kopf hoch und bestimmt "Ab" sagen (nicht schreien), dabei feste Schritte machen und sich keine Angst anmerken lasssen . so kann man auch falls der Hund nicht stehen bleibt ihn  packen, wenn er vorbei will. Man ist dann handlungsfähiger, bei grossen Hunden hilft ja oft die Taktik mit hoch nehmen nix da sie ein schlicht umhauen oder stehend eben doch an das Kind kommen, was für das Kind noch traumatischer sein kann, weil ja selber auf den Arm auch nicht handeln kann und so trotz Schutz der Mutter gebissen werden würde. Besser ist da statt Kampf auf Blocken zu setzen, zur Not mit einen aufgespannten Schirm, Spazierstock und Co.

Antwort
von minimuc, 22

Das Kind würde ich keinesfalls hochheben. Das animiert den Hund dich und dein Kind anzuspringen oder zu beißen. Keinesfalls mit Armen oder Händen fuchteln, das interpretiert der Hund als Spielen oder Angst. Du solltest trotz der Situationen versuchen ruhig zu bleiben, nicht zu kreischen und meide den Augenkontakt. Ich hätte mich ebenfalls schützend davor gestellt. Wenn der Hund nicht aufhört(weiter verfolgt, beißt), (klingt zwar hart oder vielleicht übertrieben) aber dann über das Kind legen und Hände in deinen Nacken stützen.

Antwort
von kiniro, 47

Lass dir bitte nichts von deiner Schwiegermutter einreden und nimm dein Kind lieber hoch.

Ich denke, das würdest du doch in jeder anderen Gefahrensituation auch machen.
Wenn du das ganze ruhig machst, dann wird dein Kind nicht "Hunde sind grundsätzlich gefährlich" lernen, sondern "Mama hilft mir".

Wie reagieren? Dem Besitzer sagen, dass hier ein Kleinkind unterwegs ist und du möchtest, dass der Hund angeleint wird wahlweise stehen bleiben. Panisch weglaufen macht es schlimmer.

Kommentar von Berni74 ,

Wenn man das Kind auf dem Arm hat, hat man im Ernstfall keine Möglichkeit, den Hund abzuwehren. Das halte ich für sehr gefährlich.

Antwort
von FantaFanta76, 43

Wie du dich verhalten sollst? Ganz einfach! Ordnungsamt und die Leute sofort melden! Zum Schutz der Kinder! So ein Hund darf definitiv nicht frei herumlaufen!

Kommentar von belle1987 ,

Die Reaktion halte ich doch für etwas überzogen. Der Besitzer hat ja offensichtlich versucht den Hund zu trainieren, in Zusammenarbeit mit den anderen Hundbesitzern. Okay, das sollte nun nicht in nächster Nähe zu einem Spielplatz geschehen, aber das ist eine andere Geschichte.

Der Hund hört noch nicht gut und ihn jetzt gleich als aggressive Kampfbestie zu verteufeln lag auch nicht in meiner Absicht.

Mir ging es darum, dass ich in so einer Situation angemessen reagieren kann.

Bei aggressiven KleinKindern informiert man ja auch nicht gleich das Jugendamt. ;)

Antwort
von Rebecca120181, 61

Ganz ehrlich, dann soll dein Kind halt Angst vor Hunden haben als ein Hund es beißen kann.

Dein Kind wird dann wenn es älter wird schon wissen, dass man nicht vor allen Hunden Angst haben muss. 

Stell dir das mal so vor, du stellst dich vor das Kind um dem Kind keine Angst zu machen. Der Hund schafft es an das Kind zu gelangen und beißt es. 

Was meinst du was dein Kind dann hat?

Angst. Und zwar den Rest des Lebens weil es als Kleinkind von einem Hund angefallen und gebissen wurde. 

Und dann fragt dich dein Kind noch "Mama warum hast du mich damals nicht hoch getragen?"

Du musst jetzt nicht bei jedem Hund schnell dein Kind auf dem Arm nehmen aber in so einer Situation definitiv! Wirst es bereuen wenn du es nicht tust und es wird etwas passieren.

Einem Kind in dem Alter, kann man auch schon sehr gut erklären, dass nicht alle Hunde nur spielen wollen und wenn eben ein Hund kommt, dann soll es bei Mama in der Nähe sein. Du kannst ja dann den Besitzer fragen, ob dein Kind den Hund kurz streicheln kann um zu zeigen, dass wirklich nicht alle Hunde böse sind.

Kommentar von Berni74 ,

Stell dir das mal so vor, du stellst dich vor das Kind um dem Kind keine
Angst zu machen. Der Hund schafft es an das Kind zu gelangen und beißt
es. 

Es geht nicht darum, daß das Kind später Angst vor Hunden haben könnte oder nicht.

Wenn man das Kind auf dem Arm hat, hat man im Ernstfall keine Möglichkeit, den Hund abzuwehren. Darum gehts!

Kommentar von Rebecca120181 ,

So hat jeder seine Meinung. 

Kommentar von Berni74 ,

Wie würdest Du reagieren, wenn Du Dein Kind auf dem Arm hast und der Hund dann an Dir hochspringt und womöglich nach dem Kind schnappen will? Wie versuchst Du dann zu verhindern, daß er Dein Kind beißt?

Kommentar von jww28 ,

Die Taktik mit hoch nehmen kann bei kleinen Hunden durchaus funktionieren. Aber grosse Rassen stoppt man damit nicht, man hebt das Kind sogar auf Bisshöhe und das ist noch traumatischer für das Kind, es bekommt selber komplett die Kontrolle entzogen und wird dann gebissen, weil es hochgehoben wurde, das ist mit Sicherheit noch traumatischer in den Armen der Mutter gebissen zu werden oder mitsamt Mutter umgestoßen zu werden :(

Antwort
von Ricira, 65

Also ich finde die Reaktion verständlich das Kind wegnehmen  zu wollen wenn ein Hund so auf einen zu kommt... Es ist doch eher so dass, wird man nicht weggehoben, der Hund doch eher noch unheimlicher ist? Um Angst vor Hunden zu verhindern würde ich eher einen netten Nachbarhund einsetzten... dann sind auch solche Situbationen ob wegheben oder nicht nicht prägend.

Lg Ricira


Kommentar von Bernerbaer ,

Es ist doch eher so dass, wird man nicht weggehoben, der Hund doch eher noch unheimlicher ist?

Nein, genau andersrum. Je ruhiger man bleibt umso besser ist es.

Antwort
von wotan0000, 16

Ich sehe das in Abhängigkeit von: 

wie nehme ich ein Kind dann hoch?

Ich hätte das Kind ruhig hochgehoben, hätte dabei zwischen dem Hund und dem Kind gestanden, selbst vom Hund abgewandt.

So handhabe ich es seit Jahren im Extremfall auch mit meinem kleinen Hund.

Ich habe davor die Erfahrung gemacht, dass Hunde die dumme Angewohnheit haben, sehr schnell um die Menschenbeine rumzulaufen und ratzfatz beim *Opfer* zu sein.

Meine andere Variante ist (wenn die Zeit es zulasst), den Hund mit lautem HEY auf meine Person zu fixieren, um ihn dann , indem ich mich gross und breit mache mit HAU AB zu bremsen.

Und dann, nehme ich mir den Hundehalter vor. :-)

Antwort
von Boxerfrau, 46

Wenn man das Kind hoch nimmt, kann es schnell passieren das der Hund dann erst recht auf das Kind reagiert und Hochspringt eventuell auch zu beisst. Das passiert auch oft wenn Hundebesitzer ihre kleinen Hunde hoch nehmen.

Antwort
von SimoneBaL, 35

Ich finde das ganz schwierig zu beurteilen. Nimmt man das Kind auf den Arm, könnte sich

a) eine Angst beim Kind entwickeln

b) der Hund könnte zum Angriff übergehen

Ich habe zwar keine Kinder, kenne mich aber mit Hunden gut aus, ich würde wohl mein Kind hinter mich stellen und mit meinem Körper schützen, das Kind ggf. festhalten und den Hund mit einem energischen "Hau ab" ansprechen. Das darf ruhig laut, muss aber wirklich bestimmend rüber kommen. Wenn man das nicht kann, dann lieber ruhig bleiben. 

Im gleichen Atemzug würde ich den Besitzer des Hundes auffordern seinen Hund sofort abzuholen (wenn er nicht eh schon aufn Sprung ist)

Im äußersten Notfall würde ich mein Kind selbstverständlich auf den Arm nehmen.

Antwort
von Lulumara00, 50

Das Kind nicht hochnehem hund kann denken du willst spielen und springt hoch und hängt sie vieleicht ans Kind keine Ahnung.

Der Hund scheint mir in der Beschreibung eine schlimme Erfahrung gemacht zuha Ben. Ich Bitte dich der Hund kann nichts dafür.Es gibt auch keine Kapfhunde oder aggressive ,es gibt nur Menschen die sie so machen 

Kommentar von Bitterkraut ,

Der hund muß keine schlimmen Erfahrungen gemacht haben, damit sein Jagdtrieb funktioniert. Ein plötzlich loslaufendes Kind kann den Impus schon auslösen.

Kommentar von Lulumara00 ,

tut mir echt leid hab mal eine frage an dich Bitterkraut  

Warum kommt der hund dan mit gefletschten zähen angerannt 

Kommentar von Berni74 ,

Ob er wirklich die Zähne gefletscht hat oder ob das auf die Fragestellerinn nur so wirkte, kann man aus der Ferne nicht beurteilen. Hunde sehen selbst im Spiel miteinander manchmal sehr aggressiv aus, und in wirklichkeit ist alles ganz harmlos.

Allerdings würde ich es nicht auf den Versuch ankommen lassen und den Hund in jedem Fall von meinem Kind fernhalten.

Kommentar von Bitterkraut ,

Vielleicht hat er nur beim rennen gehechelt. Das sieht dann aus wie fletschen, beim rennen fletscht ein hund eigentlich nicht, das ist eher ne Drohgebärde, wenn sich Hunde gegenüberstehen.

Kommentar von belle1987 ,

Das Kind ist nicht weggelaufen, sondern lief mit uns in der Gruppe auf dem Gehweg, der Hund war wie gesagt auf der Wiese und auch den anderen 2 Hunden gegenüber aggressiv und wurde immer wieder vom Besitzer ermahnt und im Nacken gehalten, da er wiederholt nicht gehört hat.

Nebenan ist zudem ein Spielplatz, dass ein Hund Auslauf braucht und verdient,ist mir klar und auch wichtig. Auch das ein Hund nicht von Natur aus böse ist, aber so was ist einfach ein NoGo.

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